Ich bin damals vom Amiga direkt auf den PC gewechselt und hatte mit Konsolen nicht wirklich was am Hut! Von daher kann ich zu den subjektiven Eindrucken seinerzeit nicht viel sagen, sondern hab mich da eher auf die technischen Spezifikationen bezogen!
Grundsätzlich ist es aber Wahnsinn, was da teilweise noch aus den Kisten rausgekitzelt wurde, gilt zum Beispiel auch für die PS1 wenn man mal die Starttitel mit späteren Spielen vergleicht, da hat sich doch noch ordentlich was getan. Was da jetzt besser oder schlechter ausgesehen hat ist sicher auch eine Frage des persönlichen Geschmacks, ich persönlich bin seit jeher eher ein „2D“ Kind, von daher konnte ich mit dem 3D-Stil vieler Playstation Spiele damals auch nicht viel anfangen und empfand den klassischen Stil als weitaus schöner! Aber gut vielleicht bin ich aufgrund von „Monkey Island 4“ auch generell ein gebranntes Kind was das angeht.
Eine sehr schöne zweite Folge! Ich finde das CD32 irgendwie deutlich interessanter als das CDTV!
In der Folge wurde erwähnt, dass John Carmack die Amigas, ich denke mal er meint 1200 und CD32 und nicht die älteren 7 MHz Modelle, für zu schwach für Doom hielt. Was hat John Carmack denn genau gefehlt?
War ihm der AKIKO zu unter-dokumentiert, was in der Folge als Problem für Entwickler beschrieben wurde?
Ab dem 68020 haben die 68000er auch eine 32 Bit ALU und sind nicht mehr 16 Bit CPUs mit 32 Bit Registern und 32 Bit Befehlssatz. Das klingt für mich, als ob der 68EC020 mit 14 MHZ dem ersten und langsamsten 80386 SX mit 16 MHz, was unter DOS das Minimum für Doom ist, beinahe ebenbürtig sein müsste. Es fehlt zwar die MMU, aber die ist nur für Multitasking wichtig.
Aber Doom braucht unter DOS 4 MB RAM und das CD32 hat nur 2 MB. Das klingt mir deutlich relevanter. Vor allem, da eine VGA Grafikkarte ja auch noch mal zusätzlich 256 KB eigenes RAM mitbringt, was auf dem CD32 auch noch fehlt. Allerdings hat das CD32 das Betriebssystem im ROM und dürfte nicht so viel RAM belegen wie DOS auf dem PC.
Ja, ich hatte mich auch gefragt, auf was John Carmack sich genau bezogen hat. Da war ja in seiner Rede irgendwie oft von “dem Amiga” die Rede, und ich hab mich gewundert, ob er das CD32 dann überhaupt so richtig angeschaut hat, inklusive Akiko und 68020. Aber John Carmack ist nicht für Schludereien bekannt, also vielleicht ging’s einfach um nicht erwähnte Details…
Eine MMU dürfte eher bremsen, wobei sie so wie damals auf Spielen konfiguriert wurde einfach eher gar keinen Effekt hatte. Ein positiver Effekt auf Performance ist durch eine MMU eher auszuschließen.
Carmack geht nicht ins Detail, hier könnt Ihr seine damalige Nachricht lesen (zitiert vom User, der ihm gemailt hat):
”The amiga is not powerfull enough to run DOOM. It takes the full
speed of a 68040 to play the game properly even if you have a chunky
pixel mode in hardware. Having to convert to bit planes would kill
it even on the fastest amiga hardware, not to mention the effect it
would have on the majority of the amiga base.
John Carmack”
Er erwähnt das CD32 nicht, der User in seiner Anfrage aber schon, daher gehe ich davon aus, dass Carmack auch dieses System im Sinn hatte. Offenbar ist ihm die CPU nicht schnell genug.
Den 68040 gab es von 10 bis 40 MHz. Jetzt weiß man jetzt nicht, von wie viel MHz er ausgeht. Aber folgender Satz steht in Wikipedia zu, 68040 bezüglich der Performance-Steigerung gegenüber einem 68030:
„[…] sowie jeweils einen Level-1-Cache von 4 KiB für Daten und Instruktionen. Damit leistet er im Integer-Bereich etwa doppelt so viel wie ein gleich getakteter Motorola 68030.“
Selbst wenn er den langsamsten 68040 gemeint hat, dürfte damit ein nur mit 14 MHz getakteter 68020 raus sein.
Ja, das ist es.
Nun, fairerweise sei gesagt, gespielt haben wir es nicht. Vielleicht ist es ein Juwel. Vergessenswert ist es in dem Sinne, dass es die Lebensdauer der Plattform nicht mehr nennenswert verlängert hat.
Wie schon beim A1200 war wahrscheinlich auch beim CD32 die Abwärtskompatibilität mehr Fluch als Segen. Wer kann es schon den Firmen verübeln, dass sie einfach ihre ollen A500-Spiele auf CD gepresst und als neu verkauft haben. Und die Spielemagazine waren da leider auch Steigbügelhalter für so ein Verhalten. “Wir meinen hier und da ein paar neue Farbtupfen gesehen zu haben” fabulierte der Amiga Joker dann, wenn mal wieder ein ECS-Spiel ohne eine einzige Änderung für das CD32 erschien. Es gab wohl immer die Hoffung, dass wenn die Firmen damit Geld machen, sie dann vielleicht mal ein echtes CD32-Spiel entwickeln würden.
Eine der Thesen im Podcast ist ja, dass Commodore die Spielehersteller beim Entwickeln hätte unterstützen sollen, um mehr aus der Hardware herauszuholen. Das glaube ich nicht. An der Amiga Demo Szene konnte man ja schon sehr gut sehen, was maximal mit der A1200 Hardware möglich ist, und da fing eben schon ein einzelner texturierten 3D-Würfel an zu ruckeln. Mehr als bunte A500-Games waren eben dann auch auf dem CD32 nicht möglich.
Etwas spannender wäre es zumindest gewesen, wenn das CD32 auf eine 68030 mit 25Mhz + FPU gesetzt hätte, denn auf dem preiswertesten A4000 liefen zumindest wohl einfache 3D-Spiele schon viel angenehmer. Und A1200-Besitzer hätten ein guten Grund gehabt, sich zusätzlich das CD32 hinzusetzen. So hat es mir damals auch gereicht, über PCMCIA ein CD-Rom an meinem A1200 anzuschließen. Und gekauft wurden nur die sinnvollen CD-Versionen wie “Erben der Erde” mit Sprachausgabe, oder eines der wenigen Amiga-CD-only Spiele “OnEscapee”.
Ob ein CD32 mit A4000-Innereien erfolgreicher gewesen wäre und Commodore gerettet hätte? Na wahrscheinlich trotzdem nicht. Die restliche Hardware war ja trotzdem fürchterlich veraltet; da hätte man schon mit einer neuen Paula und Co. an den Start gehen müssen, aber das wurde ja alles nie entwickelt.
Vielen Dank für die Erinnerung an onEscapee. Ein Another World und Flashback inspiriertes Spiel. Habe ich immer mal wieder angespielt aber nie zu Ende verfolgt.
Ich habe mit riesigen Erstaunen festgestellt, dass das Spiel im Jahr 2004 auf den PC portiert wurde und seit 2024 für 0,99 EUR (Rabatt) als “TheEscapee” auf der Switch verfügbar ist. Diese Versionen sehen aber leider nur anhand der Screenshots hochskaliert verwaschen (bikubisch) aus.
Ich habe das Spiel heute kurz auf dem Amiga näher beleuchtet. Man kann das Spiel auf einem Amiga 1200 AGA mit Festplattenspeicher 110 MB, zusätzlich RAM und am besten eine Turbokarte 68030 mit 50 Mhz spielen. Man braucht die CD des Spiels und die HD Installationsroutine von “onEscapee (HD installer V1.3, AGA/RTG”.
Das Spiel lief damals auf meinem reinen A1200 +4MB super. Und ja, die PC-Version gab es mal zum kostenlosen Download auf der Seite des Studios; scheint auch identisch zur Amiga-Version zu sein.
Aufmerksam geworden auf das Spiel war ich damals durch eine Demo auf einer Aminet-CD. Dort baten die Entwickler darum, entdeckte Bugs zu melden. Von denen gab es doch so einige, über die ich sie per Brief dann informiert habe. Es kam auch ein Dankesschreiben zurück - anbei leider nicht die erhoffte Vollversion. Aber immerhin, meine gemeldeten Fehler habe sie alle entfernt.