Über Retrogaming reden ohne Erfahrung

Wir sind hier beim Thema aber nun auch ziemlich abgedriftet vom „Retrogaming ohne Erfahrung“ hin zum „was ist Retro“.

Und bei Spielen würde ich vermuten, dass das ganze nicht ganz gleichzusetzen mit der Musik ist, da es beim PC viel klarere Meilensteine gibt.

Es ist dann nicht mehr nur ein „Trend“ über Zeitspanne A, der dann in Zeitspanne B erneut auftaucht, sondern an klarere Dinge gekoppelt. Bei Konsolen sicher an Konsolen-Generationen, aber eben auch an Meilensteinen. Über die letzten Generationen hat sich da aber ja wenig getan, wenn man mal von Online Gaming bezüglich Fortnite und Co absieht. Aber ob du nun God of War 4 auf der PS4 oder PS5 gespielt hast, macht ja vermutlich auch nicht mehr den gleichen Unterschied als wenn man die etwa 7 Jahre auf NES und PS1 übertragen würde.

Ich hatte mir auch mal vor einer Weile überlegt, was eingreifende Momente bei Spielen auf dem PC waren und dabei bin ich auf diese Punkte gekommen (und ich setze dort mal bewusst bei 1991 an, als VGA EGA abgelöst hat, und der PC auch den Amiga angefangen hat wirklich abzulösen. Natürlich gibt es aber davor noch viele Weitere Zeitpunkte, die ich aber eher bei Heimcomputern suchen würde, da die relevanter für Spiele waren als der PC)

1991 Mehrheit der Spiele werden nun auf VGA statt EGA veröffentlicht.
1992 Release auf 5 1/4" Floppies wurde zur Ausnahme
1994 Die Mehrheit der Spieler werden nun auf CD veröffentlicht
1997 3dfx Hardware Beschleunigung fängt an sich durchzusetzen
1998 Großteil der Spiele werden nun für Windows veröffentlicht. DOS Zeitalter ist vorbei
1998 Standardisierte 3D Beschleuniger (D3D/OpenGL) übernehmen
2002 Big Box Veröffentlichungen verschwinden
2005 World of Warcraft bringt MMORPGs in aller Munde, die können nun in Pre- und Post-WoW unterteilt werden
2005 Flatscreens fangen an sich gegen CRTs durchzusetzen
2007? Breitbild Monitore und deren Support wird Standard

2018 Raytracing eingeführt. Insgesamt aber immer noch kaum relevant für die Spielewelt insgesamt

Also man hat hier vieles, wo man sagen könnte “Ah, ja, alles mit Disketten war Retro”, “Spielen auf CRT ist Retro”, “als Spiele noch in Boxen Kamen war es Retro”, “Spiele ohne 3D (Beschleunigung) ist retro” oder Online-Rollenspiele waren noch Retro bevor alles mir WoW “standardisiert wurde”.

Schlussendlich siedelt sich davon aber vieles eben in den 90ern an mit ein paar Punkten in den frühen 2000ern. Es definiert auch, zB wenn man sich einen Retro PC zusammenbaut, auf welche Zeitspanne man sich fokussiert. Aber da sieht man es genauso: Ab 2000 ists dann schlussendlich auch fast egal, weil ab da das allermeiste Standardisiert ist, und ab da bedeutet schnellere Hardware = besser. Inkompatiblitäten gibt es fast nicht mehr. Große Sprünge auch nicht. klar, es gibt noch Win XP → Win7 → Win10, aber so einen riesigen Unterschied macht das ja jetzt beim spielen auch nicht. Nicht soviel wie DOS vs Windows.
Ich denke daher schon, dass sich die “Grenze” zu “was ist retro” nach dem Jahr 2000 nur noch sehr langsam weiterbewegen wird, vielleicht noch hin zu 2005…aber danach sind Spiele zwar alt was die Jahre angeht, aber sowohl technisch als auch spielerisch entwickelt sich am dem Punkt nur noch wenig weiter. Die großen Umbrüche fehlen. Man denke auch an die Standardisierung von WASD bei 3D Spielen und so weiter. Da ist insgesamt einfach in den letzten 20 Jahren fast nichts passiert.
Eben abgesehen von VR, das aber jetzt nicht “übernommen” hat, als wenn sich eine Zeit von “vor VR” zurücksehnen würde.

Ausserhalb der PC-Spiele (und auch Konsolen, vielleicht leicht verschoben) hat sich natürlich noch viel getan, Smartphones, Social Media, und so weiter. Aber das hat ja dann für die Zielgruppe hier wenig zu tun. Es sei denn Stay Forever macht irgendwann mal eine Serie über social media formate, von MySpace über StudiVZ zu facebook und TikTok und Reddit, oder von ICQ und AOL über MSN und Skype zu Discord. Denn in dem Bereich gibt’s sicher viel “Retro” ^^

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Würde ich nicht sagen. Ich habe zb. gerne Christians Podcast „back to the 80s“ gehört. Ich bin Jahrgang 83 und alles aus 1980-2005 interessiert mich.

Ich erinnere mich als ich das erste Mal im Radio Retrocharts gehört habe, mit Songs aus meiner Schulzeit und ich dachte mir „wtf, das ist Aliah mit „try again“, ich geb euch gleich Retro…“

Retro verschiebt sich halt mit dem Geburtsjahr und ist daher ein eher schwammiger Begriff. Aber es heißt ja auch glücklicherweise „Stay forever“ und ist daher gar nicht so festgelegt. Oder ich irre mich und Gunnar und Chris lesen das gerade, schütteln synchron den Kopf und machen „tzz tz tz“ : )

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Wobei diese nostalgischen Gefühle von dem was man wirklich liebt unterscheiden kann/sollte. Ich höre ja auch gerne, auch aus nostalgischen Gründen, Sachen aus der Zeit als ich so 10 - 20 war, der Peak im Paper ist ja bei 17 Jahren wenn ich das grad im Abstract richtig las, aber das dann nur ab und an mal. Die wirklich guten Sachen, die ich dann auch noch mehr und lieber höre, fallen irgendwie kaum in den Zeitraum. Zumindest gibt’s in dem Zeitraum nicht mehr, eher weniger, davon, aber dürfte nah an einer Gleichverteilung sein.

Würde ich nicht sagen.

Aber worauf du hier eingehst, widerspricht ja nicht meinem Punkt.
Ich würde hier bloss in zwei Teile splitten:
-“Retro” anhand von konkreten technischen Gegebenheiten oder wie weit ein Design fortgeschritten ist.
-”Retro” als reine Form von “Mode”, Trends und Geschmack.

Letzteres ist natürlich weitestgehend entkoppelt von konkreten “events”. Und da zählt auch Musik dazu. Es gibt vielleicht die Elektronik die vor allem in den 80ern Einzug erhalten hat, und die man noch als “Wechsel” sehen kann, aber danach hat meine eine eher graduelle Verfeinerung ohne Sprünge und fast nur noch “Mode”.

Aber für den ersten Teil gibt es weniger und weniger Anlässe.

Ich hatte ja dann Social Media als Beispiel gegeben. Vor, während und Nach StudiVz zB. da könnte man ein RetroGefühl für haben. Aber bei Spielen sind es eben jetzt fast nur noch graduelle weiterentwicklungen, große Sprünge bleiben aus, und damit bewegt sich weitestgehend nur noch der “Mode” teil vort.

Ich bin selber kein Hobby-Photograph oder Filmemacher. Aber dort stelle ich es mir ganz ähnlich vor.
Von Schwarzweiss auf Farbe
Mit Farbrollen, Super 8
Wechsel auf Digital und dann…naja…
ab da hast du vermutlich veränderungen in der Nachbearbeitung. Aber Retro-Photos oder videos werden halt nicht im Digitalen Stil von vor 20 Jahren verankert sein, weil der sich zum heutigen nur mit mehr Megapixel unterscheiden dürfte.
Was übrig bleibt ist das, was von technik entkoppelt ist. Trends oder “Mode”.

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Nicht alle Hörer beschäftigen sich zwingend der Nostalgie halber mit Retro-Gaming. Mich interessiert bspw. einfach Geschichte grundsätzlich, daher kann ich mich auch für Diskettenformate oder Piepstongeräte begeistern, die ich nie selbst erlebt habe. Zum ursprünglichen Atari hab ich keinerlei emotionalen Bezug, bin erst durch Infogrames erst so richtig auf das Thema gestoßen. Trotzdem finde ich auch aus der Rückschau erstaunlich, was diese Firma alles hervorgebracht, angestoßen und teilweise auch einfach nur wild herumexperimentiert hat. Daher kommt es mir gar nicht so sehr auf das Spiel an. Genauso hätte ich meine Freude an einem gut recherchierten SFT zu einem japanischen 8-Bit-Rechner oder dem FM Towns,

Ich habe natürlich immer noch eine Liebe für jegliche Musik, mit der ich Bilder oder Geschichten verbinde. Das dürfte am intensivsten auch bei mir tatsächlich so dieses späte Teenager-Alter sein, wenn die Partys steigen, die ersten richtigen romantischen Beziehungen entstehen usw. Das ist gleichzeitig die Phase, wo ich am meisten Musik gehört habe bzw. Zeit dazu hatte, reicht dann bis ins Studium hinein. Das ist natürlich später immer weniger geworden. Aber ein Musikinteressierter findet vermutlich immer wieder neue gute Stücke und verfällt deswegen nicht zwingend in Nostalgie.

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Es ist recht klug von SF, keinen spezifischen Zeitraum definiert zu haben, sondern rund „alles bis vor 20 Jahren“. Man kann so „aktuell“ bleiben und nachfolgende Generationen als Hörer gewinnen.

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SF braucht neue Zuhörer und viele von uns werden mit 60, 70 hier nicht mehr zuhören. Auch die Podcaster werden dann andere sein. Wenn dieses Projekt überleben soll, dann MUSS der Fokus mitwandern.

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Neogeo, Arcades, diverse Heimcomputer und Konsolen. Hatte ich alle nicht und dennoch interessieren mich die Geschichten dahinter wie dich. Auch die 60er und 70er. Auch Sachen aus den 2000ern. Sogar danach. Aber die emotionale Retroverankerung ist auf die Zeit vor 2000 gerichtet (nicht Systeme oder Spiele, die ich aktiv erlebt habe), obwohl ich danach bis heute gespielt habe und spiele. Retro ist ein für mich nicht mitwandernder Begriff, was ja nicht ausschließt, dass mich andere Dinge interessieren oder begeistern können.

Ich habe mich auf Henners Erhebung bezogen und den Eindruck von den letzten Umfragen, nach denen das Hörendenalter nicht konstant bleibt, sondern mitwächst. @Yuwi hat ja vollkommen recht und leitet die Notwendigkeit auch in meinen Augen vollkommen korrekt her, wenn denn die Grundannahme wäre, dass da Generationen nachkommen. Aber passiert das? Es gibt sicherlich ganz verschiedene Spielende, Ansichten und Umfelder. Ich beobachte nur: Mein Sohn (Mitte 20) spielt CS, in der letzten Suchtpräventionswoche kam heraus, dass in meiner Klasse außer dem neueste EA FC-Ableger nur Spiele benannt wurden, die älter sind: Minecraft, Rocket League, Mobilespiele. Heute kauft man (mit Ausnahme von physischen Collectoreditions) auch keine physischen Artefakte mehr, stöbert nicht in Katalogen, staunt nicht bei Karstadt, wartet nicht bis Weihnachten auf ein Modul. Man wartet stattdessen auf den Sale, hat einen Pile of Shame und zockt das vorletzte AC, weil es immer noch hübsch ist. Das sind nur meine spontanen Gedanken, warum es vielleicht gar keine genauso retroanfällige Generation geben könnte, die unserer nachfolgt. Wer weiß schon, was die Zukunft sagt? Wir müssen da ja auch nicht orakeln. Ich bezog mich nur auf die Umfragen, wonach die Hörerschaft mitaltert.

Dabei wollte auf den Widerspruch hinweisen: Gruppe altert mit, auch wenn sie wächst (= eher altershomogene(re) Zielgruppe) → Zielfokus ändert sich in der Hörendenschaft eher nicht → Zielgebiet wird trotzdem verschoben

Aber auch alte Hunde können neue Tricks lernen, die wachsenden Hörerzahlen bestätigen den Kurs, es gibt auch spannende Spiel nach 2000 und vor meiner Geburt, ich höre die Folgen gerne, für mich ist das alles gut.

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Mir geht es ebenso, dass ich mich für Computerspiele und Geräte interessiere, die ich nicht in ihrer Zeit erlebt habe. Bei mir sind das die 1960er und frühen 1970er Jahre. In wissenschaftlicher Literatur [Höltgen] wird das Phänomen als Nostalgiker der 2. Generation bezeichnet. Das sind Personen, die eine Faszination oder sogar emotionale Verbundenheit zu etwas entwickeln, was vor ihrer eigenen Zeit liegt. Das gibt es genauso in der Musik und Literatur.

Daher glaube ich nicht, dass @Juwi richtig damit liegt, dass der zeitliche Fokus von SF zwingend nach vorne wandern muss, wenn es langfristig erfolgreich sein möchte. Im Gegenteil kann ich mir vorstellen, dass eine Erweiterung vor die Zeit von 1985 –so wie Henner das in seinen Vorgeschichten manchmal macht– ebenso neue wie auch jüngere Hörerschichten erschließen kann.

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Ich sehe das nicht so eng. Ich hatte große Freude an den Spielen meiner Zeit, also Dune 2 oder Battle Isle bis Faible, KotoR und Freelancer aber fand auch die Folgen zu z.B. Forbidden Forest genial. Ein so „einfaches“ Spiel spannend zu erzählen, und die technischen Leistungen zu würdigen, ist echt hohe Kunst.
Aber ich hab auch ein „Faible“ dafür, alte Spiele erneut zu erleben, ohne sie zu erneut zu spielen. Mein absolutes Highlight ist Gabriel Knight 2. Ich hab das genau einmal durch (in der 6-CD Version) und das war mehr als mühsam. Aber ich ich liebe die Re/Long-Plays von Down to the Detail und Game Two.
Ich will es nicht selber wieder spielen, weil es mir damals Spaß gemacht hat und ein Augenöffner war, aber heute wäre es nur noch Arbeit. Da höre ich lieber nochmal zu, hab jede Szene im Kopf und es läuft einfach ohne Hürden in meinem Gedächtnis ab.
Das gilt besonders für Adventures und (c)RPGs.
Anderen (hirnlosen) Spielen gönne ich oft ein Replay. So stehen z.B. Emperor: Battle for Dune, DoW 2 inkl. Chaos Rising und Rise of Legends auf meiner jährlichen Liste. Für mich altern die einfach nicht mehr. Leider fällt Total Annihilation für mich grade so raus (Grafik und Gameplay), aber mit Supreme Commander: Forged Alliance gibt es ja einen würdigen Nachfolger.

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Ich stimme nicht mit jedem überein, der meint, SF müsse sich zwangsläufig permanent mitverschieben. „Retro“ halte ich in Bezug auf „alte Spiele“ für ziemlich gesetzt. Wie meine Vergangenheit und die vieler anderer Zuhörer deckt sich das auch mit jener von Gunnar, Chris, Fabian und Henner: das Gros befindet sich einfach in den 80ern und 90ern, wo noch Pionierarbeit geleistet wurde, Genres erfunden und kombiniert, Generationen- und Systemwechsel, Konsolenkriege. Auch die 70er haben spannende Geschichten zu erzählen, ebenso wie die frühen 2000er noch ungeahnte Innovationen hervorbringen konnten.

Über 2010 hinaus kann ich mir jedoch schwerlich vorstellen, ein „Retrospiel“ zu besprechen. Für mich sind das schlicht zu moderne Systeme, und heutige Spiele transportierten nicht mehr die gleichen Vibes, zumindest bei jemandem, der die damalige Entwicklung miterlebt hat.

Auch in 20, 30 Jahren wird „retro“ wohl eher mit 8 und 16bit assoziiert werden und weniger mit einem Witcher 3 oder GTA5.

Das Projekt StayForever wird sich zweifelsohne weiterentwickeln, aber es gibt doch noch genug in der guten, alten Zeit™ abzugrasen :grinning_face_with_smiling_eyes:

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Das sehe ich ähnlich. Retro bedeutet in diesem Zusammenhang für mich auch, dass Spiele noch aus einer gewissen Leidenschaft heraus entstanden sind, teilweise zuhause oder kleinen Firmen. Und selbst bei größeren Unternehmen standen dann noch Persönlichkeiten dahinter, die eine Idee hatten, die sie umsetzen wollten.
Ich kann mir nur schwerlich vorstellen, dass man in 20 Jahren einen Podcast über heutige AAA-Produktionen von EA oder Ubi macht, die nur aufgrund Marktforschung entstanden sind.

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Aber das passiert doch heute bzw. in den letzten 15 Jahren auch noch.

Auch da gibt es Spiele die von einzelentwicklern oder kleinen Firmen mit viel Leidenschaft entwickelt wurden. Mal davon ab das ich nicht glaube das ein Age of Empires, das von Microsoft gepublished wurde jetzt mehr “indie” war als manches “große” Spiel von heute.

Klar, es gibt heute viel mehr Mist (kleinen wie großen), aber eben auch echte Perlen (auch hier kleine wie größere). Deren Storys nicht zu erzählen erscheint mir irgendwie widersinnig.

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Dem würde ich widersprechen wollen, die allgemeine Qualität von Spielen ist heutzutage so enorm hoch. Selbst Assetflips sind grundsätzlich gesehen viel funktionaler / spielbarer als so mancher Klassiker, weil es heutzutage so viel mehr Konvention und Erfahrung in quasi allen Bereichen gibt. Und die Engines selber schon spielbar sind, out of the box.

Man kann von AAA-Produkten gelangweilt sein, aber an der Spielequalität liegt es nicht. Wer mal eine volle (C64, Amiga, DOS-)Diskettenbox gehabt hat, der hat imo richtigen Mist gesehen. Das kann heute zwar unterhaltsam sein, aber ist ja dann eher ein Meta-Thema.

Vielleicht hat sich auch die definition von “Mist” mit den jahren (jahrzehnten ^^) verschoben.

Wobei es ja eigentlich darum ging das es weiterhin auch Perlen neueren Datums gibt, über die es sich (in 10-15 Jahren ^^) zu sprechen lohnen würde, nicht ob der Mist von heute auf dieselbe weise Mist ist wie früher. ^^

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Ich weiß schon, was Dir vorschwebt, trotzdem würde ich einem Deus Ex: Human Revolution, einem Spec Ops: The Line, einem Red Dead Redemption, dem God of War Reboot oder einem Death Stranding eine ähnlich starke Vision unterstellen wie einem Civilization. Die Fragen werden vielleicht zunehmend andere sein, aber es gibt mit Sicherheit viele interessante Aspekte, sofern man sie in Erfahrung bringen kann. Rockstar Games bspw. ist ja leider ein sehr verschwiegener Verein mit extrem scharfen NDAs.

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Ich finde, dass “Retro” bei Videospielen sich ähnlich verhält wie bei Musik oder Filmen und würde daher schon sagen, dass sich die Einordnung mit dem Lauf der Zeit mitverschiebt. Klar, für uns sind Retrogames bis in die 90er, maximal 00er zu verorten. So wie bei Musik und Filmen die Beatles oder Streifen aus den 70ern oder gar 80ern heute auch unbestritten Retro sind. Aber damals, zu jener Zeit, waren Retrofilme und -Musik eben Stummfilme oder Der kleine grüne Kaktus. Aber ja, vielleicht haben Leute damals auch schon gesagt, dass Flower Power niemals Retro sein würde. Denke, ein Witcher 3 wird 2040 ganz sicher retro sein, einfach weil es den Leuten verdammt alt vorkommen wird, auch wenn wir uns das momentan nicht vorstellen können

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Grundlegend eine interessante Überlegung, wie sehen die Spiele in 20, 30 Jahren aus, oder wie lassen sie sich vielleicht auch steuern? Ich meine, wenn man sich die Spiele heute ansieht, wo soll das noch hin führen?
:grinning_face_with_smiling_eyes: Ich weiß, ich weiß, das haben wir in den 90ern schon mal gedacht, und alle Jahre wieder, aber inzwischen sind wir ja allzu nah am Realismus dran.

Ich gebe auch gern zu, da spielen viel persönliche Sichtweisen mit rein. Ich kann es zum Beispiel nicht leiden, wenn frühe 2000er Songs als "Klassiker bezeichnet werden. Klar, die sind jetzt auch 25 Jahre und irgendwann werden sie auch 50 sein, aber sie sind für mich grundlegend verschieden zu meinetwegen einem Elvis Presley oder den 80ern. Ich finde eine gewisse Einordnung schon wichtig und eigentlich auch nicht so schwer.

Retro mag immer eine Verschiebung der Wahrnehmung zu einem Heute bedeuten, aber aufgrund der exponentiellen Entwicklung, die die Technik durchlebt hat, empfinde ich das gerade bei Spielen anders. Meinem Empfinden nach flacht die Kurve allmählich wieder ab und wir erreichen früher oder später den Zenit.

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Ich glaube auch, dass Games sich irgendwann nicht mehr signifikant weiterentwickeln und damit nicht mehr ganz so deutlich retro sein werden, aber mMn wird das noch sehr lange dauern und aktuelle Spiele nicht betreffen. Bei AAA-Spielen von 2015, 2020, 2025 sieht das aus unserer Wahrnehmung grafisch schon sehr sehr gut aus, aber dennoch erkenne ich heute schon, dass das noch kein Fotorealismus ist und das wird im Laufe der kommenden Jahre und Jahrzehnte noch deutlicher werden. Wer weiss schon, was noch kommt, aber die Grafik ganz sicher und wie du sagst, das Gameplay vielleicht auch, werden sich noch verändern. Und bei Entwicklungen im haptischen oder olfaktorischen Feedback sind wir noch ganz am Anfang. Sounddesign und Storytelling sind vielleicht aber tatsächlich schon so weit fortgeschritten, dass wir da schon beinahe das Ende der Fahnenstange bereits sehen.

Mit den Abstufungen sehe ich das wie du. Es gibt in der aktuellen Wahrnehmung extrem retro wie Space War!, ziemlich retro wie Space Invaders, gerade so noch retro wie Space Channel 5 und gar nicht retro wie Dead Space. Das wird sich im Laufe der Zeit aber sicherlich verändern/anpassen. Das mit der abflachenden Kurve in der technischen Weiterentwicklung ist jedenfalls spannend, also das damit einhergehend aktuelle Games längere Zeit werden verstreichen müssen, bis sie einen Retro-Status erreichen. Anfang der 90er hab ich Mega Drive gespielt und da kam mir das zehn Jahre alte Atari 2600 wie graue Vorzeit vor. Heute lade ich mir ein vermeintlich aktuelles Game auf PC runter und merke meist nicht mal, dass es schon von 2014 oder so ist.

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Sicherlich, aber das dürfte ja sehr im Bereich Vorlieben und individueller Geschmack fallen.

Klar, ich bin hier klar im Camp derer für die sich diese Frage gar nicht stellt bzw. wo ich sagen würde NATÜRLICH gibt es die. Ich freue mich jetzt schon auf die StayForever-Folge zu BLOODBORNE oder RETURNAL.

Wer heutzutage keine Perlen findet, macht was falsch.

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