Was lese ich aktuell

This is How You Lose a Time War ist einfach fantastisch. Das habe ich nur gelesen, weil Gunnar es mal in einem Podcast empfohlen hatte. Irgendwo in diesem Forum habe ich damals gepostet, dass es die beste Zeitreisegeschichte ist, die ich kenne. Bleibt nach wie vor so :slight_smile:

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Ich lese gerade “Softwar” von Jason Paul Lowery und ich kann ohne zu Lügen kurz vor Ende sagen… es gibt die Zeit VOR diesem Buch und die Zeit NACH diesem Buch für mich. Wie oft ich dabei “Da habe ich noch nie drüber nachgedacht” bzw. “So hab ich das noch nie gesehen” gedacht habe ist schon nicht mehr feierlich.

Ich hab’ den Kurzurlaub genutzt auch wieder Belletristik zu lesen, „Mexican Gothic“ von Silvia Moreno-Garcia. Das ist ein sehr gelungenes, postkoloniales Spiel mit Horror- und gothic tropes.

Eine junge, unabhängige Frau aus der High Society von Mexico City wird von ihrem Vater beauftragt, nach ihrer Cousine zu sehen. Die hat überstürzt einen mysteriösen Briten geheiratet und ist mit ihm in sein abgelegenes Herrenhaus bei einem alten Silberbergbau-Ort gezogen. Jetzt scheint sie dort aber in einer psychischen Krise zu stecken - und natürlich ist alles noch viel düsterer und vertrackter, als die weltgewandte, liberale Frau in die verschlossene, britische Familie kommt.

Wer gekonnte Umkehrungen von alten Vorurteilen, wie „Lovecraft Country“ oder „The Ballad of Black Tom“ mochte, ist hier richtig. Nur etwas zu lange ist ser Roman streckenweise, gerade verglichen mit den beiden Geschichten.

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Hab ich letztes Jahr auch gelesen. Schön geschrieben, interessante Hauptfigur und Atmosphäre/Welt, fand es aber leider etwas zu spannungsarm. Eigentlich passiert erst im letzten Viertel ein bisschen was - und das ist bei gerade einmal 300 Seiten oder so imo schon ein bisschen dürftig.

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Habe kürzlich

The Expanse Leviathan erwacht

beendet. Der Einstieg in die Serie ist mir irgendwie nicht gelungen. Das Buch war besser. Ein Kritikpunkt war die Einordnung der vielen Charaktere. Ich fand es ging, aber die Einführung könnte an manchen Stellen besser sein, wenn man erst nach einigen Kapiteln das Geschlecht herausfindet, weil der Name es nicht her gibt…. Jedes Kapitel wechseln einen der beiden Hauptcharaktere ab und führt die Geschichte am Ende zusammen.

Einerseits interessiert es mich schon wie es weiter geht, aber da ich jetzt Auto fahre und Podcast höre, statt ewige Wartezeiten am Bahnhof mit Lesen zu verbringen, sind mir die Bücher zu umfangreich.

Das Spiel klingt trotzdem interessant, auch wenn ich eigentlich noch mass effect 3 machen müsste.

A Game of Birds and Wolves: The Ingenious Young Women Whose Secret Board Game Helped Win World War II (Simon Parkin, 2019).

Zentrales Thema des Sachbuchs ist die Abteilung (vornehmlich bestehend aus sogenannten Wrens, Frauen in der britischen Armee während des 2. Weltkriegs), die anhand von - modern formuliert - Tabletopgaming Strategien entwickelte, um die Schiffskonvois der Allierten im Atlantik vor den deutschen U-Boot-Wolfpacks zu schützen.

Angenehm leichtgängiger Schreibstil, angereichert mit vielen Anekdoten. Stellenweise mangelt es gefühlt vielleicht ein klein wenig an Tiefgang (pun intended) - wobei ich gar nicht so genau sagen könnte, weshalb. Bin jetzt im letzten Viertel des Buchs, und bin gespannt was da noch kommt. Würde es empfehlen.

(Steven Spielberg hat wohl auch kurzzeitig Interesse am Verfilmen des Buches bekundet, aber das Projekt ist letztendlich nicht Zustande gekommen)

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Was LAS ich aktuell, das ich sehr gerne teilen würde, weil es mir RICHTIG gut gefallen hat:
David Mitchell - Slade House

Ich hatte lange nach einem wirklich gruseligen Buch gesucht, eines daß mich ob seiner Gruseligkeit wirklich fesseln könnte und habe ganz viele Tipps und Lesproben verworfen, vielleicht habe ich einfach unfairerweise das Gefühl des kleinen 16jährigen Sauzw gesucht, der „ES“ aufschlägt… egal!

Öfter begegnete mir das Slade House als Erwähnung und das klang für mich so… mittel. Jetzt habe ich es gelesen und bin hellauf erfreut davon gewesen.
Das Buch ist gruselig! ICH habe es so empfunden, das hängt mit der Unvermeidlichkeit zusammen, mit dem perfiden Aufbau der Falle, in die sie gelockt werden, mit der Gnadenlosigkeit, die dann auch noch mal charmant, mal nonchalant kommuniziert wird, und kommuniziert wird sie!
Die Geschichte ist dicht am klassischen Haunted House, aber meiner Meinung nach sehr frisch und modern. Die Geschichte hat tolle Wendungen, viel Witz, das ist schön und fesselnd geschrieben. Die Figuren sind plastisch, viele berühren.
Das ist kein blutiger Splatter, kein Torture, keine schriftstellerisch hilflos körperliche Grausamkeit und Verstümmelung, das ist wirklicher klassisch „schöner“ Grusel, mich hats begeistert.

„Psychothriller“… ein Begriff, der von einem deutschen Erfolgsautoren genutzt, pervertiert, mißbraucht wurde, um bumsidiotisch mies geplottete Stories zu beschreiben… NIMM DAS FITZEK, lies dies, und Du wirfst weinend die Tastatur weg, denn SO geht das!

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Just abgeschlossen habe ich The Game is on von Johanna Pirker, Informatikerin und Professorin.

https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1074896678

Sie beschreibt darin recht grundlegend wie Spiele funktionieren, was an ihnen fasziniert und wie Spiele produziert werden. Dabei kommen in Mini-Interviews auch Entwickler*innen zu Wort. Insgesamt ein sehr schönes Buch, das ein bisschen zwischen Übererklären und oberflächlich behandeln hin und her pendelt. Bei mir hat das Buch oft ein wohliges Community-Gefühl ausgelöst und mich motiviert mich tiefergehend mit der Spieleentwicklung zu befassen.

Dungeon Crawler Carl: Letztes Jahr zufällig darüber gestolpert – klang interessant, fand allerdings merkwürdig, dass es bereits acht oder neun Bücher davon gab, ausnahmslos hervorragend bewertet und alle innerhalb der letzten vier, fünf Jahre erschienen. Hab mich dann aber doch mal an den ersten Teil gewagt.

Die Prämisse erinnert an Alice in Borderlands und Running Man; Aliens greifen die Erde an und machen aus Gründen alles platt, was irgendwie ein Dach über dem Kopf hat – bis hin zu Obdachlosen, die mit einer Zeitung zugedeckt sind. Nur die Menschen, die sich zum Zeitpunkt des Angriffs unter freiem Himmel aufhalten, überleben zumeist, und werden vor die Wahl gestellt: Entweder sie gehen in ein Dungeon und kämpfen dort zur Unterhaltung des Universums um ihr Leben, oder sie sterben ebenfalls. Einer dieser Kämpfer ist der ehemalige Soldat Carl, der zufällig nachts draußen war, um Donut, die preisgekrönte Katze seiner Ex-Freundin, von einem Baum zu retten.

Das Buch beziehungsweise die Serie folgt Carl und Donut, wie sie sich von Level zu Level hangeln, um irgendwie lebend da rauszukommen. Der Titel ist vielleicht ein wenig irreführend, denn auch wenn die beiden sich tatsächlich durch ein Dungeon crawlen, nimmt sich das Buch vornehmlich MMORPGs wie World of Warcraft zum Vorbild – die Spieler haben ein HUD mitsamt Inventar und Chat, es gibt Trainingsgilden, Lootboxen, Pets, Safe Rooms, etc. etc.

Was mir beim Lesen zu kurz kam, war überraschenderweise der Humor. Die Prämisse ist so absurd, dass es eigentlich lustig sein müsste, aber der Witz beschränkt sich im Großen und Ganzen auf die Beschreibungen der Lootboxen bzw. Achievements – und die treffen schon einigermaßen das, was man wohl unter Spielehumor versteht, aber so richtig amüsant fand ich es nicht. Stellenweise erinnerte es mich an The Big Bang Theory, das es zumeist bevorzugt hat, über seine Charaktere zu lachen, statt mit ihnen. Was seltsam ist, da ich dem Autor schon abnehme, dass er mag, wovon er schreibt.

Davon abgesehen ist das Ganze durchaus unterhaltsam, wenn man die Vorbilder kennt, gleichzeitig bin ich nach dem ersten Buch nicht wirklich schlauer als zuvor. Dramaturgisch macht es prinzipiell nichts falsch, fühlt sich aufgrund seiner Vertrautheit aber bisweilen wie Fan Fiction an.

Am Ende des Buchs haben Carl und Donut – ich denke, das ist kein großer Spoiler – gerade Level 3 erreicht und ihr Ziel ist wohl Level 12 oder so, was dann auf die nächsten 9 Bücher ausgebreitet wird. Aber ein rechtes Spannungsmoment, dass mich jetzt unbedingt weiterlesen wollen lassen würde, habe ich nicht empfunden. Es gibt keinen wirklichen Cliffhanger, keinen WTF-Moment, kein auch nur angedeutetes Mysterium im Stile von Wool oder so.

Vielleicht kommt die Story aber auch erst mit dem zweiten Teil in Fahrt; dem würde ich noch eine Chance geben.

Wunderland: Nach Wolfszeit (Nachkriegsjahre) und Höhenrausch (Weimarer Republik) das dritte Buch von Harald Jähner, das sich der Gründerzeit der BRD widmet, von den letzten Rückkehrern (sprich: in erster Linie Kriegsverbrechern) über das Wirtschaftswunder bis zu den Anfängen der 68er-Bewegung.

Was ich an Jähners Büchern mag, ist, dass es ihm häufig gelingt, subtile Brücken zur Gegenwart zu schlagen, ohne dem Leser zu sehr eine Perspektive aufzudrücken – egal, ob es um den Umgang mit den sogenannten Gastarbeitern, um die Auswirkungen des Fernsehens auf die Gesellschaft im Allgemeinen und die Familie im Speziellen oder auch etwas abstrakter um das Leben der Deutschen über den ökonomischen und ökologischen Verhältnissen geht. Hie und da betrachtet er die Gegenwart etwas zu sehr durch die rosarote Brille, aber das lernt man einzuordnen.

Für mich alles in allem ein sehr angenehm zu lesender, ausreichend umfassender Überblick. Wahrscheinlich könnte man alternativ auch einen Tag lang ZDF Info laufen lassen und würde in etwa das Gleiche an Wissen gewinnen, aber da müsste man sich dann zwischen den Informationsschnippseln halt alle fünf Minuten die obligatorischen Talking Heads reinziehen und sich anhören, wie Kati Witt zum 90ten Mal erzählt, dass die DDR ja auch viele schöne Seiten hatte, oder JBK, wie er vorgibt, er sei nur Moderator, im weitesten Sinn, geworden, weil er als kleiner Bub immer so gerne Dalli Dalli mit Hans Rosenthal schaute.

(Auch etwas, woran man merkt, dass man alt wird: Wenn man beim Zappen auf ZDF Info über eine Sendung namens „Das war dann mal weg“ stolpert und es plötzlich nicht mehr wie früher bei Guido Knopp um Nazis geht, sondern um Tamagotchi, Jesuslatschen und Arschgeweih.)

Anyway. Eine etwas weirde Referenz ist drin:

Ich nehme einfach mal an, dass Herr Jähner eine 14-jährige Enkelin hat, die gerade auf einem Retro-Trip ist, ausgerechnet den schlechtesten AoX-Teil spielt (natürlich ironisch) und Opa davon erzählt hat. Repräsentativ für den Grad seiner Recherche ist das, hoffe und denke ich, nicht.

Auch noch gelesen: Coffin Moon. Kill Bill meets Dracula, vordergründig eine in den USA der 70er angesiedelte Rachegeschichte um einen Vietnam-Veteranen und seine Nichte/Ziehtochter, tatsächlich steht aber die Beziehung zwischen den beiden (sowie ihrem Gegner und dessen Partner) im Vordergrund. Fand’s unterhaltsam, spielt ein wenig mit den Erwartungen (die Nichte ist hier die treibende Kraft), ist aber mehr so die Kategorie: „Genrefans greifen zu“.

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Ich hab’ mir gerade „Mit Männern leben. Überlegungen zum Pelicot-Prozess“ von Manon Garcia aus der Bibliothek geholt und das ist zugleich sehr harter Tobak und bringt wirklich zum Nachdenken. Garcia ist eine Philosophin, die jahrelang über Consent und Geschlechterverhältnisse geachrieben hat und sah sich deshalb den Pelicot-Prozess vor Ort an.

Ausgehend von diesem Prozess denkt sie über männliche Gewalt, Geschlechternormen, den Sinn und Grenzen des Strafrechts und Unterdrückung nach. Ich bin noch nicht fertig, muss das Buch immer wieder zur Seite legen (auch um einfach darüber nachzudenken). Aber viele der Fragen, die sie behandelt, haben mich immer wieder beschäftigt die letzten Jahre und so bin ich sehr dankbar für das Buch, auch wenn mich die Auszüge aus dem Prozess schockiert und sprachlos zurücklassen.

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Jahrelang hat mir ein ehemaliger Kollege von Ted Chiang vorgeschwärmt, aber - ihr kennt das wahrscheinlich - der pile of shame ist hoch, wird für später vorgemerkt. Beim süßen Buchladen einer Konferenz, einmal aus dem Alltag raus, bin ich dann schwach geworden, hab’ mir Exhalations geholt und du meine Güte, ist das grandiose und variantenreiche speculative fiction!

Im Moment lese ich „Stories of your Life and others“, das jetzt als Arrival-Buch gemarketed wird. Und ich mochte die Titelgeschichte auch gerne, fand sie berührend und schön entwickelt, kannte die Kernidee aber schon, viel derber und unverfrorener aus dem heißgeliebten „Slaughterhouse Five“ von Kurt Vonnegut. Viele der anderen Geschichten fand ich dafür fulminant. Große Empfehlung weiterhin!

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Ted Chiang ist so unglaublich gut!

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Ja, definitive Pflichtlektüre, ein tolles Buch!

Ich habe dieses Buch vor Kurzem auch durchgelesen. Ich fand es auch sehr interessant und gebe dir recht, dass es flüssig zu lesen ist.

Ich bin auch “fasziniert”, wie mit größer werdendem Unternehmen mehr und mehr der Geist der Gründer verschwindet und nach und nach nur noch zahlengetrieben operiert. Das Thema mit den sexuellen Übergriffen verwundert ja dabei auch kaum noch.

Ich kenne mich mich Blizard-Spielen nach den 1990igern nicht mehr aus, aber trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen und kann es sehr empfehlen.

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Hi!

Ich hab’ “Playing at the World - Volume 1: The invention of Dungeons&Dragons” am Wochenende fertig gelesen.

Hier wird beschrieben, wie Dungeons & Dragons entstand. Als Laie zu Table Tops hat mich die Geschichte interessiert, weil so viele spätere Spiele, bis heute, von D&D inspiriert sind. Das Buch ist wie ein Bericht aufgebaut, in dem zunächst dargelegt wird, wo Wargames vor D&D standen und wie sich die weit verstreuten Gruppen von Spielern thematisch fanden. Die Herkunft und Entwicklung wird anhand von Briefverkehr, Beschlüssen auf Conventions und den Fanzines und Interessensmagazinen hergeleitet, aus der sich dann auch die Geschichte für Gygax und Arneson ableitet, die dann D&D, das Setting und die Lore dazu entwickeln.

Das Buch geht dabei ziemlich in die Tiefe - und beschreibt in Teilen auch Detaildiskussionen zwischen Spielergruppen, entstandene Kritik in Gygax und verschiedenen Strömungen, die unterschiedlich auf den zunehmend fest definierten Regelsatz für “echtes D&D” reagierten.

Auf eine potentielle Verwerfung zwischen Gygax und Arnesen wird später nicht eingegangen. Andere Werke, die parallel zu D&D entstanden, werden nur zur Abgrenzung und für die Einordnung von Kontroversen benannt oder beschrieben.

Alles in allem hab’ ich das Buch gut weggelesen, weil die Geschichte gut beschrieben wurde. Spannung kam da jetzt nicht auf - es wird sachlich und unaufgereget berichtet. Auf die Lore oder den Regelsatz für D&D selbst wird nicht eingegangen. Das Buch endet geschichtlich auch “schon” 1976, als D&D dann an Verbreitung gewann, geht also nicht die Weiterentwicklung (etwa Advanced D&D) ein.

Als nächstes auf meiner Liste: “Playing Smart - On Games, Intelligence, and Artificial Intelligence” von Julian Togelius.

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„Lichtspiel“ von Daniel Kehlmann habe ich just zuendegelesen.

Das war sehr sehr gut, das war in guten Momenten berührend, das war an vielen Stellen wirklich lustig und „geistreich“, schön geschrieben.
Es hat mich dazu gebracht, über die genannten Personen etwas erfahren zu wollen, gerne würde ich in welche der genannten Filme reinsehen.

Wild ist, daß das Buch in den USA wohl gerade (oder auch kürzlich bis neulich) richtig steilgeht, weil es dort als Verarbeitung des Arrangierens von Kreativen/Künster*innen mit dem Trump-Regime gelesen wird.
Über dieses Arrangieren erzählt einem das Buch auch tatsächlich einiges, nicht unbedingt etwas Neues, aber es ist eben, ich sagte das schön, unheimlich schön geschrieben, beim Treffen des Regisseurs Pabst mit dem heruasragenden Widerling Goebbels habe ich innerlich „JUHUU“ gerufen, und ein paar ähnliche Momente gab es auch noch, und am Ende läßt einen das Buch zufrieden und melancholisch und bereichert zurück, hätte ich es noch nicht getan, ich würde es gerne lesen, sollte man ruhig mal machen.

Ich hab’ verganene Woche “Playing smart“ von Julian Togelius fertiggelesen.

Hier geht’s um Künstliche Intelligenz in Spielen. Das Buch ist aus der MIT Press Serie “Playful Thinking” (Playful Thinking). Es ist ganz zugänglich geschrieben und schön verständlich erklärt. Der Autor nähert sich dem Themenfeld natürlich aber aus seinem akademischen Feld, und beschreibt, wie man KI für trainieren kann um Spiele zu lösen und in Spielen besser zu werden, bietet eine Definition und Erklärung von “künstliche Intelligenz” für Spiele, und wo sich KI da von genereller KI unterscheidet - und untersucht, warum echte KI sich in Spielen ganz anders anfühlt, als wir das heute so von anderen Orten kennen. Dann wird auf weitere Fragen eingegangen: (Warum) lernen Spiele (nicht) von dir, wenn du spielst? Wie wird KI für Inhaltserstellung (Levelgenerieruing, etc.) eingesetzt?

Ich fand’s einen ganz interessanten Rundumschlag zu dem Themengebiet. So richtig auf konkrete Spiele wird nicht eingegangen - am Ende ist es eine ziemlich akademische Betrachtung, die zugänglich verpackt wurde. Gibt stärkere Vertreter der “Playful Thinking”-Reihe, aus denen ich mehr praktische und interessante Einsichten mitgekommen hab.

https://www.buecher.de/shop/home/artikeldetails/A1070050341

Ich habe gerade „der Untergang der Wager“ von David Grann gelesen. Die wahre Geschichte einer englischen Flotte, die 1740 in den pazifischen Ozean aufbricht um spanische Schiffe aufzubringen und dabei von einer Katastrophe in die nächste segelt. Ein enorm spannendes Buch, in dem der Autor verschiedene Berichte von Überlebenden zitiert und die Lesenden sich selbst ein Bild davon machen können, wie sich die Geschichte wohl zugetragen hat.
Die Zustände an Bord, sowie die Ereignisse sind teilweise sehr bedrückend. Das Seefahrerleben war kein Leichtes.

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„Palladium Wars“ des deutschen Autors Marko Kloos. Nachdem seine MilitaryScifi-Action Serie „Frontlines“ sehr erfolgreich war (eine Shortstory wurde in Love&Death&Robots verfilmt) bliebt er zwar dem Genre treu aber statt simpler Action geht es nun mehr Richtung Space Opera. Bzw. „Space-Thriller“ vielleicht, es erinnert etwas an „The Expanse“. die Technologie ist „grounded“ und die Handlung beschränkt sich auf ein Sonnensystem, keine Warpantriebe oÄ.

Das interessante an „Palladium Wars“ ist die Tatsache, das die Handlung NACH dem großen Krieg stattfindet der in anderen Romanserien vermutlich Fokus der Story sei.

Im Sonnensystem in dem die Handlung spielt gibt es sechs besiedelte Planeten. Einige Jahre vor Beginn der Handlung hat ein Planet versucht einen Krieg gegen die anderen Fünf zu gewinnen, und ist nur knapp gescheitert. Unser Protoganist war Teil des Militärs dieser antagonistischen planetaren Nation namens „Gretia“. Tatsächlich war er sogar Teil einer berüchtigten Spezialeinheit, die leicht an die „SS“ angelehnt zu scheint. Tatsächlich merkt man schnell, dass der ganze Krieg am 2ten Weltkrieg angelehnt wurde. „Gretia“ = Nazi Deutschland, die anderen Planetennationen die Allierten. Wobei Gretia weniger als germanisch-faschistisch dargestellt wird, sondern eher als skandinavisch-kapitalistisch. Der Krieg wurde auch nicht von einem „Führer“ angezettelt, sondern von einem Rat aus Großkonzernen die sich schlicht mehr Profite erhofften.

Die Buchserie begleitet dieses ehemalige Mitglied der berüchtigten „Blackguards“ wie er versucht wieder in den zivilen Alltag zurückzukehren. Weitere PoV-Charakter sind eine Soldatin der Allierten die auf Gretia zusammen mit der lokalen Polizei Patrouille läuft und gegen Vorurteile ankämpft, einen Raumschiffkapitän sowie die Tochter eines der CEOs die damals den Krieg begannen.

Die Bücher haben mir bis jetzt sehr gut gefallen, Marko Kloos schafft großartiges Worldbuilding. Bereits nach wenigen Kapiteln fand ich diese Ansammlung an Planetennationen die gerade nur knapp einen Krieg gewonnen haben einen interessanteren Schauplatz als was ich sonst so gelesen habe in SciFi Romanen der letzten Jahre.

Die Chronik der Drachenlanze bzw. gerade beim Heldenlied der Drachenlanze.
Wer ähnliche Bücher kennt, darf sie mir gerne empfehlen :slight_smile:

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