Bezüglich der Albendiskussion:
Meine Beziehung zu Alben habe ich ja im entsprechenden Thread, den Gunnar damals aufgemacht hat, schon geschildert.
TL;DR: Bin mit Alben aufgewachsen, habe selbst eher „tanzbare“ Musik (Eiffel 65/Backstreet Boys) stark als Alben kennengelernt, höre als Rock/Metal-Fan bis heute sehr viele Dinge als Album. Klar, dank Streaming mehr (eigene und generierte) Mischplaylists als früher, aber Alben sind immer noch mein Zugang #1 zu Bands.
Womit Herr Schmidt mich aber erschüttert hat, ist das Geständnis, kaum Musik zu hören. Das ist für mich dermaßen fremdartig, dass ich mir das nichtmal so richtig vorstellen kann. Ein Arbeitskollege sagt auch, er höre nie Musik (außer Schlager auf Partys) und ich frage mich, wie ich so überhaupt durchs Leben kommen soll. Schon ZSK wusste: Es müsste immer Musik da sein!
Klar, ich höre auch Podcasts, aber Musik ist in so vielen Situationen bei mir:
- Beim Arbeiten, wenn ich Kolleg:innen ausblenden muss oder einfach Lust drauf hab (ok, deutschsprachige Texte eher nicht)
- Beim Lesen auf der Couch
- Beim Surfen im Internet und Verfassen von Forenbeiträgen
- Morgens auf dem Arbeitsweg, wenn ich feststelle, dass der Zugang zu Podcasts gerade nicht da ist
- Beim Reisen im Zug
Eigentlich einfach immer, wenn gerade kein Podcast läuft! Meine Mutter hat immer Radio oder CD gehört, mein Vater hat sein Arbeitszimmer später sogar so ausgerichtet dass er besser Musik beim Arbeiten hören kann (Schreibtisch frontal auf die Anlage und zwei gute Boxen ausgerichtet). Musik ist in meinem ganzen Umfeld so identitätsstiftend, dass „Und was für Musik hörst du so?“ eigentlich immer eine Frage ist, die gestellt wird. Klar, über das elitäre Abgrenzen aus Jugendtagen ist man raus, ob die andere Person jetzt Metalcore, Punk, Jazz, Klassik, Schlager oder Trance hört, ist nicht mehr so wichtig wie früher mal.
Aber dieses „Gar nicht“, das ist für mich einfach nicht nachvollziehbar, weil Musik immer so eine große Stellung in meinem Leben eingenommen hat. Die erste Amtshandlung in jeder neuen Wohnung ist das Anschließen der Stereoanlage, damit der Rest des Aufbaus bei vernünftiger Musik geschehen kann.