Hallo liebe Community.
Die Überschrift sagt alles. Ich denke, die meisten werden es wahrscheinlich mitbekommen haben (war sogar im Radio), aber Sony hat verkündet, dass ab Januar 2028 keine Spiele mehr als Disc für die Playstation erscheinen werden. Damit werden wahrscheinlich bereits die Weichen für die PS 6 gestellt.
Aktuell habe ich das Gefühl, als befände sich die Spielebranche in einer desaströsen Lage. Alte Hardware wird teurer, Discs geraten immer mehr ins Hintertreffen und reihenweise werden Studios geschlossen. Wie sieht ihr das? Steht uns ein Branchen Crash wie in den 80ern bevor?
Bin gespannt auf eure Meinungen.
Viele Grüße.
Ich glaube nicht an einen Crash, denn die Industrie ist insgesamt zu groß. Mit der aktuellen Spielelandschaft bin ich jedoch nicht mehr zufrieden. Alles ist durchprofessionalisiert und durchkommerzialisiert
Das führt zu solchen Entscheidungen. Die großen Firmen im Medienbereich wollen immer mehr Kontrolle und Gewinnmaximierung. Derzeit machen die Spieler das leider mit. Die letzten Zahlen, die mir untergekommen sind, besagen, dass circa 80 % (Sony PlayStation quarterly game unit sales digital share 2025| Statista)der Spiele auf der Playstation digital gekauft werden. Filme werden nur noch gestreamt. Wenigstens scheint der Game Pass zu scheitern.
An anderer Stelle, zum Beispiel bei Mikrotransaktionen, wird den Firmen jedoch Recht gegeben. Das Game Design wird schlechter, nur um etwas verkaufen zu können, aber es wird gekauft und konsumiert.
Beispiel: Bei Black Ops 6 ist es so ein Krampf nur die Kampagne zu starten. Hauptsache ich bekomme tonnen an Werbung für den restlichen Scheißdreck den man mir verkaufen möchte. Da habe ich keine Lust mehr diese Titel zu kaufen oder zu spielen.
Ich nutze natürlich digitale Medien, besitze und nutze aber auch viel Analoges. Das kann mir keiner wegnehmen, kontrollieren oder einschränken. Damit spiele ich auf so etwas an: Sony entfernt 551 gekaufte Filme von PlayStation-Konten - Notebookcheck News – das sind keine Einzelfälle. Eine Playstation 6 ohne Laufwerk und zwangsdigitalen Spielen kommt mir nicht ins Haus. Ich finde, kundenunfreundliches Verhalten sollte nicht auch noch belohnt werden.
Das Ganze führt bei mir nur dazu, dass ich oft nur noch ältere Spiele spiele, neue Spiele oft nur noch im Sale kaufe und mich gern im Indie-Bereich umsehe. Auch die großen Messen haben bei mir mehr Vorfreude generiert. Leider ist alles so generisch-steril geworden.
Also Crash Nein, Umbruch leider ja. Deshalb verweile ich auch gerne hier im Podcast/Forum ![]()
Das waren für mich die besseren Zeiten.
Denke, man kann durchaus von einem Crash sprechen, wenn zumindest die verbliebenen Überreste der alten Spielelandschaft sukzessive verschwinden. Wie Du schon sagst: Microsoft wickelt gerade offenbar mehr oder weniger die Xbox ab, der Sinn einer PS6 erschließt sich mir noch weniger als zuvor, Switch 2 und PC-Hardware wie die Steam Machine werden teurer und teurer … die Disc-Produktion ist da eigentlich nur ein weiterer Tropfen auf dem sengenden Stein.
Macht mich das traurig? Irgendwie nicht. Dafür hab ich mich der Industrie bereits in den vergangenen zwanzig Jahren viel zu sehr entfremdet.
Ich bin schon so lange nur noch mit steam/gog/epic unterwegs, dass mir das als „völlig normal“ erscheint nichts physisches zu haben.
Ist vielleicht eher ein Ding als reiner Konsolenspieler. Dachte ich zumindest. Aber wenn eh schon 80% bei PS auch nur noch digital erworben werden scheint mir das nun nicht sooo krass zu sein.
Mit den großen Titeln der Gegenwart kann ich – mit sehr wenigen Ausnahmen – kaum mehr was anfangen. Dafür entdecke ich gerade den Zauber und das Grauen alter Spiele. ![]()
Es bleibt natürlich der fahle Beigeschmack, was denn mal seien sollte, wenn es steam o.ä. nicht mehr gibt. Dann sind deine Lizenzen wahrscheinlich auch alle weg.
Da hilft dann dem Gamerprepper nur noch die Retro-Handheld-Konsole aus China mit abertausenden Urheberrechtsverletzungen…
(zur Sicherheit: das ist mein seltsamer Humor, der in Textform oft nicht rüberkommt)
Deshalb empfinde ich GoG als so wichtig für Erhaltung der Spiele. Da es leider auch keine Gesetze gibt die Abandonware besser für die Nachwelt schützen bzw. den Schutz erlauben ist es schwierig.
Mein Problem bei der Konsolenvariante, ist dass digitale Spiele auf den Konsolen überhaupt nicht konserviert werden können. Wenn die physischen Medien wegfallen sind alte Spiele dann möglicherweise nie mehr spielbar.
Ehrlich gesagt glaube ich, dass es hier eine Nachricht hinter der Nachricht gibt: Sony stellt wahrscheinlich das Presswerk-Geschäft ein und reduziert zumindest weiter drastisch.
Aussagen über den Zustand der Spiele-Branche sind hier wenig zu finden.
Liest man da zwischen den Zeilen, dann war die Verpflichtung Discs von Sony herstellen zu lassen eh schon nur noch Stütze für den Presswerksbetrieb. Thurgau gibt an, dass 50% des gesamten Werksvolumens PS-Spiele waren. Das heisst: sonst wenig zu holen, wahrscheinlich auch nervige Streuaufträge. Eventuell noch etwas Audio, auch von vielleicht von Sony.
Da baut man lieber das Werk um, bevor das noch weniger wird und geht aus dem Disk-Betrieb raus.
Das ist vielen PS-Spielen trotz CD doch jetzt schon so. Die Discs sind doch meist nur Dongles, die weitere Downloads oder zumindest einen Day0-Patch benötigen um brauchbar zu funktionieren.
Vielleicht wäre die Zeit Reif für eine „Gold-Version-Konsole“. Da erscheint alles auf Disc. Aber eben erst Jahre nach Release wenn die Spiele vollständig erschienen (DLCs) und durchgepatcht sind.
Da wo die Luft salzig schmeckt, wird fleißig konserviert. ![]()
Ich weiß nicht, ob es zwingend etwas über den Zustand der Branche qualitativ aussagt.
Es geht vieles mehr in den Bereich des rein digitalen Produkts und der damit verbundenen Abhängigkeit von den Herstellern.
Wenn man nichts mehr besitzt, kann einem alles durch ein Update genommen werden.
Digitalisierung bedeutet für mich leider keine Freiheit mehr, sondern das Abhängig-machen von fremden Servern und den Entscheidungen der Konzernbosse. Du willst digital partizipieren, dann zahl du Idiot. Du willst nicht partizipieren? Tja schade, dass die Gesellschaft und Wirtschaft analog nicht mehr akzeptiert. Das klingt sehr hemdsärmelig, dafür entschuldige ich mich. Ich hoffe meine Befürchtungen werden nicht real.
Was müssen wir benutzen, wen müssen wir dafür bezahlen, habe ich dazu Alternativen? Ich glaube, das wird in den nächsten 20 Jahren für Verwerfungen sorgen.
lol

Wirklich dabei nervt mich die Kombination aus nur digital und Sonys dynamic pricing, bei dem durch Algorithmen individuelle Preise festgelegt werden.
Gut spielbar sind doch auch Diskversionen heutzutage ohne Updates doch auch nicht mehr. Und der alte Kram rottet doch auch langsam weg.
Bin da mit DRM-freien Downloadversionen am glücklichsten. Leider ist GOG ja nun auch nicht ganz unproblematisch.
Mir ist das mittlerweile Latte. Ich habe hier noch soviel physische Datenträger (Musik, Filme und Spiele) - das werde ich vermutlich bis zum eigenen Tode nicht mehr in Gänze auskosten können. Und da brauche ich eigentlich auch keine Möglichkeit des Wiederspielens, dann nehme ich mir lieber was Neues vor und meine Fresse gibt es Unmengen an neuem Zeug ständig und andauernd. Bei so manchem Titel wünsche ich mir auch das Videotheken-Prinzip zurück → mal reingucken, eventuell durchrödeln und dann weiter zum nächsten heißen Scheiß.
Im PSN kaufe ich eh nur im Sale und dann auch oft nur bei wirklich satten Discounts, aber durch monatliche Gratis-Spiele, einen digitalen Backlog bis weit in die Ps4-Ära zurück und ebenso gut gefüllte Switch, GOG und Steam Bibliotheken kann die KI Revolution nicht schnell genug kommen, damit mir mal Zeit freigeschaufelt wird. Wobei ich nicht glaube das auf der Welt dann allgemeine Wohlfahrt ausbricht.
Was Preservation angeht, alles digital ist doch dafür geradezu perfekt - klar, es gibt theoretisch Sicherheitsmaßnahmen - aber wenn man sich anguckt welchen Unmengen an Zeug auf alten Konsolen ausgelesen wurden, die es nur digital gab (meine so Kram wie Wii oder PS3 / PSVita) dann mache ich mir keine Sorgen das Leute Mittel und Wege finden werden die Daten irgendwo zu scrapen, wenn Bedarf gesehen wird.
Anyway, ich sehe natürlich das es eine nicht gerade Spieler-freundliche Entscheidung ist, aber ich glaube dieses Sammlerding ist einfach total aus der Zeit gefallen - das ist was für alte Männers mit Spielgeld übrig (in this economy!) die sich die Bude mit Gelöt vollstellen wollen. Aber in der marketingrelevanten Zielgruppe unter 50 wird diese Nachricht kaum jemanden jucken. Tatsächlich hat das physische Medium länger durchgehalten als ich gedacht hätte. IMHO hätte die PS5 schon das Potenzial gehabt digital only zu sein, nu wird es halt die PS6.
Leben geht weiter.
Hm, ich bin mehr auf dem PC unterwegs und seit 20 Jahren CD-los unterwegs. Ich vermisse es nicht.
Ein Argument, was öfters erwähnt wurde, ist, dass man nur im Playstation-Store wohl kaufen kann und die Preise wohl meist hoch sind. Das ist für mich nachvollziehbar. Am PC hat man schon arg Auswahl.
Ich habe noch eine alte xbox one und wenn ich spiele gekauft habe, musste ich stets lang auf Sales warten. Am PC kommen auf steam gefühlt aller zwei Wochen Rabatte.
Für mich ist der aktuelle Weg nur konsequent, da auf anderen Unterhalttungsformaten die physischen Träger ebenso sterben oder gestorben sind. Gut heiße ich es deswegen nicht, abee so ganz greife ich mir auch selbst an die Nase.
"Entweder stirbt man als Held, oder man lebt so lange, bis man selbst der Böse wird.“ - Harvey Dent
Das ist eine miese Nummer von Sony weil es Hand in Hand mit der individuellen dynamischen Preisstruktur geht.
Ich bin ja sehr gespannt wie Sony das hier in Europa handhaben möchte.
Nee, das ist nicht „besser als nichts“, das ist genau nichts. Nintendo kann den Nutzer:innen technisch jederzeit alles wegnehmen und sogar die Konsole bricken, wenn sie es für richtig halten. Ob sie das machen steht auf einem anderen Blatt. Dem Blatt, auf dem steht, dass Sony das schon gemacht hat und jetzt wieder tut.
Vermute, dass eher die Hardwarepreise zu einem Crash in der Zukunft führen werden. Dafür bekommen kleine Entwickler, welche mit Retro-Optik oder generell niederschwelliger Hardwareanforderungen arbeiten, einen kleinen Push. Vielleicht wird auch das virtuose Ausnutzen von schwächerer Hardware, wie wir es in den 80er/90er Jahren kannten, wieder ein Thema.
Das mit der Disk ist dagegen nur ein konsequenter Schritt der Digitalisierung. Die Lücke füllen dann sicher so Anbieter wie Leonine mit super teuren limitierten Analog-Veröffentlichungen.
@Fischonkel Es gibt da tatsächlich bei Film-Medien eine Trendumkehr. Die Verkäufe ziehen wieder an. Gerade die Gen-Z entdeckt das gerade für sich neu. Ist wie mit Schallplatten.
Ist vielleicht auch eine Hoffnung für Games?
„In Deutschland spiegelt der breite Gesamtmarkt den im Techradar-Artikel beschriebenen Boom noch nicht wider. Offizielle Erhebungen der Filmförderungsanstalt (FFA) und der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) für das Jahr 2025 zeigen stattdessen einen anhaltenden Rückgang bei den physischen Medien, während Streaming weiterhin stark dominiert.“
Filme sind allerdings auch anders verfügbar. So wie ich es verstanden habe ist bei Sony dann einfach komplett Schluß mit phys. Spielen - auch keine Lizenzen für Drittanbieter. Und du kannst halt die Playstation nicht mit was anderem ersetzen was die Datenträger dann einfach abspielt. Bei BluRay nimmst halt irgendetwas an Gerät und DVDs samt Player kriegst für ein Taschengeld. Da sind Games doch vermehrt zum Spekulationsobjekt geworden in den letzten Jahren.
Letztlich ist ein Film aber auch insgesamt besser haltbar, der funktioniert ja auch ohne Internet und Patches usw. - und ist in sich abgeschlossen. Die Infrastruktur rund um (moderne) Spiele machen ein physisches Revival doch einigermaßen unrealistisch.
Edith: Was ich mir aber vorstellen kann sind Neuauflagen für klassische Geräte, nach Beispiel des neuen NeoGeo. Oder eben so Kram wie Evercade.
Also an einen Crash glaube ich nicht, dazu ist die Branche mittlerweile zu groß und zu facettenreich. Ich denke eher, es wird eine Marktkonsolidierung geben und die Spiele werden nicht mehr so teuer in der Herstellung, man wird ein wenig zurückrudern und kleinere Brötchen backen.
Und ich denke, dass es der jüngeren Generation schlichtweg egal ist. Jemand, der nach zwei tausend geboren wurde, mit WLAN, Bluetooth, Netflix, Spotify und Steam aufgewachsen ist, wird gar nicht verstehen, wozu man Spiele auf Disks presst
Ich bin bei dem Thema sehr hin- und hergerissen, vielleicht schreibe ich da später noch mal was zu. Eine Sache die ich aber zu bedenken geben möchte, die nicht direkt mit dem Thema zu tun hat aber so in dem allgemeinen Thema „Stand der Gaming-Industrie“ mitschwingt bezieht sich auf das Thema Preise für Spiele. Da wird sich ja momentan auch viel drüber aufgeregt, aber ich habe den Eindruck, dass wir da in den letzten Jahren sehr verwöhnt waren. Wenn man sich anschaut was Vollpreisspiele in den 90ern gekostet haben, dann ist das inflationsbereinigt teilweise noch über den 80-100$ die jetzt für GTA 6 fällig sind. SNES Spiele haben teilweise auch 120 Mark gekostet und GTA 1 bei Erscheinen 50$, was heute auch gut 100$ wären. Ich vermute, dass das dazu führen wird, dass Leute einfach mehr im Sale kaufen und halt nur noch zu Weihnachten und Geburtstag mal ein großes Spiel kaufen. Wenn überhaupt.
