Dem Spiegel ist tatsächlich aufgefallen, dass Videospiele als Kulturgut in seiner Berichterstattung bisher etwas zu kurz kommen und hat mal einen Kanon der 50 besten Videospiele gekührt.
Darüber lässt sich natürlich fröhlich diskutieren.
Befragt wurden 8 Gamingaffine Redakteure. Verantwortlicher Autor scheint Michael Hengstenberg zu sein, Rainer Sigl ist auch mit dabei.
Es ist vor allem nicht ein einzelner Artikel, sondern schon eine größere Strecke mit Artikeln zur Entstehung dieses Kanons, dem Kanon selbst, etlichen Videos zu den einzelnen Spielen etc.
Kann man schon machen so, aber ist halt so eine einigermaßen langweilige „allgemeiner Konsens“-Liste und ich bezweifle stark das diese Aufzählung mehr als eine Momentaufnahme ist und in 5 oder 10 Jahren noch Bestand haben wird.
Was hast du denn erwartet? Das ist ähnlich wie die zigte Top-100 bei Platten. Natürlich landen dort bekanntere, durchproduzierte Spiele oben. Ist für mich auch in Ordnung.
Wenn sie das hier entsprechend benannt hätten und nicht mit „Kanon“ in seiner Wichtigkeit total überhöhen würden, hätte ich es auch gar nicht weiter kommentiert.
Danke. So wird der Ansatz hinter dem Artikel klarer, der ja durchaus ein guter ist.
Solche Bestenlisten sind immer schwierig, gerade wenn man auch Casual Gamer abholen will.
Wenn ich lese das der Kollege 60 Stunden in RDR2 hat, spricht der Core-Gamer halt schnell von Rookie-Numbers.
Man übersieht gerne mal Spiele, die einfach zeitlos sind. Mir fällt da immer Super Mario World ein. Grafik in 2D geht fast nicht ikonischer. Die Steuerung ist nah an perfekt. Und vom Spielspaß hat das Spiel nichts verloren.
Ansonsten kann man die Liste natürlich beliebig diskutieren. Sie ist nicht wahrer oder falscher als andere Top-Listen.
Aber ich seh grad, KOTOR ist nicht dabei und Freelancer auch nicht. Ist also doch Müll
Ich finde die ganze Herangehensweise mit dem Kanon schon ziemlich gut! Es geht halt in dem ganzen Artikel nicht darum nur eine neue Bestenliste zu veröffentlichen (ich vermute da hatte Spon bisher auch schon diverse andere veröffentlicht), sondern es ist der Versuch den Spielen als Kulturgut (neben Literatur, Film, etc.) allgemein einen größeren Stellenwert einzuräumen.
Mit ner einfachen Liste wäre das wieder völlig untergegenagen. Durch den Versuch das größer aufzuziehen (ist immerhin eines der Reichweitenstärksten Magazine in de) hat es vielleicht mehr Bestand.
Klar, aber da gehe ich persönlich halt mit den gewählten Titeln überhaupt nicht mit.
Ich habe fast alles davon gespielt und finde einiges doch mindestens mal fragwürdig (JSRF, Downwell, TW:WH3 um mal einige zu nennen).
Andere Titel sind halt sehr populär und sind potenziell gefährdet von einem Nachfolger/ Update überholt zu werden.
Gerade die begrenzte Haltbarkeit vieler Spiele durch Trends, Konvention und Technik wird imo schlecht abgebildet. Dabei sollte so ein Kanon IMO mehr sein als 40 sinnvolle, zeitgemäße Titel (aber durchaus flawed) plus ein paar random picks für die street cred.
Auch sind mir persönlich zu viele Gimmickspiele dabei bzw. zu viele Titel mit ähnlichem Flavor. Wirkt ein bisschen all over the place, bspw. Dark Souls und Elden Ring aber kein Bloodborne - wobei BB halt Dark Souls in PERFEKTION ist - ist mindestens diskussionswürdig imho.
Passt halt zu dem Spiegel 2026. Hauptsache Backen aufblasen und der eigenen Bedeutungslosigkeit entgegen schreiben. Ich lese die seit 20 Jahre nicht mehr und mit ihren billiger Kanon über Games bekommen die mich auch nicht zurück.
Der Spielejournalismus ist halt insgesamt ziemlich am Boden, da passt auch die Liste gut rein, weils halt dann doch wieder der fade Kram ist, den ich auf 100 anderen Seiten auch schon lesen kann.
Bei GameStar machen Spiele nur noch gefühlt 30% des Contents aus. Kompetente Tests, die auch mal die Lust an einem 'Spiel wecken, sehe ich fast gar nicht mehr. Dafür bescheuerte Clickbait Überschriften wie „Seit 20 Jahren mache ich dies“ und „Alle machen diese fünf Handyeinstellungen falsch“ und zig Werbeartikel und von Reddit geklauten Content. Bei PC Games schaut es auch nicht viel besser aus.
Das mag alles der wirtschaftlichen Profitabilität geschuldet sein, aber mir persönlich missfällt es einfach.
Bei anderen Magazinen ist es aber auch nicht viel besser. Die c’t ist auch nur noch ein Schatten ihrer selbst. Früher mal das Informationsmedium für den Profi, heute auf dem Niveau der Computerbild.
So bitter es ist, Stay Forever liefert mit den am besten recherchierten Content im Gaming-Bereich.
Alle anderen setzen mehr auf schnellen Content, der am Besten auch noch ohne Hirn zu konsumieren ist. Da wird einfach breit gestreut, um alles irgendwie abgzugrasen. Egal ob es zur Kernmarke passt oder nicht.
Es ist erstaunlich stimmig, dass sich einerseits darüber beklagt wird, dass die Artikel nicht frei zugänglich sind, andererseits der moderne Journalismus insgesamt zu sehr auf Reichweite ausgelegt ist. Das passt schon schön zusammen.
Hinzu kommen noch die Trolle, die im Sinne der Debattenkultur des Jahres 2026 lediglich ihre Verachtung zum Ausdruck bringen, jedoch keinerlei inhaltliche Beiträge liefern.
Ich hätte mir an dieser Stelle eine tiefere inhaltliche Diskussion gewünscht, auch wenn das bei Artikeln hinter einer Bezahlschranke verständlicherweise nicht immer einfach ist.