Ist sicher Gatekeeping, kann aber zu einem gewissen Grade nachvollziehen, dass etwas, das sich unter anderem aufgrund einer kleineren Nutzerzahl exklusiver anfühlt, als wertvoller eingestuft wird.
Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, dann empfinde ich deutlich mehr Nostalgie für Spiele als beispielsweise für Filme, weil ich bei Spielen halt das Gefühl hatte, Teil einer kleineren Gemeinschaft und von etwas Neuem zu sein, das “das Unsrige” war. (Dass man sich ständig gegenüber anderen dafür rechtfertigen musste, überhaupt zu spielen, hat sicher ebenso einen Beitrag geleistet.)
Ich finde, dass sowohl das GaaS- als auch das Technik-Argument durchaus valide ist. Gerade Mobile Games wie, keine Ahnung, Clash Royale oder Roblox oder was gerade aktuell sein mag, funktionieren mutmaßlich eines Tages einfach nicht mehr, wenn die Server abgeschaltet werden oder iOS/Android nicht mehr kompatibel ist.
Werden sich Menschen die Mühe machen, die iOS-Version von Candy Crush Saga aus 2020 im Jahr 2045 auf einem Emulator lauffähig zu machen - und das als retro empfinden und spielen wollen?
Für mich entwertet das, unter anderen Dingen, zumindest solche Spiele schon ein Stück weit, und es fällt mir schwer zu glauben, dass jemand eines Tages nicht nur mit bloßer Nostalgie auf Brawl Stars oder Clash of Clans zurückblickt, sondern mit ähnlichen Gefühlen wie ich auf Civ, UFO oder C&C - oder wie die Spieler eine gute Generation später auf GTA IV, Mass Effect oder Uncharted.
Vielleicht bin ich bei manchen Begriffen, wie “retro”, aber auch bloß gedanklich zu besitzergreifend. Mir geht zum Beispiel diese VW-Werbung gerade auf den Keks, in dem ein Kind einem Auto namens Ida sagt, es (oder sie) solle ihre Musik spielen, und dann Song 2 aus den Lautsprechern dröhnt, wtf!
Ist das das Gleiche? Keine Ahnung. Irgendwie nicht, irgendwie schon.