Ich kann verstehen was du meinst bzgl. Langeweile aus Nostalgiesicht, aber das ist eben subjektiv. Für mich persönlich waren die SFT Folgen zu Soundkarten, IBM PC, Pentium und auch Windows eben mit so harten Flashbacks verbunden, das ich eine Weile sehr viel Geld für alte Komponenten ausgegeben habe. Die Geschichte von Atari, Sinclair und Commodore sehe ich dann wiederum komplett rational, wohl anerkennend was für geile Systeme da teilweise in den Markt gebracht wurden.
Dennoch zumindest musst du zugeben, das der PC auch seine ikonischen Aspekte hat. Hier aber eher bei den Komponenten Herstellern. 3Dfx, Creative Labs…die ganzen Glaubenskriege (AMD vs Intel, Grafikkartenbattles, etc.). Das hat einen ja auch mehr gezwungen sich mit Hardware und Konfiguration auseinander zu setzen.
Was ich in config.sys rumeditiert hab ohne zu wissen was EMM386, QEMM386, etc rumkonfiguriert hab, nur um Spiele dann doch in wenigen Frames in SVGA erleben zu können…das mussten Amiga und ST Nutzer sicher nicht machen.
So aber genug Off Topic, Ehre wem Ehre gebührt. Lass mal weiter über Amiga reden
Edit: bezüglich zugenagelter Systeme. Android würde ich ja heute sogar noch als das offenste System (geht ja auch ohne Google Dienste, interessiert nur scheinbar kaum jemanden) sehen. Aber klar, so komplett frei wie zu IBM PC Zeiten ist nix mehr. Vielleicht ist das ja auch ein mahnendes Beispiel in der Industrie, niemals die Plattform aus den Händen zu geben, denn wie du schon richtig sagst, IBM hat es wenig gebracht. Und selbst ARM ändert ja sein Lizensierungsmodell um mehr Kohle aus dem Geschäft zu generieren.
Ja, genau das denke ich auch. Das hat dem System selbst Tür und Tor geöffnet und durch immer neue Anbieter und immer mehr Konkurrenz innerhalb des Systems gab es fortlaufende Innovationen bei gleichzeitigem Preisverfall, also ganz im Sinne des Kunden. Und spätestens mit VGA + Soundblaster als neuem Standard war auch die technische Überlegenheit des Amiga Geschichte. IBM selbst hat das ja allerdings auch herzlich wenig gebracht, so dass die sich ja schließlich selbst aus dem Bereich zurückgezogen haben, aber insbesondere für Microsoft war es natürlich der große Wurf!
Der Unterschied war halt, dass der Fortschritt beim PC dann zwar eher schleichend, aber dafür halt auch durchgehend war. Wenn man vom 486er auf den Pentium gewechselt hat, oder von VGA zu SVGA, dann liefen die Spiele zwar flüssiger, aber es war kein Vergleich zu dem Quantensprung zwischen C64 und dem Amiga! Ich weiß noch wie mein bester Kumpel seinerzeit, der Turrican nur vom C64 kannte, dann das Intro zu Turrican 2 auf dem Amiga sah, da war man wirklich regelrecht geflasht.
Und wer weiß was passiert wäre, wenn Commodore seinerzeit die finanziellen Mittel und auch den Willen gehabt hätte, statt den halbgaren Modellen wieder ein State-of-the-Art Gerät rauszuhauen, und der „Walker“ wäre bereits Anfang der 90er mit AAA-Graphic, Festplatte + CD-Rom laufwerk rausgekommen, vielleicht wäre die Geschichte dann anders verlaufen? Oder sie hätten selbst den Schritt gewagt, das System für Drittanbieter zu öffnen, dass hätte Commodore vielleicht auch nicht gerettet, aber das System Amiga hätte ggf. heute noch einen nennenswerten Stellenwert. Wer weiß, wer weiß. Vielleicht aber auch gut so, sonst würden wir heute nicht über Microsoft und Windows ablästern, sondern über Commodore und die Amiga Workbench.
Wobei ich den Sprung von VGA zu SVGA schon noch als einen großen Schritt fand. VGA kam doch mit einer eher erbärmlichen Auflösung daher. Ich fand das damals schrecklich anzuschauen. Erst mit SVGA hat sich das geändert und ich bin dann auf den PC gewechselt.
Erst danach sah ich das dann auch eher als kleinere Inkrements. Wobei ich mic/ auch frage ob das vielleicht anders gewesen wäre, wenn ich zu dieser Zeit aufgewachsen bin. Vielleicht war man da auch shcon zu abgebrüht um sich noch vom technischen Fortschritt flashen zu lassen..
Vielleicht hab ich das zu harsch formuliert. Ich stimme dir voll zu. Ich hab auch das Aufkommen von Soundblaster, 3DFX und den Umstieg von DOS auf Windows 95 miterlebt und habe dafür viel Nostalgie in meinem Herzen Aber die Nostalgie ist … hintergründiger? subtiler? Weiß grad nicht, ob das die richtige Worte sind
Alle Amiga nebeneinander in einem Regal sehen schon cooler aus als drei random Compaq-PCs von 1994, zumindest aus „Museumsblick“
Theoretisch schon, aber bei einem Windows-PC habe ich in der Regel ab Werk Admin-Rechte, bei Android ist das meistens schon schwieriger und bei manchen Herstellern sogar unmöglich.
Ich kann Henner ein bisschen beruhigen - der CD32-Version von Speedball 2 fehlte auch das „Ice Creme“-Sample, wie der Amiga Joker damals kritisierte, und der grafisch pink überarbeiteten Version deshalb nur 72% gaben.
Ja, der Amiga - der hat mich 10 Jahre begleitet. 1991 ging es los, zwei Jahre später dann der eigene Amiga 1200, welcher über die Jahre noch mit Speichererweiterung, Festplatte und CD-Rom ausgestattet wurde. Und was ich alles damit gemacht habe: Bilder zeichnen, Animationen, dann meine große Liebe: Musik machen mit dem ProTracker, natürlich auch mal die eigene Stimme gesamplet, Videotitel für ein Schulvideo erstellt, Datenübertragung per CB-Funk, Texte ausgedruckt mit einer digital steuerbaren Schreibmaschine, natürlich auch mal ein Render-Programm gestartet oder mit dem 3D-Construction Kit eine Burg gebaut, (ganz simpel) AMOS programmiert, und -ich gebe es zu- Computerspiele gespielt! Hunderte. Mindestens. Mit dem Amiga jedenfalls konnte man damals alles machen, und deshalb hat man auch alles damit gemacht.
Und als der Spielemarkt langsam zusammenbrach, gab es ja glücklicherweise das Aminet, und so hat man halt diverse Homebrew-Spiele gespielt (z.B. das abstruse Traitor ). Mein Vater hatte dann irgendwann einen PC, darauf habe ich GTA gespielt, Starcraft, die Demoversion von Thief, und spätestens dann war auch mir klar, dass die Innovation nicht mehr auf dem Amiga stattfindet. 1999 wurde ein PC mein Zweitcomputer, der natürlich schnell der Erstcomputer wurde. 2002 habe ich dann meinen Amiga eingepackt. Die meisten Daten hatte ich rübergerettet, der WinUAE konnte inzwischen auch AGA-Spiele emulieren, und Musik wurde nun mit dem ModPlugTracker gemacht.
Hey, das ist durchaus möglich. Hab vielleicht nur die Voxel-Grafik abgespeichert und das mit Comanche verknüpft.
Klar, Gunship ist was ganz anderes
Da muss ich dir zustimmen. Damals gab es ja jedes Jahr Quantensprünge, und da hat man sich von Amiga, der einfach spitze war, beim nächsten Schritt einfach viel von erwartet.
War scheinbar wirklich schnell aus der Hüfte geschossen, um im nahenden Konsolenkrieg mitmischen zu dürfen
Welches CD-Rom hast Du denn seinerzeit an den A1200 angeschlossen?
Ein offizielles Laufwerk gab es ja soweit ich weiß nicht, bzw. wurde nicht mehr
veröffentlicht, oder?
Zum CDTV kann ich nix sagen, aber war ja auch nicht Gegenstand der kommentierten Werbung. Wann hätte das CD32 denn kommen müssen um nicht viel zu spät zu sein? Vielleicht hat das Teil auf dem Papier ja sogar irgendwie Power, aber ich kann mich an kein Spiel erinnern auf dem CD32 (eigentlich schon vorher auf dem A1200 tbh) was sich mit damaligen PC- oder Konsolen-Entwicklungen hätte messen können. Es war halt so ein Multimedia-Ding und am Ende keine dedizierte Spielemaschine und die Spieleauswahl oder wichtiger die Qualität der Spiele war schon echt mies. Ich habe vorhin nochmal durch die 179 Spiele die fürs CD32 gelistet sind bei Mobygames geschaut und die sind imho zu 90% Schrott weil entweder uralt / 1:1 die alten Spiele ohne Anpassungen. Bin mir gar nicht sicher ob es überhaupt exklusive Entwicklungen für die Amiga-Konsole gegeben hat.
Immerhin, das Software-Angebot ist besser als der Müll den es auf CD-i gab, aber da waren Spiele ja auch mehr oder weniger eine Dreingabe, denn eigentlich ging es ja um VideoCDs und Multimedia-Apps (das sich Rise of the Robots dort NOCH schlechter spielt als auf dem Amiga ist schon eine Leistung).
Was ich sagen will, wo Nintendo ihr Seal of Quality hatten und SEGA massig Erfahrung in der Spielhalle und dementsprechend zugkräftige Ports / IPs war beim CD32 einfach nix wenn man es als Spielkonsole betrachtet (und den ultramiesen „Port“ von Super Street Fighter 2 Turbo für das CD32 muss man hier nochmal erwähnen - so eine absolute Killer-App wirklich komplett gegen die Wand gefahren, schlimmer als das US Gold Verbrechen mit dem originalen SF2). Glaube kaum das die früher nennenswert mehr Erfolg gehabt hätte - polish und gamedesign bei den japanischen Geräten einfach auf einem GANZ anderen Level.
Die Hardware selbst finde ich von der Haptik und von der Verarbeitungsqualität auch ziemlich billig / auch die Menüs usw. finde ich ziemlich hässlich. Das wirkt schon alles nicht sehr wertig und man merkt dem Teil einfach die bei Commodore damals herrschende Verzweiflung doch sehr an. Heute sicherlich ein interessantes Kuriosum, aber ich glaube das Ding hätte nie wirklich eine Chance gehabt - da wurden einfach zu viele Trends und Entwicklungen gerade im Konsolenmarkt komplett verpennt und ich sehe tatsächlich auch wenig Überschneidung zwischen Hardcore-Amiga-Usern die der Freundin in den 90ern noch die Treue gehalten haben und allen anderen die lange vorher auf Konsole oder PC abgewandert sind.
Es war der A1200 + CD Laufwerk in einem billigen Plastikgehäuse mit fragwürdigem „Controller“, das war nicht einmal ein kleiner Hüpfer, hoffe sehr das Henner und Gunnar dem Teil noch eine Minute oder zwei widmen im Cast. Finde alles daran wirklich absurd - wüsste auch nicht in welchem Konsolenkrieg man da mitmischen wollte? SNES vs. Mega Drive war schon zu Gunsten des SNES entschieden. Das 3DO kam gleich danach, einfach viel krasser im Vergleich, oder PS1 und Saturn? Das war ja der grafische Quantensprung - nach Ridge Racer im Wohnzimmer muss das CD32 wie ein Relikt aus grauer Vorzeit gewirkt haben. Das muss denen doch irgendwie klar gewesen sein, aber wie oben schon geschrieben - alles an dem Ding schreit einfach Verzweiflungstat bzw. Flucht nach vorne.
Ach, wunderbare Jahre…
Durfte einen Amiga 500 mit 1MB RAM und sogar eine A590 20irgendwas Megabyte große externer Festplatte über einige Jahre mein eigen Nennen.
Selten für „Hausaufgaben“ genutzt, natürlich hautpsächlich für Spiele. Wie bei vermutlich fast allen: die gesamte LucasFilm/Arts Bibliothek, jeden MicroProse Simulator den man zwischen die Finger bekam, Wings, unzählige Psygnosis Spiele (an Blood Money kann ich mich bsp. erinnern), Wings of Fury von Broderbund, Lotus I-III, kann mich an ein merkwürdiges „The Jetsons“ Spiel erinnern, Gobliiins, und… ach es gab einige „Diskettenboxen“.
Gerade die Festplatte hat im späteren Lebensabschnitt natürlich dabei geholfen, dass Monkey Island 2 oder IndyIV halbwegs spielbar geblieben sind. Wobei ich Indy IV dann später nochmal als Talkie-Version auf dem PC nachgeholt haben.
Generell zum PC… klar, mit Day of the Tentacle und Doom wurde es dann schon schwer, auf dem Amiga zu bleiben. Oder sich dazu zu motivieren, nochmal in stärkere Modelle aufzurüsten.
Auch wenn wenn der Sprung auf den DOS+Windows 3.1 PC sich wie drei Schritte zurück in der Computerentwicklung angefühlt haben. Wirklich „in der Zukunft“ habe ich mich am PC erst gefühlt, als ich erst OS/2 2.1 und kurze Zeit später OS/2 Warp entdeckt habe. Ein in meinen Augen bis heute kolossal unterschätztes, vom Verbraucher missverstandenes und von Microsoft durch unlautere Mittel kaputt geredetes Betriebssystem, das Microsoft Windows um locker 10 Jahre voraus war. Wenn nicht mehr.
(Auch wenn Henner OS/2 nicht sonderlich zu mögen scheint )
Aber darum soll’s hier ja nicht gehen … mit einem anderen Management hätte die Geschichte des Amiga (jupp, es heißt DER Amiga!) vielleicht noch ein paar Jahre weitergehen können.
Ich würde die Bedeutung von MS-DOS/Windows als alle vereinenden Faktor nicht unterschätzen. Das ganze hätte auch in Wildwuchs ausarten können, wenn sich die Nutzer auf die unterschiedlichen Betriebssysteme wie Linux, BeOS, OS/2 etc. verteilt hätten. Microsofts APIs haben da sicherlich geholfen und die Trennung von Hard- und Softwareplattform hat imho ihre ganz eigene Dynamik mit reingebracht.
Ich will dir da in keinster Weise widersprechen, du scheinst sehr tief im Thema zu sein, ich beileibe nur sehr oberflächlich.
Ich hab oben nur meine nostalgische und emotionale Verklärung zum Ausdruck bringen wollen. "Da kommt jetzt was Großes ", so hat es sich damals einfach „angefühlt“.
Ich stimme dir vollkommen zu, dass diese Geräte nicht eines ihrer Versprechen je eingelöst haben - geschweige denn ein Jahr später auch nur in einem Regal noch zu finden waren.
Für den Amiga 500 (600/1200) allerdings habe ich weiterhin nur Liebe übrig, die waren ihrer Zeit wahrlich voraus
Ich denke das CD32 hätte kurz nach dem 1200 kommen müssen und vor allem zu einem guten Preis. Dann hätte es sicher auch mehr Spiele dafür gegeben. Wobei der 1200er ja auch schon zu spät am Markt war.
Und es hätte halt auch Werbung dafür geben müssen,. Ich kann mich nicht dran erinnern davon viel mitbekommen zu haben, und ich war ja Amiga Fan. Aber da hat Commodore halt auch die Kohle gefehlt.
Ich sehe das generell nicht so negativ, ich habe auch einige CD32 Spiele gespielt. Damals aber am Amiga 1200 mit SCSI Laufwerk, das ging zumindest bei meinen Spielen problemlos. Hauptsächlich war das Worms Aber ich hatte auch nicht so extrem viel Spiele dafür, da ich meine Amiga Spiele gekauft hab.
Der A1000 war seiner Zeit auf jeden Fall voraus, und auch der A500 bot in Punkto
Preis/Leistung noch zukunftsfähige Technik. Beim erscheinen des A1200 war der Zug
allerdings schon abgefahren, da hat der IBM-PC bereits die neuen Standards gesetzt.
Der AAA-Chipsatz, der es womöglich noch mit VGA hätte aufnehmen können, wurde
von Seiten Commodores ja bereits 1993 einkassiert, da stand denen das Wasser bereits
bis zum Hals.
Danke für die Klasse Folge! Ich hatte zwar nie einen Amiga…aber bei meiner Cousine damals habe ich viel auf nem Amiga 500 gespielt.
Die Aufteilung in 3 Folgen gefällt mir persönlich sehr gut..Gerne dürft ihr die SF Technik Folgen immer in 3 Teile aufteilen. Finde es gut. Ich denke dadurch könnt ihr noch mehr in die Tiefe gehen.
Stimmt, das CD32 gab es ja auch noch von Commodore. Das hatte ich schon ganz vergessen. Das hätte wahrscheinlich auch Potential gehabt, ist aber völlig an mir vorbei gegangen.
Seltsame Entscheidung - auf der CD wäre ja nun wirklich genug Platz für einen Haufen Samples - und wie mir scheint, sind auch einige neue dabei, aber ausgerechnet DAS fehlt!?
Potential hätte es vielleicht haben können, wenn Commodore etwas mehr Mut (und ausreichend finanzielle Mittel) gehabt hätte, um dem Teil einen echten 32Bit RISC Prozessor zu verpassen, wie er dann in der Playstation zum Einsatz kam. Für die angedachte 3D Beschleunigung war der 68020 zu schwach. Aber selbst wenn ist es eh fraglich, ob sich Commodore gegen Sega und Sony hätte durchsetzen können, die hatten ganz andere finanzielle Möglichkeiten, zumal das CD32 wg. Lizenzstreitigkeiten in den USA nicht verkauft werden durfte.