PC-Netzwerke (SFT 21-2)

Vor einigen Jahren war ich zu Gast im GameStar-Podcast und durfte dort auch LAN-Party-Erinnerungen teilen - wer also nicht genug kriegen kann …
Lang lebe die LAN-Party: Liebeserklärung an eine (fast) vergessene Kunst

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Warum mich das Zocken im Netzwerk für einen Monat den Führerschein gekostet hat.

Es begab sich Anfang der 2000er, als der Ende 20 jährige Marcus bei seinem damaligen Arbeitgeber, einem großen PC Hersteller, hin und wieder mit seinen Kollegen nach der Arbeit im Netzwerk gezockt hat. Eine LAN Party in dem Sinne war es natürlich nicht, hatte aber den Vorteil daß wir vorhandene Infrastruktur nutzen konnten. Den Rechner zum Zocken hat aber jeder selbst mitgebracht.
Gezockt haben wir hauptsächlich AOE2, wenn ich mich Recht erinnere.

Was hat das jetzt mit meinem Führerschein zu tun? Ganz einfach.

Mein Weg zur Arbeit ging über die Autobahn, die normalerweise ohne Geschwindigkeitsbegrenzung auskommt. Zumindest zu meinen üblichen Arbeitszeiten.

Dann kam dieser eine Freitagabend, wir waren bis 23.30 Uhr im Gebäude, bis wir vom Pförtner rausgeschmissen wurden.

Marcus fährt mit 120 wirklich ganz human nach Hause, nur die Rennleitung hatte etwas dagegen.
Was ich nämlich nicht wusste, oder mir besser gesagt noch nie vorher aufgefallen war, ab 22.00 Uhr gibt es ein Tempolimit von 80.

Blitz.

Und das Ende war ein Monat mit einem Kollegen zur Arbeit zu fahren.

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Herzlich willkommen :clinking_beer_mugs:

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Die LAN-Party hat meine Jugend maßgeblich geprägt - so viele schöne Erinnerungen! Von Freunden, die mitten beim Großangriff im Age of Empires 2v2 um fünf Uhr morgens mit dem Gesicht auf der Tastatur eingeschlafen sind. Oder von Fahrten zum örtlichen Fast Food Restaurant, um dort zum Entsetzen des Personals 220 Chick Nuggets zu bestellen (wollt ihr nur die Schachteln oder auch den Inhalt?) Von Koffein-Tabletten, Schlafmangel-induzierten Filmriss, brandgefährlichen Pfennigsicherungen um die Stromversorgung zu gewährleisten, und der Entdeckung von Bernd dem Brot in der Zockpause in den frühen Morgenstunden.

Danke für eine weitere tolle Folge SFT - das Format ist im Stay Forever Programm inzwischen mein Favorit.

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Ach, da war was …

Die Koffeinzufuhr war bei uns nie ein Thema, vermutlich auch deshalb, weil unsere LAN-Partys oft sehr lang waren (bis zu 10 Tage) - da war es kein Problem, sich einfach schlafen zu legen. Aber wenn man nur ein Wochenende hat, will man natürlich das Maximum herausholen und kann sich solchen Luxus nicht leisten.

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Hah, super. Der WordArt-Schriftzug auf dem Schrieb macht mich auch nochmal extra nostalgisch.

Die Passage über die selbst mitzunehmenden Steckdosenleisten weckt nochmal eine ganz andere Nostalgie bei mir: Nämlich, dass wir auch irgendwie unbewusst angenommen haben, dass man aus einer einzigen Steckdose ja beliebig viel Strom rausziehen kann, so lange man genug viele Steckdosenleisten und andere Verteiler verketten kann. Dass da bei niemandem was abgebrannt ist, ist fast ein Wunder. Bei den heutigen Hochleistungs-Gaming-Maschinen mit ~1000W je Rechner sähe das alles bestimmt ein bisschen ärger aus. :sweat_smile: Mit Glück fliegt allerdings erst mal nur die Sicherung…

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Eine wieder sehr spannende Folge! Ich selbst war nie auf einer LAN, da ich Konsolero bin. Meine einzige Erfahrung mit “LAN” waren RC Pro Am am 4 Spieler Multi Tap und Tetris mit Linkkabel beides am Ur-Game Boy xD

Allerdings war ich um die 2000er auf mehreren Forums Treffen wie z.B. vom Forum der Sega Zone und anderen kleineren Foren. Einige Mitglieder eines Forums sind dabei zu sehr guten Freundschaften geworden, mit denen ich auch viele Reisen nach Asien unternommen habe und wir uns gegenseitig auch auf Geburtstagen und Hochzeiten getroffen haben. Also bis auf die Verbindung von mehreren Geräten war die Umgebung und Aufbau ähnlich. Zudem war es immer cool bei solchen Treffen exotische Hardware und exotische Spiele zu sehen und zu spielen. Beim PC gab’s ja nur die üblichen drei/vier Verdächtigen Spiele * duck und weg *

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Oh ja. Erinnert mich an eine Session im Keller. Mein Vater hatte eine 4m lange Werkbank mit alter Küchenplatte. Alles abgeräumt und 4 oder 5 Leute untergebracht.
Als der letzte kam, aufbaute, alles eingestöpselt hat und dann seine Steckdosenleiste mit Schalter anmachte, darin 3 Verbraucher, war erstmal zappe.

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Ja, definitiv WordArt :smiley:

Mit den Steckdosen hatten wir schon so unsere „Erfahrungen“,. Auf einer vorherigen, kleineren Lanparty hatten wir auch die berühmte nicht-abgerollte Kabeltrommel, die sich dann irgendwann verflüssigt hat. Deswegen haben wir hier uns das gut vorher durchgerechnet. Ich glaube, wir hatten sogar einen Elektriker an der Hand, der uns da ein bisschen beraten hat.

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Stromversorgung war nie das Problem, da wir unseren eigenen Elektriker hatten, der eingegriffen hätte. Der Ärmste hatte sich aber Ende der 90er pünktlich zur LAN Party einen neuen PC zugelegt und sage uns schreibe 4 Tage für die Inbetriebnahme und OS Installation gebraucht, während wir schön gezockt haben. Dank Berufstätigkeit blieben ihm eh jeweils nur der späte Nachmittag und “frühe” Abend. Auch gab es noch kein Internet bei uns und so musste er für alle Fragen rund um die neue Hardware und für neue Treiber in die Stadt fahren, zum PC Laden seines Vertrauen.

Die letzten zwei Tage konnte er dann mitzocken. Wir haben es uns verkniffen die Party dann zu beenden, als er entdlich spielbereit war. :laughing:

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Ah stimmt da war was! Die “unerzählten Gefahren” einer LAN-Party → Induktivität!

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Ich erinnere mich noch an eine legendäre LAN-Party im Keller meines Elternhauses.

Also eigentlich war die Party zu diesem spezifischen Zeitpunkt alles andere als legendär und eher am Einschlafen, weil der verlängerte Abend langsam seine Spuren bei allen Beteiligten hinterlassen hatte. Aber dann hatte jemand die Idee, Aliens vs. Predator zu installieren.

Kurze Multiplayer-Runde, sechs Marines gegen einen Predator. Zahlenmäßig etwas unausgeglichen, aber kann man ja mal machen. Und was soll ich sagen - die Marines waren hoffnungslos in der Unterzahl. :grin:

Ich hab seit diesem Abend nie wieder so ein grandioses Chaos in irgendeiner Mehrspielerpartie erlebt! Eine einzige Schreierei, unkoordiniertes Feuer auf alles, was sich irgendwie bewegt hat, und mehr Tote durch Friendly Fire als den Predator. Der hätte sich wahrscheinlich zwischendurch ausloggen können und niemandem wäre es aufgefallen.

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Oh ja! AvP habe ich auch in Erinnerung als furiose LAN-Unterhaltung. Ich war selbst am liebsten der (getarnte) Predator und lauerte den Marines auf, herrlich - und ihre Reaktionen bekäme man online in dieser Intensität nicht mit, wenn überhaupt.
Machte aber auch im Coop-Modus Spaß. Haben wir vor Kurzem wiederbelebt, zum Glück ist das Spiel bei Steam erhältlich (als AvP Classic, aber offenbar nicht in Deutschland?).

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Darf man mal fragen, wie die Kinder-LAN-Party gelaufen ist, und welche Spiele Du mit den Kindern gespielt hast?

Oh mein Gott was für ein tolles Thema. Ich bin mit Teil 2 der Folge noch nicht durch und es kommen so viele Erinnerungen hoch. Das Buch mit LAN-Party Bildern hab ich irgendwo gesehen - Kickstarter?

Zur LAN Party bzw. Vernetzung.

Bei mir hat es zu Hause angefangen. Das erste 1on1 per Nullmodem in unserer Gartenlaube. Hauptsächlich Command and Conquer Tiberiumkonflikt u.A. mit den Coop Missionen von den inoffiziellen Missionpacks.

Als mein Vater und ich endlich eigene Rechner hatten, wurden diese natürlich auch vernetzt. Später kam noch ein dritter Besucherrechner dazu. Das war per BNC noch ganz ok. So hatten wir immer unseren lokalen Multiplayer über 2 Etagen, was günstiger war als Modemspiele.
Da kommt das Thema Headsets auf: Die gabs halt nicht, aber immerhin hatten wir DECT Telefone. Delta Force war das Spiel bei dem gemeinsame Absprache nötig war. Am Ende tat uns so der Nacken vom Einklemmen des Telefons weh…

Neben diversen kleineren LANs bei irgendjemandem zu Hause, bei Verwandtschaft mit leeren Räumen und den üblichen Locations hat es uns in den Fingern gejuckt etwas größeres aufzuziehen:
Die erste öffentliche LAN in der lokalen Tanzschule. Der Inhaber hat sich hier ein paar Zusatzeinnahmen durch Verpflegung erhofft, aber er hatte keine Pizza… - das Geschäft ging nicht auf. Immerhin war es Werbung.
An die Teilnehmerzahl erinnere ich mich nicht mehr, so um die 30 Leute - alle bekannt. Hier kamen erstmalig günstige Kopfhörer zum Einsatz. Beim Aufsetzen war man instant von der Außenwelt abgeschnitten, so kam es zum größten Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen an den Ohren. Irgendwann im Laufe des Wochenendes ist dann der Bügel gebrochen und wurde mit Paketband geflickt.

2001 geschätzt dann der zweite Versuch (die Ice Age Trailer liefen ständig). Das “Deisterdaddeln” mit über 200 Leute. Sever für den Abgleich der Patches von diversen Gamestar CDs gesammelt und bereitgestellt. Die lokale Pizzeria instruiert und eingespannt. Location gemietet, Tische von der Feuerwehr geholt, Werbung gemacht. Teilnahmegebühr verlangt … Das Ganze in einem lokalen Veranstaltungssaal.
Alles lief gut, bis in der Nacht die Lichter ausgingen. Also den Elektro-Laden wachgeklingelt und neue Schmelzsicherungen besorgt. Das hielt dann auch für 15min… An Wänden haben sich die Leitungen abgezeichnet. Man konnte sie nicht nur fühlen, sondern auch sehen…
Wir hatten nicht damit gerechnet, dass die Leute mit Wasserkochern, Gulaschkanonen usw. angereist sind und diese auch benutzt haben. Es war nicht viel zu machen, außer zu warten, bis sich die Teilnehmerzahl durch Frust reduziert hat. Eine schmerzvolle Erfahrung. Seit dem hatten sich öffentliche LANs für uns erledigt.

Die abgefahrenste Location die ich für eine private LAN kannte war der (geleerte) Swimmingpool im Haus eines Klassenkammeraden.

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Aber es gab doch so tolle Produkte im Teleshopping! :grinning_face_with_smiling_eyes:

Auf jeden Fall tolles Setup für zuhause und noch bessere Geschichten. Die im Schwimmbad feiere ich!

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:smiley: Whoa, Gulaschkanonen sind ein neues Level, davon habe ich noch nichts gehört.

Aber auch wenn’s am Ende nicht reichte, nachts beim Elektro-Laden zu klingeln, ich bewundere diese Problemlösungs-Skills, die junge Leute aus der Not heraus entwickelten angesichts vielfältiger organisatorischer und technischer Probleme - bei denen ihre Eltern in der Regel nicht helfen konnten. Wie David Betzing ja auch sagt: Das war für viele von uns ein wichtiger Teil des Erwachsenwerdens und des Abgrenzens von den Eltern, ganz ohne offene Rebellion.

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Danke für diesen beiden tollen Folgen!

Die haben echt viele Erinnerungen aus der Jugend wieder hervorgerufen.

Damals habe ich mit meinem Kumpel im Haus nebenan per BNC-Kabel (von Fenster zu Fenster geworfen) Quake 2, Half-Life DM, Viper Racing uvm. stundenlang gezockt und daraus hat sich dann über diverse Geburtstagsparties eine kleinen LAN im heimischen “Keller” etabliert. Nach und nach haben sich mehr Freunde aus der Schule angeschlossen, sodass wir am Ende eine Gruppe von ca. 8-10 Freunden waren, die regelmäßig über ein Wochenende eine kleine, lokale LAN-Party veranstaltet haben. Da der “Keller” oder die Wohnzimmer der Eltern am Ende nicht ausreichten, wir über die Mutter eines Freundes aber den Kontakt zu lokalen Grundschule hatten, begab es sich dann so, dass wir dann gegen eine kleine Geldspende für die Klassenkasse regelmäßig im Raum der Klasse 4a über das Wochenende gezockt haben. Soll heißen, wir haben uns mit unseren PC und Röhrenmonitoren auf den kleinen Tischen und Stühlen im Klassenraum häuslich eingerichtet - in der Mitte stand der Switch. Freitag Nachmittags gings los, bis dann kurz nach Mitternacht wirklich jeder sein Windows am Laufen und im Netzwerk sichtbar und die Spiele auf gleichem Stand hatte. Und dann wurde bis Sonntag Nachmittag gezockt. Zu essen gabs klassisch Mikrowellen-Burger/Hotdog oder Sandwichtoast. Dazu Pfirsich-Eistee, Cola, Kaffee und Bier.

Nüchtern, von außen betrachtet, war das, was wir damals da gemacht haben, vermutlich Peak-Nerd-Tum, aber wir hatten so viel Spaß. War eine echt tolle Zeit.

Witzigerweise habe ich über exakt diese Folge hier wieder Kontakt zu einem guten Freund aus unserer damaligen LAN-Party-Gruppe gefunden, weil wir beide die Folge gehört und uns an die “gute alte Zeit” erinnert haben. Wir hatten uns eigentlich schon komplett aus den Augen verloren.

Daher dickes Danke für die Doppelfolge und fürs Vorkramen all der guten Erinnerungen!

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Oh gott. Der Pfirsisch-Eistee. Wie konnte ich den vergessen. Ich hab den Geschmack praktisch wieder auf der Zunge…

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