Ti-99/4 (SFT 22)

Original Post: TI-99/4 (SFT 22-1) | Stayforever

Worum geht’s? Texas Instruments ist heute vor allem als Zulieferer von Halbleitern bekannt, doch Ende der 70er Jahre baute das Unternehmen aus Dallas einen eigenen Heimcomputer: den TI-99/4. Ein schwarz-silbernes Gerät mit 16-Bit-Prozessor, das schon 1979 auf den Markt kam und damit technisch seiner Zeit voraus war. Oder zumindest hätte sein können.

Henner und Chris zeichnen in dieser zweiteiligen Folge nach, wie es dazu kam und wie die Geschichte des Rechners endete. Sie beginnen bei den Ursprüngen von Texas Instruments, das als „Geophysical Service Incorporated“ mit seismischen Messungen zur Erdölerkundung anfing und sich über die Halbleiterfertigung zum Technologiekonzern entwickelte. 1958 erfand Jack Kilby dort den integrierten Schaltkreis, TI baute darauf Taschenrechner, Sprachsynthesechips und den Speak & Spell. Es geht um interne Rivalitäten, den gescheiterten Versuch einer eigenen Heimcomputer-CPU und die Verlegung der Entwicklungsabteilung in die texanische Kleinstadt Lubbock – Entscheidungen, die den TI-99/4 von Anfang an belasten.

Im zweiten Teil muss sich der Rechner dann auf dem Markt beweisen, gegen Tandy, Atari und vor allem Commodore. Es geht um die Vermarktung mit Bill Cosby, den verbesserten Nachfolger 99/4A, ein teures Rückrufproblem wegen gefährlicher Netzteile und die schwierige Softwaresituation durch die exotische Prozessorarchitektur. Trotzdem entsteht ein überraschend vielfältiges Spieleangebot, unter anderem dank Partnern wie Milton Bradley. Am Ende zwingt ein ruinöser Preiskampf mit Commodore TI zum Rückzug aus dem Heimcomputergeschäft: Die Aktie bricht ein, geplante Nachfolgemodelle erscheinen nie, und die Restbestände werden für 50 Dollar verramscht. Übrig bleiben rund 2,8 Millionen verkaufte Geräte weltweit – und ein paar Chips wie der Soundbaustein SN76489, die in vielen anderen Systemen noch lange weiterleben.

Zu Wort kommt dabei auch der ehemalige TI-Ingenieur Karl Guttag, der damals an mehreren Mikrochips bei Texas Instruments gearbeitet hat und die verworrene Entstehungs- und Untergangsgeschichte des Heimcomputers aus erster Hand kennt.

Dies ist eine zweiteilige Folge.

Produktions-Credits:

Sprecher, Redaktion: Henner Thomsen, Christian Schmidt
Audioproduktion: Johannes DuBois, Christian Schmidt
Titelgrafik: Johannes DuBois

Vielen Dank an Karl Guttag und Paul Urbanus.


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Sehr gut! Jetzt kann ich bewegungslos mit geschlossenen Augen im Luftstrom des Ventilators liegen und dieser Folge lauschen!

:fire::fire::fire: :anxious_face_with_sweat::anxious_face_with_sweat::anxious_face_with_sweat: :fire::fire::fire:

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Ja, Mann! Texas Instruments! Auf die Folge freue ich mich schon seit… In welcher Folge hat Henner noch mal den Computer erwähnt? :sweat_smile:

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Hmm, vermutlich in mehreren - bestimmt kam er in den Commodore-Folgen vor, als es um den Preiskrieg ging, oder ich erwähnte ihn im Zusammenhang mit dem Atari 400/800, der praktisch gleichzeitig erschien.

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Hoffe, es gibt einen Donkey.bas Port für das Gerät.

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Was haben der Ti99/4 und der aktuelle Bundeskanzler gemeinsam?

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Ah, der TI 99/4. Auf dem hab ich mein erstes BASIC „Programm“ geschrieben, mit 12 oder 13, im Kaufhof , in Mannheim :slight_smile:

10 RANDOMIZE

20 I=INT(RND*10)+1

30 PRINT I

40 GOTO 20

Beim VC20 später musste ich umlernen auf RND(0)

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Es ist ja bezeichnend, dass Du überhaupt vom TI-99/4 (16-Bit-CPU, ~16 kB RAM) auf einen VC-20 umgestiegen bist (8-Bit-CPU, 5 kB RAM) :slight_smile:

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Der TI 99/4 stand im Kaufhof ,war zwar frei zugänglich, aber die wollten ihn nur gegen Geld hergeben. Den Preis für einen VC20 für zu Hause konnte ich gerade noch von meinen Eltern erbetteln :slight_smile:

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Muss das hier mal kurz für alle Technikfolgen loswerden: das ist Podcastplatin vom anderen Stern! Das ist so unfassbar gut. Zum niederknien geil. Das grenzt schon an unmenschlichen Rechercheaufwand :wink:

Absolut fantastisch!

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Oh, vielen Dank - und willkommen im Forum! :slight_smile:

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Besonders toll finde ich den Ingenieur, den Henner interviewt hat. Im Großen und Ganzen sagt er, dass alle in der Firma nur Quatsch gemacht haben und der ganze µComputer war Schrot, außer der Videochip, der war geil, den hat natürlich auch der besagte Ingenieur entwickelt… :joy:

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Lieber @Henner_Thomsen, jetzt möchte ich doch einmal nachfragen: An Stelle 01:27 der Folge sagst Du, dass der TI99/4 das auch vom C64 bekannte Flimmern von Sprites aufweist, wenn sich mehr als vier davon in der selben Zeile befinden. Dieses Flimmern kenne ich vom Atari VCS oder Intellivision aber insbesondere vom C64 nicht. Der kann seine gesamten acht Sprites ohne jedwedes Flimmern darstellen. Mit vertikalem und sogar horizontalem Sprite-Multiplexing kann man insbesondere noch mehr davon flimmerfrei darstellen. Hast Du ein Beispiel, wo beim C64 Sprites unbeabsichtigt flimmern?

Bin gespannt, wie lange Henner noch irgendwelche obskuren Geräte findet, bevor er sich endlich mal mit Apple beschäftigen muss. :wink:

Du hast Recht, im Gegensatz zum NES ist der C64 wirklich kein gutes Beispiel für dieses Phänomen des Sprite-Limit-Flimmerns. Ich habe gelegentliches Sprite-Flimmern in Rampage vor Augen, aber ich kann mich auch täuschen; es ist jedenfalls nicht annähernd so ausgeprägt wie auf dem NES.

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Oh, da gibt es viiiiele :smiley:

Ist der Pippin eigentlich obskur genug?

Der Pippin bekommt sicher eine eigene Folge - in welchem Format, kann ich nicht sagen.

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Puh, so hätte auch eine Konsole ausgesehen, wenn jemals Siemens oder Bosch so verrückt gewesen wären so was zu machen. Beim Kauf von drei Bohrmaschinen legt einem der Baumarkt noch die Bosch 90000 Konsole mit Driller Men obendrauf.

Ist vielleicht kleinkariert, aber es interessierte mich jetzt wirklich. Hab Rampage gerade eine halbe Stunde auf einem echten C64 ausprobiert (übrigens eine räudige Version): Das Spiel weist seltene Graphikfehler auf, allerdings in der Hintergrundgraphik. Die ist aus einem umdefinierten Zeichensatz zusammengesetzt. Offenbar ist der Raster-Interrupt nicht gut programmiert, so dass einzelne Frames einen falschen Zeichensatz verwenden. Manchmal verschwinden dabei auch einige Sprites, aber diese gleichzeitig. Das hat nichts mit Sprite-Multiplexing zu tun. Es scheinen in Rampage ohnehin maximal acht Sprites auf dem Bildschirm zu sein, die auf einem C64 hardwareseitig flimmerfrei sind. Ich bleibe daher dabei, dass der Effekt des Sprite-Limit-Flimmerns auf dem C64 kaum oder gar nicht existiert – er müsste bewusst softwareseitig herbeigeführt werden. Alle mir bekannten Spiele, die exzessiv Sprite-Multiplexing nutzen –wie R-Type oder Katakis–sind flimmerfrei.