Ja, da habt ihr natürlich recht, ich hätte es mir auch ganz verkneifen können und niemanden belästigen müssen
Aber man muss das ja auch aus der anderen Perspektive sehen - ich bin ja primär in Karlsruhe gewesen um das RetroGames e.V. zu besuchen (das war übrigens Bombe!) und das kenne ich ja nur wegen meinen Lieblingspodcast. Also die astronomische Chance einen von euch zu treffen, dann zweimal hinschauen um sicher zu gehen - da bleibt dann keine Zeit mehr um sich was sinnvolles zu überlegen. Dann kommt dann ein „Hey Gunnar“ raus dabei
Naja, immerhin weiß ich jetzt, dass ich keinen falschen angesprochen habe - das wäre tatsächlich noch viel schlimmer gewesen.
@Gunnar_Lott vielleicht musst du dir ja langsam sowas wie Nathan Fillion überlegen.
Nathan Fillion hat eine respektvolle Begegnung mit einem Fan gefeiert, der ihn auf der Straße nur kurz mit einem Nicken und „Captain“ grüßte. Dieses subtile Erkennungszeichen gilt seither in der Community als perfekter Weg, seine Arbeit zu schätzen, ohne seine Privatsphäre zu stören.
Bin mir aber grad nicht sicher, was der passende Rang oder Titel vom Raumschiff Gamestar hier wäre
Er hat mal erzählt, wie ein Fan beim Aussteigen aus der Bahn nur kurz das Smartphone gezeigt hat, auf der gerade der Podcast lief, und einen Daumen hoch gemacht hat, und dass er das ganz nett fand.
Aber das ist mit den Kapitelbildern vermutlich gar nicht mehr so leicht zu erkennen.
Finde ich gar nicht. Bei Live-Begegungen auf der Straße war er immer sehr freundlich und professionell. Das am Telefon war entweder eine sehr unerwartete Situation oder er war sonstwie indisponiert, denke ich.
Vielleicht kam es falsch rüber, ich empfand ihn nicht als unangenehm. Hab ihn erst nach seiner Redakteurskarriere persönlich getroffen, vielleicht macht das einen Unterschied aus. Ein überschwängliches Hallo schien mir von Anfang an nicht seine Art, erwarte ich aber auch nicht. Er wirkte auf mich einfach wie jemand, der durchaus erkennbar mal bruddelt, mit zunehmender Zeit dann aber auch immer nahbarer wird. Und dann merkte man auch sehr schnell, dass er, wie Du sagst, sehr freundlich und professionell war.
Ich hab auf jeden Fall einiges mitgenommen aus dem Gespräch und bedaure, dass er viel zu früh von uns gegangen ist.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir mit 15, 16 in Düsseldorf früher schulfrei hatten und dann zum GIGA-Games-Gebäude gefahren sind. Wie kreischende Teenies haben wir dann „Eddy! Simon! Michael!“ gerufen und waren völlig aus dem Häuschen, als sie tatsächlich für Fotos rauskamen. Innerlich würde ich das genau so wieder tun. Äußerlich würde ich aber eben verlegen und mit größter Mühe nur ein „Vielen Dank für Ihr Unterhaltungsprodukt“ murmeln …
Zugegebenerweise hab ich das gleiche Problem auch immer auf den Cons. Ich werd aus mir nicht ganz nachvollziehbaren Gründen super awkward im Umfeld der Podcaster*innen. Meine Frau hat sich kaputtgelacht, als ich ihr von der ersten Con damals in Karlsruhe nervöse Sprachnachrichten geschickt habe - denn ich bin da eigentlich nicht der Typ für.
Letztes Jahr wars schon ein bisschen besser, da hatte ich coole Gespräche mit Dom und Paul und auch mit Christian übers Spiele sammeln. Aber es bleibt weird.
Ich kann nicht so ganz erklären, was es ist…Promis sind mir sonst immer herzlich egal. Und ich hab auch schon einige getroffen in meiner Zeit als PR-Berater und als Barista zu Studi-Zeiten. War immer unkompliziert und entspannt.
Ich vermute, dass es hier was anderes ist, weil der Podcast einen merkwürdigen Disconnect schafft. Podcast-Hören ist ja was recht persönlich-intimes. Ich mach das für mich. Und ich hör SF jetzt seit über 10 Jahren. Da hab ich dann in Summe Chris und Gunnar ganz gut von ihrer ganzen Art und wie sie so zu vielem stehen, kennengelernt. Und innerlich hab ich sicher mehr als einmal mitdiskutiert, zugestimmt oder auch widersprochen. Nur: Das ist ja ne echt einseitige Kiste - und dass WIR uns nicht so gut kennen, wie ich die Podcaster*innen vermeintlich, wird mir dann jäh bewusst.
Und wie Gunnar schon richtig sagte: Wenn man die Podcaster*innen dann noch in deren privaten Umfeld trifft, fühlt man sich vielleicht auch störend. Versteh ich total. Ich hätte da sicher ähnlich reagiert wie der Threadersteller. Die Beispiele mit Nathan Filion und der Anekdote mit dem Hörer in der Bahn, der nur kurz sein Handy mit dem Podcast hochhielt, find ich sehr schön. Wenig cringe, respektvoll, aber eben auch kurz den Kontakt hergestellt.
Also mit „furchtbar“ meinte ich auch nicht Mick, sondern einfach die awkward situation an der ich ja irgendwie schuld war, denn ich hätte ja auch einfach meine Klappe halten können.
Ich glaub es war für ihne einfach eine ärgerliche Situation (Postfach gehacked) und da ist man nicht in der Stimmung einen Plausch zu halten. Er war auch nicht unfreundlich, ich hab nur gemerkt da drauf hatte er grad echt keinen Bock. Was ich komplett nachvollziehen kann. Ich hab mich eher über mich selbst geärgert.
Ich glaube, da spielt auch sehr mit rein, wie privat es gerade ist. Wenn man einen „Star“ einfach so alleine in der Bahn sitzen sieht und kurz sagt „Hey, du bist doch XYZ? Find deinen Podcast/deine Band/deine Bücher echt super!“ ist das ja was ganz anderes, als wenn sie gerade mit Familie unterwegs sind und man direkt reingeht mit „Ah, Rainer, toll dich zu sehen! Und du musst Sarah sein, ich hab gehört, dass du jetzt angefangen hast Posaune zu lernen und ah, Sie sind bestimmt die Ehefrau, wie läuft es denn so mit dem Yoga? Gehen Sie gerade mit ihm zum Sushi, er hat ja letztens erst erzählt, dass Sie das mal machen wollen…?“
Ich wollte auch noch ganz allgemein meine Gedanken zum Thema „Starstruck“ und „Parasoziale Beziehung“ loswerden und mache das mal in einem Doppelpost, um das thematisch zu trennen.
Ich bilde mir ein, relativ immun zu sein gegen dieses „Whoa!“-Gefühl, wenn ich einem Idol begegne. Im Gegenteil, ich neige da eher zu dem Gegenstück, der leicht fehlenden Distanz, bisschen mehr Verhalten „auf Augenhöhe“ als es vielleicht angemessen ist. Kommt vielleicht daher, dass ich nach Konzerten von kleineren Bands supergerne noch mit den Leuten danach noch ein paar Worte wechsel, dieses „Die stehen auf der Bühne und sind darum ganz weit weg!“-Ding hatte ich nie. Bei SF war’s vielleicht bei der ersten Tour noch so ein Ding bei den ersten Wortwechseln nach dem Auftritt, aber selbst da war die ganze Zeit dieses „Die kennen dich null und du sie eigentlich auch nicht, halt das mal im Kopf“ dabei.
So einen richtig krassen (bewussten) Moment von „parasozialer Beziehung“ hatte ich eigentlich nur einmal. Das war so ein Tag, da hab ich quasi von Aufstehen bis zum Bett die Anchorhead-Staffel gehört und 4h davon waren eine Tattoo-Session. Ich war also geistig und körperlich komplett durch und hatte den ganzen Tag freundschaftliche Gunnar/Chris-Frotzeleien im Ohr und dann hat Gunnar im Discord irgendwas von mir falsch verstanden, oder auf ne Art geantwortet, die ich blöd fand, oder irgendwie sowas. Ich hatte schon kurz ein „Ey, so war das nicht gemeint, du Doofmann!“ getippt, bis mich dann diese Stimme eingeholt hat: „Gunnar ist nicht dein Freund. Du bist nicht Gunnars Freund. Nur, weil du heute 10h einem Gespräch zwischen Freunden beigewohnt hast, bist du kein Teil davon.“ Also ein paar mentale (und tatsächliche) Backspaces gemacht und es nochmal neu formuliert, als das, als was ich mich begreife: Ein (hoffentlich geschätzter) Fan des Podcasts, nicht als enger Kumpel der Podcastenden.
Das war schon so ein kurzes „Was zur Hölle?“-Gefühl, bei dem mich eingeholt hat, dass man vor diesem parasozialen Zeug nie ganz gefeit ist, bei dem man sich in einer Rolle „fühlt“, die man eigentlich gar nicht innehat.
Uh ja, das sind ein paar ganz gute Punkte. Ich kann ewig Fan von einem Schauspieler oder einer Band sein und selbst wenn ich viele Interviews usw. lese hat das imo nicht ansatzweise das gleiche Gewicht wie wenn man ihnen viele Jahre in einem Podcast zuhört wo zwangsläufig auch mal private Sachen besprochen werden - oder sogar eigene Formate dafür eingeführt werden, weil es die Leute offensichtlich hören wollen
Man hat dann viel mehr das Gefühl, die Personen gut zu kennen bzw. in einer vertrauten oder wie du gesagt hast, fast freundschaftlichen Beziehung zu ihnen zu stehen. Tut man aber nicht!
Dass es dafür eh schon lange einen passenden Begriff gibt (Parasoziale Interaktion) habe ich jetzt auch gelernt. Ist gefühlt auch ein ganz heißes Thema mit den ganzen KI Bots, wenn ich mir ansehe wie Leute teilweise mit ihren GPTs und Geminis reden - nicht 100% das gleiche, weil ja eine Art Interaktion stattfindet, aber die „Beziehung“ ist genauso eine Illusion.
In Summe ein spannendes Thema, vielleicht hier dann schon fast fehl am Platz. Ich bin ja sonst gar nicht so schüchtern und kann auch gut einschätzen, dass ich jetzt nicht der best Buddy von meinen Podcast Stars bin. Aber ein wenig Stress und einfach komplette Überraschung reicht schon, damit so ein zufälliges Treffen ein bisschen awkward und cringy verläuft - mittlerweile schon eine lustige Geschichte im Freundeskreis und ich finds selber auch schon mehr lustig als peinlich. Keine schlaflosen Nächte mehr
Ich kann das komplett mit dem Starstruck verstehen. Ich leide seit frühster Kindheit an einer schweren Depression. Die Faszination mit Retrogaming kommt auch daher, da das viele schöne Erinnerungen in dieser teilweisen schwierigen Kindheit sind. Depression nie behandelt kam es bei zwei herben Tiefschlägen war mein Leben an die Wand gefahren. Ich entschuldige mich für folgende Theatralik: Die Podcast von Stay Forever hat mir sehr sehr geholfen in einer sehr schwierigen Zeit. Also kannst du dir vorstellen wie MEGA STARSTRUCK ich bin.. Oder das Gunnar meine Fotos von den Cons gefallen. Ach ich habe eine antisoziale Störung entwickelt, dass ich oft Menschen generell nicht ansprechen kann, dass machts nicht besser.
Und natürlich bin ich super dankbar für die Con, weil ich damit so viele coole Socken kennengelernt @padhamster@Abrakebapra@nudge@Thimbleweed_Park Florian Tobias Christian R. Christian G. Uli…
Wir alle haben unsere Dämonen - du bist garantiert nichte allein!
Mich hat SF auch durch eine harte Zeit begleitet. Mal als Einschlafhilfe (halte aber lange durch ), mal Ablenkung, aber immer auch unterhaltend und ein super Hobby, wenn gerade kein anderes Hobby greift, auch nicht (selber) zocken.
Allein die FON-Folgen und die Musikfolgen sind Entspannung pur.
Die Community tut dazu noch ihre Übriges, dieses Forum ist Weltklasse!