Die Welt von Fallout

Es geht mir nicht ums Auseinandersetzen - ich finde es mild elitär, damit so starke Werturteile zu verbinden, wie du das zu tun scheinst. Du kannst mir glauben, dass ich mich total intensiv mit Rechtschreibung und dem Finden des besten Wortes beschäftige, aber da so locker zu sagen, wer Wort X benutzt, ist ein „Idiot“ und wer Wort Y benutzt, tut das der „Coolness“ wegen, ist ein bisschen dünnes Eis, finde ich.

Sprache ist lebendig, wahnsinnig vom Umfeld und der Region geprägt, oft ist nicht klar auszumachen, was jetzt „richtig“ ist. Zudem neigt man e.E. als Mensch in der zweiten Lebenshälfte dazu, und da fasse ich mir gern an die eigene Nase, das als ideal anzunehmen, was man in seinen ersten 30 Jahren gelernt hat :slight_smile:

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Hatte ja eher Kontakt zu den Spielen ab Fallout 3 und fand die alle verdammt gut, 76 Mal ausgenommen und vor allem Teil 3 fand ich fantastisch.

Hab dann nach Fallout 3 aus Neugier Teil 2 gespielt, weil es mal als Dreingabe einer Zeitschrift beilag, könnte sogar eine Gamestar gewesen sein. Hab gar nicht allzu viel Erinnerung an den zweiten Teil, aber meine, dass das Spiel wesentlich weniger bzw subtilere Humoreinlagen hatte als alles ab der Bethesa-Ära.
Trügt mich da nur mein Gedächtnis oder war das tatsächlich so?

Ich möchte die hier geführte Debatte um Lore und Welt gar nicht weiter anfeuern und über das Verwenden von Worten und die Entwicklung von Sprache am Beispiel von Lore und Welt diskutieren, daher kurz die Definition, die ich gerade bei Wikipedia gefunden habe, über die man streiten könnte, die ich aber für meinen Beitrag kurz als gesetzte Definition benutzen will:

Lore
(englisch für „Überlieferung“) Der Begriff bezieht sich auf die Handlung (ob direkt in der Erzählung im Spiel oder indirekt durch einsehbare Texte etc.) sowie den Hintergrund von Charakteren und Gegenständen, faktisch das gesamte verfügbare Wissen in einer Spielewelt. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Rollenspielgenre. Die Lore ist hierbei zentraler Bestandteil des Worldbuildings in Spielen, die einen Schwerpunkt auf Handlung und Hintergrundgeschichte legen.

Dagegen würde ich die Welt als die physische (bei einem Computerspiel natürlich nur übertragend gemeint) Existenz sehen.

In der Welt gibt es Soldaten, Mutanten und Aliens, auch dass die sich nicht leiden können, soll eine existente Relation sein, also Teil der Welt. Beim Übergang zur Geschichte innerhalb der Welt und den Auswirkungen davon betritt man dann schnell den Bereich der Lore.

Warum das Ganze? Mir scheint der Podcast herausgearbeitet zu haben, dass Fallout sehr wohl eine Fallout-Welt besitzt, in Teilen auch Fragmente einer Lore, aber die Macher der Serie (seit über 15 Jahren) gar kein Interesse mehr an der Lore haben, sondern nur noch an der Welt. Der Hundechar ist für mich gerade keine Lore, sondern Welt. Er hat da zu sein, er hat denselben Namen zu haben, auch eine ähnliche Funktion, aber keinen sinnvollen Hintergrund über das Einzelwerk hinaus - so wie es in allen Falloutteilen Kisten, Türen und Schilder gibt. Verknüpfungen zu anderen Teilen sind eher Eastereggs als kontinuierliche Geschichtsschreibung. Umso spannender war es, mit Gast Sebastian hier keinen externen Lore-Beobachter zu haben (wie bei all den anderen Formaten, wo Einzelpersonen oder Teams auf Schöpferseite massives Interesse an einer Lore haben), sondern die Person, die versucht, in den Einzelstücken eine Lore zu konstruieren - nicht unbedingt im kreativen, mehr im archäologischen Sinne.

Man kann über diese Aussage bestimmt streiten und sie ist in ihrer Absolutheit sicherlich nicht so richitg, wie sie formuliert wurde, aber Welten in Büchern und Filmen werden ja in erster Linie konstruiert, um eine bestimmte Anzahl (anfangs eins) an Geschichten zu erzählen. Weitere Geschichten bauen die Welt dann aus, meist mit dem Ziel, möglichst wenige Widersprüche zu erzeugen, wodurch aus der Weltbeschreibung eine Lore erwächst. Bei Fallout wurde dies anfangs auch so gehandhabt, ich denke da an den Übergang von Teil 1 zu 2, aber durch den Wechsel der Entwicklung gab es einen bewussten Bruch, weg von der Westküste hin zur Ostküste, um gerade keine Lore haben zu müssen und die Welt unabhängig nutzen zu können. Vielleicht sind Spiele gerade in Bezug auf Lorebrüche deutlich anfälliger, weil ihnen nicht nur an einer Geschichten oder im Falle eines Nachfolgers derer zwei gelegen ist, sondern es auch um Spieldesign, Spielspaß, Spielerinteraktionen usw. geht. Das im Hinterkopf zu behalten könnte in Bezug auf Welt-Folgen zu zum Beispiel Monkey Island spannend sein, wo ein Gag und ein Twist am Ende wichtiger schienen als die Lore der Welt. Oder Assassins Creed. Oder Resident Evil. Oder …

Was mich am Ende der Folge etwas verwundert hat, aber vielleicht der Zeit zum Opfer fiel: Fallout hatte nicht nur Anleihen an Gurps, inzwischen gibt es ein offizielles Fallout-Pen&Paper-Rollenspiel, dass nach Fallout76 erschienen ist. Das Pen&Paper-Spiel ist damit nicht nur die neueste Quelle, die Macher standen vor genau dem Problem, vor dem Sebastian stand: Sie mussten aus den Spielwelten der einzelnen Fallout-Computerspiele eine Rollenspielwelt bauen - mit einer Lore. Diese Quelle ist damit vielleicht sogar die beste Anlaufstelle für Fragen zur Lore von Fallout, weil hier unter der offiziellen Lizenz und damit auch offiziell setzend die Welt von Fallout als eine Welt beschrieben wurde - mit ihrer Lore.

Könnte man nicht die Debatte um die Verbreitung von Lore und englische Lehnwörter auslagern?

Ich meine das nicht böse, die Diskussion ist ja nicht wertlos, aber ich finde, man könnte sie gewinnbringender führen, wenn klar wäre, dass sich nicht im Welt-von-Fallout-Thread versteckt und vielleicht den Spin erhält, unklare Begriffe zu klären. Niemand möchte einem Podcaster den Begriff Lore verbieten (denke ich mal), aber wenn es solche Unklarheiten gibt, wäre es doch toll, ein kleines Glossar zu haben oder einen Extrathread, wo Fragen geklärt und Meinungen explizit zu dem Thema ausgetauscht werden könnten. Ich denke auch, dass es da nicht nur um Lore geht. Wie oft gerade in Rollenspielen von Charaktern (englische Aussprache) und Charakteren (deutsche Aussprache) gesprochen wird, wenn Figuren gemeint sind, denen man gerne einen Charakter verleihen möchte (was im Pen&Paper oft besser geht als im Computerrollenspiel, wo es gerade nicht darum geht, eine Rolle auszuspielen, sondern ein Spiel mit bestimmten Statuswerten sowie Vor- und Nachteilen zu gewinnen), könnte doch ein weiterer lohnender Kandidat für eine solche Diskussion sein. Und ich bin niemandem Böse, der Charakter sagt, ich habe mich daran gewöhnt, dass Gewicht in der Physik was anderes ist als im Alltag oder viele Menschen dem Wortsinn nach zu einer öffentlichen Leichenschau gehen, wenn sie ein Sportereignis gemeinsam anschauen wollen, aber es sind Beispiele dafür, wie gut es manchmal ist, Begrifflichkeiten gemeinsam zu definieren und gelassen zu bleiben, wenn sich ein Wort vom Ursprung löst. Selbst im Englisch dreht sich ja die Bedeutung eines Wortes und erfährt eine ganz neue Verwendungsdimension, was ich unfuckingfassbar finde.

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Hat auch echt niemand was anderes behauptet. Ich habe das nur erklärt, um festzustellen, dass deutsche Begriffe manchmal halt nicht genau treffen.

Überdies ist das imho ein obsoleter Punkt. In der „deutschen Gesellschaft“ sind PvP, Metroidvania, DLC, Roguelike, Deathmatch und andere Begriffe des Gaming ebenfalls so unbekannt, dass du unter deinen Kollegen sicher kaum wen findest, der sie kennt. Was folgert daraus? Alle durch ungenaue deutsche Wörter ersetzen? Immer ein Glossar verlinken? Immer alles im Cast erklären?

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Jain. Ich behaupte, das der überwiegende Teil der Leute, die Gamer sagen, das in einer Situation/in einem Kontext tun in welcher Spieler automatisch als Computerspieler verstanden wird. Dabei fröstelt es mich dann immer ein wenig. Ich behaupte weiterhin, dass eine verschwindend kleine Minderheit das Wort Gamer nutzt um mittels sprachlicher Präzision den Unterschied zwischen Computerspielern, Brettspielern und Glücksspielern klarzustellen. Diese geringe Minderheit habe ich dabei nonchalant übergangen und möchte diese auch ausdrücklich um Verzeihung bitten.

Nein. Rein subjektiv. Wie unangenehm jetzt mit einem Beleg für die gegenteilige Meinung konfrontiert zu werden :slight_smile: .
Nein, meine Einschätzung beruht ausschließlich auf persönlicher Erfahrung. Ich habe beruflich relativ viel mit Menschen zu tun. Da ich - wie du ja festgestellt hast - recht gut auf „Handy“ reagiere fällt mir auf, dass ich in letzter Zeit, im Vergleich zu den Jahren davor, recht selten innerlich mit den Augen gerollt habe. Dafür ist mir häufiger das „Smartphone“ untergekommen.

Nein, ich mag aber die Geschichte vom 72-jährigen Postbeamten :grinning: . Meine Meinung speist sich aus dem leider zu häufigen Kontakt mit leider zu vielen Menschen, die sehr früh die damals sündhaft teuren Mobiltelefone mit sich rumtrugen und jeden ungefragt über ihr neues Handy informierten.

Ich schreibe meist so wie ich spreche. Beim Sprechen hört man den Tonfall oder sieht das Grinsen. Beim Schreiben leider nicht. Darum hatte ich den „Idioten“ schon relativiert und durch Augenrollen ersetzt.
Aber grundsätzlich ist das schon so. Es gibt bei mir verschiedene Aussagen/Worte von Gegenübern, die mich innerlich diesen Menschen in eine wenig liebenswürdige Schublade stecken lassen. Wenn sowas am Anfang eines Gesprächs passiert, habe ich im Anschluss Schwierigkeiten diesen Menschen noch ernst zu nehmen, egal welche tollen Sachen derjenige noch von sich gibt. Ich denke, dass geht aber den meisten Menschen genauso. Nicht zwingend mit „Handy“. Ich kriege bspw. aufgestellte Nackenhaare, wenn mir jemand erklärt, da würde eine Straße geteert. Ich habe dann Mühe, nicht zu schulmeistern, dass Teer seit etwa 30 Jahren nicht mehr eingebaut wird sondern als gefährlicher Abfall auf die Deponie kommt. Jeden nervt irgendwas.

Zustimmung.

:slight_smile:

Ich will deinen Diskussionsstil nicht grundsätzlich infrage stellen, aber ist das nicht wieder eine Behauptung ohne faktische Grundlage (außer anekdotischer Erfahrung), die du mit wieder einer Art Werturteil verbindest?

Warum kann es nicht sein, dass die Verwendung des Begriffes „Gamer“ eben kein Indikator für etwas Negatives ist, wie du nahelegst, indem du behauptest, man verwende den nur, wenn man „unbedingt zu den coolen Kindern gehören“ wolle und „sonst nichts vorzuweisen“ habe?

Warum kann man nicht annehmen, dass das erstmal was Positives ist, dass Leute den verwenden, weil es von Respekt zeugt, den präzisen Begriff zu verwenden, wenn man über eine Gruppe von Menschen redet. Gamer ist ja auch ein Identitätsbegriff, wir sprechen hier von einer Gruppe von Leuten, die vor nicht allzulanger Zeit gesellschaftlich unter einer Art Generalverdacht standen, potenzielle Amokläufer oder spinnerte Nerds zu sein. Warum nicht annehmen, dass die Leute durchaus wissen, dass es ein deutsches Wort gibt, sie aber trotzdem wegen der Präzision und der Identität von „Gamer“ das englische Wort bevorzugen und sei es nur, weil es eben keine Ergänzung braucht, wie „(Computer-)Spieler“?

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Es kommt wohl eher daher, dass man sich nicht auf Computerspieler einigen konnte, weil das ja angeblich die Konsolenspieler ausschließt. Siehe die wechselnden Untertitel des Game-Verbands. Wobei es auch nur im Deutschen diese sinnlose Trennung gab.

Müsste es aber nicht inzwischen Gamende heißen? :joy:

Damals in den 90ern war es den Hardcore-Kellerkindern am PC sehr wichtig eine Abgrenzung zu den nicht weniger Hardcore-Kellerkindern an der Konsole zu haben - und im Scherz schimmert das ja auch bei SF noch manchmal durch. Ich finde von der Warte gamer auch sehr in Ordnung als Begrifflichkeit - ist einfach zeitgemäß(er).

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Nein, das wäre Gameover. :grin:

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Fairer Punkt, das mit der Erklärung.

Aber im Folgentext jeder „Welt von“-Folge wird ja einigermaßen klar gesagt, dass wir unter Lore folgendes verstehen: „die Legenden, die Geografie, die Geschichte, die Politik von fiktiven Welten“.

Und Erklärung hin oder her, ich denke, der Kern deiner Kritik war, dass man das Wort an sich nicht verwenden solle.

Aber das müsstest du ja dann bei jeder neuen Folge erneut machen. Und bei jedem anderen Begriff, von dem angenommen werden müsste, dass er einem Zuhörer unverständlich ist. Ich hielte das für wenig praktikabel.

Ich meine, Google ist nicht weit entfernt, da ist es doch einfacher, wenn die Hörer selbst nach dem Begriff suchen. Oder halt hier im Forum danach fragen. :slight_smile:

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Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, aber wenn ich das hier lese fällt mir nur ein Begriff dazu ein „Edgelord“.

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Selbstverständlich ist es das. Wie sollten Aussagen zu dieser Art Thema auch halbwegs belastbar belegbar sein ohne im großen Stil Befragungen durchzuführen? Bei dieser Art Thema handelt es sich nach meinem Verständnis immer um Behauptungen und Meinungen. Darum war ich auch so überrascht, als du mit der Googleauswertung um die Ecke kamst. Auf die Idee wäre ich nicht gekommen. Kein Beweis, aber zumindest ein Beleg für deine Meinung. Der Spiegelartikel sagt nur wo der Begriff nicht (!) herkommt. Ich fand ihn spannend zu lesen, aber er ändert nichts an meiner Einschätzung.

Das ist die einzige Stelle, die ich als kritikwürdig einschätze. Ich habe die Angewohnheit meine Ansichten mit eindeutigen Worten im persönlichen Gespräch kund zu tun. Dabei schieße ich manchmal ein wenig über das Ziel hinaus, kann das aber im persönlichen Gespräch relativ einfach gerade rücken. Ich vergesse manchmal, dass das schriftlich nicht ganz so einfach möglich ist.

Ich habe befürchtet, dass jemand mit diesem Argument kommen würde, weil diese Denkweise mir völlig fremd ist. Ich habe exzessiv Computer- und Videospiele gespielt, als die Killerspieldebatte aktuell war. Ich habe P&P-Rollenspiele gespielt. Ich kann Löten und baute meine Rechner damals selbst. Ich war also aus allen mir bekannten Blickwinkeln betrachtet ein Nerd. Trotzdem habe ich nicht verstanden, dass irgendjemand sich ernsthaft von den völlig an den Haaren herbeigezogenen Anschuldigungen der Politik verdächtigt gefühlt hat. Für mich war das Ganze eine völlig belanglose Diskussion, die nur von den Spielezeitschriften als Drama aufgebauscht wurde.
Ich kenne viele Leute deren Hauptfreizeitbeschäftigung Computerspiele sind. Kein einziger davon hat sich jemals als Gamer bezeichnet. Den Begriff kenne ich nur aus Spielezeitschriften und nicht von echten Menschen. Mir reicht das zur Meinungsbildung.

Ich beziehe das einfach mal auf mich, auch wenn du meinen Namen nicht genannt hast. Ob ich mir den Schuh anziehe oder nicht, tut nicht zur Sache. Dass ich den Begriff aber erst nachschlagen musste, finde ich im Kontext dieser Diskussion lustig.

Ich habe aber verstanden. Ich mach dann hier mal Schluss.

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Ich empfinde das genau anders herum.

Gunnar gibt sich Mühe dir zu erklären woher die Entscheidung herrührt das Wort „Lore“ im Podcast zu verwenden. Er unterfüttert das mit Begriffsdefinitionen und Etymologie, stellt deutsche Begrifflichkeiten gegenüber und erläutert warum diese die Bedeutung des Begriffs „Lore“ eben nicht treffen. Außerdem führt er berechtigterweise an, dass der Begriff im Kontext Video- und Computerspiele und im Soziotop der „Gamer“ bekannt genug ist um dessen Verwendung zu rechtfertigen. Über mehrere Posts und Absätze.

Von dir kommt bisher nichts ähnlich fundiertes. Du kritisierst dass der Begriff ungeeignet sei weil du ihn nicht kennst und weil er (Appell an die Stille Mehrheit) vorgeblich auch der Mehrheit der Menschen nicht bekannt ist.

Ansonsten schlägst du Alternative deutsche Begriffe vor allem deswegen vor weil du sie kennst und sie dir „nahe genug“ am englischen Begriff sind ohne das entsprechend zu belegen.

Außerdem reagierst du patzig und passiv aggressiv wenn man deine Meinung nicht teilt („Ich bestehe auch weiterhin darauf …“)

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Ich habe Fallout nie gespielt - bis auf ein paar Minuten, als es Fallout 2 vor 10 Jahren mal bei GOG umsonst war - und kenne die Welt daher nur aus Zeitschriften und Stay Forever. Ich war immer von einem detailliert ausgearbeiteten Kosmos ausgegangen. In der Folge macht Fallout jetzt aber tatsächlich einen eher oberflächlichen Eindruck. Da waren Screenshots etc. wohl eher Projektionsfläche meiner eigenen Vorstellung. Auch mal eine interessant Erfahrung.

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Ich finde die Welt von Fallout genau wie die Spiele selbst reizvoll, habe aber nur Teil 3 und 4 gespielt. Wahrscheinlich hat die Folge gerade deshalb einen wunderbaren Sweetspot aus „Bekanntes vertiefen und viel Neues entdecken“ geboten. Danke dafür, war eine schöne Folge.

// zum bisherigen Diskussionsverlauf möchte ich mich enthalten.

Zum Thema: Ich habe Fallout nie wirklich gespielt (höchstens mal 10 Minuten zugeschaut, als mein Nachbar das am PC gespielt hat), aber die Folge war total interessant, danke an @Rahel und den Gastsprecher :slight_smile: Vielleicht muss ich doch mal ein altes Fallout anspielen :innocent:

Wer übrigens noch eine abstruse Kombination zwischen Fallout und „Einsatz in 4 Wänden“ sucht, kann sich auf Youtube anschauen wie (Nerdforge)-Martina ihre Küche im Fallout-Style renoviert:

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Ohne den Anspruch zu haben hier für die breite Mehrheit zu sprechen: Mit ging dies ähnlich. Tatsächlich habe ich mehr oder weniger aufgehört Spielemedien zu konsumieren, bei denen von „Wir Gamer“ oder ähnlichem gesprochen wird. Mit der einen Ausnahme Maurice Weber, bei ihm stört mich das auch, aber da interessiert mich das, was er sonst sagt zu sehr.

Ich persönlich fand die Bezeichnung die Games Workshop und der White Dwarf für diese Art von starker Identifikation und Zugehörigkeit zu einer Gruppe gewählt haben immer schon super: Hobbyist. Klar, bei einigen der Sprachpuristen dieses Forums „rollen sich da die Zehennägel ein“ angesichts der Deutsch-Englischen Vermischung. Für mich persönlich funktioniert dieser Begriff aber optimal:

Er zeigt einerseits, dass man ein durchaus starkes Zugehörigkeitsgefühl haben kann, was durchaus auch etwas identitätsstiftendes haben kann, ohne dass sich dieses Gefühl einen zentralen Lebensinhalt suggeriert.

Das ist für mich exakt das Beispiel. Es mag vielleicht nur mir so gehen, aber bei dieser Identitätsfestlegung „Ich bin Gamer“ entwickle ich ein Störgefühl. Das ruft bei mir - unterbewusst - ein „Wir gegen die“ Gefühl aus. Letzteres schwingt bei mir beim Begriff „Gamer“ immer irgendwie mit, möglicherweise auch nur bei mir, da ich es zuoft in Verbindung mit „echte“, „richtige“ oder „Core“ gehört oder gelesen habe. Das ist - mir jedenfalls - ein wenig zu viel.

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Ah, aber das ist nur ein Marketing-Kunstgriff, weil sie versucht haben, ihr Warhammer-Spiel zu einem Hobby hochzustilisieren - anstatt zu sagen, „I play Warhammer“ sollten die Fans von „My hobby is Warhammer“ sprechen. GW hat alles superkonsequent über viele Jahre nur vom „Warhammer Hobby“ gesprochen und die Spieler dann sehr folgerichtig „hobbyists“ genannt - ein zumindest für nicht-amerikanische Ohren damals ungewöhnlicher Begriff.

Die dahinterliegende Intention ist nicht viel anders als bei Gamer, sowohl Warhammer als auch Videospiele waren erstmal als Hobby verpönt, jedenfalls bei der Elterngeneration. Und um die Bedeutung klarzumachen, mussten halt Begriffe gefunden werden, ist ja schon ein Unterschied, ob man sagt, man spielt das mal oder man das als primäres Hobby angibt.

Für dich schwingt bei Gamer halt was Ideologisches mit und bei Hobbyist nicht, dabei könnte man das auch umgekehrt sehen - Gamer ist eher ein Grassroots-Begriff, natürlich aus einer „Bewegung“ entstanden und „Hobbyist“ hat sich eine Marketing-Abteilung überlegt :slight_smile:

Gamer kommt nämlich nicht von den Computerspielern oder ihren Zeitschriften, der Begriff bezeichnet ja eigentlich einen Glücksspieler und war lange Zeit gleichbedeutend mit „Gambler“.

Imho hat die Wargamer-Szene, die ernsthaften Brettspielleute also, den Begriff erstmals umdefiniert. Schon in der Erstausgabe des War Game Digest von 1957 spricht der Herausgeber im Vorwort von „War Gamers“ als seiner Zielgruppe.

Das schwappte dann zu D&D, auch da war man als Spieler eher ein Gamer als ein Player, bevor es dann sich bei den Computer- und Videospielen verfestigte. TSR, der Mutterfirma von D&D, war das superwichtig, um D&D als Game zu diskutieren und nicht als Ersatzrealiatät. Siehe hier:


(Quelle: Critical hit)

Das passt zumindest ungefähr zur gemessenen Frequenz des Begriffes, der Anfang der 1960er quasi tot ist… und dann in den 70ern erstmals seit Jahrzehnten wieder aufs Tapet kommt (D&D launcht 1974), von 1980 bis 1990 verdoppelt er sich in der Nutzung, danach ist er etabliert und steigt exponentiell an.

(Quelle: Etymology Online)

Wir sprechen hier von den USA, die ja wie bei allen Trends auch in diesem Feld ausschlaggebend sind - in Deutschland ist die ganze Sache schwächer, verzögert und hier bleibt es natürlich ein Lehnwort, das in manchen Ohren albern klingt.

Die englischsprachige Wikipedia benutzt den Begriff übrigens passend auch im weiteren Sinne, unter Einschließung von PnP-Rollenspielern (und in einem Atemzug mit Hobbyist, passenderweise), die deutsche nennt den Begriff gar nicht:

„A gamer is a hobbyist who plays interactive games, especially video games, tabletop role-playing games, and skill-based card games, and who plays for usually long periods of time“

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