Es ist eine Liste die extrem beliebig wirkt und man sich halt wirklich Fragen muss ob sich die Person mit Spielen oder Spielehistorie überhaupt auskennt, da sind alles Titel die nach 2000 erschienen sind und manche auch erst letztes Jahr. Hier muss man sich wirklich fragen nach welchen Kategorien vorgegangen und die Titel die ich auf der Liste gespielt habe würde ich als gut bis Sehr gut bezeichnen und manche würde ich definitiv auch in meine Top 50 aufnehmen oder sogar in meine Top 10 oder 5, aber dass ist insgesamt wirklich keine gute Liste. Das Problem liegt halt auch hier eindeutig daran dass man Remakes Plätze vor den Originalen einräumt. Und wenn man wirklich einen Kanon machen möchte gehören eben auch Titel rein die vielleicht heute nicht mehr ganz so gut spielbar sind aber die ganze Branche geprägt haben.
Trolling kann ich hier auch nicht erkennen. Es ist halt eine Liste und keine besonders schlüssige. Kann sein, dass man hinter der Paywall mehr erfährt, aber so ist es halt, was es ist.
Listen sind meist auch eher banal, außer man setzt ein Kriterium wie historischen Impact an. Dann kommen halt auch wieder Dinger wie Pong, Pac-Man, Mario 1 usw. auf die Liste. Das nimmt dann aber den Reiz der Bestenliste, weil Pong heute halt niemand mehr hinter dem Ofen hervor lockt, obwohl das Spielprinzip unbestritten zeitlos ist.
Eine Einsteigerliste ist es auch nicht. Bei Celeste und Darksouls können auch Veteranen ins Gamepad beißen. Und dann gibt es halt Sachen wie Sims 2. Ich steck jetzt nicht tief im Sims Game, aber historisch relevant wäre Sims 1, am Besten ausgearbeitet Sims 3 (als ich da noch reingeschaut habe).
Und Dwarf Fortress ist so ein Brocken. Wenn dann steht es historisch drin (dann aber die ASCII Version) oder man hätte lieber zu Rimworld greifen sollen.
Es sind auch unterdurchschnittlich viele cRPGs und Strategiespiele vertreten.
Für mich ist das eher der Mainstream-Bias plus ein paar „educated picks“. Was nicht bedeutet, dass die Spiele nicht gut sind. Es ist halt nichts Halbes und nichts Ganzes.
Ich glaube genau das, was im Erklärartikel (Danke @mrMuppet ) stand, wird der Liste auch zum Verhängnis. Du hast eine Redaktion mit Spielenerds, Casuals, Japanophilen, Corona-Gamern und vielleicht sogar Passiven, die Spiele eher bei ihren Kids sehen. Die befragst du und dann kommt so eine Liste raus.
Generell bin ich ja solchen Toplisten etwas überdrüssig. Da vergleicht man Äpfel mit Birnen. Für den einen wird Elden Ring nr 1. sein, für den anderen Minecraft wiel er 5000 Stunden in dem Game hat. Und für wiederrum jemand älteres wird es Kings Quest oder Ultima sein ![]()
Ich hätte gerne lieber schriftliche - oder referatliche Einordnungen von Games, statt harte Plazierungen und Zahlenwertungen. Die 7/10s bei IGN hängen mir da zum Beispiel schon lange zum Hals raus ![]()
Für die harten Zahlen hat man ja schon längst IMDB, OpenCritic und co. - finde die Beitragsreihe liefert nicht wirklich neue Erkentnisse.
Ich weiß nicht, was ihr habt. Das sind alles respektable Spiele, die imho einen guten Einblick in die Spielelandschaft der letzten beiden Jahrzehnte bieten. Für ein Mainstream-Outlet wie den Spiegel finde ich das plausibel und gut selektiert, eine Mischung aus Blockbuster und Indie-Darlings. Dwarven Fortress in der grafischen Variante von Steam ist ein absolut legitimer Kandidat, Rimworld hat bisweilen doch schon einen speziellen Humor, den sicher nicht die Mehrheit teilt. Dies CRPGs sind so gewählt, dass ein Sprung zu weiteren Titeln nicht schwerfallen dürfte.
Das ist ja genau was die „Kritiker“ sagen. Es ist ein Mainstream Outlet, alle Spiele sind halbwegs gut und dadurch wird die Liste einfach super generisch und wurde so schon endlos gesehen. Es soll allen was geben und für den Core auch was drauf haben. Zumindest, wenn man nur den Post von @mrMuppet mit dem Listing gesehen hat und nicht hinter die Paywall schauen will.
Wer es allen recht macht, macht es keinem recht, würde man hier sagen. Woran ich mich aber so aufhänge ist die beschriebene Mission, einen Gaming Kanon zu formulieren. Dafür ist das zu dünn und zu post-2000er. Und sogar in den 2000ern wurden prägende Spiele vergessen. Ist das FF7 Remake wirklich wichtiger als KOTOR? Oder Freelancer?
Um es allgemeiner zu machen, auch wenn ich die Spiele nicht so geliebt habe: Wo sind C&C, Starcraft und WoW? Ich mochte sie alle nicht gern aber in einen Gaming Kanon gehören sie auf jeden Fall.
Es fehlt halt der Kontext, der vielleicht im Paywall-Artikel noch geboten wird, warum man die Auswahl getroffen hat.
Es ist ein Einstieg für Noobs, in einem Outlet, das Spiele bislang weniger behandelt hat wie Literatur, Musik und Film. Aus dem Artikel:
- Er hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
- Jede Spielreihe durfte nur mit einem Teil im Kanon vorkommen, und es sollte der beste sein – nicht der historisch bedeutsamste.
- Wir schlossen Videospiele größtenteils aus, die auf aggressive Mikrotransaktionen setzen, um Spielern Geld aus der Tasche zu ziehen.
- Auch »Objektivität« war kein Kriterium, an das wir uns gebunden fühlten
- Man soll sich an ihr reiben, sie ablehnen oder – mit einem Tool auf SPIEGEL.de – selbst neu ordnen können. […]
Am Ende entschieden wir uns dafür, jene Spiele auszuzeichnen, die Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die aus unserer Sicht beste Erfahrung bieten, die man im Jahr 2026 mit Games haben kann.
Zu jedem der Spiele gibt es jeweils einen kurzen Abschnitt, zu den Top10 jeweils einen kompletten langen Artikel.
Ich finde übrigens, dass Rainer Sigl und Michael Hengstenberg gute und kredible Spielejournalisten sind. Insofern bin ich an ihrer Meinung sehr interessiert.
Ein weiterer interessanter Abschnitt, der die Genese des Artikels erklärt:
Es war an diesem Abend eine rhetorische Frage, die Beteiligten waren sich einig: Natürlich sind Spiele Kulturgut. Trotzdem hatte die Debatte etwas von einer Gruppentherapie: Warum denkt ein Großteil des Landes nicht wie wir? Warum werden Videospiele – in Feuilletons, Schulen, Kulturinstitutionen – noch immer nicht so ernst genommen, wie sie es verdient hätten? Warum werden Gamer noch immer von Teilen der Gesellschaft belächelt, obwohl ihre Industrie mit 200 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr rund doppelt so viel Umsatz erreichte wie Film- und Musikbranche zusammen?
Auch der SPIEGEL hat Videospiele bislang anders behandelt als Bücher, Filme oder Theaterstücke. Mit Letzteren befasst sich dieses Medium seit Jahrzehnten intensiv. Wir interviewen und porträtieren Autorinnen, Regisseure und Schauspielerinnen, schreiben Essays über ihre Werke. Videospiele bekommen im Gegensatz dazu einen kleineren Raum, sie werden zwar als Produkt getestet oder rezensiert, aber selten in einen größeren kulturellen Kontext eingebettet. Die anachronistische Mauer zwischen »ernster« und »unterhaltender« Kultur, die in fast allen Genres längst gefallen ist: In Bezug auf Games scheint sie noch immer zu stehen.[…]
Die Liste ist erwartbar und okay - vieles ist spielerisch nachvollziehbar, anderes aufgrund der Zeitgeist-Relevanz (hüstel, Fortnite) aushaltbar - aber die Mehrzahl sind „sichere“ Titel, die halt problemlos in die Runde geworfen werden können. Ist alles stark subjektiv. Spielehistorisch werden manche Titel auch in 30 Jahren auf solch eine Liste passen, andere Titel werden nie darauf landen, im Herzen von vielen Spielern aber stets höher rangieren.
Ich halte nur sehr bedingt etwas von solchen Listen, wenngleich ich (als Historiker) finde, dass es Sinn macht, sich über einen Kanon Gedanken zu machen. Dafür muss man aber methodisch vorher Grundlagenarbeit leisten, die ich hier kaum sehe, etwa welche Kriterien und Genrespezifika legt man fest, ist es zeitlich gestaffelt oder übergreifend etc. Nur nach Gusto und Hitlisten kann man so etwas nicht abarbeiten - und selbst dann ist viel Raum für subjektive Einschätzungen, weil Menschen eben so sind.
Und das ist auch ein weiterer Punkt wo sich Spiele halt dramatisch von allen anderen Kulturformen unterscheiden - der Wert und die Wichtigkeit eines Titels kann eigentlich nur jeder für sich selbst feststellen - die Bedeutung entsteht erst in der eigenen Beschäftigung mit einem Spiel. Und der Erkenntnis das auch Zelda und Nintendo mir OpenWorld Gameplay und Physikspielereien nicht schmackhaft machen können, selbst wenn diese die Spiegelliste anführen.
Bei StayForever und ThePod gibt es das Hauptgericht umsonst, den (sehr leckeren) Nachtisch gibt es dann für Extrageld on top.
Bei Spiegel gibt es das:
Michael Hengstenberg hat zwar an der alten GEE mitgearbeitet, aber Bock dafür jetzt Geld locker zu machen (erst Recht nach der Liste die du gepostet hast) habe ich keinen. Und als Diskussionsgrundlage ist dieser Textblock halt super dürftig. Über was wollen wir denn hier tiefgreifend diskutieren? Eine Liste die vorwiegend aus Millionensellern der jüngeren Vergangenheit besteht ist ja nicht kontrovers oder so (und diese Titel sind ja auch schon in einiger Tiefe besprochen worden, bzw. dürften die meisten game-affinen Menschen einiges davon gespielt haben) - das sind grundsätzlich (fast) alles legitime Spiele, wenn man mit denen was anfangen kann. Meine Liste sähe anders aus, aber wen interessiert das?
Wenn dem Spiegel wirklich an einem Diskurs gelegen wäre, dann müsste dieser schon ein bisschen in Vorleistung gehen - auf welcher Grundlage sollte ich mir hier eine Probeabo ans Bein binden? Ich bezweifle auch stark das der Spiegel dem ganzen Komplex Spielebesprechung neue Facetten abringen kann, wenn sie da heiße Eisen im Feuer hätten - dann braucht es schon eine Kostprobe. „Der Spiegel stellt ne Spieleliste auf“ ist halt nicht der Flex der sie glauben das er ist.
Das würde ich den Beiden auch nicht absprechen und Sie müssen mich nicht siezen, wenn Sie das nicht präferieren. Ich biete hier immer gerne das Du an.
Jetzt ist der Diskurs leider so weit, dass ich hinter die Paywall schauen müsste, aber das ist es mir ehrlich gesagt nicht wert.
Meine Aussagen habe ich an den oberflächlichen Fakten (der, von Ihnen publizierten Liste und dem Support-Artikel) festgemacht und davor hab ich mit Claas Relotius eine etwas überbetonte Spitze in Richtung Spiegel abgefeuert.
Alles was ich gesagt habe ist auch nur meine Meinung, aber die kann ich auch vertreten.
Ich seh das wie bei Heiko Klinge. Der muss sein Team halt über Wasser halten und Geld generieren. Ob das jetzt das ist, wovon er immer geträumt hat, wage ich zu bezweifeln und es war sicher nicht leicht, viele Freunde und Stammbelegschaft mit der Kursänderung zu verlieren. Ich hätte das nicht geschafft.
Aber als Konsument darf ich auch meinen Unmut kundtun. Egal ob ich jetzt mit Daten oder Euros bezahle.
Da widerspreche ich dir, obwohl ich dir sonst meist zustimme. Wo sich Videospiele unterscheiden ist in der aktiven Erlebbarkeit. Du hast in vielen Punkt recht: Du kannst also das beschissenste Game spielen und Freude an den Bugs haben.
Aber die Story hat abseits davon immer einen Impact. Ist sie gut erzählt und spannend wirst du wie in einem Buch oder Film mehr wollen.
Ich konnte z.B. X-COM nie abschließen. Der Spielstand hängt noch immer vor der letzten Mission. Ich wollte einfach nicht, dass es vorbei ist.
Als generelleres Beispiel führe ich Indy 4 an. Das Spiel ist spannender und die Story besser ausgearbeitet als die meisten Filme.
Bis auf den Punkt das Spiele individuell bewertet müssen, gehe ich mit dem Post voll mit. Aber jede Kunstform muss für sich individuell bewertet werden. Genau das bedeutet Kunst
Es gibt in jeder Kunstform eine Form der aktiven Erlebbarkeit, egal ob Malerei oder Architektur. Natürlich kann man sich die Mona Lisa auf Wikipedia anschauen, aber häufig genug bietet der Kontext und das Umfeld eine andere Wahrnehmung. La Grande Arche ist ein beeindruckendes Gebäude, aber durch die Positionierung im Stadtkontext und die Wahrnehmung selbiger ergibt sich ein ganz anderer Eindruck. Lichteinfall, die wandernde Sonne, das alles kann ein Kunstwerk auf neue oder andere Weise erlebst machen. Es gibt Kunst, die sich sogar auf die Interaktion mit dem Betrachter spezialisiert hat.
Man spricht nicht umsonst vom offenen Kunstwerk.
Nur ist die Story halt in 9,5 von 10 Fällen Schund und/oder Abfall. Als erzählendes Medium hinken Spiele - die Interaktivität ist einer stringenten Erzählung wie beim Buch oder Film im Weg. Die Erzählung bietet den Rahmen, doch die Zeit dazwischen fülle ich mit meinen Handlungen / meinem Gameplay.
Ich muss Spiele nicht spielen um deren Handlung zu erleben, dafür reicht ein Lets Play - aber dann habe ich sie auch nicht „gespielt“. Und wer mit rundenbasierter Taktik nichts anfangen kann, wird nie die Beziehung zu seinen Soldaten aufbauen wie du in deinem finalen Save. Erst die gemeinsam mit deinen Figuren erlebten Ereignisse oder von dir ausgelösten Dinge schaffen ja das Besondere was Games ausmacht. Ansonsten wären es halt schlechte Filme.
Und trotzdem funktioniert nicht jedes Spiel für jeden gleich. Ich habe mich maximal effizient durch das neue X-COM gesavescummed und hatte einen riesigen Spaß. Für Teile der Community war und ist das eine Affront gegen die Menschlichkeit. Auch habe ich riesigen Spaß mich in Souls-Spielen dumm und dusselig zu grinden, zu cheesen und alles wegzufetzen was nicht bei drei auf den Bäumen ist - und Leute erzählen mir ich „mache es falsch“. Dabei ist genau das die Freiheit die keine andere Kunstform bietet - meine eigene Auseinandersetzung mit Spiel und Spielwelt.
Ein Bild gucke ich, wie alle anderen auch, an und wenn ich nicht gucke - dann ist da trotzdem noch das Bild. Bei einem Spiel ist ohne Spieler nichts - denn es braucht mich, den Spieler damit die eigentliche Kunst - die Interaktion zwischen mir und den Spielinhalten - entsteht (frei nach Wolfgang Walk) - natürlich gibt es auch Kunst-Installationen wo ähnliche Prinzipien greifen, trotzdem sind Spiele in ihrer ganzen Natur einfach unendlich stark mit dem individuellen Spieler verknüpft und sie enden auch sofort wenn der Spieler keinen Bock mehr hat.
Deshalb kann so ein Kanon bestenfalls nur ein Angebot sein und eine „beste Spiele-Liste“ ist schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt.
Da muss ich, aus meiner Perspektive, leider Nein sagen. Alle andere Kunst erlebst du passiv, solange du nicht Künstler bist. Bei jeder anderen Form der Kunst bist du als Konsument nur Konsument. Du kannst nicht aktiv daran teilhaben. Sogar wenn du Banksy die Spraydosen trägst, bist du nicht aktiv dabei. Nur das Videospiel und teilweise FMV-Filme haben dir bisher je die Möglichkeit geboten, dich interaktiv in ein Kuntwerk zu begeben.
Du vermischst hier unterschiedliche Dinge, nämlich die Produktionsebene mit Wahrnehmungsebene. Du bist auch nicht dabei, wie der Programmierer Abhängigkeiten codet, Du siehst nur das Ergebnis seines Algorithmus. Das ist im Kölner Dom nicht anders, Du warst beim Bau nicht dabei, kannst aber eine Perspektive auf den Bau und seine Wirkung bekommen, der sich je nach Tageszeit, Blickwinkel, Sonneneinfall, selbst durch die Besucherzahlen usw. ändern kann. Natürlich kannst Du die Figuren nicht bewegen oder verändern, aber Licht und Schatten können neue Eindrücke erwecken, ein Chorlied kann Dich den riesigen Raum auf neue Weise erlebbar machen und und und. Und vieles kannst Du auch aktiv machen, zum Beispiel selbst das Lied anstimmen.
So ist es doch bei einem Spiel auch oder? Ein Spiel lebt von den Spielern und ein Bild von den Betrachtern.
Ich hab hier im Haus auch noch Aquarelle von meinem Groß-Onkel Max, aus den 1940ern in München hängen. Würde ich sie nicht anschauen wären sie längst im Müll. Einfach weil sie nicht sonderlich gut sind, aber mir bedeuten sie was.
So ist es doch mit jedem Kulturgut. Es muss genug Impact haben oder geliebt genug sein, um die Zeit zu überdauern.
Dazu kann aber auch jeder seine Meinung haben. Die Mona-Lisa ist imho nicht so gut wie Klimt. Ich hab sowohl die ML im Louvre gesehen, wie auch den Kuss von Klimt. Der Kuss ist so viel besser (in meinen Augen) wird aber niedriger bewertet.
So ist das halt…
Um wieder einen Schluss zum Gaming zu ziehen: KOTOR und Baldurs Gate 2 sind stärker als BG3 und Zelda. Aber auch das ist halt nur meine Meinung und darum sind Listen, gerade ohne Kontext, immer schwierig.
Klassische Kunst ist halt erlebbar und Spiele sind interaktiv. In neuerer „klassischer“ Kunst wird auch auf die Interaktionsebene gesetzt, aber man muss es halt in „echt“ erleben. Interagieren. Hingehen.
Videospiele bieten ein Erlebnis in einem nicht öffentlichen Raum. Das empfinde ich als signifikanten Unterschied.
Das kann ein Unterschied sein, aber was ist mit den Arcade-Spielen?
Du beschränkst Interaktion meinem Eindruck nach stark auf das unmittelbare Hand anlegen an das Kunstwerk. Du lässt dabei imho außer Acht, dass Deine Annäherung an ein Kunstwerk, z. B. die Wahl dess Zeitpunkts, des Betrachtungswinkels, die Veränderung derselbigen oder der Lichtstimmung bereits eine Form der Interaktion ist, weil Du das Setting beeinflusst, in dem das Werk wirken kann. Die fehlende Interaktion anderer Kunstformen gilt vll im Bezug auf gewisse Narrationen in linearen Erzählformen wie Roman oder Film. Aber dass das Spiel die einzige interaktive Kunstform wäre, ist imo falsch, Beuys würde dem auch entschieden widersprechen. Du veränderst ein Spiel auch nicht, Du reizt i.d.R. nur den Rahmen aus, der Dir durch die Programmierung gegeben wurde. Denn ich vermute, Du dachtest nicht zuerst an Factorio. Klar, ein Entwickler kann noch weniger genau vorhersagen, wie der Spieler das Programm nutzen wird, weil viel komplexer. Aber auch hier sind Games nicht die einzige Form, wo der Schöpfer die Rezeption nur unzureichend lenken kann.
Um auf die Spiegelliste zurückzukommen: die richtet sich an Spiegelleser. Die sind vermutlich nicht mehrheitlich Vollblutgamer, sonst würden sie was anderes abonnieren. KotOR ist heute grässlich zu steuern und erfordert Kenntnisse von d20. Würde ich keinem 08/15-Spiegelleser so empfehlen. BG3 macht das schon sehr viel massentauglicher.
