Ich finde Diskussionen über Kapitalismus und dessen … „Nutznießer“ immer interessant.
Aber ich finde sie sind in diesem Thread fehl am Platze. Ich glaube hier wurde alles Wichtige gesagt.
Ein eigener OT- Thread über Kapitalismus wäre angebrachter.
Ich finde Diskussionen über Kapitalismus und dessen … „Nutznießer“ immer interessant.
Aber ich finde sie sind in diesem Thread fehl am Platze. Ich glaube hier wurde alles Wichtige gesagt.
Ein eigener OT- Thread über Kapitalismus wäre angebrachter.
Und weitergemacht hat er, ist ja nicht so als sei das alles in seiner ausführlichen, demokratiefeindlichen, rechten Vita. Ich will das mal nicht so stehenlassen, dass Thiel nur ein theoretischer Philosoph mit komischen Ansichten sei.
Thiel hat 2009 mit 41 Jahren geschrieben, dass er Freiheit und Demokratie nicht mehr für miteinander vereinbar hält. Das ist keine Jugendsünde.
Im selben Text schreibt er darüber, dass die Ausweitung des Wahlrechts, ausdrücklich auch auf Frauen, die Aussichten für seine Vorstellung einer kapitalistischen Demokratie verschlechtert habe.
Er hat 15 Millionen Dollar in J. D. Vances Senatswahlkampf gesteckt. Also nicht nur Thesen formuliert, sondern sehr konkret politische Karrieren finanziert.
Er gehört zu den Geldgebern des Rockbridge Network, eines von Vance und Chris Buskirk gegründeten, bewusst diskreten Netzwerks reicher rechter Spender. Reuters beschreibt dessen Ziel: eine politische Infrastruktur aufzubauen, die die USA nach rechts verschiebt. Das Netzwerk arbeitet unter anderem mit Wahlmobilisierung, Medien, religiösen Organisationen und politischen Gruppen. Das ist kein kleiner Verein: Rockbridge ist heute ein relevantes Machtzentrum rund um Vance und republikanische Großspender.
Thiel ist Mitgründer und Chairman von Palantir, einem Konzern, der mit Militär, Geheimdiensten, Polizei und Migrationsbehörden Geschäfte macht und dessen Software für Überwachung und staatliche Datenauswertung eingesetzt wird.
Und ja, wenn ich eine Shortlist für Antichrist-Kandidaten aufsetzen müsste, wäre Thiel drauf. Ich bin ehrlich gesagt persönlich getroffen und geschockt, was ich hier teilweise lesen muss.
Und es stimmt auch, dass das jetzt wirklich gar nichts mehr mit dem Thema zu tun hat, aber ich möchte jetzt auch niemandem das Wort verbieten, wo ich selbst erst drauf eingestiegen bin. Vielleicht findet sich ja demnächst ein Zeitpunkt hier mal zuzumachen, wenn sich jeder ausgetobt hat. ![]()
Dann noch schnell ein passender Verweis auf YouTube. Die dazugehörige Folge ist insgesamt auch sehr sehenswert.
Ich möchte noch einmal auf den ursprünglichen Punkt zurückkommen: dass es, wie sich in dieser Diskussion herauskristallisiert hat, eine Minderheit gibt, die die Reihe manchmal als zu sehr „belehrend" empfindet. Diese Wahrnehmung wurde ja mehrfach als reine Luftnummer abgetan, und es fehlte nicht an Aufforderungen nach einem konkreten Beispiel – das will ich hier liefern.
Vorweg aber: Ich finde die Podcastreihe insgesamt sehr gut. Es geht mir nicht darum, das Format oder die inhaltliche Arbeit dahinter infrage zu stellen, sondern um eine bestimmte, wiederkehrende Reaktion, die einzelne Bemerkungen bei mir auslösen.
Mein Beispiel, wortwörtlich bekomme ich es nicht mehr hin, das ist schon ein paar Wochen her: In der Tomb-Raider-Folge kam das Gespräch sinngemäß auf Indiana Jones, mit der Bemerkung, der bringe die gefundenen Artefakte ja wenigstens ins Museum – und dem kleinen Nachsatz „aber ins britische Museum".
Mir ist wichtig, das richtig einzuordnen: Das ist eine reine Nebenbemerkung über eine fiktive Figur, keine der von Gunnar angesprochenen recherchierten inhaltlichen Einordnungen wie die koloniale Erzählung in Tomb Raider selbst oder der Antikapitalismus in Alien. Die war meinem Eindruck nach auch gar nicht böse gemeint, eher ein kleiner Scherz, den vermutlich die meisten Hörer:innen auch genau so aufgenommen haben.
In der Summe, über mehrere Folgen hinweg, sind es für mich aber genau solche kleinen, beiläufigen Bemerkungen, bei denen ich einen bestimmten Unterton heraushöre: dass älteren Generationen mal eben wieder vorgehalten wird, wie verwerflich sie sich verhalten hätten. Einzeln betrachtet mag das eine Kleinigkeit sein – für mich ergibt sich daraus in der Wiederholung aber ein Muster. Wichtig ist mir dabei die Abgrenzung: Es geht mir nicht um inhaltlich fundierte, zum jeweiligen Thema passende Kritik – die finde ich, wie oben schon angesprochen, durchaus angebracht. Es sind speziell diese kleinen Seitenhiebe, die nur am Rande mit dem eigentlichen Thema zu tun haben und die jeweilige Folge inhaltlich in keiner Weise bereichern, die ich auf Dauer als ermüdend empfinde.
Zur Assoziation mit Zensur, die in dieser Diskussion aufkam: Wenn sich zeigt, dass so eine Reaktion mehrere Hörer:innen betrifft – was am Anfang der Diskussion ja noch gar nicht absehbar war –, hätte die Redaktion durchaus die Möglichkeit, das intern einfach mal anzusprechen. Die Podcasterinnen dafür zu sensibilisieren und zu überlegen, ob man an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Fingerspitzengefühl mitbringen könnte, hat für mich absolut nichts mit Zensur zu tun – sondern schlicht mit redaktioneller Achtsamkeit, wie sie meiner Meinung nach in jeder journalistischen oder kreativen Arbeit üblich sein sollte.
Da steckt schon wieder eine Unterstellung drin, die wir jetzt wirklich oft genug geradegezogen haben: nämlich dass Rahel und Mháire da irgendwie über die Stränge schlagen würden und die Redaktion sie intern mal einfangen oder sensibilisieren müsste. Das ist einfach nicht die Realität. Die beiden sind nicht das unterste Glied irgendeiner redaktionellen Nahrungskette, das von oben gemaßregelt werden muss, wenn ein Teil der Hörerschaft ihre politischen Aussagen nicht mag. Wir stehen hinter dem Format (und der politischen Ansicht der Podcasterinnen), wir wissen, wie es gemacht wird, und wir wollen ausdrücklich, dass es so ist, wie es ist. Diese Vorstellung, die Redaktion müsse jetzt mal mit den Podcasterinnen reden, setzt bereits voraus, dass hier überhaupt ein redaktionelles Fehlverhalten vorliegt. Genau das ist aber der Punkt, den einige offenbar partout nicht akzeptieren wollen.
Dieses „journalistische Arbeit sollte achtsam und ausgewogen sein“ führt langsam wirklich im Kreis. Journalistisch zu arbeiten bedeutet nicht, keine politische Haltung zu haben oder sie möglichst unsichtbar zu machen. Die taz ist journalistisch und explizit links, die Welt ist journalistisch und explizit konservativ. Haltung und Journalismus schließen sich nicht gegenseitig aus. Man kann natürlich kritisieren, wie etwas formuliert wurde, man kann anderer Meinung sein, man kann sagen, dass einem das Format deshalb nicht gefällt. Alles völlig legitim. Aber aus „mir gefällt die politische Haltung nicht“ wird nicht automatisch „hier fehlt redaktionelle Achtsamkeit“, und aus mehreren Leuten (ZWEI?), die sich daran stören, wird auch nicht ein Fehler, den wir intern korrigieren müssten. Das ist wieder diese Verschiebung von persönlicher Ansicht zu einem geforderten objektiven „Standard“ was schon tausendmal zur Sprache kam.
Gunnar hat zu diesem ganzen Komplex sehr ausführlich erklärt, wie wir das sehen. Mehrfach. Es wurde erklärt, dass die politischen Äußerungen nicht versehentlich durch irgendeine Qualitätskontrolle gerutscht sind. Es wurde erklärt, dass das Format bewusst so angelegt ist. Es wurde erklärt, dass niemand bei Stay Forever der Meinung ist, Rahel und Mháire müssten politisch neutral auftreten. Und trotzdem kommt danach wieder die nächste Variante von „aber vielleicht sollte die Redaktion doch mal mit den beiden reden“. Irgendwann muss man auch akzeptieren, dass die Antwort nicht deshalb unklar ist, weil sie noch nicht oft genug gegeben wurde, sondern dass einem die Antwort einfach nicht gefällt.
Ich finde es auch ein bisschen frech, Rahel und Mháire hier implizit wie zwei Mitarbeiterinnen zu behandeln, die von einer vernünftigeren Redaktion erst einmal auf Linie gebracht werden müssten. Sie sind die Autorinnen und Stimmen dieses Formats. Ihre Haltung ist Teil davon. Genau diese paternalistische Ebene macht die Diskussion inzwischen wesentlich anstrengender als die eigentliche Meinungsverschiedenheit. Was Gunnar sagte, stimmt nach wie vor: Hör das Format nicht, oder meinetwegen den ganzen Podcast nicht.
Großartig! Ich sehe meine GEZ-Gebühren ja auch eher als Crowdfunding-Beitrag für’s Neo Magazin Royale.
Hatte vor der dazugehörigen Folge auch noch nie von Peter Thiel gehört.
IMHO nicht, denn politische Meinungsäußerung ist Freiheit. Ich habe Angst vor einer Welt in der sich jede die öffentlich etwas sagt zurückhält und „Fingerspitzengefühl“ verlangt wird. Ich bitte explizit darum dass jede Ihre Meinung sagt ohne Angst das irgendwer dadurch irgendwie angefasst ist. ich will keine politisch cleane Welt. Dadurch werden Debatten unterdrückt ohne die Demokratie nicht funktioniert und leider gibt es immer weniger politische Begegnungstätten wie z.b. Kneipen etc.. Da kann man auch mal extreme formulieren, ob es um den Gender Gap in US-Präsidentschaftswahlen geht, die Nichtexistenz von komplett freien Rechtsräumen oder ob ein Podcaster laut überlegt ob eine Welt des absolut entfesselten Kapitalismus aka Feudalismus antidemokratisch ist und ob wir uns auf dem Weg dahin befinden. Wenn jemand mit der Reichweite ein Problem hat kann er selbst einen Podcast aufmachen oder inhaltlich im Forum was schreiben. Aber Bitte Bitte nicht verlangen das irgendwer sich irgendwo zurückhalten soll.
Ich reagiere ziemlich allergisch wenn bei gewissen anderen Medien gefühlt in jedem zweiten Satz ein belehrender / moralischer Kommentar eingewoben wird „buh das ist aber böse und nicht sauber und da zeigt man mal wieder wie xxx hassend yyy ist das ist zu verteuefeln und canceln und bla bla“. Krieg da immer einen leichten Würgereizt bei.
Bei SF (alle Formate) hatte ich das noch nie? Bisher hatte ich eher das gefühl es wird behandelt wie die Präambel bei den ??? Hörspielen auf Spotify wo in der allerersten Folge gesagt wird „Wir haben uns dagegen entschieden die Hörspiele zu verändern, bitte als Produkt ihrer Zeit betrachten, gewisse dinge würde man so heute nicht mehr sagen“.
So sind mir auch die Kommentare z.b. bei Mrs Croft angekommen, es ist eine Einordnung wie Themen in den Spielen ist in bezug auf Soziales und Politisches dargestellt werden, keine Bewertung.
Dass die Briten nicht gerade eine weisse Weste hatten wenn man das Thema Kolonialisierung und Weltbild betrachtet, das weis glaub ich jeder, da muss man nicht Stunden darauf herumreiten - aber das im Kontext einordnen wenn man schon ein „Die Welt“ Betrachtungs Podcast macht dann ist das ja voll okey und gehört dazu.
Genauso absurd finde ich es wenn sich leute über die Körpergesaltung von der „neuen“ Lara aufregen dass dies politisch motiviert sei… ich fand sie sehr passend und authentisch für eine sportliche Frau mit trainiertem Körper (wenn ich jeden Tag an Steilwänden hochkraxel hätte ich auch weniger Gürtelpanzerung
) .
Ich glaube man würde mich politisch sogar eher rechts/konservativ (schweizer perspektive) einordnen obwohl ich ohne anstrengung mit meiner Sichtweise jeder Partei/Orientierung ans Bein pinkeln kann.
TLDR und auch Feedback @Gunnar_Lott , ich finde das gut so wie ihr (Team) das macht mit dem Kontext, Einordnung und so in den verschiedenen Formaten. Ich weis nicht wie wichtig/relevant mein Empfinden für euch bei SF ist (bin ja nur 1 Zuhörer unter vielen) aber als jemand der üblicherweise „allergisch“ auf sowas reagiert, hatte ich das jetzt nie bei den SF Formaten. Wenn so ein Thema angeschnitten wird dann wirkt es auf mich Neutral oder sehr differenziert und nachvollziebahr ausgearbeitet, nicht Wertend/Belehrend, auch ein Author darf eine Sichtweise haben die man merken darf - Die Frage ist aber immer, wie die Person das rüberbringt. Wirklich ein erfrischend angenehmer Gegensatz zu dem was ich oft in anderen Onlineprodukten so mitbekomme. Da gibts irgendwie fast nur noch extremistische sichtweisen L wie R, bist du nicht dafür/mit mir, bist du mein feind. So in etwa.
Bei SF zum glück nicht. ![]()
Es sind ja komischerweise immer auch genau diese Menschen, die dann finden, eine Randbemerkung zu Indiana Jones würde belehrend sein… Ich kann mir durchaus bewusst sein, dass es zu keiner Zeit ok war, indigenen Völkern ihre Relikte wegzunehmen, und trotzdem die Indy-Filme gut finden und Lara Croft als tolle Videospielfigur abfeiern. Wenn eine richtige Bemerkung dermaßen eintrübt, wie manche ihre Games und Medien rezipieren, dann liegt da echt was im Argen auf deren Seite.
Vielen Dank! Ich kann nie nachvollziehen, wie dieser immer wieder geforderte neutrale Journalismus aussehen soll. Kein Mensch kann und sollte seine Meinung an der Türe abgeben, bevor er seine Redaktion oder von mir aus sein / ihr Podcast-Studio betritt. Gefällt mir jede Meinung? Nein. Sollte sie aber auch nicht, denn sonst hätte ich ja keine eigene.
Also ich wollte diesen ganzen Thread ja eigentlich nicht weiter befeuern, weil OP imo schon eine Art der Kritik an den Tag gelegt hat, die unpassend und tendenziös war.
Aber wenn wir jetzt schon an dem Punkt angelangt sind, an dem einer der führenden Köpfe der Neo-Aristokratie, der Neurechten, Befürworter und Verbreiter von White Supremacy Phantasien und so ziemlich einer der 5 gefährlichsten Männer für jegliche halbwegs offene und freiheitliche Staatsstruktur hier derart verharmlost wird - dann muss ich fragen ob das dein Ernst ist?
Die Liste an schlechten Eigenschaften von Thiel ist länger als ein Packen Endlosdruckpapier aus den 80ern. Wenn du - wenn auch eher scherzhaft, da nicht existent - jemand Antichrist nennen wolltest, dann ihn und seine Kohorte.
Ich glaube, die Positionen sind jetzt von allen Seiten klar ausgetauscht, deshalb von mir nur noch ein kurzer Schlusspunkt.
Dass eine Bemerkung sachlich zutrifft und trotzdem bei jemandem einen bestimmten, wiederkehrenden Effekt auslöst, schließt sich für mich nicht gegenseitig aus – das eine ist eine Frage der Richtigkeit, das andere eine der subjektiven Wahrnehmung. Wenn das bei mir anders ankommt als bei den meisten hier, heißt das für mich nicht, dass etwas „im Argen" liegt, sondern nur, dass Wahrnehmung verschieden ist. Genau das wollte ich mit meinem Beispiel zeigen, nicht mehr.
Ich habe meinen Punkt gemacht, ihr eure Gegenposition – für mich passt das so. Danke für den Austausch.
Sorry, dass das hier weiter geht. Wollte eigentlich nur stiller Mitleser sein, aber solche Argumente höre ich öfter, und sie gehen mir ganz schön auf den Geist. Als (wie wir wohl alle) „Mitglied einer älterem Generation“ ™ freue ich mich natürlich auch nicht darüber, wenn man mir vor Augen führt, dass vieles was früher gemacht wurde nicht ok ist. Auch wenn ich das damals ok fand. Aber dann beleidigt zu sein ist eine kleinkarierte Geisteshaltung. Die Welt kann nur dann besser werden, wenn Misstände benannt und verändert werden. Also ja, manches was früher gemacht wurde war nicht ok. Manche Witze, über die früher gelacht wurde (auch von mir, wie ich leider zugeben muss) sind widerlich. Aber sich selbst das einzugestehen, sich zu entschuldigen und sowas nicht mehr zu machen ist wichtig und richtig. Und das klappt nur, wenn man drüber redet. Die Arme zu verschränken und zu schmollen wie ein Kleinkind, weil einem klar gemacht wird, dass man Fehler gemacht hat ist kein Weg, der irgendwen irgendwo hinführt. Zumindest nicht wenn man hinterher an einem (gesellschaftlich) guten Platz sein will.
Bin ich voll und ganz bei dir – dass man sich mit unbequemen Wahrheiten über die eigene Vergangenheit auseinandersetzt, halte ich für absolut richtig und notwendig, ganz unabhängig davon, ob einen das im ersten Moment stört.
Nur würde ich das Indiana-Jones-Beispiel nicht in diese Kategorie einordnen. Da ging es nicht um eine inhaltliche Auseinandersetzung damit, warum man früher Artefakte einfach mitgenommen hat und was das heute bedeutet – das wäre für mich genau das „drüber reden“, das du beschreibst, und dagegen habe ich gar nichts. Es war eher eine schnelle, launige Spitze am Rande („…aber ins britische Museum“), ohne dass da irgendetwas eingeordnet oder erklärt wurde. Für mich liegt zwischen „wir schauen uns an, was schiefgelaufen ist“ und „kurzer Seitenhieb, weiter im Text“ schon ein Unterschied – auch wenn ich zugebe, dass die Grenze subjektiv ist und andere sie vielleicht woanders ziehen als ich.
Das war bereits mehrfach klar, bevor du überhaupt das Wort nochmals ergriffen hast. Sorry, das kann ich mir nicht verkneifen.
Das habe ich auch nicht ausgeschlossen. Man kann sich als betroffene Person dann dennoch bei einem solchen Thema mal fragen, was einen dabei so dermaßen trifft, dass man das in immer wiederkehrenden Ausführungen und langen Texten kundtun muss. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es keinen Grund gibt, warum man sich bei einer solchen Bemerkung wie du sie genannt hast, belehrt oder in irgendeiner anderen Form negativ getroffen fühlen muss. Und wenn doch, ist es nicht die Aufgabe eines Podcasts, dazu nichts mehr zu sagen, sondern deine Aufgabe als Hörer, mal in dich zu gehen und zu überlegen, warum eine Bemerkung über einen Grabräuber dich so ärgert, dass du dir wünscht, es würde in Zukunft unterlassen.
Dass ziemlich viele Dinge in der Kunst (ich fasse es einfach mal unter dem Begriff zusammen) in Bezug auf ihre Inhalte oder (das ist vielleicht viel öfter der Fall) ihre Erschaffer:innen problematisch sind oder sein können, ist schlichtweg ein Fakt. Aber, und das ist doch der Punkt: Wenn das zurecht thematisiert wird, gibt es doch keinen Grund, dass man sich davon persönlich belehrt, angegriffen, sich unangenehm bevormundet oder sonstwas fühlen muss. Das ist doch mein Punkt. Ich kann Indy toll finden und sollte mir gleichzeitig durchaus bewusst sein, wie problematisch diverse Darstellungen in den Filmen sind. Ich kann Wagner hören und gleichzeitig sollte ich bei einer ernsthaften Auseinandersetzung mit seinen Werken auch wissen, was er für ein Mensch war. Gleiches gilt für Lovecraft (rein willkürlich gewähltes Beispiel
). Wenn das besprochen oder auch nur angemerkt wird, trifft mich das doch nicht persönlich, eben weil es zur Rezeption dazu gehört.
Und ja, ich weiß, es wurden diverse Themen mehr aufgemacht, die damit nichts zu tun haben und trotzdem auch als belehrend von zwei, drei Leuten aufgefasst werden (dazu wurde ausreichend viel erläutert), das war jetzt nur ein weiterer Aspekt, dennoch einer, den man vielleicht aus der Welt schaffen kann.
Jedes Produkt ist nun mal ein Produkt seiner Zeit und von den aktuellen Vorstellungen und Ansichten beeinflusst. Gut möglich, dass jemand in 20 Jahren alte SF-Folgen hört und auch meint, dass könne man heute so nicht mehr sagen.
![]()
Ich finde es irgendwie seltsam, dass man sich immer nur über solche Kommentare aufregt. Wenn eine spitze Nebenbemerkung über Bleirohre, Asbest, fehlende Sicherheitsgurte, Crunch oder Rauchen im Büro gemacht wird, bricht da irgendwie selten jemand eine Diskussion vom Zaun.
Aber wenn ein flapsiger Kommentar dazu kommt, dass eine Weltmacht damals kulturelle Artefakte gestohlen hat und sie nicht zurückgeben will, weil man sie ja nicht den Händen dieser Barbaren anvertrauen kann, ist das auf einmal ein Problem.
Nachdem du @Christopher noch einmal geantwortet hast, will ich da noch Bezug draufnehmen. Zumal dein Post noch einmal bei der Reflektierung geholfen hat. Danke dafür.
Bei den Angeboten weiss ich ja im Vorfeld sehr schnell, dass das die Ausrichtung ist. Da diese v.a. primär politische Nachrichten und Aspekte beleuchten ist es auch naheligend. Meine bisherige, evtl. naive, Annahme war, dass die Formate hier politisch neutral sind (Ausnahme FON wie schon erwähnt).
Du sagst vorher ja auch:
Und:
Somit verstehe ich es so, dass durchaus diese persönliche politische Note gewollt ist. Dann rückt das meine Perspektive auch in ein anderes Licht.
Dann war meine Erwartungshaltung an das Format, neutral zu sein, eben falsch. Dann ist es also zumindest in Teilen so, wie du es auch bei dem Beispiel taz und Welt aufgemacht hast. Die politische Ausrichtung mag im Gegensatz zu den Angeboten der taz/Welt nicht das primäre Ziel sein aber ein Teilaspekt.
Damit ist die Intention klargestellt, als Hörer weiss man wie es einzuordnen ist und kann damit leben. Dann kann man umgekehrt, sachlich und fachlich im jeweiligen Folgen Thread die Positionen challenge, soweit es Sinn macht. Somit ist das fein für mich.
Vermutlich ist das Format da auch eher prädestiniert als andere Formate. Evtl. ist es mir auch deswegen weniger aufgefallen.
Um meine Fehlannahme nochmal zu verdeutlichen. Für mich gibt es aus meiner Perspektive z.B. 2 Gunnar. Einmal der meinungsstarke, auch in politischen Themen, Gunnar. Mit dem man früher schon auf Twitter/X diskutierte und seine Meinungsverschiedenheiten hatte. Das kommt ja auch ab und zu von ihm in manch einer FON Folge zur Sprache. In dem Kontext ist fur mich klar, da tritt Gunnar mit seiner persönlichen politischen Ansicht heran. Dann erlebe ich, wieder aus meiner Perspektive, den Spielejournalisten, dem ich seit GameStar Zeiten folge und seine Expertise in den ganzen Formaten schätze. D.h. wie ich Gunnar in SF, SSF, Wusstet ihr usw. wahrnehme unterscheidet sich von der aus anderen Bereichen, in den genannten Formaten hatte ich ihn nämlich als neutral erlebt. Das mag aber genau der Fehler sein, den ich hier mache, dass ich das so trenne.
In dem Sinne ist das hier evtl. versöhnlich, dass darin ein Fehler auf meiner Seite lage, der zu falschen Annahmen und letztlich dem Post führte.
Hervorragender Kommentar von Dir, welcher bei der eigentlichen Zielgruppe (Traditionsgemeinschaft Rechtschaffener Offenherziger Leibeigener Landbuben) leider nicht zünden wird. Aber dafür bei mir. ![]()
weil du fragst, ja ist es.
Neo-Aristokratie, der Neurechten, Befürworter und Verbreiter von White Supremacy Phantasien
sorry, mit Worthülsen und extremen sowie als auch unbelegten Anschuldigen ( aka White Supremacy) kann ich nichts anfangen. Meine Einordnung ist anders und das is OK.