Dank dem Transkript hab ich mal die Beispiele aus der Shadowrun Folge herausgesucht, die u.a. auch ein Auslöser waren, bzw. in den Kontext passen:
Rahel:
[2:30] Ja, es ist eine düstere, brutale und schmutzige Zukunft, eine hyperkapitalistische Welt, viele Megakonzerne und trotzdem ist es an vielen Stellen auch sehr humorvoll, wie du das schon hervorgehoben hast.
Da geh ich ja mit, ob hyper kann man sich streiten aber es ist eindeutig eine düstere und brutalere Zukunft. Kann man als „Fakt“ (ka ob man das bei Fantasiewelten so nennen mag) sehen. Zumal hier klar nur auf diese Welt der Bezug genommen wird.
Rahel:
[32:33]…
Also man erkennt ganz genau in Shadowrun, was sind so die Gegebenheiten von unserer Gegenwart, die völlig aus dem Ruder gelaufen sind. Also deregulierter Kapitalismus, die wachsende Macht von global agierenden Unternehmen, Pandemien und so weiter und so fort. Das sind alles Dinge, die wir jetzt auch schon kennen, die in Shadowrun auf 180 aufgedreht werden.
Das interpretiere ich als Hörer in dem Moment als sei das ein anerkannter Fakt. Das mag aus der Brille der Podcasterinnen vmtl. auch so seien, würde aber kritisch hinterfragen ob der dergulierte Kapitalismus bei den hohen Staatsquoten und umfangreichen Regulierungen nun wirklich korrekt ist.
Wir haben hier also einen Bezug zur Realität, der hier aus meiner Sicht nicht belegt wird.
Dazu dann im weiteren Verlauf:
Mháire:
[55:38] Ja, es bewegt sich von Einheit und Demokratie wieder weg. Was ja dazu passt, dass wir eben diese Dystopie mit Konzernherrschaft haben, denn der Kapitalismus will ja nicht gemeinsame Einheit und Demokratie. Im Grunde entwickelt sich die Welt in ein Spielfeld, wo die Oligarchen recht freie Hand haben in jeder Hinsicht.
Auch da würde ich hinterfragen worauf die Annahme beruht, dass der Kapitalismus keine Einheit und v.a. Demokratie will. Wobei zur Verteidigung von Mháire es nicht ganz klar ist ob sie sich da rein auf die Umsetzung in Shadowrun oder auf unsere Welt bezieht.
Oder der Bezug zu Lone Star:
Rahel:
[1:14:56] Das ist der eine Punkt, aber es ist auch noch spezifisch die Lone Star Police Force. Es ist ein Polizeiprivatunternehmen, gegründet in Texas.
Mháire:
[1:15:06] Es ist eigentlich nichts, mit dem man sich anlegen will. Und darauf basiert auch ihr Ruf und ihre Dienstleistung. Also die sind das Klischeebild des Ich schieße zuerst und frage danach Sheriffs. Nur eben mit militärischen Waffen aufgerüstet und in schweren Fahrzeugen unterwegs und von Privatleuten mit viel Geld unterstützt. Moment, das ist gar nicht so viel anders als die Realität.
Wo haben wir das denn in der Form in der Realität, zumindest wenn wir uns auf demokratische Länder fokussieren?
Zu hinterfragen wäre auch im folgenden Ausschnitt wie das eigentlich gemeint war:
Mháire:
[1:46:47] Kann versuchen, dir das zu erklären, weil das Phänomen sich nicht nur auf Shadowrun bezieht, sondern auf viele Pen-and-Paper-Rollenspiele, die realweltliche oder an die reale Welt angelehnte Anteile haben. Und der Grund dafür ist, die wurden von weißen Leuten geschrieben, von durchaus wohlmeinenden und auch linksorientierten weißen Leuten, aber nicht unbedingt welchen mit der tiefsten Ahnung beziehungsweise mit begrenztem Recherchematerial.
Sind nun linksorientierte auch zugleich wohlmeinend und sind es konservative dann automatisch nicht?
Das ist der Punkt den ich meine, es werden politische Aspekte erwähnt und stehen dann dort als vermeintliche Tatsache. Das greift mir etwas zu kurz. Gerade bei Shadowrun spielen die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen ja eine noch gravierendere Rolle als z.B. bei Alien.
Man kann das ja alles durchaus aus seiner eigenen Perspektive auch so sehen und sich dann weniger daran stören, aber ist zumindest nachvollziehbar warum man das mit etwas anderer politischen Sichtweise durchaus anders auffassen kann?
Es schwingt, zumindest rein subjektiv, bei den Themen eine Haltung mit, dass eine bestimmte politische Positionierung die „Gute“ sei und verknüpft das mit den Welten und deren Betrachtung auf die Thematik. Es gibt aber nun mal abseits der politischen extremen Ränder genug legitime Positionen die sich da trotzdem stark genug unterscheiden und die Bewertung anders treffen.