Als letztes hab ich The Legend of Robin Hood: Conquests of the Longbow durchgespielt. Ist ein altes Sierra-Adventure von 1992, glaub ich. Hatte wohlige Erinnerungen daran, wie ich mit meinem besten Freund vor seinem 286er saß und wir uns durch den Sherwood Forest geknobelt haben. Ist wirklich so ne ganz starke Kindheitserinnerung, neben Quest for Glory, Champions of Krynn und so manch anderen Titeln.
Also dacht ich mir: Über 30 Jahre her, snackste mal son Sierra Adventure weg. Und was soll ich sagen: Snacken ist der richtige Begriff. Denn obwohl Sierra Adventures generell als gnadenlos gelten, ist Conquests of the Longbow doch eher ein Leichtgewicht. Ich hatte es in wenigen Tagen durch, hab lediglich 2x schnell in eine Lösung geblickt, weil ich mit nem 7 Wochen alten zweiten Kind zuhause nur bedingt viel Zeit in petto habe. 
Ein Highlight ist die schmucke VGA-Grafik - sah damals toll aus, ist auch heutzutage noch schön. Hintergründe sind vorgemalt und gescannt, die Charaktere liebevoll von Hand gepixelt. Die Story ist die gängige Robin Hood-Geschichte. König Richard ist auf der Rückkehr vom Kreuzzug gefangengenommen worden, der Sheriff will seine Auslöse verhindern, wir kapern genug Bares, um die Rückkehr Richards zu ermöglichen. Die gängigen Robin Hood-Charaktere, von Marian über Little John, von Tuck bis hin zu Will Scarlett sind alle dabei. Dabei ist das Spiel in Tage strukturiert, jeder Tag hat ein eigenes Hauptthema bzw. Rätsel. Die Rätsel sind, wie schon gesagt, recht überschaubar, Inventarrätsel und Pixelhunting entfallen. Hingegen gibt es mehrere Elemente des Handbuchs, die für die Lösung erfoderlich sind. Ob Mühle-Spiel, Kenntnis von Baumsorten und ihren Druidennamen oder geheime Passwörter per Handalphabet lesen und sagen können ist da einiges dabei. Auch hier ist jedoch nix schwer.
Das Spiel warb damals auch auf der Packung mit Actionsequenzen - Quarterstaff-Kampf und Bogenschießen. Ähm ja. Is klar. Sieht halt spannend auf ner Packung aus, aber de facto kommt der Quarterstaff-Kampf genau einmal vor und ich wüsste nicht, wie man den verliert. Ist einfach ne kleine Klick-Einlage. Das Bogenschießen ist ebenfalls sehr rudimentär. Man zielt mit dem Mauszeiger in einer Ego-Perspektive mit dem Bogen und muss mit Blick auf den Wind etwas vorhalten. Fertig. Die Musik ist ganz nett, aber bleibt auch nicht dauerhaft im Ohr.
Alles in allem ist es ein ganz nettes Spiel, für seine Zeit erstaunlich simpel und kurz. Wer zB ein Monkey Island 2 oder ein Day of the Tentacle knacken kann, wird hier regelrecht unterfordert bleiben. Wer jedoch Lust auf ein wenig Point and Click im schönen VGA-Look der frühen 90er hat, kann hier bedenkenlos mal reinschauen.