Kid Icarus (SSF 88)

Original Post: Kid Icarus (SSF 88) | Stay Forever


Worum geht’s? 1986 erscheint mit Kid Icarus ein ungewöhnlicher Plattformer für das NES, der Elemente aus Action, Jump ’n’ Run und Rollenspiel vereint – und dabei deutlich sperriger ist, als sein niedlicher Held vermuten lässt. Als geflügelter Engel Pit kämpft man sich durch vertikale und horizontale Labyrinthe, sammelt Herzen als Währung, verbessert seine Ausrüstung und stellt sich schließlich Medusa, der Göttin der Finsternis. Fabian und Gunnar sprechen in dieser Folge über die Entstehung des Spiels im Umfeld von Metroid, die Mischung aus antiker Mythologie und 8-Bit-Design sowie die Frage, warum Kid Icarus trotz seiner Ecken und Kanten bis heute Kultstatus genießt.


Kid Icarus, deutsche Version, NESInfos zum Spiel:

Thema: Kid Icarus, 光神話 パルテナの鏡

Erscheinungstermin: 1986

Plattform: NES

Entwickler: Nintendo R&D1

Publisher: Nintendo

Genre: Jump&Run

Entwickler: Toru Osawa, Gunpei Yokoi, Satoru Okada

Musik: Hirokazu Tanaka


Screenshots:

Titelbild
Flugabschnitt in Welt 4
Shops
Ausrüstung und Karte
Sprungpassagen
Passwortsystem
Vertikale Abschnitte
Horizontale Abschnitte
Frei bewegliche Gegner
Bosskampf
Der Weg in den Himmel
Medusa

Produktions-Credits:

Sprecher, Redaktion: Fabian Käufer, Gunnar Lott

Audioproduktion: Fabian Langer, Christian Schmidt

Titelgrafik: Paul Schmidt

Intro & Outro: Nino Kerl (Ansage); Trash80.com (Musik)


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Das Spiel erinnert mich an die Besuche bei meiner Großtante in den 80ern. Die hatten ein NES und das war für uns natürlich eine Attraktion.
Die meiste Zeit lief natürlich dann bei uns Super Mario Bros bzw spätr auch Teil 2, aber Kid Icarus hatten sie auch.

In meiner Erinnerung hatte das eher bedrohliche Vibes. Der schwarze Hintergrund (ok, den hatten viele Spiele), der Schwierigkeitsgrad. Auch die Musik hat sich mir da eingebrannt.

Dank des Passwort Systems haben wir auch mal den letzten Level gesehen, aber aus eigener Kraft sind wir da nie weit gekommen.

Und ich kann mich noch gut daran erinnern, dass das NES da teils über Wochen durchlief (nicht wenn wir zu Besuch waren) eben weil man bei vielen Spielen nicht speichern konnte.

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Danke für die Folge, die Marke hat mich tatsächlich immer schon interessiert, wo die herkommt. Die war einfach da und ich wusste nie so genau, warum eigentlich. Das hat sehr geholfen.

Eines müsstet Ihr mir jedoch erklären, nämlich warum Amor kein griechischer Gott sein soll? Beim zunehmenden Aufkommen der Darstellungsform Eros’ als kleiner pummeliger Engel waren die Griechen zwar mittlerweile Teil des römischen Imperiums, aber das wiederum war zu dem Zeitpunkt auch schon stark durchhellenisiert und mindestens die Hälfte des Imperiums hat eher Griechisch als Latein gesprochen (Stw. Neues Testament) und war ökonomisch deutlich wichtiger. Daher konnte ich der Einlassung nicht ganz folgen. :slightly_smiling_face:

Verstehe den Punkt nicht.

Wenn etwa primär in Rom entsteht (okay, als Ableitung aus was Griechischem), ist das Entstehende doch trotzdem römisch und nicht automatisch griechisch? Egal, wie viel Griechisch im Reich gesprochen wird? Das macht doch schon der Name deutlich?

Oder meinst du, dass halt Eros ein griechischer Gott ist, dann Amor eben auch, weil abgeleitet? Aber dann dürfte man von römischen Göttern gar nicht sprechen, die sind ja alle den Griechen nachempfunden?

Oder check ich da deinen Punkt nicht?

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Für mich war das früher auch eines der faszinierendsten Spiele, aus ähnlichen Gründen.

Ich selbst hatte damals wie die meisten wahrscheinlich einen PC (oder noch einen C64?), ein oder zwei Freunde besaßen einen Amiga, aber das NES genoss in unserem Umfeld Seltenheitswert und fühlte sich dadurch immer ein bisschen fremd und sehr spannend an - Zelda, “Mario” 2 oder eben Kid Icarus hatten irgendwie einen ganz eigenen, etwas kruden Charme.

Neben dem Design an sich spielte da sicher auch die Farbpalette eine große Rolle; selbst für damalige Verhältnisse sieht das alles ein bisschen seltsam aus, passte aber zugleich zum Setting. Ist leider etwas, das sich heute kaum replizieren lässt, selbst wenn man es (wie zum Beispiel das ansonsten sehr gute Shovel Knight) wirklich darauf anlegt.

Schöne Erinnerung jedenfalls!

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Zu der Zeit hatten wir weder Computer noch Konsole. Ich glaube wir hatten ein Donkey Kong Game & Watch vorher.

Dementsprechend gab es das NES bei meiner großtante und den Amiga des Bruders meines besten Freundes. Letzterer war faszinierneder aber in beiden Fällen war der Zugriff stark limitiert.

Kid Ikarus und Metroid waren uns eigentlich zu schwer und bedrohlich - aber gleichzeitig hat das natürlich eine ganz beondere Athmosphäre erzeugt.

Und Spiele wie Popeye, Ice Climber oder Donkey Kong machten schon damals einen deutlich simpleren Eindruck.

Klar, es gab dann noch Zelda 1 & 2 (wobei ich auf 2 auch nicht gut klar kam), aber die meiste Zeit lief bei uns Super Mario Bros und Teil 2.

Aber Kid Ikarus hat auf jeden Fall auch einen durchaus positiven Eindruck gemacht, aber war uns halt am Ende zu schwer.

Kid Icarus: das bayrische Kind, das kein Russe sein wollte! Oh Gott, entschuldigung… :joy: Welch schlechtes Wortspiel… :see_no_evil_monkey:

Eine sehr interessante Folge und vor allem: sehr interessant, die Zuhörer-Reaktionen zu lesen. Denn auch ich war grundsätzlich an dem Spiel interessiert, eine gewisse Faszination war vorhanden, aber weder ich noch Freunde in meinem Bekanntenkreis besaßen dieses Spiel. Dieser Umstand führte dazu, dass ich das Spiel bis heute nicht gespielt habe, es aber als Franchise immer vor Augen hatte und als wohlige Kindheitserinnerung wahrnahm.

Offenkundig scheint es nicht mir so gegangen zu sein, denn so wie ich Euch in der Folge verstehe und so wie ich die Reaktionen deute, scheint meine Vergangenheit sich mit der anderer Kinder der 80er zu decken.

Hat Spaß gemacht!

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Wer ein Küsschen am Ende will, und groß werden will, schreibt am besten das Passwort rein:

0COamy 1DPbnz

2EQco? 3FRdp!

Mal ehrlich: Das war ein fauler Entwickler, Spalte 1 runter, Spalte 2 runter. Spalte 3 runter, Spalte 4 runter… Ich hab es zufällig entdeckt, als ich mal einfach das ausprobiert hatte. Herrlich! Und nicht vergessen, mit dem zweiten Controller kann man den Preis verhandeln!! (Manchmal werden die Händler sauer und dafür teurer!!)

Und ja, die Auberginen-/Melanzani-Zauberer sind super nervig! :joy:

Okay, dann verstehe ich, wo es herkommt. Imho ist das eine retrospektive Betrachtung nach heutigem Nationalverständnis, das so auf die Antike nicht zutrifft. Die Idee der Nationalstaaten ist eine moderne Idee, die die Römer so sicher nicht geteilt hätten und umgekehrt auf die Griechen in der Einheitlichkeit nie zutreffend war. Ein Großteil von denen war bspw. zwei Jahrhunderte lang unter persischer Herrschaft, aber trotzdem ein prägender Teil der griechischen Kulturlandschaft. Das römische Imperium war dazu ein sehr integratives Gebilde, was auch einen erheblichen Teil seines Erfolgs ausmachte. Römer sein war der Besitz des Bürgerrechts, und das basierte nicht exklusiv auf Blutabstammung, sondern war seit jeher Teil des Modells (Bürgerrecht im Gegenzug für Folgsamkeit). Die Einverleibung Griechenlands ins römische Imperium ist daher auch nicht gleichzusetzen mit dem Ende der griechischen Kultur. Die griechische Kultur lebte einfach unter neuen Herrschaftsverhältnissen weiter und wurde von den Römern vollkommen absorbiert. Es war für sie auch gar nichts Neues. Süditalien und Sizilien war schon griechisch kolonisiert, als die Römer erst allmählich anfingen, ihren Einflussbereich auszudehnen (magna graecia). Ein erheblicher Teil der griechischen Vasen und ihrer mythologischen Darstellungen wurde in Etrurien gefunden. Die Römer waren also von Anfang an kulturell stark griechisch geprägt und sind dann immer weiter mit der hellenistischen Welt verschmolzen. Daher kann man das meinem Kenntnisstand nach gar nicht so sehr voneinander trennen.

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Herzlich Willkommen im Stay Forever Hörerforum. :floppy_disk: :joystick: :hugs:

Danke für die Folge. Ich hatte mit dem NES Spiel damals keine Berührung, aber das GameBoy Spiel haben wir mit großer Begeisterung durchgespielt.

Die NES Version hab ich zwar schon oft angefangen, aber bin damit nie warm geworden. Umso besser dass ihr jetzt darüber sprecht.

Wird es noch ne Trivia-Folge für Unterstützer geben?

Kid Icarus habe ich damals gerne auf dem Gameboy gespielt. Der Endboss hat mich als Kind wirklich beeindruckt!

Der Gameboy Teil spielt übrigens laut Packung in Engel-Land. Da scheint es ihnen dann wohl aufgefallen zu sein :grinning_face:

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Ja, das ist mir schon klar. Dennoch wird ja zwischen römischen und griechischen Göttern unterschieden. Aber du meinst, das ist irgendwas, was ich falsch gelernt habe in der Schule und heute würde man sagen, es gibt keine römischen Götter, auch nicht in Form einer Art kultureller Aneignung, sondern das sind griechische Götter der Definition nach?

Den Game Boy Teil habe ich nach einigen Anlaufschwierigkeiten mal eine Sommerferien lang (durch)gespielt, am Ende sogar durchaus mit Genuss und ich halte es tatsächlich auch für eines der spannenderen Game Boy Spiele (zumindest von denen die dichter am NES als am SNES dran sind - durch den langen Support kann man auf dem Game Boy ja ganz prima nach empfinden wie sich das Gamedesign in 10 Jahren radikal geändert hat), weil einfach auch da sehr viele Systeme drin sind und das Spiel einen immer wieder überrascht. Ich finde auch das da doch einiges passiert ist damit das Spiel nicht so ein Abfuck ist wie das NES Original.

Am NES / Famicom Teil hingegen beiße ich mir bis heute noch die Zähne aus, da habe ich einfach nach kürzester Zeit so gar keinen Bock mehr. Da spiele ich lieber Metroid, gleiche Engine aber vieeeel besseres Spiel!

Ich komme langsam mit den ganzen Podcast in argen Verzug. Und damit meine ich nicht nur Stay Forever, aber irgendwie fehlt mir etwas die Zeit. Glücklicherweise verlieren die Stay Forever-Podcasts nicht an Aktualität.

Kid Icarus kenne ich sogar, weil ich es selber gespielt habe. Also zumindest den ersten Level, oder besser gesagt, denn Anfang des ersten Levels. Weiter bin ich nie gekommen. Zugegeben, wirklich intensiv habe ich es jetzt auch nicht gezockt, aber ich verbuche das Spiel mal als ordentlich schwer. Aber es hat ein interessantes Setting und wurde damals wohl auch in den Zeitschriften hoch bewertet. Und ja, irgendwie hatte es auch für mich damals einen gewissen Reiz. Ich bin tatsächlich gespannt auf den Podcast. Ich muß nur die nötige Zeit finden (und zwei/drei Podcast über andere Themen anhören).

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Ich bin irritiert.

Die meisten Religionen und Kulturen haben sich gegenseitig beeinflusst. Trotzdem lassen sich Unterschiede feststellen. Nehmen wir den Sitz der Götterwelt auf dem Olymp bei den Griechen und den Sternen bei den Römern.

Ich bin mir auch nicht so sicher, ob man Amor und Eros so gleichstellen kann. Eros war das Prinzip der Anziehung, welches das anfängliche Chaos ordnete, Uranos und Gaia „heiraten“ lies, etc. Aus der römischen Mythologie ist mir das mit Amor nicht bekannt, kann mich da ggf. Jemand korrigieren?

Wobei KidIcarus eher Ähnlichkeit mit Hermes hat, bedenkt man die Wahl der Waffen im Krieg um Troja.

Zum Thema: Mario, Link und KidIcarus waren die ersten NES Figuren, die ich bei Freunden im Urlaub sah. Überraschenderweise sind nicht die erstgenannten für mich die Ikonen von Nintendo, sondern Kid. Irgendwas hatte diese Figur an sich, dass sich liebevoll in mir festgegraben hat. Danke für die Folge :heart:

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Bin kein Experte für Amor/Eros, daher will ich mich da nicht zu weit rauslehnen. Aber es ist nicht ungewöhnlich, dass es unterschiedliche Interpretationen derselben Gottheit gibt oder sich diese über die Zeit verändern. Amun ist auch nicht dafür bekannt im Olymp zu residieren, hat die griechischen Bewohner von Kyrene aber nicht gehindert, an die Gleichsetzung von Zeus mit Amun zu glauben, genauso wie Alexander der Große problemlos als Sohn des Zeus Ammon durchging, ohne dadurch einen Bildersturm in Olympia auszulösen. Eine Athena Parthenos, wie sie in Athen verehrt wurde, vereint andere Aspekte auf sich als eine Athena Chalkioikos aus Sparta. Die Antike war da nicht dogmatisch und hat jede Alternativerzählung als Häresie auf den Scheiterhaufen geführt (vermutlich auch weil nicht sofort irgendein Idiot wie ich im Internet geschrieben hat „Das stimmt so aber nicht“ :grin:). Der Umgang mit den Göttern war deutlich pragmatischer als bspw. in den abrahamitischen Religionen mit dem Glauben an einen unfehlbaren Schöpfergott. Da darf es keine Abweichungen von der reinen Lehre geben.

Sagen wir eher vereinfacht.

Wenn die Erotendarstellung, wie meine oberflächliche Recherche bislang ergab, in antoninischer Zeit en vogue war, dann könnte man aus heutiger Sicht vielleicht vereinfachend von einer römischen Gottheit sprechen (weil politisch imperium romanum), schließt aber nicht aus, dass „die Griechen“ darin nicht auch eine Variation ihres ursprünglichen Eros erkannt hätten. Der ist nicht römisch aufoktroyiert, sondern in einer Zeit der gemeinsamen Verbindung von römischer und griechisch-hellenistischer Welt als gemeinsam akzeptierte Interpretation entstanden. Die römischen Kaiser haben sich zunehmend an der hellenistischen Kultur orientiert und gerade in antoninischer Zeit sind die beiden Welten untrennbar miteinander verschmolzen. Hat einfach auch damit zu tun, dass die hellenistische Kultur bessere machtpolitische Ansätze für die Etablierung einer Herrschaftsidee liefert als die Kultur der ursprünglichen römischen Republik. Daher ist es nicht immer so einfach zu sagen, ob die Griechen römischer oder die Römer griechischer wurde.

Der obligatorisch krude Vergleich in der Forendiskussion: Vielleicht ein bisschen wie Kartoffelsuppe. Du magst Kartoffelsuppe, Deine Frau auch und hat dafür sogar ein tolles Rezept von ihrer Oma. Weil Du kein Estragon magst, habt ihr Euch stattdessen auf Petersilie geeinigt, ansonsten aber orientiert Ihr Euch weiter an Omas Rezept. Und obwohl Du es von zuhause ursprünglich mit Ingwer gewürzt kennst, seid Ihr Euch einig, dass es weiterhin Kartoffelsuppe heißen darf. In Deinem Verständnis ist es einfach eine wohlschmeckende Kartoffelsuppe, für Deine Frau im Kern immer noch Omas Kartoffelsuppe. Daraus entsteht für Euch kein Deutungskonflikt, der Familienfrieden bleibt gewahrt. Für mich von außen ist es mangels besseren Wissen die Lottsche Kartoffelsuppe, weil ihr für mich einfach nur als „die Lotts“ erkennbar seid. (Wer von Euch in dem Gleichnis jetzt der Grieche und wer der Römer ist, überlasse ich der Interpretation. Die Fußform könnte einen Anhaltspunkt liefern. :face_with_tongue:)

Ums vielleicht auch vorläufig abzuschließen: So ganz ohne Begründung fand ich die Aussage erstmal überraschend, weil sie meinem Verständnis dieser Epoche erstmal widerspricht. Ich kann nicht komplett ausschließen, dass es Argumente dafür gibt. Bislang konnte ich sie aber auch nicht erkennen, daher die Nachfrage. Was in der Schule oder der allgemeinen Vorstellung rumschwirrt, entspricht nicht immer dem Forschungsstand. Die Forschung weiß bspw. seit dem 19. Jahrhundert, dass Figuren genau wie Tempel bunt bemalt waren. Hollywood hat es aber erst mit der HBO-Serie Rome und der Oliver-Stone-Verfilmung von Alexander dem Großen gemerkt. In Cleopatra und Quo Vadis waren sie noch schön marmorweiß, was in Kombination mit dem aktuellen Zustand dann das kollektive Gedächtnis nachhaltig geprägt haben dürfte. Vermutlich hat Attic deswegen auch keine allzu großen Recherchen darauf verwandt und die griechisch lesbaren Tempelformen in der DSA-Trilogie einfach ebenfalls weiß dargestellt. Ist irgendwie nicht ganz falsch, aber unvollständig. :slightly_smiling_face:

Aber das ist doch alles total meta und hat mit dem eigentlichen Punkt nichts zu tun, imo.

Hätten die Griechen den Gott unter dem Namen Amor als zugehörig zu ihrem Pantheon bezeichnet? Wenn ja, mea culpa. Wenn nein, q.e.d.

Oder, hinkendes Beispiel: Lass annehmen, dass die Fleischbällchen, die fast jede europäische Küche kennt, aus dem arabischen Raum kommen („Kufta“). Die Köttbullar in Schweden, der Sage nach von Karl dem XII. aus der Türkei mitgebracht, sind davon klar abgeleitet. In einem Videospiel über Arabien nennt der Designer nun die Kufta Köttbullar. Als jemand einwendet, Köttbullar seien doch aus Schweden, sagt er, nee, das sei ja eindeutig arabisch in der Herkunft und die arabische Kultur habe viele Einflüsse und ein Araber würde das Konzept der Kufta erkennen und so weiter. Aber Araber würde sie nicht Köttbullar nennen oder, weil das eine spezifisch schwedische Variante beschreibt, egal wie die kulturellen Strömungen laufen, oder?

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Also erstmal: Das war ja eh erstmal nur ein Nebensatz, der aus drei Punkten bestand:

  • Pits Darstellung lehnt sich klar an Amor an
  • Amor ist ein römischer Gott, kein griechischer
  • Amor ist auch nicht dafür zuständig, Monster abzuschießen

Ich glaube erstmal, auf Punkte 1 und 3 können wir uns alle einigen. :grinning_face_with_smiling_eyes:
Das Spiel selbst behauptet ja an keiner Stelle, dass er Amor sei. Zumindest erwähnen Gunnar und Fabian das nicht.

Ich bin da beim Hören der Folge auch kurz drüber gestolpert und habe dann erstmal nachgeschlagen, weil doch eigentlich alle römischen Götter ursprünglich griechisch waren, und tatsächlich (wie ja auch schon hier beschrieben) wurde Eros in der hellenischen Periode zunehmend als Junge mit Pfeil&Bogen dargestellt.

Ich glaube allerdings, dass das für die klassische Popkultur eher irrelevant ist: Bei „Gott mit Toga und Blitzen“ werden alle Rufen „Zeus!“ (und nicht „Jupiter!“), bei einem Kriegsgott ist wahrscheinlich auch „Ares!“ der Spitzenreiter und nicht „Mars!“…aber schon beim Meeresgott sind „Poseidon!“ und „Neptun!“ vermutlich gleichauf (zu viele Piraten-Spiele, die mit Neptun hantiert haben) und wenn jemand einen kleinen Jungen mit Bogen sieht, wird man vielleicht noch „Cupid!“ rufen, wahrscheinlich aber doch „Amor!“. An „Eros“ denkt da niemand. Insofern passt technisch gesehen er vielleicht schon in das ganze „griechische Mythologie“-Oberthema, ist aber zumindest ein ungewöhnlicher Kandidat, den man (ohne erst ein Lehrbuch aufzuschlagen) schon deutlich mehr mit Rom assoziiert als mit Athen.

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Kann sogar sein, dass wir alle falsch liegen, und die korrekte Bezeichnung Cupido ist.

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