Guilty Pleasures

Sehr interessanter Thread :slightly_smiling_face: Bei mir trifft das definitiv auf Battle Isle: Der Andosia Konflikt zu. In den meisten Veröffentlichungen wird es als schlechtester Teil der Battle Isle Reihe (SF Folge 97) bezeichnet, und es floppte meines Erachtens auch kommerziell. Die Kritiker schrieben, dass die Mischung aus Rundenstrategie und Echtzeit nicht gelungen und die Story lieblos sei.

Aber genau das habe ich geliebt :winking_face_with_tongue: Die Möglichkeit, die ganze Zeit die Wirtschaft aufzubauen und zu optimieren und herumforschen zu können und nur ab und zu einen taktischen Zug machen zu müssen/dürfen, war genau mein Ding. Das wirkt geradezu meditativ, und ich konnte mich darin stundenlang verlieren und total entspannen. Zudem ist es das einzige Spiel, das nach meinem Empfinden eine Hintergrundmusik hat, die auch nach Stunden nicht nervt :relieved_face: Da darf mir gerne jemand andere Beispiele nennen.

Die Story fand ich auch interessant. Jedenfalls hat sie mich motiviert, trotz des ganzen Entpannens immer weiter auf das Ziel zuzuarbeiten. Ich habe mich sogar über die Veröffentlichung der Erweiterung Commander Fox Kampagne gefreut, obwohl sie nur sehr kurz ist.

Nach ein paar Monaten habe ich dann entdeckt, dass es eine kleine aber weltweite Online-Community zu dem Spiel gab. Und das hat das Spielerlebnis noch einmal komplett verändert. Da hatten wir sehr spannende Schlachten mit bis zu acht Mitspielern (zwei Teams). Die Spiele waren viel intensiver als in der Kampagne und dauerten meistens nur etwa 90 Minuten. Leider zerstreute sich die kleine Gruppe nach einem knappen halben Jahr. In meiner Erinnerung behält das Spiel aber einen Ehrenplatz :melting_face:

Gibt es hier vielleicht sogar jemanden, der/die Lust hätte, das Spiel mal wieder online zu spielen?

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Wenn Dir Game Over II gefällt, gucke dir mal Ultionus an, falls du das nicht schon kennst:

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Ich habe noch gerne und regelmäßig die neuen Call of Dutys gespielt, als diese schon längst als immergleiche, jährliche 08/15 Massenware für Kiddies ohne Geschmack verschrien waren und nichts mehr für „richtige Gamer“. Irgendwie zu unrecht haben die ihr Image ja nicht, aber mir haben die Kampagnen immer noch Spaß gemacht, zumindest bis WWII von 2017. Das hat mir noch richtig gut gefallen, danach verging mir aber auch die Lust. Black Ops Cold War fand ich dann vom Setting her interessant, aber Gameplaytechnisch ein fürchterliches Best of aus allem, was der Serie (und modernem Spieldesign allgemein) schlechtes nachgesagt wird.

[edit] Ich sehe gerade, ich hab in meinem Steamaccount auch noch COD Vanguard, das ebenfalls im 2. Weltkrieg spielt, und habe es anscheinend ca. 7 Stunden gespielt (wird dann wohl der Singleplayerpart gewesen sein?) Ich erinnere mich aber tatsächlich an rein gar nichts mehr :thinking:

Vielen Dank! Ich hätte nie gedacht, dass es für so ein relativ unbekanntes Spiel eine moderne Hommage gibt! Das erste Anspielen machte schon mal Spaß :+1:

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Freut mich. Spiel ist wirklich toll gemacht und mehrfaches Durchspielen lohnt sich.

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Bei Call of Duty, besonders Cold War, sehe ich das Potential von Raven Software.
Mir tut es etwas in der Seele weh, dass die zu einem reinen Support Studio degradiert wurden. Die verdienen ein neues eigenes Projekt.

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Das letzte Spiel der Battle Isle Reihe habe ich damit nun auch kennengelernt. :slight_smile:

Bei manchen Spielen macht man in meinen Augen Erfahrungen die andere vllt. Übersehen oder nicht so priorisieren. Dann kann auch ein Spiel mit Schwächen eine besondere Erfahrung sein.

Funktioniert der Online Modus denn weiterhin? Läuft es denn auch auf modernen Systemen ?

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Battle Isle 4 ist lange her. Ich habe mir die Big Box gekauft und war zwar erst mal enttäuscht, aber ich habe es dann einige Zeit lang doch immer wieder gestartet und es geht bei mir auch als Guilty Pleasure durch.

Meine CD Version aus der schönen Box habe ich nicht mehr zum laufen bekommen. Bei mir funktioniert nur die GOG Version. Die aber auch etwas eingeschränkt. Bei den HD Auflösungen sind so manche Icons doch sehr klein. Und der Mauszeiger verhält sich in den Menüs merkwürdig. Ich muss quasi knapp unter eine Menüzeile zielen um diese zu markieren und klicken zu können.

Ich hatte mir das Spiel damals als Battle Isle Fan gekauft. Ganz im Gegensatz zu Andre war das Echtzeit-Bauen leider überhaupt nicht mein Fall und ich habe nach kurzer Zeit entnervt die Kampagne aufgegeben. Ich bin aber eh kein Kampagnen-Typ. Lieber habe ich viele Szenarios zur Auswahl.

Im Multiplayer gab es irgendeinen Modus oder bestimmte Karten, wo man ganz ohne den Echtzeit-Aufbau-Teil Runden-basiert gegeneinander spielen. Da konnte man auch einfach eine KI statt menschlicher Gegner einstellen. Diese Karten habe ich gegen die KI gespielt.

Ich muss Andre recht geben. Die ganze Soundkulisse ist sehr stimmungsvoll und sphärisch. Und dazu bin ich noch heute beeindruckt von der Landschaftsgrafik und wie man sanft darüber entlang-gleiten kann. Da konnte ich gerne mal minutenlang nur über die Insel fliegen :innocent:

So beeindruckend die 3D Grafik auch war, prinzipiell finde ich 2D Draufsicht für Strategiespiele immer noch am übersichtlichsten. Danach kommt isometrisch wie X-Com und dann erst 3D.

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Ähnlich wie @nudge kriege ich auf die Schnelle auch nur die GOG-Version zum Laufen. Die läuft bei mir allerdings problemlos. Für die CD-Version benötigt man bestimmt einen NoCD-Patch, weil doch seit W10 der Kopierschutz Securom nicht mehr funktioniert. Multiplayer klappt noch im LAN. Die Lobby des BlueByte Game Channels ist offenbar schon lange deaktiviert. Die Eingabebox zum direkten Eintrag einer IPv4 eines Servers scheint bei mir gesperrt, so dass ich kein Internet-Spiel zum Laufen gekriegt habe. Vielleicht kann man Remote-Spiele über ein virtuelles LAN einrichten, aber das habe ich jetzt nicht ausprobiert :neutral_face:

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So viele TCP oder UDP Ports, wie sie alte Spiele gerne für Multiplayer offen haben wollen, will man in seiner FritzBox gar nicht öffnen. Um mit Freunden Toca 2 im Multiplayer zu spielen habe ich mir einen OpenVPN Server eingerichtet. Mit der richtigen Konfiguration klappt es mit vielen Spielen ganz gut. Battle Isle 4 haben wir aber nie im Multiplayer gespielt.

Mittlerweile auch ziemlich Retro haben wir früher Hamachi für sowas verwendet. Lang ist es her…

Beim Andosiakonflikt im Multiplayer wäre ich auch durchaus dabei, wenn man das hinkriegt. Hab das damals nur wenig gespielt, aber diese Mischung war mindestens interessant.

Ahhh… Muss zugeben, dass ich mit diesen Ablegern seiner ursprünglichen Ideen nie warm geworden bin. Hatte immer gehofft, dass Rayk es schafft, sein eigentliches Projekt, das Rollenspiel Grotesque umzusetzen. Hat aber wohl nie das Funding dafür bekommen.

Rayk stammte ja u. a. aus der Modding-Community von Neverwinter Nights, wo er mit seiner Mod Always Summer Days als einer der wenigen deutschen Entwickler auch international gut ankam. Daher hat mich damals durchaus interessiert, was da noch kommen könnte. Die Figuren wie bspw. der Holy Avatar waren schon für das Rollenspiel ausgearbeitet, Holy sollte bspw. ein Begleit-NPC sein. Der Humor war auch schon angelegt. Mit Carsten Edenfeld hatte er noch einen Kompagnon von vormals Piranha Bytes. Konnte ich mir vorstellen, dass da was interessantes rauskommt. Die finalen Produkte entsprachen dann aber leider nicht meinen Genrevorlieben.

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Wäre soooo schön, wenn die mal endlich wieder Heretic oder Hexen machen dürften :sob:
Raven Software war für mich damals genauso wie id Software. Aber selbst id Software ist irgendwie nicht mehr das gleiche, bei den alten Zeiten merk ich beim Namen bei id Software immer noch dieses Gefühl, in der Gegenwart das id Software is für mich halt einfach ein Studio wie jedes andere.

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Ja, bei mir auch. Wobei auch heutiges id recht cool ist. Raven sollte endlich mal Hecatomb machen!

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Und da ja gerade so Boomer-Shooter, oder wie man die nennt, wie Bolt Gun, En Vogue sind, wäre es ja voll geil, wenn die Hecatomb dann auch im Stil von Heretic und Hexen machen würden. Wobei ich auch nichts gegen eine größere Auflösung hätte oder gar Voxels statt Pixel.

Wenn ich das richtig verstanden habe, sind Raven bei Black Ops gerade für die Kampagne die Hauptverantwortlichen. Ich fand Cold War tatsächlich erstaunlich gut, wenn man bedenkt, dass ich zu der Serie und eigentlich auch dem Genre sonst gar keinen Bezug habe. Auch vom jüngsten Black Ops hört man kampagnentechnisch nur Gutes, und ich würde behaupten, das liegt eindeutig an Raven Software. Da ist imho noch nicht alles verloren. :slightly_smiling_face:

Aber ich hasse halt diese ganze Call of Duty-Kacke :see_no_evil_monkey: First Person Shooter mag ich nur sowas wie Doom, Duke, Blood, Quake, Heretic. Wolfenstein geht noch gerade so. Serious Sam oder Bulletstorm is auch OK.

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Tatsächlich finde ich es bei Spielen viel schwieriger als etwa bei Filmen oder gar Musik sowas wie ein Guilty Pleasure zu finden. Das kommt vermutlich meist durch ihre Länge und die Komplexität ihrer Rezeption, sprich ihre Interaktivität. Soll heißen, Spiele mit denen ich mich lange genug beschäftige, haben vermutlich auch ein gewisse grundlegende Qualität bzw. zocke ich wohl hauptsächlich Titel, die in der allgemeinen Wahrnehmung als gut gelten.

Guilty Pleasures laufen für mich meist unter „geistlos, aber lustig“ oder „haben ganz bestimmte, reizvolle Stärken, dass ich die offensichtlichen und eigentlich überwiegenden Schwächen hinnehmen kann“ oder „so blöd, dass es gut ist“. Ich würde auch nicht sagen, dass es nur Werke betrifft, die irgendwie gegen eine Massenmeinung anstehen, weil oft schließt das Sachen ein, die eben sehr populär sind. Im Filmbereich wären das bei mir zum Beispiel die Fast & Furious-Reihe oder 80er Macho-Actionkino. Ich feiere die persönlich (bis zu einem Grad) , bin mir aber über diese Subjektivität und wie gesagt deren Unzulänglichkeiten absolut im Klaren, weswegen ich sie, wenn überhaupt, nur unter starken Vorbehalten empfehlen würde.
Das ist vermutlich der „schuldige“ Anteil dahinter: Man konsumiert und unterstützt damit etwas, dessen Qualität in der Gesamtsumme keine Unterstützung verdient.
Deswegen ist das vermutlich auch vor allem ein Begriff für Menschen, die ausgiebig über die Medien reflektieren, welche sie so konsumieren.
Sowas funktioniert narrativ oder bei etwas abstrakterem wie Musik schon eher. Bei Videospielen muss die spielerische Komponente aber einen gewissen Reiz haben, sonst bleibe ich ja nicht dran, weil ich nun mal selbst die handelnde Person bin.

Bevor ich das aber wieder mal überanalysiere, sind mir doch noch ein paar Beispiele eingefallen. Allen voran alte Beat’em ups, sofern ich sie mit Quick Save oder unendlichen Continues/Credits spiele. Ich mache diese Differenzierung ganz bewusst. Denn spielmechanisch sind die Pionierwerke aus dem Genre wie Final Fight noch äußerst simpel, aber trotzdem schwer bis unfair, weswegen ich nicht die Muße habe, mich da ernsthaft einzuarbeiten. Wenn ich aber praktisch keine Bestrafung erfahre, dann kann man sich da mal 'ne Stunde lang hirnlos durchprügeln. Das ist dann schon das spielgewordene Äquivalent zum besagten 80er-Actionkino. Allerdings müssen auch diese Titel wenigstens ein befriedigendes Spielgefühl und eine audiovisuell stimmungsvolle Umsetzung abliefern, sonst bin ich ganz raus. Deswegen kann ich auch gar nichts mit Double Dragon anfangen (dessen grottige Filmumsetzung übrigens eines meiner liebsten Film-Guilty Pleasures ist), weil das hässlich ist und keinen Spaß macht.

Modernere Vertreter - und das schließt bereits einige aus den späten 90ern ein - haben jedoch oft genug Spieltiefe, um sie als ernsthaft gute Spiele zu deklarieren. Von daher muss ich den Begriff hier wieder einschränken.

Sich mit modernen Hilfsfunktionen durch knüppelharte Klassiker zu schummeln, ist aber vielleicht ganz allgemein ein Guilty Pleasure von mir. Ich liebe zum Beispiel die Castlevania-Reihe für das Setting, die Musik und tolle Einfälle bei Leveldesign und Gegnern. Aber mich nochmal durch diese oldschoolig erbarmungslosen Spielen zu ackern? Nee, nee! Da liegt die „Schuldigkeit“ also wohl eher in meiner Herangehensweise als in vermeintlichen Unzulänglichkeiten der Titel.

Und weil ich gerade noch dabei bin, sie alle wieder durchzuspielen: Die Uncharted-Reihe. Das wirkt natürlich etwas vermessen, weil die einen enorm guten Ruf haben und das teils zurecht. In meinen Augen haben die jedoch einige eklatante spielerische Schwächen, weswegen ich da einfach auf 'nem niedrigen Schwierigkeitsgrad durchfege und so eine sympathische, aber (oft auch erzählerisch) stumpfsinnige Action-Abenteuer-Achterbahn bekomme.

Ach so, und dann fällt mir da noch der „Yakuza-light“ Story-Modus von Street Fighter 6 ein. Der ist spielerisch ziemlich grindy und inhaltlich hanebüchen und sieht dazu auch noch teils bizarr aus, mit seinen verrückten, puppenartigen Editor-Figuren. Aber ich liebe die Stimmung und den Trash-Faktor einfach und finde den Modus mega charmant.

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Kennst Du Graven oder hast das vielleicht sogar mal probiert? Müsste ja was für dich sein, oder?

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