Definitiv. Aber die Frage die ich mir stelle, ist, ob das mit einer Konsolenausrichtung nicht ganz anders gewesen wäre. Commodore (oder zuvor schon Amiga) waren genau dieses Problem dann vielleicht bewusst angegangen, und sei es erstmal nur dadurch, Leute anzustellen, die sich dediziert darum kümmern.
Die Modi in denen Software auf “Computern” und “Konsolen” erschienen, waren die meiste Zeit seit dem NES beinahe diametral.
Der Heimcomputer ist seine eigene Entwicklungs-Plattform. Der Hersteller lässt die Leute die Software-Bibliothek nach einer kleinen Initialzündung praktisch selbst aufbauen. Je mehr Benutzer es gibt, desto mehr Programmierer sind unter ihnen (oder machen sogar ihre ersten Schritte dort), desto mehr Tools erscheinen, desto mehr Software gibt es, desto mehr wächst die Benutzerzahl aufgrund des Softwareangebots, usw…
Konsolen dagegen sind prinzipiell dicht. Der Hersteller hat die Hoheit, und bezeichnenderweise kann die Plattform selbst gar nicht die Entwicklungsplattform sein. Dazu braucht es meist explizite Unterstützung vom Hersteller. Spezielle Entwicklungshardware, Dokumentation, Herstellungsprozesse für einzigartige Medien (Module, “GD-ROMs” etc.), … Absolut niemand (außerhalb Japans vielleicht) hat auf einer Konsole seine ersten Programmierschritte gemacht.
Bezeichnenderweise tut eine Konsole üblicherweise alles, um nur “abgesegnete” Software darauf laufen zu lassen, während ein Heimcomputer genau das Gegenteil versucht.
Von daher frage ich mich, ob eine frühe Ausrichtung auf eine Konsole Amiga und späte Commodore quasi dazu gezwungen hätte, auf ganz andere Art auf Softwareanbieter zuzugehen.
Aber nebst der Tatsache, dass das wie immer reine Spekulation ist, hat @Henner_Thomsen vermutlich recht, dass die Zeitlinie dafür nicht ganz stimmt. Ich habe sie nicht im Kopf, aber was ich sage gilt ja eigentlich erst für die Welt ab dem NES. Davor hat eine ganze Flut an Ramschware für das Atari VCS den Videogame-Crash eingeleitet, und Atari hat auf ihren 8-bit Homecomputern lustigerweise erst versucht, Drittanbieter von Software komplett fernzuhalten. Verkehrte Welt, irgendwie.