Danke Rahel, dass du trotz der Rahmenbedingungen, darauf eingehst.
Dann war ich auch hier nicht präzise genug. Warum der Verweis da ist, ist mir klar und gerade bei Shadowrun ja sehr deutlich gegeben. Mir ging es ja eher um die Einordnung wie es in der realen Welt zu sein scheint. Da haben wir ja scheinbar eine unterschiedliche Auffassung.
Evtl. hilft es wenn ich es an einem Beispiel doch noch einmal konkret mache und können dann sogar ein etwaiges Missverständnis sogar auflösen.
Bei mir kam z.B. an, dass in unserer Welt ein deregulierter Kapitalismus herrsche. Dem würde ich v.a. was die Deregulierung betrifft nicht so zustimmen. Der Kontext zu Shadowrun ist klar, keine Kritik daran, daher passt ja auch dein Verweis auf 180 aufdrehen, das hab ich ja auch im Zitat mit drin gelassen.
Korrigiere mich bitte, wenn das dann eben falsch bei mir ankam und du das anders gemeint hattest.
Einige Welten haben jedoch mehr politische Messages als andere oder?
Und natürlich ist es keine wissenschaftliche Abhandlung und ich kenne eure Recherche Arbeit auch nicht im Detail, aber sind da nicht zumindest Parallelen? Ihr arbeitet unterschiedliche Quellen durch um die Welt sehr umfangreich und detailliert zu beschreiben und erklären. Das ist ja zumindest ein Teilaspekt des wissenschaftlichen Arbeitens. Ist zumindest nachvollziehbar warum ich für mich es schon in die Richtung ein wenig zuordne?
Da stimme ich dir ja auch vollkommen zu. An dem Teil selbst habe ich ja auch keine Kritik.
Dann nehme ich das als Aufruf mit, auch solche politischen Aspekte, dann in die Folgenthreads zu packen.
Hell yeah! Dass Menschen diese Differenzierung immer mehr abgenommen bekommen durch Zuspitzungen und Tribalismus ist doch der Grund, warum viele denken, sie müssten jetzt komplett rechtsradikal wählen.
Damit wäre doch (zugegeben, verrückterweise) alles gesagt, oder?
In Momenten wie diesen bin ich froh, ein simpler Kerl aus dem Weserland zu sein. Ich lausche den Episoden von SF und freue mich, wenn mir was gefällt. Finde ich was nicht so knorke (kommt selten genug vor), denke ich vielleicht noch kurz drüber nach und hab es bald vergessen. Wenn ich was nicht verstehe, frage ich hier im Forum nach und bekomme oft und schnell dufte Antworten.
Oder noch besser: Du machst einen eigenständigen Thread auf, mit einem konkreten Thema. Zum Beispiel „Lasst uns über Kapitalismus reden.“ - „Inspiriert durch die Beschreibung des Alien-Universums in der Die Welt von-Folge, bin ich an folgender Formulierung hängengeblieben: [Die Formulierung]. Das wirft bei mir Fragen auf… Ich sehe das so und so… Wie seht ihr das?“
Sowas in der Art. Dann kann man sich tief mit einem Thema auseinandersetzen, auch über einen langen Zeitraum hinweg, kann Zitate, Artikel, Videos einbinden und verwässert damit nicht den Thread zur Folge.
Was aber enorm wichtig ist bei Diskussionen, auch und vor allem bei denen die man selbst anfängt, ist die Einstellung, nicht andere überzeugen, sondern dazulernen zu wollen. Fragen bringen einen oft weiter als die eigenen Ansichten zu verbreiten.
UND (das ist vermutlich der am schwierigsten umzusetzende und wichtigste Punkt), es ist okay zuzugeben, wenn man falsch lag. Die eigene Fehlbarkeit tut weh, weil sie einen unsicher macht. Das zu akzeptieren ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Größe.
Ich habe ein ähnliches Problem mit dieser Podcastreihe, will es aber mal ganz bewusst etwas provokanter formulieren: Die soziale und politische Einstellung der beiden Podcasterinen schlägt für meinen Geschmack zu sehr durch. Da werden Dinge kritisiert, die heute vielleicht nicht mehr zeitgemäß sind, aber es wird selten darauf eingegangen, das es zum Zeitpunkt des ursprünglichen Release völlig normal war.
Ganz extrem fand ich das in der Tomb Raider Folge. Da hatte man ganz offensichtlich ein Problem mit der Tatsache, das Lara damals als Sexsymbol vermarktet wurde und hat das Thema so weit wie möglich ignoriert. Eine angebliche “Expertin” zu dem Thema tat sich auch sehr schwer damit und hat für jemanden wie mich, der damals live mit dabei war und zur Zielgruppe gehörte, total an den damaligen Tatsachen vorbei geredet. Fand ich sehr schade und kommt in dieser Reihe in der ein oder anderen Form leider immer wieder mal vor.
Natürlich ist das „damals“ auch schon diskutiert worden. Als ob das mit dem Feminismus und entsprechender Medienkritik 2014 los ging. Die Spielemedien haben halt gegeifert und ihre Babes-Galerien gebracht, aber das war ja auch nur eine Bubble. Eine sehr männerlastige.
was zum Zeitpunkt des Release „völlig normal“ war, kann immer auch damals halt schon total scheiße gewesen sein!
Beispiel (langweilig weil so offensichtlich): Rassismus war mal leider total normal (weit verbreitet auch heute noch, aber nicht mehr „normal“, sondern bekanntermaßen scheiße) ich würde ihn in einem Spiel, das heute in der Retrospektive besprochen wird, aber bitte gerne auch angemessen benannt und beurteilt haben.
Ich finde auch, niemand muß aus ihrem Blick auf die Welt ein Geheimnis machen und darf den im Podcast gerne beibehalten.
Nun ist es so, daß ich persönlich da wohl weltanschaulich nicht auf der anderen Seite gegenüber den Podcasterinnen stehe, deshalb habe ich es hier leicht, ich würde mir aber sehr wohl überlegen, einen Podcast, wo z.B. Rassismus, Chauvinismus o.ä. nicht als solches benannt wird evtl. nicht mehr zu hören.
Okay, vielleicht würde ich dort auch vorher sagen, daß ich das gerne benannt hätte, also ist das ja hiermit offenbar geschehen…
Ich versuche schon, alle Positionen ernst zu nehmen, aber es den Vertretern dieser spezifischer Art von Meinung ist es offenbar nur schwer möglich, sie ohne explizite oder implizite Herabwürdigungen anderer zu äußern. Macht schon keinen so guten Eindruck.
Und leider ist auch wieder kein Argument dabei außer „Ich als Mann eines bestimmten Alters finde/fand da nichts dran“. Das ist leider alles, reine Befindlichkeitskritik.
Ist das echt der Hügel, auf dem man sterben will?
Lasst das einfach, das trägt zur Diskussion nichts bei. Hör das Format einfach nicht, Medienkritik geht nicht sinnvoll ohne Analyse.
Deine Kritik am Format ist also „Früher war Sexismus im Gaming normal, daher darf der heute nicht kritisiert werden.“, verstehe ich das richtig?
Der Sexismus war damals schon daneben, dass das damals in der Selbstwahrnehmung anders empfunden wurde, ändert daran nichts. Interessanterweise wird bei den männlichen Podcastern fast nie über ihre vermeintlichen politischen Einstellungen diskutiert, wenn sich diese kritisch zu Sexismus oder anderen politischen Themen äußern. Bei weiblichen Podcastern wird da gleich von „Expertinnen“ gesprochen. Irgendwie entlarvend.
Ich wiederhole dazu meine diesbezügliche Beobachtung von weiter oben: Weil wir hier da wenig Toleranz für haben und schnell bissig werden, wenn man uns so kommt, hat sich eine verquere Kritikform entwickelt, wo Leute versuchen, die Frauen in unserem Projekt anzugreifen ohne Chris/Gunnar zu kritisieren, ein bisschen so als entstünden die kritisierten Podcasts nicht unter unserer Chefredaktion und seien nicht freigegeben und als seien die kritisierten Personen nicht von uns ausgesuchte und geschätzte Teile unseres Teams.
Meine “Kritik” ist, das das Thema weit gehend ignoriert wurde, obwohl es damals ein Novum war, in sämtlichen Medien diskutiert wurde und viel zum Erfolg der Serie beigetragen hat. Und wenn man sich die Diskussion zum neu angekündigten Titel anschaut, dann ist es auch heute noch ein Thema.
Blockzitat
Eine angebliche “Expertin” zu dem Thema tat sich auch sehr schwer damit und hat für jemanden wie mich, der damals live mit dabei war und zur Zielgruppe gehörte, total an den damaligen Tatsachen vorbei geredet.
Sich damit schwer tun ist eine Interpretation, die nicht zutreffen muss und das auch nicht tut, meiner Meinung nach.
Ich habe den Podcast auch gehört und es wurde natürlich erwähnt, dass es damals vor allem bzw auch stark um Laras Oberweite ging.
Damit ist das Thema aber auch durch, ist bekannt, der Rest ist doch auch viel interessanter.
Damals war das ein Lausbubending, aus dem wir (hoffentlich) herausgewachsen sind mit fortgeschrittener Lebenserfahrung.
Und deine „Kritik“ wäre ja vielleicht ok, aber sie erscheint mir auch nicht sachbezogen sondern persönlich auf dem Rücken der sprechenden Personen vorgetragen. Why?
Genau und zukünftige Generationen verbieten wir dann Karl May zu lesen, weil seine Geschichten ein Weltbild vermitteln das nicht mehr in unsere Zeit passt.
Diese „Kritik“ (immerhin korrekterweise in Anführungszeichen gesetzt) kann ich noch weniger nachvollziehen. In dem Podcast gibt es einen ganzen Abschnitt über die Vermarktung und die öffentliche Wahrnehmung von Lara. Die Vermarktung als Sexsymbol wurde ebenfalls angesprochen.
Ich sehe nicht, wo das Thema da ignoriert worden sein soll. Man darf auch nicht vergessen, dass es ein „Die Welt von…“ Podcast ist, in dem mehr als nur die Vermarktung und das gesellschaftliche Phänomen abgedeckt werden soll. Daher kann es im Rahmen der Laufzeit zwangsläufig nur begrenzt um einzelne Aspekte gehen.
Niemand außer dir hat hier irgendwo bisher von Verboten gesprochen. Aber schön, dass du gleich alle Erwartungen erfüllst und argumentativ direkt wieder auf die gleichen ausgetretenen Pfade abbiegst.
Niemandem wurde irgendetwas verboten. Das ist einfach Quatsch. Und die „angebliche Expertin“ hat zu dem Thema publiziert. In einem Sammelband, der von Forschenden vor der VÖ geprüft wurde. Und anschließen von einem Verlag abgenommen und gedruckt wurde.
Das hier ist einfach eine fadenscheinige und, um mal ganz frei zu sprechen, freche Beschwerde.
Einen Großteil der Kritik rund um Laras Oberweite findest Du im Übrigen auch in der Spielbesprechung von Gunnar und Chris dazu.
Ich weiß ja nicht in welcher Welt du lebst, aber das Verbot von Schriften oder anderen Werken hat eine sehr hohe Hürde in Deutschland. Man soll oder muss aber durchaus kritisch an Werke herangehen und diese nicht unkommentiert für alle Zeit vervielfältigen.
Insofern wird wohl niemand Karl May verbieten, aber ich möchte auch nicht das meine Kinder Cowboy und Indianer einfach unreflektiert wiedergeben, sondern geschichtlich und gesellschaftlich einordnen können.
Und wieso wirfst du das der Folge vor, die sich mit der Welt von Tomb Raider insgesamt beschäftigt (und die ja auch durchaus auf die Entwicklung und den Sexappeal eingeht) und nicht auf die Hauptfolge, die sich ja viel stärker mit dem ersten Spiel beschäftigt hat?
Eigentlich hätte es doch wenn schon da passiert sein müssen.
Wieso wird das Gunnar und Chris nicht mit derselben Vehemenz vorgeworfen?
EDIT:
Ah, der Sommer war trocken. Wir haben viel Material für Strohmänner sammeln können.