Nö, nur nicht so tun als ob Games im narrativen Bereich keine Sprünge gemacht hätten. Bei dem Titel hab ich zudem das Gefühl das der aus der Sehnsucht nach einem Nachfolger auf einen Sockel gehoben wird, Gottseidank kommt der ja bald.
Bin ich ehrlich gesagt anderer Ansicht. Bloodlines war schon ab Erscheinen sehr beliebt, trotz der ganzen Bugs, die das Spiel schon immer geplagt haben. Der Nachfolger, wenn man das kommende Bloodlines 2 denn so nennen mag, scheint allerdings ganz andere Wege zu gehen und nur noch ansatzweise mit den Konzepten von Bloodlines 1 zu tun zu haben. Aber ich bin gespannt und warte mal auf die Reviews und Meinungen.
Ich glaube niemand ignoriert die Sprünge im narrative design, der Kollege oben spricht ja auch in der Vergangenheit. Was die Erhöhung angeht, andere, neuere Vampire-Titel sind scheinbar weniger gut (habe die noch vor mir) und RDR2 spielt auch nicht in der “World of Darkness”. Die Ideen wie die einzelnen Clans umgesetzt und geschrieben sind, sind schon noch relativ einzigartig und wurden mMn nicht übertroffen (YMMV natürlich) - könnte man heute natürlich noch geiler machen.
Und natürlich schwingt bei solchen Themen auch immer Nostalgie mit, aber wir sind ja hier unter alten Säcken - das gehört schon auch dazu.
Da ist doch so ein Vampirspiel von ehemaligen Witcher 3 Machern bald reif. Und die WOD wurde letztmalig mit Swanswong 2022 beglückt. Davor gab es auch zwei bis drei ähnliche Spiele im WOD Universum. Die Marke an sich gibt ähnlich wie DSA offensichtlich nicht mehr so viel her.
Hätte auch nie gedacht das das olle Cyberpunk Pen & Paper mal so reinzimmert wie 2077 das dann gemacht hat - insofern wäre ich vorsichtig mit der Bewertung was ein Setting kann oder auch nicht bzw. ob es aus erzählt ist. Da spielen soviele Faktoren rein. Wenn jetzt einer Gothic im DSA Universum macht wäre da schon was los (siehe Achtungserfolg Drova). Muss man halt gucken wer es macht und wie. Ich würde auch noch ein weiteres DSA PnC nehmen, fand die ziemlich gut.
Und die von dir angesprochenen WOD Spiele meinte ich, die sind vom Scope viel kleiner als Bloodlines und wirklich Kohle hat da auch keiner von den Publishern in die Hand genommen. Habe ich wie gesagt noch nicht selber gespielt, aber wirkt schon schmalspurig im Vergleich.
Bis 2009 hatte auch niemand gedacht, dass man dem klassischen Sherlock Holmes noch etwas abgewinnen könnte.
Rollenspiele sind insgesamt weniger geworden in der Vergangenheit, vor allem im AAA-Bereich. Hoher Entwicklungsaufwand, überschaubares Publikum. Mit Lizenzkosten kommt ein zusätzlicher Faktor ins Spiel. Da greifen dann entweder Kostenreduktion oder größtmögliche Reichweite, was idR auf High Epic Fantasy rausläuft, aber nicht auf Vampire und Gothic-Subkultur.
Bloodlines war durch die Source Engine seinerzeit State of the Art. Das gilt für Baldur’s Gate 3 nur bedingt.
AAA vielleicht nicht (obwohl ja dieses Jahr mit Kingdom Come II und Clair Obscur Spiele rausgekommen sind die durchaus mit AAA mithalten können? Letzteres auch nicht im klassischen High Fantasy Gewand), aber nach meinem Eindruck ist gerade in den letzten Jahren das RPG-Segment unglaublich stark gewesen. Besonders wenn mans nicht in irgendwelche Sub-Genres und ganz viele Spitzfindigkeiten aufdröselt.
Und Clair Obscur hat sich scheinbar 5 Millionen Mal verkauft, wenn das überschaubares Publikum ist für so eine verhältnismäßig kleine Produktion, dann weiß ich auch nicht. Klar, nicht die 40 Millionen von Cyberpunk 2077 oder die 15 Millionen von Baldurs Gate 3 - trotzdem finde ich das “aus dem Blauen” einen beachtlichen Erfolg.
Was epische High Fantasy angeht als Setting, ich glaube Marketing könnte das schon regeln - ein Garant für Erfolg ist das alleine ja nicht, siehe Avowed. Wenn ein neues Vampire eine Mischung aus BG3 (writing, Umfang, Entscheidungen) und Cyberpunk (Optik, Technik) würde, würde es garantiert knallen - da bin ich mir sicher. Müsste halt nur klar sein das dieser Titel halt mit echten Ambitionen an den Start geht, etwas das den letzten WoD-Spielen ja scheinbar eher abgegangen ist und da das alles so B-Ware Titel von kleinen Publishern sind, kann die Lizenz auch nicht so sehr zu Buche schlagen.
Letztlich ist ja auch die Frage was man / das Publikum will und braucht - mir selber wäre die Technik nicht so wichtig, aber dafür müssen Kreativität, Schreibe und Entscheidungen wirklich state of the art sein.
Ein AA-DSA was nochmal die Nordland Trilogie aufgreift, aber in zeitgemäß und spielbar würde ich mir sofort hinstellen, ist eigentlich wirklich Schade das DSA so stiefmütterlich behandelt wird. Vielleicht könnte man damit aber auch das Genre der Boomer-CRPGs begründen. Bin jedenfalls überzeugt das man auch in diesem Universum mit den Möglichkeiten von 2025 was tolles machen könnte.
Vielleicht klang das etwas zu harsch, es gibt immer noch viele interessante Rollenspiele. Würde bspw. auch Owlcat mit seinen jeweils zwei Pathfinder- und Warhammer-40k-Spielen zu den Interessanteren dazurechnen. Aber das spielt bis auf Cyberpunk auf einem erheblich niedrigeren Niveau als ein Call of Duty oder FIFA. Selbst ein Elden Ring oder Star Wars Jedi verkaufen sich besser als Kingdom Come Deliverance 2 und Claire Obscure. Will auch nicht wissen, wie viel Aufwand mehr in ein Cyberpunk geflossen ist und es hat trotzdem „nur“ rund doppelt so viel verkauft wie ein Star Wars Jedi: Fallen Order.
Marketing kann sicher viel machen, aber die Grundstimmung in der Spielerschaft muss auch ein wenig dazu passen, tendenziell sogar über den Spielesektor hinaus. Jetzt noch mit Zombies in die Großproduktion gehen, kommt vermutlich ein paar Jahre zu spät. Als Bloodlines rauskam, war die Gothic-Subkultur noch spürbar und Vampire als Thema waren jetzt auch noch nicht vollends durch (Queen of the Damned kam 2002 ins Kino, die Verkitschung durch Twilight begann 2005). Nur auf dem Niveau, wie Vampire the Masquerade gerade produziert wird, sehe ich da ehrlich gesagt nicht das Potential eines neuen Trendsetters.
Nochmal so ein Verkehrsunfall wie der von Crafty Studios? ![]()
Nein, grundsätzlich Zustimmung. Das Problem der DSA-Trilogie liegt vermutlich eher darin, dass das Überlandreisen auf einer Weltkarte heute selbst im AA-Bereich keine große Spielerschaft mehr anlocken wird (vgl. Die Zwerge von King Arts). Aventurien in seiner Gesamtheit abzubilden, ist keine sinnvolle Option, und jede Verkleinerung auf ein spielerisch sinnvolles Maß wird zu Entrüstungsstürmen in der Community führen.
Schon Dragon Age Failguard vergessen? Da steckte ein ordentliches Budget, Marketing ohne Ende, auch ein gutes Spiel, High Fantasy und trotzdem ein finanzieller Flopp. Die Wahrheit ist niemand kann den Erfolg garantieren und das bei Produktionskosten von 40 Millionen aufwärts ( Claire ist typisches AA kein AAA) da wird niemand mehr Geld in Bloodlines 3 stecken. Der zweite Teil dürfte Paradox mehrere Millionen gekostet haben. Zudem es nur wenige Studios gibt die die nötige Expertise haben und die haben alles nur keine Kapazitäten für solch eine Entwicklung. Bethesda hätte bestimmt den Erfolg der Fallout Serie geritten wenn es auch nur den Hauch einer Chance gäbe. Oder nimm den Witcher Klone Thaumaturge der ist nett, aber nett ist halt die kleine Schwester von Scheise und kann selbst mit Witcher 1 was den Spielumfang angeht nicht mithalten.
Verkaufszahlen sind nicht zwingend ein Merkmal für Innovationskraft. In großen Fußstapfen lässt es sich bequemer laufen, man hinterlässt aber kein Vermächtnis. Reden die Leute ähnlich ekstatisch von einem neuen Call of duty, Battlefield, FIFA ? Verkauft sich das? Offensichtlich. Aber sonst?
Hier ging es um Sinpleplayerspiele bitte kein Vergleich mit Äpfel & Birnen. Servicegames sind ein ganz spezieller Teil der Spieleschaft.
Sehe ich anders. Das Marketing war verhalten, da hat EA nicht so viel Geld reingeschoben. Da wurden zu Origins- oder Inquisition-Zeiten noch ganz andere Raketen gezündet. Das Spiel selbst wurde über ein Jahrzehnt mehrfach umgestrickt und hatte am Ende immer noch merkbare Anleihen aus der einstmals geplanten Service-Game-Struktur. Vom ursprünglichen Spielprinzip, das mit Origins mal gelegt wurde, hatte es sich inzwischen meilenweit entfernt. Mein erster Gedanken beim Gameplay-Trailer: Das erinnert mehr an Devil May Cry als an Dragon Age. Aus dem Party-RPG wurde ein Action-RPG, bei dem der Loadout durch Begleiterbildchen personifiziert ist. Dazu war es im Vergleich zu den Vorgängern besch…eiden geschrieben. Von der potentiellen Käuferschaft heute dürfte allerdings ein Großteil noch nie ein Dragon Age gespielt haben, weil das letzte davor bereits 10 Jahre zurück lag. Die neuen Käufer sollten sich aber von Anfang an mit einem obskuren Elfen-Glatzkopf und einem Laber-Zwerg identifizieren, die beide offensichtlich irgendeinen wichtigen Background haben, den man als Neuspieler aber nicht kennen konnte. Das Spiel hatte es also sowohl bei Veteranen der Reihe als auch bei neuen Spielern von Anfang an schwer.
Fallout dürfte an anderen Gründen liegen. Bethesda Game Studios haben immer nur einen Titel in Vollproduktion, über den sie dann auch kommunizieren. Das war lange Zeit Starfield und das nächste Projekt ist The Elder Scrolls 6. Über das nächste Fallout würde Bethesda in der Arbeitsweise erst nach TES6 sprechen, außer Microsoft entscheidet sich, das künftig anders zu handhaben. Obsidian hätte beispielsweise sowohl die Kompetenz als auch die Erfahrung für ein weiteres Fallout. Fallout 4 verkauft sich außerdem auch weiterhin noch gut, Remaster von Fallout 3 ist bereits Gerüchten zur Folge in der Mache. Fallout-Day ist am 23. Oktober, da wird es vermutlich neue Infos zum Franchise geben.
Man kann es aber auch nicht strikt voneinander trennen. Denn Service Games fressen nunmal die Budgets der finanzierenden Publisher auf und bringen ihnen bei Erfolg die meisten und planbare Einnahmen. Das schmälert die Geldmittel für ein kostenintensives Rollenspiel. Im Prinzip kann man aber auch ein Elder Scrolls oder Fallout als Service Game betrachten, weil sie die Aufmerksamkeit der Spieler über Jahre an sich binden, selbst wenn es in dem Fall eher durch das Modding ist. Aber das Resultat ist das gleiche. Skyrim kam ursprünglich für PS3 und X360 und so genial war die Kampagne nicht, dass man die mehrfach bis in die heutige Konsolengeneration gespielt und deswegen nochmal gekauft haben müsste.
Nee das Servicegame zu Elder Scrolls und Fall Out gib es schon lange. Die heißen Fallout 76 und Elder Scrolls Online. Das andere sind egal ob gemoddet wird oder nicht Singleplayertitel, der Rest ist Unsinn. Das die Produktionszyklen immer größer sind ist halt so. Und Obsidian hat weder das Personal und das Know How um ein Spiel auf Fallout 4 Niveau zu machen.(konnte man gerade an Avowed sehen) New Vegas war dermaßen verbuggt und wurde damals noch auf der alten Fallout 3 Engine geschnitzt. Und klar ihre alten Spiele verkaufen sich noch, aber zu Preisen wo niemand mehr in Jubel ausbricht. Ich kenne keinen Servicegamespieler der neben dem einen Spiel auch nur noch Zeit für was anderes hat, daher sind die keine Konkurrenz zu den Singleplayertitel. Zeigen ja auch die Verkaufszahlen der Flagschiffe. Die graben dann halt den AA Titeln das Wasser ab. Wer COD spielt spielt nur das, WOW nur eben dieses und GTA Online auch nur dieses. Auser er ist Redakteure bei einem Spielemagazin oder Influencer.
Denke auch das RPGs so als Genre ganz vital sind, aber natürlich nicht in einer Liga mit den großen Verkaufsschlagern spielen - wobei selbst die großen Klassiker das auch nie taten (wobei ich hier dann schon zwischen japanischen und westlichen Produkten unterscheiden würde, die Sales von Pokemon oder Final Fantasy sind schon heftig und ein Elden Ring würde ich auch schon dem RPG-Sektor zurechnen).
Ich sehe da jedenfalls keinen großen Unterschied zu früher, auch damals™ haben viel mehr Leute lieber RTS oder FPS gezockt als (C)RPGs. Bloodlines mag ähnlich Cyberpunk ein Ausnahmetitel gewesen sein, weil es auch technisch state of the art war - aber generell sind zumindest westliche Rollenspiele ja klassisch eher keine technologischen Vorzeigetitel gewesen. Ist halt alles eine Frage der Erwartungshaltung und Managements derselbigen. Mit der DSA-Lizenz wird man keine crazy money einfahren, könnte aber trotzdem ein wegweisendes Rollenspiel erstellen was zur Pflichtlektüre für Genre-Fans gehören wird.
Zu deinem nächsten Punkt: Zombies sind doch der Evergreen, die kommen nie aus der Mode - alleine weil man die herlich zerhackstückeln kann ohne das einen jeder für einen psychotischen Bastard hält ![]()
Was deine Ausführung zu Vampiren angeht, grundsätzlich volle Zustimmung - ABER gerade in der verrückten Welt in der wir leben passt das Masquerade-Setting doch total super. Verschwörungen, graue Eminenzen, Schattenkabinette - was wenn der Irrsinn den wir aktuell überall auf der Welt beobachten durch Vampire verursacht wird? Das muss halt cool gemacht werden und dann passt das schon, auch hier kann man sich durchaus von fernöstlicher Herangehensweise ans Thema inspirieren lassen, Mangas mit Vampirthematik scheint es einige zu geben - überhaupt scheint es eine große Schnittmenge zwischen Mangamächen und Gothic zu geben. Vielleicht braucht es auch einfach ein großes World of Darkness x Atlus / Persona Crossover.
Die DSA-Remakes waren wirklich gottlos. Das hatten die alten Spiele nicht verdient (mit denen ich selber eine ziemliche Hassliebe verbinde, ich mag die irgendwie und gleichzeitig mag ich die wirklich gar nicht spielen weil die so hart Kinder ihrer Zeit sind und schon damals schon nur B-Tier mMn). Aber der grundsätzliche Ansatz, die Region usw. - das hat schon alles seinen Reiz. Ich stelle mir da auch schon wirklich ein neues Spiel vor, spielerisch sinnvoll, modern - DSA funktioniert imo sowieso besser mit überschaubarem, kleineren Framing - irgendwelche epischen Stories kann ich bei der “Biedermeier-Fantasy” nicht so recht ernst nehmen - aber hier zeigen Spiele wie Kingdom Come eben eindrucksvoll das genau so etwas funktionieren kann. Damit holt man nicht jeden ab, aber in der Nische kann man damit schon was reißen und das wäre mir persönlich lieber. Ich kann mit einem RDR2 abseits der tollen Landschaft gar nichts anfangen, mit den von dir eingangs erwähnten Warhammer-RPGs hingegen sehr viel mehr.
Und auf die drölf Grognards in der Community die sich aufregen das man Sternenschweif nicht genauso lost realisiert wie anno dazumals würde ich gelinde gesagt scheißen, solange da ein stimmiges und schönes Spiel am Ende bei rauskommt. Wobei in meiner Wahrnehmung die DSA-RPGs schon gemocht, aber auch schon immer (auch unter Deutschen) als flawed wahrgenommen wurden.
@ds1979 Das gurkt bei mir noch im Pile of Shame rum, Playstation Plus sei Dank. Ich habe es selbst noch nicht gespielt, habe aber aus den Besprechungen (bspw. bei the pod) nicht das Gefühl das da der Markenkern verstanden wurde und man hier an der Zielgruppe vorbei entwickelt hat. Mit einem anderen Namen / Franchise wäre das vermutlich nicht so krachen gegangen. Ich habe selber nie Zugang zu den alten Dragon Age Teilen gefunden, aber selbst mir ist jetzt schon klar das Veilguard nicht das ist was man möchte wenn man Dragon Age mag. Und das kannst du mit großer Wahrscheinlichkeit dann auch nicht mehr mit Marketing fixen bzw. musst halt früh mit Erwartungshaltungsmanagement anfangen - was hier nicht passiert ist. Was man bei Veilguard aber schön gesehen hat, wie wichtig Stimmen aus der Community sind und wie sich das dann verselbstständigt hatte als das Spiel bestimmten Menschen hart vor den Kopf gestoßen hat. Das ist also schon noch was komplexer als nur Geld draufzuschmeißen, Ganz am Ende muss dann halt auch das Spiel passen.
Claire ist typisches AA, wirkt aber wertiger mMn. Das macht es ja zu so einem Achtungserfolg - ich meine wieviel haben da dran gearbeitet im Vergleich zu bspw. Veilguard? Das macht es dann ja wieder attraktiv.
Ich stimme dir aber voll zu, das ich nicht wüsste wer so ein Projekt stemmen sollte. Vielleicht trifft Bloodlines 2 einen Nerv und beerdigt den Franchise nicht, sodass es vielleicht die Chance auf einen teureren Nachfolger gibt - das wird die Zeit zeigen. Und wie Avantenor und du auch schon gesagt haben, ist die Schere zwischen AA und AAA mittlerweile zu groß - ein RPG mit RDR2 Qualitäten ist (vielleicht) abseits vom Witcher derzeit unvorstellbar. Aber man wird ja noch träumen dürfen - mir persönlich wären Entscheidungen und Writing wichtiger als Technik und mit dieser Einschränkung sollten schon wirklich tolle Spiele möglich sein. Ein erstklassiges AA-Spiel kann mMn besser / sinnvoller sein / mehr Strahlkraft haben / besser rechnen als ein mieses AAA-Spiel. Aber das ist irgendwie noch nicht bei Entwicklern und Publishern angekommen, habe ich manchmal das Gefühl.
Ich brauche keine Umfangsmonster, ich nehme lieber polish (Thaumaturge fliegt hier auch noch rum, auch keine Zeit gehabt bisher - hoffe zumindest das es beim polish dem ersten Witcher was voraus hat :D).
(…)
bitte kein Vergleich mit Äpfel & Birnen.
Genau mein Humor.
Das hatten die alten Spiele nicht verdient (mit denen ich selber eine ziemliche Hassliebe verbinde, ich mag die irgendwie und gleichzeitig mag ich die wirklich gar nicht spielen weil die so hart Kinder ihrer Zeit sind und schon damals schon nur B-Tier mMn). Aber der grundsätzliche Ansatz, die Region usw. - das hat schon alles seinen Reiz.
Mehr als B waren die echt nicht. Allein schon die dauernde Sterilität und dazu dann Texttafeln wie „da liegt ein Zwerg im Bett“. Nein Tut er nicht! Im ersten Teil waren die Dungeons leer und und in Sternenschweif und Schatten über Riva hatte man maximal ein leeres Bett präsentiert bekommen. Der erste Teil kam noch über Pausenhofdisketten zu mir und ist zuverlässig beim Haus von Hygellick (oder wie er hieß) abgestürzt. Vielleicht war das versteckter Kopierschutz aber mit der Story gings für mich nicht weiter. Also hat mein jugendliches Ich getan, was es aus dem PnP DSA kannte. Rucksack voll und durch die Lande ziehen, bis der Orkensturm kommt und das Spiel zu Ende ist. In den Nachfolgern gab es auch noch haufenweise dümmliche Stellen. Musste man in einem Dungeon in Sternenschweif nicht einen ganz bestimmten Zauber sprechen, den man sonst für nichts brauchen konnte, weil kein Kampfzauber? Klar, das jeder den geskillt hatte. Abgeholt hat mich aber das ISO-Kampfsystem. In der lokalen Fachpresse hatten die Spiele aber schon auch einen guten DE-Bonus, der Unbedarfte, wie mich, zum Kauf verführt hat. Da hätte ich mal lieber auf Scorpia hören sollen:
“I would not recommend Arkania to any game player, but I do recommend it to game designers as an example of what to avoid in their own products. Let us all hope we don’t see another one like this any time soon.”
Ich habe selber nie Zugang zu den alten Dragon Age Teilen gefunden, aber selbst mir ist jetzt schon klar das Veilguard nicht das ist was man möchte wenn man Dragon Age mag.
Naja, eigentlich waren Dragon Age 2 (also eigentlich 1,5 so schnell wie das entwickelt wurde und so sparsam wie das Terrain war) und Dragon Age 3 schon nicht mehr das, was man wollte, wenn man DA:O mochte. Ich glaube von den alten Fans hat Veilguard fast niemand mehr hinter dem Ofen vorgelockt. Da hätte man auch gleich einen anderen Namen draufpacken können und hätte sich dann vielleicht viel Community-Ärger erspart.
Dragon Age 2 und 3 haben sich gut verkauft (mehr als Origins) vielleicht hätte die Origins Fraktion vielleicht weniger krakeelen sollen? Wenn sich die Nachfolger schneller und besser verkaufen wäre man mit dem Klammerbeutel gepudert wenn man „back to the roots“ geht. Das Veilguard scheiterte hat viele Gründe, keiner davon ist das es nicht wie Origins ist. Origins wird halt von einer laustarken Minderheit auf einen Sockel gehoben die sämtliche Fortschritte der letzten 15 Jahre ignoriert.
Ich troll mal: Ich finds völlig okay, Origins als schlechtes Spiel zu besprechen. Das kam 2 Jahre nach Mass Effect raus und hat alle Fortschritte von ME ignoriert. Ich finds nur folgerichtig, dass ich Dragon Age 2 und 3 davon (erfolgreich) wegbewegt haben.
Veilguard fand ich allen Unkenrufen zum Trotz zwar nicht herausragend, aber durchaus gut!
Ungetrollt ist Origins natürlich die letzte große Implementierung eines RPG-Konzepts, das sich ziemlich überlebt hat und heute als Retro-RPGs in einer grossen Nische stattfindet. Als solches macht es wenig falsch. Baldurs Gate 3 hat gezeigt, dass damit schon noch eine Hammer an die Wand zu hängen ist.
Dragon Age 2 und 3 haben sich gut verkauft (mehr als Origins)
Inquisition definitiv, aber wir wissen nicht, ob Dragon Age 2 sich besser verkauft hat. Die bislang höhere Zahl ist meines Wissens für Origins genannt worden. Sie dürften auf jeden Fall nicht erheblich zugunsten von DA2 auseinander liegen.
Das kam 2 Jahre nach Mass Effect raus und hat alle Fortschritte von ME ignoriert.
Das ist ungefähr so richtig wie die Behauptung, rundenbasierte Strategiespiele hätten in den 1990ern den Fortschritt hin zur Echtzeit ignoriert. ![]()
Rein vom Timing begannen die Arbeiten an Dragon Age deutlich vor Mass Effect. Die erste Ankündigung war 2004, bereits mit erstem Bildmaterial. Es hatte als Eigenentwicklung allerdings nicht die gleichen Ressourcen wie die Auftragsarbeit Mass Effect, das als Exklusivtitel für die Xbox 360 erscheinen sollte. Es war auch recht offensichtlich nicht von Anfang an als Konsolenspiel geplant. Im Kern basierte es immer noch auf derselben, selbst entwickelten Engine, die sie seit Baldur’s Gate mit neuem Renderer und wechselnden Bezeichnungen aus der 2D- in die 3D-Welt mitgenommen haben (Mass Effect = Unreal Engine 3, aber noch bevor sie sich als künftiger Standard entpuppte). Man muss immer auch im Hinterkopf behalten: die Infinity-Engine war ursprünglich eine Engine für ein Echtzeit-Strategiespiel. Dementsprechend war Origins als PC-Spiel mit Maus & Tastatur auch hervorragend.
Dafür, ob ein Spiel beim Erscheinen veraltet ist, ist doch egal, wann es angefangen wurde. Das ist projekthistorisch interessant, aber die Projekthistorie spiel ich nicht :).