The Elder Scrolls III: Morrowind (SF 159)

Höre grad die Folge.

Darin wird gelobt, dass Elder Scrolls die P&P Regeln bricht und ein System einführt, welches nur am PC funktioniert: Das Learning by Doing.

Aber dieses “Learning by Doing” gabs schon 1 Jahr vorher in Betrayal at Krondor.

Auch ein Spiel das ne eigene Folge verdient hat.

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Danke für das obligatorische Megarollenspiel zu Weihnachten!

Morrowind hat für mich immer noch eine besondere Stellung, vor allem wegen der Persistenz der Spielwelt (was im Podcast leider nicht angesprochen wurde).

Gegenstände waren damals bewusst platziert. Es gab kein Level-Scaling, das einem in jeder Banditenhöhle passenden Loot vor die Füße geworfen hat. Wenn irgendwo eine daedrische Rüstung lag, dann lag sie da, egal welches Level man hatte.

Auch legendäre Gegenstände waren kein Zufallsloot, sondern hatten oft eine Hintergrundgeschichte und lagen an Orten, wo es im Kontext der Welt Sinn ergab. Man hat die Sachen wirklich gefunden und nicht einfach nur aus einer zufälligen Kiste gezogen.

Dazu kam, dass alles dort blieb, wo man es abgelegt hat. Ich habe mir damals mein eigenes Haus eingerichtet, Bücher in Regale gestellt und Kerzen platziert. Selbst ein Löffel, den man im Sumpf fallen ließ, lag 50 Stunden später noch an derselben Stelle. Das hat dafür gesorgt, dass sich die Welt „echter“ und statischer anfühlte, weil sie sich nicht ständig resettet oder an den Spieler angepasst hat. Genau das fehlt mir in den neueren Teilen oft.

Den angesprochenen Kritikpunkt zur Fraktionszugehörigkeit fand ich allerdings etwas überzogen. Klar kann man kritisieren, dass jede Wache in Kleinniedertupfingen sofort weiß, dass man jetzt Mitglied irgendeiner Gilde ist. Aber ganz ehrlich, das ist ja ein generelles Problem fast aller Rollenspiele.

Ich wüsste spontan kein einziges Beispiel, wo das nicht so ist. Im Hintergrund wird halt immer eine 0 zur 1 und dann ist die Fraktion gewechselt, das ist in jedem Spiel so.

Freue mich aber sehr auf „Wusstet ihr eigentlich“, denn es sind doch noch sehr viele Dinge offen. Da hätten sich auch gerne noch ein paar mehr Infos in die Hauptfolge verirren dürfen.

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Nene, in dem Krondor Spiel gab es Diebe (James) und Magier wie Owyn und Krieger wie Gorath. Nur Magier konnten zaubern, das Alleinstellungsmerkmal von Elder Scrolls ist das jeder Charakter „zauber“ kann und irgendwann jede Ausrüstung tragen kann. In Betrale konnten die Zauberer auch nur Stäbe schwingen, keine Schwerter benutzen und auch bessere Rüstung waren ihnen verwehrt. Somit ist Elder Scrolls das erste Spiel von ein Charakter nur durch zaubern/Schleichen/Kämpfen zu einem Hans Dampf in allen Gassen wird ohne Klassenbeschränkung wie in Krondor.

Eine tolle Weihnachtsfolge. Danke.
Die und die „Die Welt…“ Folge haben mir so dermassen Lust auf TES gemacht. Also was spiele ich?
Skyrim? Hab ich noch für die 360 da, aber neee, dann lieber für ein paar Euro nochmal für den PC kaufen. Aber Skyrim hab ich halt auch so viel gespielt.

Ok, Oblivion. Meine Collectors Edition rausgeholt. Endlich die Hülle geklebt und mich nochmal drüber geärgert die zugehörige Münze verschlampt zu haben. Und dass ich kein Laufwerk im Rechner hab. Irgendwo steht aber bestimmt ein Key, vielleicht kann ichs dann bei Steam aktivieren. Schade, keinen Key gefunden. Vielleicht die Remastered? Ist ja gerade reduziert. Ach ich schau mal weiter

Und dann halt bei Morrowind gelandet. Das habe ich vor Jahren auf der Xbox mal begonnen, aber damals war es mir dann direkt zu alt. Keine Ahnung, irgendwas hat mich direkt genervt.
Jetzt zweiter Versuch, Char erstellt (Orsimer, Krieger) und nach ner guten Stunde hab ich mal so richtig Bock.
„Hey da ist ne Höhle bei dem Schlickschreiter“ Also rein, Argonier und Khajit befreit, Gegner mit meinem lächerlichen Dolch gerade so besiegt. Okay, schnell rasten. Ich werde geweckt und ein Assassine ist mit der Tatsache dass ich existiere unzufrieden und ändert das zu seiner Zufriedenheit.

Ich hab keine Ahnung warum, hab neu geladen und lieber erst gerastet als ich draussen war. Dann auf den Weg nach Norden, kurz mit der holden Dame am Wegesrand geplaudert und schon ne neue Quest. Abseits des Weges lag bei den TES die ich gespielt habe immer das Spannendste. Und ich habe das Gefühl das wird hier genauso. Was für ein Glück dass ich jetzt 1 1/2 Wochen frei habe.

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Sehr schöne Folge! Die Frage nach dem besten TES beschäftigt den nerdigen Teil meines Freundeskreises schon seit Jahrzehnten (inkl. TES Online). Ich mag die Welt von TES sehr, zu einem großen Teil wegen der Musik. Und da haben Gunnar und Chris GRADE noch die Kurve gekriegt am Ende. Dachte schon, die würden die Musik jetzt echt nichtmal erwähnen. Aber dann… oh… dieser kritische Unterton… ja nun, ich erwarte die Bonusfolge mit Spannung!

Aber abgesehen von dieser Ketzerei… SUPER Folge! :slightly_smiling_face:

du hast mit deiner Aussage natürlich recht. Aber ich hatte die Aussage von Chris und Gunnar im Podcast anders verstanden:

Das der Fortschritt in einer Fähigkeit davon abhängig ist wie oft man sie einsetzt. (Learning by doing).

Und das gabs so auch schon in BoK.

Würde ja auch Sinn ergeben, denn zu nem Allrounder könnte man theoretisch in nem P&P werden, aber das Alleinstellungsmerkmal das ein Computer hat, ist der Fortschritt über die Anwendungen…

Wobei dieses Learning by doing-System natürlich auch seltsame Nachteile hat. Daß man mit der Zeit schneller läuft, wenn man ständig läuft, und besser mit dem Schwert zuschlägt, wenn man viel mit dem Schwert zuschlägt, ist ja einigermaßen logisch und klar. Aber das die Rüstungsskills steigen, je öfters man getroffen wird, ist dann nicht mehr ganz so logisch und nachvollziehbar. Ich habe einen Kumpel der deswegen mit den ganzen Elder Scrolls-Spielen nie warm geworden ist.

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Eigentlich war Morrowind zu seiner Zeit das ideale Open World RPG, nach dem klassischen Pen&Paper Muster. Aber es richtete sich mit seinem komplexen Regelwerk und seiner Textlastigkeit und mit seiner statischen Spielwelt auch an diese spezielle Art von RPG-Spielern. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass Morrowind trotz seiner Sperrigkeit so viel Verbreitung fand. Zu diesen Pen&Paper-Spielertypen gehörte ich aber nie. Der Einstieg war mir zu schwerfällig und erforderte viel Geduld, ganz anders als in Gothic. Der Überblick über die Quests ging total verloren und das Grinding-System führte zu einer absurden Spielweise. Auch konnte ich mit exotischen Fabelwesen wie Riesenkäfern und den Riesenpilz-Gebäuden innerhalb einer Fantasy-Welt absolut nichts anfangen.

Trotzdem gab es einiges was mich an Morrowind beeindruckte. Vor allem die Größe der Spielwelt und die Vielfalt der Rassen war unvergleichlich hoch, sogar höher als bei den Nachfolgern. Gut fand ich auch, dass man hier einen Solo-Charakter spielte, der sich in alle mögliche Richtungen entwickeln konnte und auch, dass das relativ generische System von Daggerfall hier erfolgreich weitergeführt wurde.

Ich hatte dieses Bundle Morrowind mit dem enthaltenen „The Elder Scrolls Construction Set“ gekauft, um da gleich mal einige Dinge ändern zu können, die mich in der Spielwelt stören oder die fehlen könnten. Mein Vorhaben ist aber irgendwann im Sand verlaufen. Das Spiel an sich war mir schon zu viel Zeitaufwand und bis ich mich in den Editor eingearbeitet hätte, war dann schon der Nachfolger da. Trotzdem war der Editor ein Alleinstellungsmerkmal, das ich dem Spiel hoch anrechnete.

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Ein bisschen Schade, dass man das Thema “westliche CRPGs auf Konsole” aufmacht, aber die vielen, vielen Versuche in der Historie, an denen man schön hätte nachzeichnen können, wo da Erfolg oder Misserfolg waren, was eingedampft wurde, usw, nicht mal erwähnt.

Ich meine wir HATTEN ein Ultima IV auf Master System. Ein Wizardry 1 und ein Bard’s Tale 1 auf NES. Ein Ultima VII, ein Might and Magic 3, ein Wizardry V oder ein Eye of the Beholder auf Super Nintendo (M&M 3 auch auf MD), ein Dungeon Master 2 auf Mega CD und zahlreiche weitere Beispiele, die allesamt mehr westliches CRPG als das Actionadventure Robin Hood waren.

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Das Charaktersystem ist der große Schwachpunkt aller Elder Scroll-Spiele. Das hat in keinem Teil jemals Spaß gemacht, auch wenn es auf den ersten Blick eigentlich so einfach ist.

Für mich haben die Spiele immer hauptsächlich von der Atmosphäre und Größe der Welt gelebt… die Lore fand ich immer bescheiden und überfrachtet.

Das wäre ein eigenes, podcastfüllendes Thema. Abgesehen davon ging es nicht darum, die Gehversuche westlicher CRPGs auf Konsolen nachzuzeichnen, sondern Morrowind als den (zusammen mit KotOR) wesentlichen Titel zu verorten, durch den sie auf dieser Plattform den Durchbruch in den Mainstream geschafft haben.

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Ja, schon klar. Es entsteht halt ein bisschen der Eindruck in der Folge, als ob es das davor nie groß gegeben hätte.

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Ooooh, toll. Morrowind :smiley:

Morrowind hat mein Faible für Rollenspiele wenn nicht begründet, doch aber stark manifestiert. Ich hab das hier bestimmt schon irgendwo erzählt, aber Giga hat damals richtig Morrowind gehyped und ich bin voll drauf angesprungen. Ich hatte gerade Abi fertig, unendlich viel Zeit und die englische Collector’s Edition vorbestellt. Zum „Warmwerden“ hatte ich Gothic auf dem Grabbeltisch bei Horten gefunden und gespielt (Hier schließt sich der Kreis zur letzten Weihnachtsfolge).

Pünktlich zum Ende von Gothic kam Morrowind und ich war erstmal ein bisschen enttäuscht, weil die Welt doch viel steifer war als die von Gothic. Am Ende empfand ich es aber als das bessere Spiel. Der Soundtrack hat mich umgehauen und wegen „dem Wasser“ hab ich mir eine neue Grafikkarte gekauft :smiley:

Hier ist übrigens meine Collector’s Box, die ich sehr in Ehren halte:

Die beigelegte Karte von Vvardenfell hang jahrelang an meiner Wand, gerade konnte ich sie aber nicht finden. Sie ist auch schon sehr ausgeblichen, aber so gehört sich das ja auch für alte Karten.

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Morrowind, eines meiner wenigen „Try before Buy“ Spiele, da es mir ein Kollege sehr empfohlen und sogar ausgeliehen hat. Ich habe es von DVD kurz angefangen, kurze Zeit später auf GOG gekauft, noch etwas weitergespielt, aber dann aus Zeitmangel aufgehört. Dass ich heute noch weniger Zeit habe gibt dem alten Spielstand nicht mehr viel Hoffnung noch mal geladen zu werden, vor allem da ich mich kaum erinnere was ich gemacht habe :wink:

Ich vermute aber auch, dass Open World im Rollenspiel wahrscheinlich nicht so mein Ding ist. Mit randomisierten Dungeons wie in Dungeon Hack habe ich dagegen gar keine Probleme.

Die Folge hatte sehr viel Gameplay Beschreibung - das finde ich gut! Da ich im Spiel überhaupt nicht sehr weit gekommen war, war ich bei der Lore Beschreibung doch etwas überfordert mit den diversen Namen und Völkern. Aber bei weitem nicht so sehr wie in der „Die Welt von Elder Scrolls“ Folge, wo ich dann wirklich schnell abgehängt war.

Die Firmengeschichte von Bethesda und wie die unterschiedlichen Entwickler die unterschiedlichen Teile der Serie geprägt haben fand ich sehr interessant. Es ist beeindruckend, wie viel Text für diese Spiele geschrieben wurde. Ein Wunder, dass die „Die Welt von Elder Scrolls“ nicht noch länger geworden ist :wink:

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Sehr schöne Folge zu meinem liebsten Elder-Scrolls-Teil. Ich bin damals tatsächlich über die Xbox-Fassung zum Spiel gekommen; mein Computer hatte seinerzeit nicht die Power, und auf der Xbox gab es mit KotOR ja noch mindestens eine weitere hochkarätige RPG-Erfahrung.

Ich kannte Daggerfall schon, trotzdem war Morrowind in 3D ein ganz neues Erlebnis. Vielleicht war ich durch Shenmue angefixt – aber das im Podcast beschriebene langsame und zähe, das zur Erkundung von Vvardenfell gehört, habe ich GELIEBT! Ich bin in der Welt regelrecht versunken. Dabei stimmt alles, was ihr sagt: Mit anderen Figuren im Bild fällt das alles auseinander, aber … und das ist wirklich ein riesiges ABER: Wenn das Spiel einen durch unwirtliches Terrain stolpern lässt, die Musik einsetzt und man sich regelrecht verlassen fühlt, ist das Spiel so, SO stark! Die Atmosphäre, die Einsamkeit, die Musik – das war für mich der sogenannte „perfect storm“. Ich habe tagelang jeden Stein umgedreht und ewig damit zugebracht, die Karte aufzudecken und alles zu Fuß abzulaufen. Die involvierte Geschichte habe ich anfangs gar nicht gebraucht; diese teils fantastische, teils atemberaubend „andere“ Welt zu erkunden, hat mir einfach nur Freude gemacht. Liegt eben auch daran, dass hier (auch für damalige Verhältnisse) einfach unglaublich viel kreative Arbeit zusammengeflossen ist. Bauten, Monster, Landschaft – das ist alles so anders und dementsprechend frisch, einfach nur ganz großartig. Gunnar fasst das schön zusammen: Morrowind macht Sachen „die habe ich so noch nicht gesehen“ – es ist die absolute Stärke des Spiels, dass es eben alles außer „normcore“ ist. Sobald man von den Docks runter ist und sich in die Lande bewegt, ist es einfach ein grandioses Abenteuer in einer Welt, in der das Entdecken an sich einfach lohnt, weil man so viel zu sehen bekommt – nicht nur die tolle, lebensfeindliche Natur, sondern auch die teils bizarren Kreaturen und eigenartigen Orte wie die Dwemer-Ruinen. Schade, dass Bethesda nie wieder so mutig war. Die Elder-Scrolls-Spiele haben das für meinen Geschmack in den späteren Teilen leider nie wieder so hinbekommen (Ausnahme: die Erweiterungen zu Oblivion); die Nachfolger sind erschreckend vanilla, und damit geht ein sehr großer Reiz von Morrowind leider verloren.

Aber auch spielerisch war das damals eine tolle Sache: Auf Xbox war das (für ein CRPG) zugänglich af. Das hat sich großartig mit Controller gesteuert (die alten Xbox-Controller sind eh sehr bequem für Leute mit großen Händen) und hat für mich das gemacht, was Ultima Underworld (und in Teilen vielleicht auch System Shock) versucht hatte – aber aufgrund von Technik- und Hardwarebeschränkungen nicht vermochte. Morrowind mag keine immersive sim gewesen sein, für mich war es damals aber eine absolut immersive Erfahrung – Steuerung und HUD usw. standen dem Spiel nicht im Weg. Eher war das (zumindest meinem Eindruck nach) so hingebastelt, dass man regelrecht mit der eigenen Spielfigur verschmolzen ist (gab afaik auch ein Preset für eine Art Minimal-HUD). Heute ist das natürlich alles kalter Kaffee, Meme-Material und Tropes – aber für mich hat es damals komplett gepasst und ein Eskapismus-Gefühl freigeschaltet, das mein sehr intensives Erleben von Shenmue noch mal um ein Vielfaches übertroffen hat – und das trotz primitiverer Präsentation (im Sinne fehlender Cutscenes oder nennenswerter Dialoge) oder vielleicht gerade deswegen. Man wird halt nie rausgerissen, man kriegt das alles first hand mit – ich kannte das damals so nicht. Doom oder Quake waren keine richtigen Orte; Morrowind bei einsetzendem Regen in irgendeinem Fleckchen Ödland war hingegen die gepixelte Version eines Waldspaziergangs, teils mit einer Melancholie/Schwere, die ein Caspar David Friedrich nicht besser hätte einfangen können.

Das funktioniert natürlich nur, weil man nicht von irgendwelchen Systemen genervt wird: Das Spiel war schon extrem konsolentauglich und kam ohne so kleinteiligen Verwaltungs- und Managementkram aus, wie es viele PC-Spiele – und gerade CRPGs – noch häufig machten (und klar: Nach heutigen Maßstäben ist das Spiel clunky, aber damals war das schon eine ziemlich glattgebügelte Erfahrung). Wenn es nur nicht die Speicherüberläufe und Abstürze gegeben hätte (weshalb ich brav alle Türen geschlossen hielt und möglichst nichts draußen rumliegen ließ – auch in Innenräumen musste man arg vorsichtig sein, nichts umzuschmeißen): Afaik gab es eine Savegame-Größe (10 MB?), ab der es vermehrt zu Bugs und Abstürzen kam. Auf der Xbox konnte ich es aufgrund besagter technischer Probleme nie abschließen, aber das Feuer war entfacht – ich weiß gar nicht mehr, wie viele Fassungen ich von Morrowind und den Erweiterungen über die Jahre gekauft habe. Die schwarze GOTY-Fassung mit allen Erweiterungen war dann die, die ich tatsächlich beendet habe – dann natürlich auf PC.

Ich möchte meine Zeit mit Morrowind jedenfalls nicht missen und freue mich, dass ihr dem Spiel so ein kleines Denkmal gesetzt habt. Für mich hat sich btw auch nie so ein Gothic vs. Morrowind-Ding ergeben; das sind zwei vollkommen unterschiedliche Baustellen, auf ihre Art, und beide sehr geil. In Sachen Weltendesign, Stimmung und Nachhall blieb Morrowind aber über lange Zeit einzigartig und unübertroffen – bei mir zumindest bis From Software um die Ecke kam. Ich hoffe sehr, irgendwer nimmt sich dem Setting oder dem ganzen Spiel noch einmal an und bringt ein Remake an den Start; Spielwelt, aber auch die Handlung, hätte es durchaus verdient, dass auch jüngere Spieler die Möglichkeit bekommen, Vvardenfell einmal zu besuchen und einen der ausgefallensten Orte kennenzulernen, die man jemals in einem Computer-Rollenspiel besuchen konnte.

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So, jetzt habe ich die Folge auch zu Ende gehört und es war wirklich schön und hat meine Erfahrungen von damals gut wiedergegeben. Widerspruch habe ich eigentlich nur bei der Aussage, dass man eher Oblivion nachholen sollte als Morrowind.

Warum sehe ich das so? Grafisch und spielmechanisch ist Oblivion natürlich immens weiterentwickelt und besser als Morrowind, aber ich hatte in Oblivion größere Schwierigkeiten mit der suspension of disbelief, eben gerade weil das Spiel zugänglicher sein will und einen mehr an der Hand nehmen will. Das funktioniert nämlich nur dann halbwegs, wenn man sich auch an der Hand nehmen lässt, denn das Spiel verbreitet in der Hauptstory Hektik, die nicht zu einer von Anfang an offenen Spielwelt passt.

Man bekommt den Auftrag, die Stadtwache bei der Belagerung von Kvatch zu unterstützen. Macht man das per Schnellreise, stellt sich dieser Auftrag auch für einen Level 1 Helden als sehr einfach heraus. Macht man das nicht, ist es trotz der ganzen Hektik, die verbreitet wird, auch egal. Ich bin damals zunächst zu Fuß nach Kvatch, wurde von handelsüblichen Wegelagerern zu Brei gehauen, habe ein paar Dungeons erkundet und Nebenquests bearbeitet, bin dann nach vielen in-game-Tagen irgendwie auch nach Kvatch gekommen, wo die Stadtwache sagt “Oh, Du kommst genau richtig, wir greifen jetzt an!”

Fortan wird man in der Spielwelt der “Held von Kvatch” genannt, aber wenn ich einen Salatkopf klaue, keine Strafe zahle und mich der Festnahme widersetze, haut mich jede Stadtwache mühelos nieder, weil diese jederzeit 5 oder 10 Level höher sind als der “Held von Kvatch”.

Im Gegensatz dazu, wenn man in Morrowind direkt nach Balmora geht, wird man von Gaius aufgefordert, erstmal Erfahrung zu sammeln und sich vielleicht einer der Gilden anzuschließen. Kein Zeitdruck, nur eine Anregung, was man so machen könnte.

Dazu kommt, wie im Podcast ja auch mehrfach gesagt wurde, die Erfahrung in Morrowind, zu einem mächtigen Helden zu werden, die leider in Oblivion völlig fehlt. Mein Mitbewohner hat damals Oblivion 30 oder 40 Stunden gespielt und dann weggelegt mit den Worten “Leveln bringt hier leider nix” (Er war großer Gothic Fan und hatte nie Morrowind gespielt).

Unterm Strich ist mir Oblivion daher immer als große Enttäuschung im Gedächtnis geblieben, die Bewertungen (u.a. von Christian in der damals abonnierten Gamestar) als zu hoch. Das ist natürlich ein sehr persönlicher Eindruck, ich würde aber niemandem Oblivion empfehlen, wenn er sich fragt, ob er Morrowind nachholen sollte. Die Spielerfahrungen halte ich für grundlegend unterschiedlich. Wer Oblivion spielt, weiß eben nicht, wie sich ein Morrowind (und vielleicht auch Daggerfall, habe ich nie gespielt) anfühlt.

Trotzdem hatte ich übrigens kurz über den Kauf von Oblivion remastered nachgedacht - dann kam mir der Gedanke “Oh Gott, wieder 15 identische Oblivion Tore schließen, damit die halt endlich weg sind, nein, auf gar keinen Fall.”

Zur Musik sei gesagt, dass ich Jahre nach Morrowind, als ich in der Zwischenzeit eine kleine Tochter vor dem Bauch in der Trage hatte, die zahnend nachts um 3 nicht schlafen wollte, ich mit Erfolg das Main Theme leise gesummt habe - also ist die Musik gut! Ich freue mich auf Gunnars Ausführungen in der Unterstützerfolge.

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Ich habe laut gelacht, als Christian den Fatal Heritage Kalauer „das wird Konferenzen haben“ eingebaut hat. Vielen Dank dafür und für die Folge sowieso.
Ich hatte damals nicht Mal Interesse Morrowind anzuspielen. Aber die Folge fand ich enorm interessant und hätte jetzt Lust es Mal zu spielen. Aber der Zeit-Invest…

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Jetzt habe ich mir die Folge endlich mal anhören können und sie hat mir richtig gut gefallen, auch wenn ich bei der einen oder anderen Aussage fast schon gegenteiliger Meinung war.

Ich komme auf jeden Fall aus der Fraktion, die behauptet, die Elder Scrolls wären nach Morrowind „heruntergedummt“ worden, um einem größeren Publikum zugänglich zu sein. Skyrim ist nun wirklich kein schlechtes Spiel, aber was die Immersion angeht, hinkt es Morrowind total hinterher. Beispiele dafür wären die Dungeons, die in Skyrim immer zufällig einen total bequemen Geheimweg zurück zum Eingang haben, damit man als Spieler ja bloß nicht den ganzen Weg zurücklaufen muss. Auch den Vorwurf des „Rollenspiel-Vergnügungsparks“ würde ich in dem Zusammenhang eher bei späteren Teilen sehen, wo man bspw. die Questlinie der Magiergilde an gefühlt einem Tag abschließen kann und den Erzmagiertitel erhält, ohne ein einziges Mal zaubern zu müssen :wink:

Solche Dinge stören für mich viel eher die Immersion als alles, was man berechtigterweise Morrowind vorwerfen kann. Ich kann mir leicht dazudenken, dass die NPCs eigentlich miteinander interagieren, oder dass es einen echten Tag-Nacht-Zyklus gibt. Für mich ist die Suspension of Disbelief also absolut handlebar, aber ich verstehe, dass es sehr subjektiv ist, was man im Kopf ausklammern kann und was nicht.

Hat man sich daran aber erstmal gewöhnt, funktioniert die Welt von Morrowind sogar sehr gut ohne den Spieler. Für mich zeichnet sie sich gerade durch ihre Glaubwürdigkeit aus, etwa in Bezug auf ihre Geographie, in der Art und Weise, wie unversöhnlich sie mit mir als Spieler umgeht oder wie persistent sie wirkt. Umso gewaltiger ist dann das Gefühl der Selbstwirksamkeit, wenn man als dolchschwingender Hänfling anfangs noch nicht mal eine Schlammkrabbe trifft, aber dann im Endgame keine Brücken mehr in Balmora nötig hat, weil man einfach über den Fluss springen kann – oder sich sogar mit den Halbgöttern des Tribunals misst.

Am Ende stehen für mich daher auch eher die Gemeinsamkeiten mit Gothic im Vordergrund, als die Gegensätze. Auch Gothic ist unversöhnlich, aber in sich logisch. In beiden Welten suggeriert mir meine Umwelt, in welche Gegenden ich mich bereits vorwagen darf und welche für mein Level ungeeignet sind. Und wenn mir die Dunkelelfen in Morrowind Skooma andrehen wollen und mich als „N’wah“ bezeichnen, fühlt sich das schon sehr nach der liebgewonnenen „Ruhrpott-Fantasy“ an.
Würde uns In Extremo in Seyda Neen begrüßen, könnte man die Spiele quasi kaum auseinanderhalten :wink:

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Zur Musik habe ich auch eine schlafbezogene Anekdote: Ich hatte über Jahre das Morrowind Theme als Wecker-Melodie und finde es trotzdem nach wie vor toll. Die Musik ist also wirklich gut.

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Die Quests waren in Skyrim aber zum Teil wirklich gut bis hervorragend geschrieben. Ansonsten schließe ich mich deinem Urteil an. Besonders stößt mir das Level-scaling auf, das zerstörte meine Immersion immens.