Sony stellt 2028 die Disc Produktion ein. Wo geht's hin mit der Spielebranche?

Die Diskussion geht hier immer wieder um Fakten bzw. Daten zu Verkaufszahlen und „objektive“ Argumente, meist zugunsten der rein digitalen Lösung.

Was ist aber mit der gesellschaftlichen Verantwortung?

Sony hat mit der PS One die Disc salonfähig gemacht, nun soll das schön langsam gecancelt werden? Der Plan ist echt ziemlich lange eingefädelt, immer mehr die „Digital Version“ der PS5 gepushed und das Disc-Laufwerk nur so als Zusatz nebenbei anbieten - trotzdem haben wohl so um die 80% der PS5 ein (teils nachgerüstetes) Disc-Laufwerk.

Also sind wohl die meisten PS-Käufer nicht so ganz „digital only“ unterwegs.

Des Pudels Kern bleibt jedoch: warum keine DRM-free Downloads? Dann braucht man ja wirklich keine Discs mehr. Ok, das endet dann wie beim Amiga…

Aber ehrlich: für mich sieht das nach einem verzweifelten letzten Cash-grab aus. Hardware wird teurer, Innovationen sind rar, Free-to-Play Games mit ausgeklügelten Suchtmechaniken greifen den Spielenachwuchs ab und AAA-Titel werden zur Risikoinvestition. Da kann schon mal so eine „No Disc“-Policy kalkulatorisch Sinn machen.

Ein Glück, dass wir hier mit Retro-Gaming ein zeitloses Hobby haben.

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Wobei dieses Hobby alles andere als DRM-frei ist und in vielen Teilen in einer rechtlichen Grauzone bzw. in der Illegalität stattfindet. Von der Fragilität der Hardware (sterbende CRTs usw.), Discrot, auslaufende Transistoren, leere Speicherbatterien und Co. fange ich gar nicht an.

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Sind schon valide Punkte, aber letztlich ist man hier immer noch selbst handlungsfähig.

Die technischen Aspekte (Transistoren bzw, Kondensatoren auslöten, generell Konsolen wieder fit machen) und Emulatorlösungen um analoge Videosignale auf HDMI/DVI zu konvertieren, finde ich sogar spannend und reizvoll.

Und die rechtliche Grauzone kann man schon auch minimieren - aber die originalen Cartridges oder Datenträger zu sammeln kostet halt richtig Geld. Aber mit dem Original in der Hand ist eine private Sicherungskopie (wegen Discrot usw.) durchaus ziemlich unbedenklich.

Gegen Abschaltung von cloudbasierten Lösungen ist man dagegen mit einfachen Hausmitteln ziemlich machtlos…

Als Elektriker mehr, als Normalo weniger. Klar, kann man alles lernen und ich finde es auch durchaus spannend - aber da gibt es durchaus Einstiegshürden. Und rechtliche Problematiken kann man einschränken, allerdings wüsste ich nicht wie man bspw. mit „Hausmitteln“ System-BIOSe auslesen könnte oder an die Roms auf Cartridges kommt die nicht durch die Retrode abgedeckt sind (und je nach Auslegung der Rechtstexte ist auch das nicht zulässig). Da ist man als durchschnittlicher Anwender schnell bei einer ähnlichen Problematik wie dem abgeschalteten Store - zumindest wenn man es „legit“ will.

Auch beim Retrogaming ziehe ich persönlich klar die digitale Neuzeit dem originalen Erlebnis vor (trotz Originahard- und Software im Schrank), auch wenn ich unter Umständen Einbuße bei der Authentizität hinnehmen muss.

Und im Zweifelsfall baue ich darauf das irgendwelche Superfreaks rechtzeitig die Stores gescraped oder sich massenweise Platten mit Downloads hingelegt haben. Bei einigen Nintendo und Sony-Plattformen hat das bislang gut geklappt. Und ich bin mir zu fast 100% das irgendwer die wirklich wichtigen Titel wegspeichert. Das digitale Rauschen in den Stores kann von mir aus weg oder braucht gar nicht veröffentlicht werden, aber das ist ein Thema für einen anderen Thread.

Letztlich gilt die folgende Weisheit noch immer, ergänzt um ein „enjoy it while it lasts“.

Dieser Anspruch von Gamern auf Jahrzehnte an Software zugreifen zu können finde ich persönlich eh befremdlich, habe keinen derartigen Aufschrei beim Wechsel von VHS auf DVD feststellen können, aber wie gesagt - anderes Thema.

Andere Medien hatten solch eine Umstellung noch nicht. CDs gibt es weiterhin (mit ist auch nichts bekannt, dass bestimmte Alben nicht physisch erscheinen) und Bücher gibt’s auch noch auf Papier (hier gäbe es sicherlich einen ähnlichen Aufschrei, wenn plötzlich alles nur noch digital wäre).

Der Vergleich von VHS zue DVD ist auch meiner Meinung nach falsch. Klar, nicht alle Filme haben den Sprung geschafft, aber die DVD ist ein weiteres physisches Medium, welches zudem einen technischen Mehrwert zur VHS bietet.

Was bietet Download only für einen Vorteil für den Verbraucher? Einfacherer Zugriff und das man Spiele spielen kann, die sonst vielleicht nie veröffentlicht wären (Indies oder Ein Personen Projekte). Was gibt es sonst noch für Vorteile? Download only bietet mehr Nachteile als Vorteile.

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Ich spiele gerade Pentiment. Dort beschweren sich im Jahr 1518 Mönche im Skriptorium, dass die Druckmaschine ihre schönen Manuskripte obsolet macht. Die ewige Datenträger-Debatte :slight_smile:

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Geht mir auch so - bin aber immer wieder erstaunt, welchen „Flair“ so ein komplettes Retro-Setup, z.B. Mega Drive mit CRT-Bildschirm und Fernseh-Stereolautsprechern hat.

Letztlich spiele ich aber dann doch meist über Konverter am Big Screen. Die Originalkonsolen verwende ich aber schon, weil die Controller für mich einfach zum Spielerlebnis dazu gehören.

Das wäre tatsächlich noch ein weiteres Thema: Controller als Verschleißteil. Das wäre schon ein geiler Service wenn Nintendo/Sony/Sega da eine Retro-Neuauflage machen würden… ist ganz klar eine Träumerei.

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Das kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Es ist eine Sache, wenn der Konzern sich die Zahlen anguckt und feststellt, dass nur noch 6% der Verkäufe tatsächlich vor Ort im Laden stattfinden und er daraufhin entscheidet, okay, für die 2,5 Leute ein ganzes CD-Presswerk zu betreiben rentiert sich nicht.

Und es ist was völlig anderes von Spielersicht zu sagen - „Spiele aufbewahren? Wozu denn das?“ Bei Wissen, Literatur, Kunst, Musik gibt es doch auch riesige Bestrebungen das für die Nachwelt verfügbar zu machen. Warum nicht für die Videospiele?

Wenn ein junger Programmierer aus der Uni kommt, möchte er doch auch vielleicht wissen, wie die Software vor 30 Jahren geschrieben worden ist, er will vielleicht doch auch wissen, wie das Spiel dann ausgesehen hat und was mit dem Code möglich war. Wenn jemand sehr jung ist und nicht im 16 Bit Zeitalter aufgewachsen ist und wissen möchte, wie die Spiele damals ausgesehen haben und was dieses Secret of Mana sein sollte, der will vielleicht auch die Möglichkeit haben, so ein Ding mal sehen zu können?

Auch wenn die Dinge grundsätzlich nicht für die Ewigkeit gemacht sind, so ist es doch umso mehr erstrebenswert, diese erhalten zu wollen. Ich denke, gerade die Tatsache, dass Videospiele so schnell verschwinden, vergessen werden können, macht sie kostbar.

Scheiße! Ich sollte mal Philosoph werden! :joy:

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Ich weiß jetzt nicht wie schnell das Laufwerk der PS5 ist, aber generell können BR-Laufwerke eine Lesegeschwindigkeit von 54mb/s erreichen, wenn ich korrekt informiert bin. Das ist schon schneller als die meisten Internetleitungen vor allem machen, meiner Erfahrung nach, selbst wenn die Leitung schneller ist, die Server der Shops das oft nicht mit. Blu Ray Filme sind von der Bildqualität her auch immer noch besser als Streams. Nicht das mir das jemals auffallen würde, aber rein technisch ist das meines Wissens nach so.

Das ist übrigens - um den oben aufgemachten Punkt der gesellschaftlichen Verantwortung aufzumachen - ein ziemlich grosser Punkt. Archivierung wird ein echtes Problem.

Wir leben in einer Zeit, in der wir theoretisch alles für die Nachwelt behalten können. Aber wir entwickeln Lösungen und Einschränkungen, die in Richtung des Gegenteils gehen. Physische Medien sind allerdings auch nicht so lange haltbar.

Spiele als dynamisches Medium werden noch schwieriger. Als Eve Online in das Moma aufgenommen wurde, war das eine ziemlich schwierige Frage! Was ist eigentlich ein MMO als Ausstellungsstück? Wie bildet man das ab?

Wir leben ganz im Gegenteil allerdings in einer Zeit, wo ein Totalverlust dieser Sachen durchaus möglich ist.

Und das wäre irritierend, denn Computerspiele sind mitunter die teuersten Kulturprodukte, die unsere Zivilisation hervorgebracht hat. Das ist relevant! Wir haben allerdings keinerleich Archivierungspflichten, wie z.B. bei Büchern.

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Klar da wird ein zentrales Datenarchiv irgendwo in Deutschland zugespammt,(nicht vergessen wir reden hier von 100 bis 200 Spielen täglich) wenn aber in 40 , 60 oder gar 100 Jahren jemand die Software wieder zum Laufen bringen soll. Dann viel Spaß. Das Problem hast du bei Bücher nicht, daher ist das in meinen Augen auch nicht vergleichbar. Dazu kommen noch die Kosten für den Speicher, gerade bei den aktuellen Preisen, da wirst du aktuell keinen Untersützung im Bund oder Land bekommen. Also viele werden einfach verloren gehen, aus Kostengründen auf Seiten des Staates, weil Steam schickt dir bei einer Verpflichtung sofort die paar hundert bis tausend Gigabyte am Tag :grinning_face_with_smiling_eyes: Macht dann in 365 Tage ein ganzes Serverzentrum nur für Spiele, das weiß ich was mein Ministerpräsident Markus der 1 sagt: „Bisd du nersch? Ein Rechenzentrum für Spiele?Orschleggn!“

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Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet pro Tag 10.000 Neuzugänge, davon knapp 4000 physisch und 6000 digital (Audio, Film, ebook, etc). Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig: Das Gehirn der Nation | taz.de Sie nimmt im Jahr ca. 3 Millionen Werke auf.

Das ist nicht nur ein logistisches, sondern ein Forschungsproblem. Das ist nicht einfach, und das ist nicht billig.

Zu Spielen: die Zahlen, die ich finde, sind eher so im Bereich 50-80 pro Tag. Gehen wir mal grosszügig von 80 mit einer Durchschnittsgrösse von 25 GB aus (das halte ich für hoch gegriffen). Das sind 2000GB. Ein Storage-Dienst für Langzeit-Storage verlangt (Mit Marge!) für sowas auch heute noch… 0.0036 EUR/GB/Monat. Preise für Amazon S3 Glacier API | Amazon Web Services. Wir reden als über 216 EUR pro Monat. Das gibts im Dutzend billiger. Ein High-Density-Storage-Rack macht heute 7000TB. Das heisst, ich kann da drauf 10 Jahre Steam speichern. Das braucht kein Rechenzentrum, das braucht ne Besenkammer.
Und die Dinger werden die rumstehen haben.

Alle Computerspiele zu katalogisieren und zu speichern, atmen die mit links weg.

Die Kompatibilität ist natürlich so die Sache, aber ich habe nicht behauptet, dass das ein gelöstes Problem sei - ich habe behauptet, dass es ein ignoriertes Problem sei. Computerspiele-Archivierung ist aufgrund der dynamischen Natur nicht leicht, aber das ist sicherlich ein Problem, das lösbar wird.

Nachtrag: sorry, ich hab mich selbst in den Skalen verschätzt. HP Powervault sagt 6 Petabyte auf 2 Höheneinheiten in nem Rack an. Auf ein 18-Höheneinheiten-Rack sind das 54.000 TB, also 73 Jahre Steam in einem Rack. Das wird so knapp unter 2 Millionen kosten, wenn man die aktuellen Marktpreise sehr konservativ und ohne Rabatte überschlägt.

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Ich finde es befremdlich, das nicht können zu wollen. Immerhin hat man dafür bezahlt. Unabhängig davon, wieviel.
Beim Wechsel von VHS zu DVD und von DVD auf Bluray droht(e) auch nicht, dass man die erworbenen Titel weggenommen bekam. Und man kann alle drei relativ einfach auch auf Festplatte übertragen und durch umkopieren quasi beliebig lange erhalten. Hinzu kam, dass es für die Studios relativ leicht war, einen Film in einem beliebigen neuen Format anbieten zu können, da ein Film im Gegensatz zu Software nicht groß angepasst werden muss, damit er woanders läuft.
Genauso bei vielen Spielen auf physischen Medien.

Die Firmen verpflichten, die Quellcodes zu archivieren und später zu veröffentlichen, damit zukünftige Generationen das lesbar halten können. Spiele sind Kulturgut wie z.B. Bücher oder Filme.

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Von den genannten Medien macht es aber wirklich nur beim Buch aufgrund der Haptik und des anderen Lesegefühls einen Unterschied. Es gibt keine Einbußen ein Album oder Film digital zu schauen.

Bin mir ziemlich sicher das nicht jeder Musik-Künstler physisch erscheint. Gerade jetzt im KI-Musikzeitalter kommen Berge an neuer Musik raus die es nicht auf CD gibt.

Jedenfalls sind CDs und Filme dicht dran an „all digital“, aber aufgrund des breiteren Appeals noch nicht ganz wegrationalisiert, aber die Anforderungen an CD und Film sind ja auch „einfacher“ - du musst ja nicht jedes Mal ein Software-Update für dein Abspielgerät durchführen noch bietet jemand die zweite Hälfte des Albums nur als kostenpflichten DLC an. Trotzdem haben alle Medienwechsel auf die nächstbessere Version auch einen Schwund an verfügbaren Medien bedeutet. Gerade beim Wechsel von VHS auf DVD sind Unmengen an Filmen unwiederbringlich verloren gegangen.

Beides bietet Blu Ray auch und auch hier das Angebot noch einmal kleiner geworden. Trotzdem kein nennenswerter Aufschrei.

Kein Verschleiß des Trägermediums, Flexibilität in der Anwendung (sogar Access auf einem anderen Device mit der gleichen Lizenz/Konto - seamless Wechsel von Heimkino zu Campingklo) und eine immense physische Platzersparnis. Ob es nachhaltiger ist weil Plastikmüll und Co. eingespart wird, vermag ich nicht zu sagen - könnte mir aber vorstellen das es auch noch ein guter Punkt wäre.

Der ware Hemmschuh und die Problematik ist ja bei alledem nicht die Darreichungsform. Ich halte digital für die „peak“ Methode um Medien zu konsumieren. Convenience durch die Decke, Bibliothek quasi unendlich möglich, gute Filterfunktion, dran geiles Angebot her und dann immer feste gib ihm. Die wahre Krux ist IMO eher unser überholtes Urheberrecht, diese ganze Patente- und Rechte-Scheiße ist halt für die Möglichkeiten die unsere Welt gerade bietet nicht mehr zeitgemäß.

Ich bin aber zuversichtlich das sich das über die nächste Jahre und Jahrzehnte hinziehen wird, vielleicht auch befeuert durch die Massenurheberrechtsverletzung die diverse KI-Modelle begangen haben.

Na, klar ist so ein Mancave-Setup saugeil und gerade bei 16bit Konsolen auch wirklich das höchste Hochgefühl (ob ich allerdings die authentische C64 Erfahrung vom Tape genießen könnte, weiß nich), aber da braucht es ja auch die richtigen Rahmenbedingungen.

Controller-Adapter sind ja ein Ding und es gibt ja auch diverse, feine Nachbauten gerade von SEGA-Zeug. Als ich noch viel am PC emuliert habe, habe ich auf die USB-Saturnpads aus Hong Kong geschworen - so genial. Und zumindest Nintendo bietet ja in stark limitierter Form Switch-Varianten von klassischen Pads an. Also, die checken schon das es dafür Bedarf gibt - aber melken natürlich auch wieder wo es nur geht.

Um beim nächsten Sale in Digi-Store X, Y oder Z nicht von dem ganzen lieblosen Billo-Scheiß erschlagen zu werden. Es gibt einfach soviel, soooooviel Schrott. Ich bin nicht per se gegen digitale Archivierung, aber stark kuratiert muss es sein und nicht wahllos jeden Scheiß. Wenn ich jetzt den drölfzigsten Vampire Survivors Klon per vibecoding rausscheiße hat das (imho) genau gar keinen Wert und braucht nicht für die Nachwelt aufgehoben zu werden.

Der junge Programmierer wird sicherlich nicht uralte Software dekompilieren oder reverse-engineering betreiben um assembler / Maschinensprache zu checken - das erscheint mir ein einigermaßen unrealistisches Szenario, da gibt es sicherlich bessere Quellen um das zu lernen (wobei das dann auch ein sehr spezieller usecase ist). Und der junge Spieler wird sicherlich zuerst mal YT ansteuern oder greift zu einer für ihn easy verfügbaren Version (bspw. Switch). Ich sehe in diesen beiden leicht konstruiertet wirkenden edge case aber keinen Grund jedes Skibidi Toilet Roblox Spiel zu archivieren. Bin aber absolut bereit mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen.

Diese These würde ich nicht pauschal aufstellen, definitiv nicht für JEDES je erschienene Spiel.

Mein Punkt von weiter oben, das ist ein Kapitalismusproblem - nicht die Art und Weise wie wir mit Daten(trägern) umgehen.

Es hat aber auch einige Steintafeln, bemalte Tonkrüge und Papyrusrollen gebraucht bis wir mit Büchern was gutes am Laufen hatten und ich möchte behaupten das Bücher im Stellenwert einfach einige Klassen über Games stehen. Ich sehe nicht wo Games den gleichen gesellschaftlichen Impact hätten wie Bücher / Buchdruck - Bücher haben ganze Gesellschaftsformen hervorgebracht und waren Wegbereiter der Moderne. Spiele sind aller Kosten zum Trotz irgendwo das Äquivalent zum bunten Plastikschlüsselbund von Fisher-Price. Das ist grundsätzlich nicht schlimm und/oder verkehrt (und ich habe hunderte davon auch gespielt und hatte Spaß dabei - trotzdem habe ich seltenst (Ausnahmen bestätigen die Regel usw.) das Gefühl das ein Buch oder Film nicht den gleichen Effekt hinbekommen hätten) - aber ich sehe da echt einen qualitativ sehr großen Unterschied und auch wirklich gute Gründe warum wir uns als Spezies mit Büchern soviel mehr Mühe geben.

Wo „will“ ich das? Ich gehe halt nur nicht hin und erwarte das irgendein zweitklassiges OpenWorld-Rennspiel bis zum Tag des Untergangs seine Server online haben muss, damit ich und noch drei Hanseln da noch ewig drin rumgurken können. Genauso wenig sehe ich Sinn dahinter noch Zugriff auf Photoshop CS3 zu haben (steht im Schrank, für eines meiner ersten Gehälter im Beruf gekauft) - ich würde mir eher was abschneiden auf so eine Uraltversion von Pshop oder so zurückzugehen. Turbo Pascal 7.0 - flog hier auch rum, irgendwann mal vom Jugendweihegeld gekauft. Was will ich damit heute? Gib mir Python das hat jetzt nen praktischen Nutzen für mich. Wie weiter oben ausgeführt, Archivierung per se nicht verkehrt - aber jeden Scheiß? Nee, lass ma.

Man bekommt jetzt auch nichts „weggenommen“ sondern eine Lizenz läuft aus. Das ist imo was anderes.

Und trotzdem gibt es kein „Alle Filme die es jemals gab“-Superarchiv. Entscheiden am Ende halt doch auch Dinge wie Bekanntheit, Qualität ggf. auch Aussage und ähnliches ob ein Film in der Versenkung verschwindet?


Ich glaube es reicht wenn wir Rise of the Robots in guter Erinnerung behalten, statt jederzeit die Möglichkeit zu haben diese Erinnerung gegen zu prüfen. YMMV!

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Und um noch bisschen Lockerheit reinzubringen, bitte lasst uns auch gleich noch alle Handyspiele speichern - damit der Nachwelt solche Kleinodien (nicht?) erspart bleiben:

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Dem stimme ich halt leider nicht zu. „Gamificiation“ ist eine grosse gesellschaftliche Strömung. Computer-Spiel-Termini und memes verbreiten sich inzwischen stark im Wortgebrauch.

Ich kann mich nicht erinnern, wann das letzte Mal eine Floskel aus einem Buch entkommen ist.

Und wir wissen nicht, ob wir irgendwann mal die Kinderschuhe des Mediums nachvollziehen wollen. Bei anderen Medien digitalisieren und archivieren wir auch jeden Schund.

Und nochmal: der Aufwand ist sogar sehr vertretbar, wenn wir uns den Gesamtumsatz dieses Marktes anschauen.

Aber das alles ist ein weites Feld.

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Eine Instrumentalisierung des Spieltriebs zur Leistungsmaximierung und Überwachung ist sicherlich gegeben, sehe trotzdem nicht warum wir deshalb jedes Atari 2600 Spiel aufheben müssen um festzustellen das wir mit fiesen Methoden ausgenutzt werden unser Geld aus dem Fenster zu schmeißen oder uns für Gummipunkte totzuarbeiten. Aber auch das ist halt ein anderes Thema.

Irgendwelche Influencer haben für ein paar Monate NPCs gesagt, aber der Trend ist doch auch schon wieder vorbei? Liegt vielleicht an Mecklenburg oder meinem vorangeschrittenen Alter, aber das höre ich hier echt gar nicht. Hast Du Beispiele?

Unsere Sprache: randvoll mit Entlehnungen aus Büchern / der Bibel. Es vergeht doch kaum ein Gespräch wo man nicht irgendwas sagt was einen uralten, literarischen Ursprung hat.

Floskeln aus Spielen die mir einfallen, die ich in einem normalen Gespräch anwenden kann: 0
Aber auch hier würden mich Beispiele interessieren.

Wobei wir ja bei diesem Thema jetzt komplett von der unsäglichen „Stop killing our games“-Nummer abkommen (wo es ja um Serverabschaltungen und Co. ging) und auch weit weg sind von „Ich bin zu doof zu verstehen, das ich in Digistores keinen Besitz erwerbe sondern nur ein Nutzungsrecht bekomme“. Das war mein Punkt oben. Da geht es ja nicht darum das Medium als solches zu archivieren oder aus kulturellem Interesse irgendwas zu erhalten um es später mal studieren zu können - das sind rein egoistische Motive die da die Grundlage bilden. Die eigentliche Kernproblematik ist weiterhin wie Lizenzen und Markenrechte funktionieren und das uralter Scheiß eben nicht automatisch sowas wie Public Domain wird oder anderweitig zur Verfügung gestellt wird. Möchte nicht wissen zu wieviel Spielen wir den Zugang verloren haben, einfach nur weil die Rechtelage nicht klar ist und irgendein Verwalter einen Zettel in tausend Ringordnern oder whatever nicht findet.

Zu deiner Aussage: braucht es jedes Atari 2600 Spiel um das Atari 2600 zu begreifen?

Weiterhin die Frage mit welchem Ziel, was haben wir als Gesellschaft davon? Nutzen wir das irgendwie? Wird das Menschen im Zweifelsfall einfach zur Verfügung gestellt?

Privatleute haben das PSN für die Vita nachgebaut, andere haben die Wii-Virtual Console aus reinem Privatvergnügen archiviert - natürlich ist das alles (easy) machbar, jetzt in vollständig digitaler Form ja einfacher als jemals zuvor. Aber imho ist das halt der zweiter oder dritte Schritt, vorher muss Urheberschaft und Co. umgekrempelt werden und unser Verständnis zu Daten / Haltbarkeit bzw. Relevanz von Daten an sich.

Diese ganzen Auswüchse werden sich (mMn) bald geben, wir sind halt so die (vor)vorletzte Generation die Spiele physisch besessen hat und im großen Stil privat gebunkert haben. Der Generation meiner Kinder wird das scheißegal sein, weil sie das nicht anders kennen. Die werden mit Nutzungslizenzen groß bzw. ich bringe ihnen das entsprechende Verständnis dafür bei.

Ich steige mal ein in die Diskussion:

Ich habe einen sehr umfangreichen Katalog bei Steam, was mir die nutzung einer selbst gemachten „Steam Machine“ und meiner „Steam Deck“ deutlich erleichtert. Ich habe diese riesige Bibliothek auf so vielen Devices und immer dabei + meinen „Gaming PC“.

Sonys Argumente sehe ich da halt absolut nicht, da Konsolen in meinem Kopf schon immer physikalische Medien hatten. Das gilt für Blurays, CDs und LPs ja bis heute.

Weiterhin habe ich kaum nennenswerte Vorteile im vergleich zur digitalen Distribution am PC.

Trotz meiner riesigen Bibliothek werde ich in Zukunft aber mehr auf gog.com einkaufen und selber Cover gestalten und Blurays brennen. Einfach der Nostalgie wegen. Damit bin ich auch nicht mehr Zielpublikum von Sony (was mir ein bisschen weh tut, weil ich jahrelang seit PS1-Zeiten die Konsole und den Hersteller liebte).

Jetzt wirds in Zukunft wohl eher so laufen:

Was spricht denn dagegen, dass der Hersteller einfach die Serversoftware rausgibt, wenn herstellerseitig eh kein Interesse mehr besteht? Muss nicht mal so gemacht werden, dass „jeder Hansel“ per One-Click-Solution da eine Instanz in „der Cloud“ hochfahren kann. Reicht, wenn versierte Leute das mit Bastelarbeit hinkriegen.

Unabhängig davon, dass das ein prinzipielle Frage ist: Ich sehe den Sinn halt schon. Ich habe genauso ordentlich Kohle rausgeballert für CS4 und CS6. Seit ~2 Jahren sagt Adobe, dass ich das nicht mehr installieren darf, weil sie die Aktivierungsserver abgeschaltet haben und keine Ressourcen haben, einen Patch bereitzustellen, damit man es trotzdem noch nutzen kann. CS6 reicht locker für meine Belange, und für die 3 Mal im Jahr, wo ich das brauche, schließe ich sicher kein Abo ab.
Viel schlimmer noch, ich hab dasselbe Problem mit durch mich von 2012 bis 2024 genutzten Lightroom. Kann ich auch nicht mehr installieren. Da habe ich mehrere zehntausend Fotos drin, inklusive oft aufwendiger Entwicklungseinstellungen. Mehrere hundert wenn nicht tausende Stunden Arbeit stecken da drin.
Für neue Fotos bin ich auf ein anderes Programm umgestiegen (wo das selbe Problem droht), aber wie kann es sein, das Adobe rechtlich damit durchkommt, mich entweder von meiner getanen Arbeit abzuschneiden, oder mich nochmal bezahlen zu lassen für eine Software die ich bereits bezahlt habe?

Natürlich bekommt man etwas weggenommen. Sony hat gerade 500 „gekaufte“ Filme aus den Mediatheken ihrer Kunden entfernt. Ohne Rückerstattung.

Warum nicht den einzelnen Leuten individuell überlassen? Gilt auch für die schrottigen Mobiltelefonspiele. :-)

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