Das würde die „Expertin“ aus der Tomb-Raider-Folge unterschreiben.
Und ich auch.
Passenderweise hab ich die Folge zu Tomb Raider, nach Empfehlung von Gunnar, nun auch durch. Beim erneuten Lesen mancher alter Kommentare und der heutigen Diskussion will ich ein paar Aspekte reflektieren. Ich denke auch, dass es mehrere Aspekte gibt, die leicht zu vermischen sind und damit diesen Aspekten nicht zuträglich ist. Und ein paar der Aspekte sind eher subjektiv als objektiv.
Da bin ich durchaus bei dir, es geht auch um dazulernen. Ein Anspruch ist natürlich trotzdem mit guten Argumenten den Gegenüber evtl. von der eigenen Position zu überzeugen. Wobei es mir darum nicht unbedingt ging, sondern meinen Eindruck zu schildern und als Diskussionsgrundlage zu sehen.
Nun meine aktuelle Einordung:
Politische/Gesellschaftliche Kritik im Format
Dazu will ich ein paar Zitate aufgreifen, mein Fazit aber vorweg, dass das wohl primär ein subjektiver Punkt ist.
Das ist ja einer der Aspekte, der bereits diskutiert wurde. Ich hab das ja in einem gewissen Rahmen ins Rollen gebracht. Nach dem Lesen der Diskussion würde ich den Punkt nun für mich so zusammenfassen. Eine Minderheit der Hörer hat zumindest diesen subjektiven Eindruck. Ob das nun faktisch der Fall ist, schwer zu bestimmen. Was ich definitiv nicht unterstellen will, dass das eine bewusste Belehrung ist, das deckt sich nicht mit den Reaktionen. Fliesst es evtl. unbewusst mit ein? Kann sein, da jeder ja seine eigene Prägung hat und die in der eigenen Argumentation vmtl. immer mal mitschwing. Auch rein unpolitisch. Chris und Gunnar formulieren ja auch unterschiedlich und prägen damit ihre Folgen ja auch mit unterschiedlichen Perspektiven.
Was kann man nun damit machen? Wir als Hörer können versuchen solche Anmerkungen weniger belehrend aufzufassen und das eigene Empfinden da anzupassen.
Wird sich am Format was ändern deswegen? Vermutlich eher nicht, da es zum einen eine sehr kleine Minderheit ist, wie es scheint und dazu kommt noch, dass hier sich das Ganze zu hoch geschaukelt hat. Da bin ich sicher nicht unschuldig dran.
Das war ja ein Punkt, den ich so angesprochen habe. Vereinzelt war nicht klar, ist das jetzt die persönliche Meinung/Sicht der Podcasterin oder wird es als Fakt dargestellt. Da fand ich z.B. in der Tomb Raider Folge gut, dass oft genug die Formulierung so war, dass es klar war ob es eine persönliche Sicht war oder nicht.
Kritik an den Podcasterinnen
Da will ich nur kurz auf einen Punkt von Gunnar eingehen, da ich das ungern unkommentiert stehen lassen will um einen falschen Eindruck zu vermeiden.
Es spricht für euch, dass ihr euch dann so klar positioniert, das sollte für sich so positiv stehen.
Ist es in dem Fall leicht als Angriff gegenüber die Frauen zu interpretieren? Ja, kann man so sehen. Aber in genug kritischen Posts ging es ja explizit nicht um die Person und ihr Geschlecht, sondern ja Aussagen in einem Format.
Wie bereits erwähnt, würde ich die sachliche Kritik bei den Punkten auch gegenüber jedem anderen im Team zur Sprache bringen und hab ja auch auf Formate verwiesen in denen mir das auch aufgefallen ist.
Um es ganz klar zu sagen, mir geht es nicht um persönliche Kritik an den beiden Podcasterinnen, die ein Format liefern, dass mir sehr gut gefällt und eine Bereicherung im Portfolio ist. Und die beiden tauchen ja auch vereinzelt in den anderen Formaten ebenso mit ihrer Expertise auf.
Wenn das so angekommen ist, dass es da doch um die persönliche Kritik oder „Herabwürdigung“ (hatte Gunnar ja erwähnt) geht, dann tut mir das leid, weil das einfach nicht das Ziel war noch meine Intention.
Aspekte des Formats und des Inhalts
der Aspekt ist glaub ich zu einem grossen Teil sehr objektiv zu diskutieren und da sind die Meinungen und Erwartungen vielfältiger. Zeitgleich auch weniger „impulsiv“, ist zumindest mein Eindruck.
Dem würde ich sogar eine Frage anschliessen an das Team. Wie ist da der Prozess bzw. euer Vorgehen um solche zusätzlichen Aspekte im Format abzudecken?
Ein paar Aspekte gibt es ja fast immer, welche Timeline(s) gibt es, in welchen Medien ist die Lore vertreten, wie ist die Welt enstanden usw.
Aber ihr nehmt ja bewusst bei fast allen Folgen noch weitere Aspekte mit rein, die sich aus der Welt ergeben und dann betrachtet werden. Habt ihr dann da eine lange Liste die leicht 3-5h Format ergeben und streicht dann oder gibt es einfach für euch naheligende Zusatzaspekte, die es wert sind zu beleuchten?
Und was hilft euch bei der Entscheidung, welche Gäste ihr einladet? Wäre z.B Toby Gard selbst auch passend gewesen? Evtl. habt ihr da ja sogar angefragt.
Das unterstreicht erneut, dass wir unterschiedliche Erwartungshaltungen an das Format haben. Grundsätzlich stört mich so eine Herausforderung nicht, Ich hatte es lediglich nicht in dem Umfang von diesem Format erwartet. Das ist dann wieder ein rein subjektiver Aspekt.
Meine initiale Erwartungshaltung hatte ich ja dargelegt. Diese wurde sowohl von anderen Hörern als auch vom Team konstruktiv kritisiert. Das hilft dann bei der Einordung und konnte damit die Tomb Raider Folge auch ganz mit anderer Erwartung anhören.
Abschlussbemerkung zum langen Post
Ich hoffe ich konnte nochmal darlegen, dass es mir um eine möglichst konstruktive Diskussion ging und auch die Vorwürfe bzw. Unterstellungen entkräften.
Mit der umfangreichen Mehrheit ist die Diskussion ja hier auch wirklich möglich, selbst wenn es etwas hitziger oder forscher in den Formulierungen sein mag. Das finde ich aber noch völlig im Rahmen. Nur vereinzelt wurde IMHO übers Ziel hinaus geschossen.
Ich hatte ehrlich nicht den Eindruck, dass hier sachliche Kritik am Format oder an Aussagen geäußert wurde. Wann immer ansatzweise etwas kam, was einem Argument ähnelte (sowas wie dass politische Aussagen kontextlos eingeflochten werden oder dass ein Aspekt weitgehend ignoriert wurde), stellte sich beim Nachlesen/Nachhören heraus, dass das aus der Luft gegriffen war. Auf konkrete Einlassungen zu diesen Punkten bist weder du noch @lomdar67 eingegangen.
Was bleibt, ist klar. Weiß nicht, warum man da herumreden muss, sowohl du als auch @lomdar67 hast die Kritik aufgemacht mit der angeblichen politischen Richtung der Podcasterinnen. Analyse, die nicht eurem Gefühl entspricht, empfindet ihr als „belehrend“; Analyse, die ihr einer bestimmten politischen Richtung zuschreibt, verursacht euch „Unbehagen“. Dabei ist es offenkundig egal, ob die Analyse gut gemacht ist oder begründet, ob sie am richtigen Platz steht, ob sie Aspekte des Werks erklärt (wie den offenkundigen Antikapitalismus von Alien) oder problematisiert (wie die koloniale Erzählung von Tomb Raider). Ihr wollt die auch nicht widerlegen, ihr wollt, dass ihr die nicht hören müsst.
Das wird eine Diskussion nicht lösen. Und es gibt auch keinen Weg, wie wir euch entgegen kommen könnten, außer mit einer Art Zensur. Ich kann ehrlich nur empfehlen, dieses Format oder meinetwegen den ganzen Podcast nicht zu hören.
So, ich hab’ mir jetzt nochmal deinen Eingangspost genau durchgelesen, weil ich nach über 120 Kommentaren und sehr viel Drumherumdiskutierens ehrlich gesagt nicht mehr wirklich wusste, was eigentlich dein Problem ist.
Ich hab’ das für mich jetzt mal so zusammengefasst:
Punkt 1 (eigentlich 2, aber die Antwort wird vermutlich kürzer): Das Gendern.
Antwort: Ey, echt, deal with it! Diese Diskussion wurde hier oft geführt. Es gibt einen eigenen Thread dazu (mittlerweile geschlossen, aber bestimmt noch lehrreich). Das Thema ist durch. Ich bin auch kein Freund des Gender-Sternchens. Meiner Meinung nach war die Lösung, die früher (Anno vor dem großen Kulturkrieg in den sozialen Netzwerken) ganz selbstverständlich und nachvollziehbar in Texten angewandt wurde (kenne ich so zumindest aus der Uni), wobei das I in der Mitte einfach groß geschrieben wurde, schriftbildlich eleganter, z.B. PodcasterInnen. Aber ich verstehe die Bedeutung dahinter, nämlich Empathie, Inklusion und Respekt. Und momentan hat sich die Sternchenmethode nunmal als die effektivste etabliert. Die Aussprache wird auch immer normaler, je mehr sie angewandt wird. Das ist natürliche Sprachentwicklung. Wer da noch zusammenzuckt oder zurückspulen muss, weil er irgendwas nicht verstanden hat, fixiert sich mit ziemlicher Sicherheit nur auf den Unmut, den er darüber empfinden möchte. Das kann auch einfach 'ne Entscheidung sein. Deine Entscheidung!
Punkt 2: Es wurden Themen angesprochen, aber deinem Empfinden nach nicht ausreichend differenziert erläutert, sondern stattdessen verknappt und pauschalisieren aus der (politischen) Sicht der Podcasterinnen bewertet. Diese Bewertung weicht von deiner Meinung dazu ab. Und ich zweifle stark an, dass du weitere Differenzierung gefordert hättest, hätten Mháire und Rahel sowas gesagt wie „Das veraltete Bild von oberbösen Großkapitalistenkonzern“.
Antwort: Abgesehen davon, was hier schon Andere über die Verifizierbarkeit dieser Kritik gesagt haben: Du bist selbst anscheinend SF-Vielhörer. Das politische Profil des StayForever-Teams sollte inzwischen doch recht anschaulich rübergekommen sein. Und wenn man halbwegs politisch gebildet bist, dann kennt man auch die Begründungen für bestimmte, in diesem Fall tendenziell links-progressive Einstellungen. Ich weiß ja auch warum Rechtskonservative den deregulierten Kapitalismus propagieren, Migranten pauschal denunzieren und alte Rollenmodelle für Geschlechter und Familien pushen wollen.
Um mich also mal in deine Lage zu versetzen: Wäre die politische Einstellung im SF-Team eher neo-liberal und konservativ und würde dann im (Alien-)Podcast so etwas fallen wie „Is’ schon okay, dass Wayland-Yutani so unendlich viel Geld und Macht haben. Sie sind es ja auch, die diese ganzen Weltraum-Ausflüge überhaupt erst möglich machen und die das ganze finanzielle Risiko tragen. Und wenn die Crew der Nostromo nur ganz hart arbeitet, können sie sich in einigen Jahren bestimmt auch 'ne Villa auf Planet PuP5 leisten.“ Dann würde ich sicher auch schlucken und hätte grundsätzlich weniger Spaß am Podcast.
Der Unterschied ist aber, dann muss ich - in diesen Fall also DU - den Mut haben, solche Aussagen konkret (!) herauszufordern, anstatt pauschal zu erwarten, dass meine (also deine) Perspektive noch allumfassend miteinbezogen wird, obwohl sie aus deiner (also meiner) Sicht nicht zutrifft. Das bedeutet also, wie ich es oben auch schon angesprochen habe, mach’ einen eigenen Thread mit einem konkreten (!!) Thema auf und stelle dich der Diskussion.
Kurz: Dein Mut ist gefragt, nicht, dass sich andere dir anpassen.
Ansonsten…

Das ist schade, wenn du nach den langen Diskussionen, Nachfragen und Antworten es weiterhin so siehst. Ich bin sehr wohl auf viele der Nachfragen und auch der Kritik an meinen Aussagen eingegangen und hab es ausgeführt.
Es wird teilweise belehrend empfunden, ja. Das ist eine subjektive Sicht. Es ist aber eben nicht egal, wie du hier ausführst. Ich habe zumindest für meinen Teil dargelegt, wie ich persönlich es besser eingebettet sehe. Konkret habe ich sogar die von dir empfohlene Tomb Raider Folge positiv herausgestellt. Insofern kann ich auch deinen letzten Satz in der Form nicht bestätigen.
Für mich hat die Diskussion mit den Hörern hier durchaus geholfen. Einerseits bin ich zwar nicht der einzige Hörer, dem das aufgefallen ist, aber die Mehrheit findet es passend. Ebenso wurden gute Nachfragen gestellt, die beim Reflektieren geholfen haben. Dazu kommen noch Erklärungen vom Team, die beim Einordnen ebenfalls halfen.
Und von Zensur hab ich nie gesprochen, das wäre auch völlig illiberal und fordernd. Ich habe lediglich erwähnt, was ich persönlich in so einem Fall mir überlegen würde. Es wird sich da von eurer Seite aktuell sicher nichts ändern, ist ja auch völlig in Ordnung. Ich weiss ja nun wie es gemeint ist.
Man kann auf solche Kritik ja extrem unterschiedlich antworten. Man kann sagen „War uns so nicht bewusst, es ist nicht die Absicht zu belehren“ oder „ist uns bewusst, wir sehen es aber nicht als Belehrung“ oder „Ist bewusst so, weil man will belehren“ und viele Antworten mehr. Alles vollkommen legitim und fein. Darum ging es doch letztendlich.
Es ist doch nicht verwerflich auch subjektives Feedback zu geben bzw. zu Kritik, solange man das ohne persönliche Angriffe macht und auf der Sachebene bleibt. Umgekehrt verlange ich auch nicht, dass dann zwingend etwas umgesetzt wird.
Und ist deine Empfehlung an langjährige Unterstützer wirklich, dass man den Podcast nicht mehr hören sollte, weil es einen kleinen Teilaspekt gibt der einen stört?
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast den Ursprungspost zu lesen. Gehe aber mit deiner Auswertung nicht ganz mit.
Du ziehst einen Punkt heraus, den ich in Klammern als reinen Nebensatz erwähnte und in der Gesamtdiskussion keine wirkliche Rolle spielt. Den Thread kenne ich und finde das Fazit dort eigentlich sehr pragmatisch, dass jeder im Podcast seine eigene bevorzugte Sprachvariante wählt.
Korrekt, seit vielen Jahren höre ich effektiv jede Folge und bin auch schon lange Unterstützer. Und das weil ich im grossen Umfang vom Projekt begeistert bin.
Es gibt neben Rechtskonservativ und links-progressiv noch sehr viele andere politische Ausrichtungen. Insofern greift das IMHO zu kurz, aber würde vom eigentlich Thema zu stark ablenken.
Da bin ich ganz bei dir und würde das auch ebenso kritisch sehen. Ich würde in so einem Format genauso wenig eine politische Belehrung in eine Richtung wollen, die sich u.U. mehr mit der eigenen Einstellung deckt.
Das wurde ja bereit empfohlen, dass dann im Folgenthread zu machen. Diese Anregung ist ja angekommen und werde ich auch gezielt bei neuen Folgen so machen, sollte es Bedarf dazu geben.
Nein, ich finde, es ging sehr deutlich um was anderes.
Du tust so, als sei „ich empfinde das als belehrend“ eine sachliche Kritik, auf die wir dann in good faith sachlich antworten müssen. Aber du bringst ja außer der Behauptung keine Belege, deine kontextuellen Anmerkungen waren im Podcast nicht nachweisbar. Es gibt diese Belehrung IMHO gar nicht.
Mini-Exkurs: Das Ding mit dem „Belehren“ ist nun nicht ganz zufällig auch eine antiempazipatorische Chiffre in rechten Diskussionsmustern: Wenn Menschen versuchen, inklusiv zu sprechen oder auf diffamierende Ausdrücke zu verzichten, Zigenunerschnitzel meintwegen, dann steht immer irgendein Typ auf und barmt „Ich habe das schon immer so gesagt, ich darf das sagen, belehrt mich nicht“. Das soll wie eine Abwehr eines autoritären Eingriffs klingen, ist aber natürlich ein Ruf nach Zensur, weil es sich ja nicht gegen ein Sprachverbot richtet, sondern gegen die Redeweise anderer. Ist beim Gendern auch so: Niemand wurde je zum Gendern gezwungen, aber Tausende mittelalter Männer schreiben in Foren und auf Socials gegen das Gendern anderer an, weil ihnen angeblich das solches Leid zufügt.
Ich will dir nicht unterstellen, dass du voll auf diesen Trip bist, du hast diese Muster nur vorsichtig verwendet, aber es bleibt von deiner angeblichen Sachargumentation eigentlich nur das, was du parallel dazu telegrafiert hast: Das „Unbehagen“ an dem, was du in deinem dualen Blick auf die Welt als andere politische Meinung identifizierst. Und das können wir leider nicht ändern.
Du bleibst also dabei, dass es nach deiner Sicht um eine Kritik an Frauen geht, wie du am Anfang als „übliche“ Kritiken bezeichnet hast? Ist das dann nicht auch ein Fall von Interpretation aus deiner Perspektive mit Blick auf meine oder andere Kommentare?
(auch hier, korrigiere mich, wenn ich dein Zitat falsch interpretiert habe).
Ich bleibe da gerne energisch, dass es nie um ein „Muss“, eine „Pflicht“ oder „Zensur“ ging.
Wenn du meine Ausführungen zu den konkreten Beispielen nicht als hinreichend ansiehst, ist das ja okay und kann man gut mit leben, selbst wenn man es nicht teilt. Wenn du auch sagst, dass es diese Belehrung aus deiner Sicht nicht gibt, dann ist das ja sogar aus meiner Sicht positiv, weil du damit ja indirekt sagst, dass es nicht um Belehrung geht.
Ich sehe in deinem Exkurs leider nicht wo es ein autoritärer Eingriff ist. Wenn jemand bewusst ein anderes Wort für Zigeunerschnitzel verwendet ist das doch nicht autoritár. Es wird das erst, wenn verlangt wird, dass das die einzige zu verwendete Formulierung zu sein hat. Und wie ich oben schon erläutert habe ist es kein Ruf nach Zensur, wenn man das anspricht. Es wäre auch das erst, wenn man sich für ein Verbot aussprechen würde. Es ist schon ein Unterschied zwischen: „Ich finde die Formulierung unpassend/unangebracht“ und „Ich verbiete dir diese Formulierung“.
Das könnte man jetzt auch so lesen, dass du mir ein rechtes Narrativ oder Denkmuster zuschreibst, wenn du das als Trip bezeichnest. Auch hier, magst du evtl. den Eindruck aus deiner Perspektive haben, das gestehe ich dir auch gerne zu weil es in politischen Diskussionen diese Brillen nun mal gibt und es aus deiner so aussehen mag. Aber bitte bleibe da differenziert genug, wenn ich mich schon extra davon distanziere.
Aber ich muss dann doch etwas klarstellen, ehe mir hier rechte Tendenzen unterstellt werden. Ich ordne mich primär dem klassischen Liberalismus zu. Positioniere mich also klar gegen radikalen Extremismus egal welcher Ausrichtung, als auch klar gegen Autoritarismus und somit auch Zensur. Natürlich ist man dann auch eher gegen Etatismus und ein Befürworter von Freiheiten.
Was ja, wie gesagt, auch okay ist. Ihr teilt meine Kritik nicht und seht daher auch keinen Bedarf etwas anzupassen und habt ja da auch die Mehrheit hinter euch. Und ihr habt, meinem Eindruck nach, dargelegt, dass es euch nicht um Belehrung sondern um kontextuelle Einordnung geht. Damit kann ich gut leben und so Kommentare in den Folgen in Zukunft passend einordnen.
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Aber ich hab’ doch aber gesagt…
Ich glaube der Konflikt dreht sich einfach darum, dass du deine Kritik nicht als unangemessen ansiehst, weil du sie besonders höflich und freundlich formuliert hast.
Sie ist es aber trotzdem.
Genau so wenig wie ich das Recht habe dir politische Äußerungen zu verbieten oder dir vorzuschreiben wo und wie du diese zu tätigen hast, hast du das bei den PodcasterInnen. Das ist einfach unangebracht. Es haben nun etliche Personen hier unendlich viel Zeit aufgewandt um dir klar zu machen das:
- Du echt nicht der Erste bist der damit ankommt.
- Es auch weiterhin keinen Maulkorb für PodcasterInnen und Gäste geben wird.
- Die Diskussion damit beendet ist.
Leider weigerst du dich beharrlich das wahrzunehmen oder danach zu handeln. Dieses fortgesetzte und ausufernde herumreiten auf einzelnen Formulierungen obwohl du ja inzwischen auch schon im Thread der entsprechenden Folgen aktiv bist kann ich mir eigentlich nurnoch mit dem unbedingten WIllen das Letzte Wort in der Sache haben zu wollen erklären. Mein Rat wäre an der Stelle: Lass mal gut sein.
Du stellst hier etwas als Fakt dar, obwohl es dazu ja sogar hier unterschiedliche Meinungen zu gibt, selbst von Leuten die mir inhaltlich nicht zustimmen.
Davon war doch auch nicht die Rede, egal wie oft es wiederholt wird.
Sorry aber ich möchte mich schon verteidigen dürfen, wenn man mich in die politische rechte Ecke stellen will. Das sollte fairerweise doch erlaubt sein oder etwa nicht?
Es reicht jetzt wirklich.
Und die anderen würde ich auch bitten, das einfach nicht mehr weiter zu füttern. Danke.
Randnotiz ohne die anderen Punkte in Absprache zu stellen und absolut off topic, daher hoffe ich es ist OK!!):
könnte ja sein dass Kapitalismus ( aka Eigentumsrechte und Freiheit darüber zu verfügen) und Demokratie ( politische Freiheit) einander bedingen. Dazu empfehle ich das Buch Capitalism and Freedom von einem gewissen Milton Friedman. Es ist trotz des Themas leicht zu lesen und leider sind diese Gedanken ( auf denen unsere Wohlfahrts und Freiheits Gesellschaft aufbaut ) in Vergessenheit geraten.
Naja, du hast ja sicher nicht umsonst in deinem Zitat meinen Kronzeugen abgeschnitten ![]()
Ich zitiere mich:
Peter Thiel (der durchaus exemplarisch für ein einflussreiches politisches Lager stehen darf) hat offen gesagt, er halte kapitalistische Demokratie für ein „Oxymoron“.
Es ist nicht die Demokratie, die das alte Bündnis aufkündigt, es sind die Extremisten des Kapitalismus, die Monopolisten, die denken, man könne auf die Demokratie verzichten. Das ist nicht nur ein US-Phänomen, die libertären Spinner aus dem Extremflügel der FDP fabulieren auch immer mal davon, dass man Arbeitslosen das Wahlrecht entziehen müsse.
Und ich denke, man kann schon argumentieren, das Milton Friedman, der das alles natürlich nicht so extrem vertreten hat, diesen Tendenzen den Boden bereitet hat. Als die von ihm ausgebildeten Chicago Boys seine reine Lehre in Chile umgesetzt haben, war das ja eben nicht in einer Demokratie sondern in einer Militärdiktatur.
Aber das führt hier ein bisschen weit ![]()
Erwischt.
, musste mich selbst korrigieren- passiert mir minütlich.
Bzgl. PThiel: Schreihälse gibt überall, lassen wir uns von denen die Debatte nicht versauen.
Bzgl. Monopol: Regierungen sind dazu da Monopole zu verhindern, diese sind im Kapitalismus eben nicht erwünscht. Monopole sind das Gegenteil von Kapitalismus, das wäre eher Feudalismus.
Ist halt dann nur bisschen awkward wenn allerwelts politisches Establishment beim Schreihals zum Hummer essen geht.
Der Schreihals hat rumgeschrien als er 20 war. Macht er jetzt aber nicht mehr. Waren wir mit 20 nicht alle ein bissle Plämpläm? Ein klein wenig weniger skandalisierend und etwas mehr Unaufgeregtheit täte den Inhalten gut.
Ja es gehört zum guten Ton Peter Thiel gaaaanz schlimm zu finden. Aber ich finde auch kontroverse Thesen die vor 30-20 Jahren im debatierclub formuliert wurden kann man sich anhören, ablehnen und weiter machen. Interessant sind sie allemal. Damit ist der Mensch nicht automatisch der Antichrist. Ich jedenfalls kenne ihn nicht. Vielleicht ist er ja ganz nett?
Aber geht es bei jemand, der soviel finanzielle Mittel und Einfluss hat darum, wie er privat so drauf ist? Es geht um sein finanzielles und politisches Invest und da ist er eindeutig libertär und antidemokratisch unterwegs. Dafür muss ich mit ihm kein Bier trinken.
Also ne er nicht, er fabuliert nur seltsame Talks über den Antichristen und das Ende der Welt.
Vielleicht, vielleicht möchte ich aber auch nichts mit Ihm zu tun haben, da seine Thesen und Talks in eine Richtung gehen, die ich mal grob als Verschwörungstheorie beschreiben will.