Ganz früher hätte ich gerne einen C64 gehabt, aber das war zu der zeit finanziell nicht drin.
Am Gymnasium hatte der Bruder meines besten Freundes einen Amiga 500 und das war natürlich das Elysium. Spiele wie Fire Power, Stunt Car Racer, North & South, Sim City, … aber eben auch, dass man nicht nur spielen konnte.
Zuerst wurde es dann erstmal ein NES und dann 1990 ein Amiga 500 den ich (zumindest in großen Teilen) mit Zeitungsaustragen abgestottert habe.
Gespielt habe ich damals anteilsmäßig gar nicht so viel. Grafik, Sound, etc. man konnte sovieles damit machen.
Und sogar für die Schule habe ich ihn genutzt, alle meine Notizen abgetippt (wordworth hieß die Textverarbeitung meine ich) mit Grafiken versehen und ausgedruckt. Sogar mein Bio-Lehrer wollte am Ende Kopien davon haben
Ich habe viel mit Deluxe Paint gemacht, später auch mit Maxon Cinema 1 und Reflections. Und immerhin ein kommerzielles Spiel kam dabei raus, allerdings erst 1997.
Einen 1200er mit Turbokarte hatte ich noch und dann ging es halt irgendwann auf den PC.
Sehr leise zu hören, aber das stimmt tatsächlich. In dem AmigaJoker-Review wurde ja auch zurecht bemängelt, dass der Publikumsjubel gar nicht mehr direkt auf das Spiel reagiert. Und wenn ich mir das so anhöre, könnte das auch ein CD-Track sein, der da einfach stupide (und recht laut) abgespielt wird. Wahrscheinlich hat es der Reviewer dadurch nicht gehört.
Äh nein… Es war ein Rennspiel namens „Flyin’ High“ und 1997 war der Amiga Zug schon abgefahren.
In der Amiga Games gab es noch 85%, aber ich glaube die waren einfach froh noch was zum testen hatten. Flyin' High - Testberichte vom Amiga Joker, ASM, Power Play, PC Joker, Play Time, Happy Computer
Der Qualität hat es sicherlich auch noch gut getan, dass der Game Designer keine Strecken gebaut hat, sondern eine Woche vor Release mich anrief mit: Mach Du!
Aber muss sagen die Arbeit im Team (Designer, Programmierer, Musiker und Grafilker aka ich) war wirklich interessant und der Datenaustaauch per Post und Diskette als heutiger Sicht absurd.
Am Ende haben wir noch ne Datendisk gemacht und ich habe ca 1000 DM verdient (was echt viel Geld war für mich damals)
Das hatte ich als Konzeptzeichnung, und ich hab dann gut damit gekämpft das so irgendwie umzusetzen. Davor war eher das Motto: Wenn es nicht so geht wie man sich das gedacht hat macht man es halt einfach anders …
Die beste Speedball 2 Version kam 2007 auf die Xbox360. Mit damaligen Live-Account konnte man gegen Speedballer auf der ganzen Welt antreten, zudem in schönem Retro HD Look.
Erinnert mich irgendwie an Blood Bowl. Ich meinte eher das Farbschema in der CD32 Version. Mir gefällt das eher bläulich-monochrome der Bitmap Brothers Spiele bis Chaos Engine I. Die haben ihre perfekt polierten Grafiken, soweit ich erinnere, auf Atari St gestaltet und dann auf dem Amiga so übernommen.
Edit, habe gerade gesehen, dass Du ein anderes meintest. Stimmt, das sieht noch aus wie das Original. Interessant.
Auf Steam befindet sich derzeit eine neue Version von Speedball im Early Access, entwickelt von Rebellion, die vor geraumer Zeit die Lizenzen der Bitmap Brothers Titel übernommen haben. Die Bewertungen sind gar nicht mal sooo schlecht, ich habs selber allerdings noch nicht gespielt. Schaut auf den ersten Blick zumindest nicht ganz so verkorkst aus, wie das Speedball 2 HD.
Ich meine mich zu erinnern dass mein A500 + 512KB + Monitor um die 900 Mark lag. Das wären heute wohl so 721 Euro.
Schon stramm aber für einen vollwertigen Rechner ok.
Bis hier eine tolle erste von drei Folgen. Auf den unvermeidbaren Teil zur Raubkopier-„Kultur“ bin ich auch am gespanntesten.
Ich wollte erst schreiben, dass ich kein einziges Original für den Amiga hatte. Tatsächlich gabs auf unserer Straße (mitten im Wohngebiet) aber für wenige Monate einen kleinen Laden namens „Moonsoft“, wo ich mir insgesamt mindestens 4 Spiele Original gekauft habe:
-Legend (meine große Liebe)
-KGB (wie in SF spielt gehört, als Kind nullkommanix verstanden, sah aber gut aus)
-Gobliins 2 (hab ich geliebt!)
-Alternative World Games (Definitiv ein Fehlkauf)
Ansonsten hatte ich wie jedes Kind zu der Zeit meine große Diskettenbox mit Raubkopien, die mit der Verbreitung von X-Copy schnell gewachsen ist. Was man gern vergisst, ist dass das Unrechtsbewusstsein beim Klauen von Software damals noch kaum ausgeprägt war. Dass ich irgendeinen Schaden damit anrichte, war meinem 11-12 jährigen Ich relativ unklar, die entsprechende Sensibilisierung kam erst ein paar Jahre später, als das Problem durch die Verbreitung von CD-Rohlingen auch die Filmbranche erreicht hat. Die haben dann die berühmte todesnervigen Anti-Raubkopier-Werbung („Noch drei mal singen.“) in Deutschland ausgerollt und die Botschaft ist langsam bei mir angekommen.
Ich glaube für heutige Digital Natives ist das schwer zu verstehen, dass der Wert von immateriellen Gütern damals noch nicht so ernst genommen wurde - Frei nach dem Motto „Ich habe ja schon die teure Hardware bezahlt, jetzt geb ich doch nicht noch Geld für teure Software aus. Schließlich richte ich ja keinen echten Schaden an, ich hätte das Spiel ja so oder so nicht gekauft.“.
Die einfache Kopierbarkeit der Spiele wurde zum Kaufargument für den Amiga. Während man zum Kopieren von NES/SNES Spielen hierzulande noch Techniken bedurfte, die die meisten nicht einmal kannten, schob man in den Amiga einfach ein Kopierprogramm und hatte nach wenigen Minuten sein eigenes Exemplar. Ich denke, das war aus Sicht meiner Eltern auch der Hauptgrund, warum ich zwar C64 und Amiga haben durfte aber Spielkonsolen in unserem Haus verboten waren.
Es war der Gaming-Goldrush. Heute schämt man sich ein wenig dafür, dass man mitgemacht hat, aber als Kind in den 90ern hätte man mir tatsächlich umfassend erklären müssen, wo eigentlich das Problem ist.
Wenn du die Spiele nicht hättest kopieren wollen, hättest du den Amiga genau so wenig wie eine Konsole bekommen und am Ende auch die fünf genannten Spiele nicht gekauft. Da wäre der „Schaden“ noch größer gewesen
Und die Kampagnen bei den CDs sind kein optimaler Vergleich. Mit jedem Stapel CD-Rohlinge und mit jeder Festplatte hast Du Abgaben für Kopien bezahlt. Warum sollst du dann nicht kopieren dürfen? Die junge Spieleindustrie hatte solche Gratis-Einnahmen nicht.