Jein, das Geld war damals halt auch einfach nicht wirklich da. Das floss zuerst in Leerdisketten (äh ja und damit natürlich in ein Teil des Problems) und ab und an in einen neuen Joystick.
Später dann durchaus auch in Originale. Ich fand z.b. Monkey Island (Raubkopie, Schreib/lesefehler auf Diskette 4, hat ewig gedauert bich ich eine funktionierende Kopie hatte) so geil, ich hab Teil 2 im Peka gekauft ohne wenn und aber. Oder später auch Anwendungssoftware.
Aber klar, das war ne Mischung aus Verfügbarkeit, Geldmangel und ist mir irgendwie egal.
Zumindest aus meiner Sicht war es auch einfach fehlendes Unrechtsbewusstsein oder auch kindliche Naivität. Für mich war das damals nichts anderes als Kassetten oder VHS kopieren, war zwar auch nicht erlaubt, aber hat (nahezu) jeder gemacht und sich nichts weiter bei gedacht.
Ja, zumindest bei mir gab es auch kein Unrechtsbewusstsein. Das kam erst später. Aber woher sollte es auch kommen? Als ich zum ersten Mal mit dem Amiga in Berührung gekommen bin (bei einem Kumpel, ich selber bin erst ein Jahr später stolzer Amiga 500-Besitzer geworden), habe ich weder die Power Play, Video Games oder irgendeine andere Zeitschrift gelesen. Internet gab es damals auch nicht oder zumindest nicht für normale Menschen, und Bücher über Urheberrecht kannte ich auch keines. Entsprechend haben wir Kids damals einfach Spiele getauscht und mit einer raubkopierten Version von X-Copy (wahrscheinlich mit X-Copy kopiert) kopiert.
Ich bin mir auch relativ sicher, dass man raubkopierte Spiele einfach auf dem Flohmarkt kaufen könnte, ohne dass da jemand von der Polizei behelligt worden wäre.
Hat da noch jemand Erinnerungen?
Dann ist es gewerbsmäßig und illegal. Die Raubkopien werden auf Antrag vernichtet.
Die Verfügbarkeit allerdings auch im negativen Sinne. Ohne digitale Vertriebsplattformen musstest Du erstmal an eine legale Kopie rankommen, war ja nicht überall ständig vorrätig. Der Geldmangel ergab sich zusätzlich aus weniger Rabattchancen. Die Erstellung und Freigabe einer digitalen Steamkopie sind ja zunächst nur ein Klick und etwas Stromverbrauch. Eine Retailfassung auf Datenträgern mit ihren deutlich höheren Gestehungs- und darauf dann noch die Lagerhaltungskosten, schränken den Rabattspielraum natürlich deutlich ein. Da musste man schon Glück haben im lokalen Karstadt oder Horten. Und zumindest später als PC-Spieler wusste man ja zusätzlich nie so Recht, ob es auf der heimische Mühle überhaupt läuft, was den Erwerb zum Vollpreis auch nochmal eintrübte.
Ich glaube aber schon, dass es eine grundsätzliche Wahrnehmung als Unrecht gab, zumindest bei Erwachsenen, es zugleich aber noch als Kavaliersdelikt gesehen wurde bzw. die Dimension noch nicht als so groß wahrgenommen wurde. In den benachbarten Branchen wie z. B. der Musik hatten die Künstler ja bspw. noch andere Einnahmemöglichkeiten, wirkte also nicht grundsätzlich existenzbedrohend. Dazu waren die Gewinnmargen noch ganz andere.
Bei uns in der Region gibt es in jeder Woche in irgend einer Stadt auf einem großen Parkplatz einen Trödelmarkt. Da stehen gewerbliche Händler mit Gebrauchtware und Neuware aus Posten. Da gibt es für Nintendo DS gefälschte Pokemon-Spiele oder auch 100-in-1-Module.
Da will sich wohl niemand drum kümmern. Nur wegen der 20€ Gucci-Pullover gibt es manchmal Stress.
Damals, als die Leute ihren C64 verkauft haben (um sich einen Amiga zu kaufen), waren die Inserate in der Zeitung immer „C64 mit Floppy und 2 vollen Diskettenboxen“.
Ja, den Status der Illegalität hab ich ja auch gar nicht hinterfragt.
Eher, ob sich noch jemand erinnert und meine Erinnerung bestätigen kann.
Ich meine, auf Flohmärkten waren zu der Zeit regelmäßig viele Stände mit organisierten Raubkopierern, die das auch als wesentliches Produkt angeboten haben. Auf den Raubkopien waren teilweise sogar die Firmennamen der Kopierer, das war ziemlich gewerblich organisiert.
Wenn Du als Kind solche Eindrücke sammelst (mal offen gelassen, ob ich mich vielleicht auch falsch erinnere), bekommt das ganze eine noch größere Normalität.
Bilder auf Spotify ,![]()
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Hier geht’s weiter:
Der Amiga (SFT 19.2) - Stay Forever Folgen & Feedback - Stay Forever Community
Bei mir gab es das schon, aber es hielt sich in engen Grenzen. Und der Mangel an Geld, die Gelegenheit, die geringe Gefahr erwischt zu werden und die Tatsache dass es alle Freunde auch ok fanden taten ihr übriges.
Mit Arbeit und regulärem Gehalt hat sich das dann von alleine erledigt. Wobei ich dann auch schnell in meiner MMO Phase gelandet bin - da musste man zahlen, ob man wollte oder nicht ![]()
Oh no! More Lemmings hatte ich zunächst als Raubkopie. Als Fan musste ich aber das Original haben und war super enttäuscht, dass kein Fairlight-Logo enthalten war. Die Cracker-Intros waren eine ganz eigene Kunstform. Man Vater hat mich sogar angestiftet, Spiele zu kopieren.
Die Cracktros hatten meist richtig coole Tracks und haben immer ein bisschen was gezeigt, was man in den Spielen nicht zu sehen bekam: 3D-Animationen oder tausend Farben gleichzeitig.
Ich habe mit Freude begonnen, den aktuellen Amiga-Podcast zu hören, und war ein kleines bisschen enttäuscht, als @Henner_Thomsen erwähnte, dass er noch nie einen “Amiga Power Stick” in natura gesehen hat.
Bei seinem Besuch zur Stay-Forever-Con in Karlsruhe hätte er nämlich die Gelegenheit dazu gehabt. Der RetroGames e. V. zeigt dieses Exponat sowie das „Joyboard“ und selbstverständlich auch noch unzählige andere Exponate in seiner aktuellen Sonderausstellung „40 Jahre AMIGA – makes it possible!“.
Unser Museum befindet sich aktuell in einer Sommerpause, die Sonderausstellung kann jedoch wieder ab dem 13. September bis zum Jahresende besucht werden. Als weiteres Highlight der Ausstellung sei der weltweit einzige Arcadeautomat mit Amiga-Technik, der Up-Scope, erwähnt. Nicht vergessen möchte ich auch den weltweit einzigen Prototypen des Amiga-Nachfolgers, den sogenannten Amiga MCC.
Kleiner Tipp:
Wer an diesem Wochenende Zeit hat, kommt am Samstag, dem 2. August, zur Karlsruher Museumsnacht. Wir haben dann ab 18 Uhr geöffnet und haben als Highlight zwei besondere Stargäste eingeladen. Zum einen ist es der ehemalige Präsident von Commodore, Petro Tyschtschenko, der bereits im Rahmen unserer Vernissage unglaubliche Geschichten zum Thema Amiga zu erzählen wusste. Zum anderen Winnie Forster, den ich hier wohl nicht näher beschreiben muss. Beide werden bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Commodore und Amiga” von der damaligen Zeit berichten.
Ah, der herrliche Amiga Fever Aufkleber ![]()
Er zierte meine Kinderzimmertür, Schulordner, Schränke…
Ja, der war echt super, habe den auch auf dem Schrank kleben gehabt. Und strömt immer noch den Charme der damaligen azeit aus ![]()
Ich versuche mich grad zu erinnern wo der eigentlich überall verteilt wurde. Ich vermute mal auch über Zeitschriften. Aber sicher bin ich mir da nicht mehr.
Die Tücking-Edition. RIP Stefanie Tücking.
Hänge in meinem Podcatcher etwas hinterher, daher erst jetzt die Antwort.
Es ist gar nicht soooo lange her, dass man aufgegeben hat, die Konsole auch als PC benutzbar zu machen. Die Playstation 3 hatte am Anfang Linux unterstützt, damit hatte man einen vollwertigen PC. Die PS3 war für damalige Zeit so leistungsfähig, dass US Airforce damit einen Supercomputer Cluster gebaut hatte.
Keine neuen Erkenntnisse aber fand ich gerade nett zu lesen wie damals das 64er Magazin den Amiga begrüßt hat.
(Diese aktuellen monatlichen Wiederveröffentlichungen der 64er von Michael Steil sind auch sehr schön gemacht)



