Beim Lesen deines Post wurde ich motiviert, auch Resident Evil 3 Remake zu spielen. Das hab ich über die Weihnachtstage getan und muss auch zugeben, dass das es ein sehr schönes Spiel ist.
Wie schon mal in der Vergangenheit berichtet, bin ich kein Fan von Boss-Kämpfen. Immerhin sieht Nemesis spektakulär. Ansonsten ist alles ganz toll inszeniert, sieht super aus und macht einfach Spass. Klare Empfehlung.
Ich habe allerdings doppelt so lange gebraucht wie du.
Ich habe über die Weihnachtsfeiertage endlich Shadowrun Returns durchgespielt. Naja. Stilistisch find ich das Spiel gut, den Ton trifft es gut, es deckt viel von der Vorlage ab. Allerdings werden die Kämpfe schnell zur Qual - weil die nicht schwer, aber langwierig sind - und die Story ist superlinear. Verbuggt sind sie auch.
Ich bin grad an Dragonfall, da scheint einiges besser zu werden, zumindest gabs schon ein paar Teile, wo zum Beispiel drauf angespielt wird, das ich einen Troll verkörpere.
Ich habe gestern das Thema Vampire The Masquerade Bloodlines 2 abschließen können. Der erste Teil ist eines meiner liebsten Games, ich Spiele es seit zwei Jahrzehnten fast jährlich und ich bin seit Jahren im WoD Universum unterwegs.
Jedes Lebenszeichen von VTMB2 habe ich emsig mitverfolgt und mit jedem Jahr schwand die Hoffnung, dass mich hier ein würdiger Nachfolger erwarten würde. Größer, schöner und nah am PnP Original sollte es werden, versprach der Publisher.
Aber leider standen die Zeichen, nicht erst mit dem Entwicklerwechsel, auf Enttäuschung. Die WoD-Community kochte zu Release vor Wut, die Wartezeit war schließlich lang genug. Ich kann mir nicht erklären wie Paradox denken konnte, dass ein ziemlich geradliniges Actionspiel den Titel VTMB2 (!) verdient hätte. Kaum Rollenspiel Elemente, Dialogentscheidungen mit nur minimalen Auswirkungen, nur eine Handvoll Figuren und lange sinnbefreite Walking-Simulator Sequenzen machen für mich kein RPG aus. Dass Paradox mit so etwas die Serie begräbt werde ich ihnen bis zum Ende meiner Tage übelnehmen.
Für sich allein stehend ist das Spiel allerdings nicht totaler Müll, an machen Stellen sogar richtig toll. Das Kämpfen macht Spaß, die Fähigkeiten sind großartig und die Atmosphäre eines verschneiten Seattle hat mich zu Beginn lange in ihren Bann gezogen.
Trotzdem: Unterm Strich bleibt ein Spiel das seinen Namen nicht verdient hat und das mich mit Paradox auf Kriegsfuß setzt. Bei dem mittelmäßigen Portfolio des Entwicklers, hätten die Schweden das Projekt lieber einfrieren und später in fähigere Hände geben sollen.
Und da bin ich auch schon fertig mit Vollgas. Bin etwas zwiegespalten. Ich mag die Story und Stimmung des Spiels und dass es hier „nur“ um eine feindliche Firmenübernahme eines Motorradherstellers geht, keine Weltenrettung und dergleichen, Weltreise unternimmt man auch keine. Die Musik ist auch ein Highlight. Grafisch sieht man dem Spiel allerdings an, woher es kommt, die Pixeloptik ist stimmig, aber dann sind häufig noch vorgerenderte Elemente eingebaut, was etwas fremdartig wirkt.
Spielerisch merkt man auch, dass Lucas Arts sich anscheinend eher um die Präsentation gekümmert hat, die Rätsel sind recht leichte Kost, nie hat man auch nur eine Handvoll Items im Inventar und auch die Schauplätze und interaktiven Elemente sind überschaubar, auch Dialoge gibt es kaum.
Dass die klassischen Adventure-Anteile so dünn gesät sind, liegt sicher auch an den Actionsequenzen. Man muss Motorrad fahren und in Road Rash-Manier andere Biker vom Stuhl kloppen und später noch eine Art Destruction Derby bestreiten. Beides sind nicht die Glanzlichter des Spiels und steuern sich recht hakelig. Aber auch bei den Adventureparts hat es teils ziemlich nervige Stellen, bei denen man z.B. nur durch Ausprobieren weiterkommt und sogar unter Zeitdruck agiert.
Unterm Strich ein nettes Adventure, dem man das Entstehungsjahr durchaus anmerkt, auch spielerisch. Für mich kein Klassiker, aber für die paar Stunden schon unterhaltsam.
Sin (1998)
Ich hatte schon immer einen großen Softspot für den Titel, der damals leider ziemlich unterging. Zwar wirkte schon damals vieles altbacken mit seinem klobigen Leveldesign und Low Poly-Gegnern etc., besonders wenn man bedenkt, dass nur wenige Tage später Half-Life raus kam und das in vielen Belangen deutlich frischer und moderner wirkte. Aber was alles aus der Quake 2-Engine herausgeholt wurde, ist wirklich toll. Im Gegensatz zu vielen anderen Titeln der Zeit ist Sin kein reiner Run-and-Gun-Shooter, bei dem man nur ballernd durch die Levels läuft und den Ausgang sucht, sondern bietet viele Dialoge und Zwischensequenzen, zu erfüllende Missionsziele wie in Goldeneye, und nicht zuletzt eine sehr interaktive Levelumgebung, wie man es z.B. aus Duke Nukem 3D, Shadow Warrior und Blood kennt. So viele Sachen sind benutzbar, das fängt mit einfachen Schubladen und Schranktüren an und geht hin bis zu richtib benutzbaren Computern, in denen man per einfachem DOS-artigem Befehlszeilensystem allerhand anstellen kann. Der Spielablauf ist teils auch dynamisch und ändert sich mitunter. Je nachdem was man so im Spielablauf angestellt hat, geht man anders durch das Level oder kommt sogar in teils komplett andere Abschnitte. 9/10
Eine Remaster-Fassung war ja schon länger bei Nightdive in Entwicklung, liegt aber soweit ich mich erinnere wegen irgendwelcher Rechteschwierigkeiten auf Eis. Die Gold-Version auf Steam (und wahrscheinlich auch die bei GOG) läuft aber auch auf modernen Systemen absolut problemlos, und ist zum Glück auch unzensiert.
Und das, obwohl das Spiel inzwischen schon wieder 2 Jahre vom Index ist. Bei Steam ist es aber auch noch im deutschen Store gesperrt. Activision scheint sich um die alten Marken einfach nicht zu scheren, Heretic 2, das Hexen 2 Addon und Soldier of Fortune 1 z.B. haben es ja leider auch nie auf Steam geschafft
Es ist soweit, Demon’s Souls auf PS3 zu 100% beendet. Vier Playthroughs waren dafür zu meistern, sehr viel Tendency-Manipulation und das schlimmste: Musste auf PBCT runtergehen und zum Nexus-Massenmörder werden.
Das mag ich in den Souls-Games nicht, selbst Patches hat ein Recht auf das Dasein. Allenfalls Yurt/Lautrec gehören sich ordentlich getreten.
Anyway: Es ist das erste seiner Art und mir äusserst lieb. Rumpelig, gröber, extravaganter. Manche Passagen sind die Pest (Valley of Defilement) und es ist ein wüstes Zusammengewerfe abgefahrener Sachen. Illithiden in Latria, Fratzenclowns in Boletaria/Stonefang und Grim Reaper im Shrine of Storms. Wirre Bosse. Es ist an vielen Stellen das alptraumhafteste Souls-Game ohne das Alptraumgame (Bloodborne) zu sein.
Ich werde mir wohl irgendwann eine ps5 zulegen, nur um Demon’s Souls und Bloodborne endlich zu spielen. Danach kann dieser unnütze Briefbeschwerer dann aufn Müll.
Nicht dass ich wüsste. Kenne auch keinen Emulator. Es gibt ein Projekt, welches Bloodborne auf dem PC zum laufen bringen will, aber auch das ist bisher noch “ausbaufähig”.
Ich vermute Sony würde auch alles versuchen ihre Marktanteile zu behüten.
Schade. Dann wäre die Frage eher, ob Remote Play nur im Heimnetz geht oder auch im WAN. Im Endeffekt gehts ja nur um zwei oder drei Spiele und wenn man die aus dem Bekanntenkreis streamen könnte, wäre ja schon alles gut.
Ja, ich kenne leider auch niemanden im Bekanntenkreis, dem ich seine ps5 für 2-3 Monate abschwätzen könnte um die 2 Spiele zu suchten. Also entweder warten bis sie evtl. doch noch für PC erscheinen, oder eine ps5 kaufen um sie dann irgendwie wieder abzustoßen…. oder Demon’s Souls doch auf der eingestaubten ps3 hier spielen.
Ein Spiel im Stil der Telltale-Games wie z. B. Walking Dead, das heißt viel Handlung mit Entscheidungsmöglichkeiten, deren Auswirkungen mehr oder weniger minimal sind, und dabei eher wenig echtes Gameplay liefert. Aber ich muss sagen, den Titel fand ich richtig gelungen.
Die Handlung spielt in einem eigenen Superheldenuniversum. Die Hauptfigur ist ein ehemaliger Superheld in einem Mech-Anzug, dessen Anzug nach einem Kampf zerstört wurde. Um diesen repariert zu bekommen, muss er als Einsatzkoordinator für eine Firma arbeiten, die Superhelden managt, wobei sein Team aus ehemaligen Schurken besteht, die sich rehabilitieren möchten.
Diese Einsatzkoordination ist das Kernelement, das ich als mehr oder weniger echtes Gameplay bezeichnen würde. Das Spiel ist in Episoden aufgeteilt, und in jeder Episode gibt es bis zu zwei Koordinationseinsätze, die im Grunde eine Art Zeitmanagementspiel sind. Ein Notfall taucht auf einer Einsatzkarte auf, und man muss einen oder mehrere Helden dorthin schicken. Durch die Einsatzbeschreibung kann man erahnen, welche Fähigkeiten ungefähr gebraucht werden, und schickt die Leute los, von denen man denkt, dass sie den Einsatz gut erledigen können.
Nach jedem Einsatz braucht ein Held eine Pause, und richtiges Management ist zwar grundsätzlich wichtig, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass es sich großartig auswirkt, wie gut oder schlecht man spielt.
Die Präsentation dieser Einsätze ist recht schlicht und besteht in erster Linie aus Textboxen und Bildern.
Zwischendurch gibt es auch noch ein Hacking-Minispiel, das relativ simpel ist und mehr oder weniger daraus besteht, die richtigen Tasten zu drücken.
Was das Spiel aber auszeichnet, ist seine Inszenierung, und die ist tatsächlich sehr gut gelungen. Obwohl es 3D-Figuren sind, sieht es durch die comicartige Grafik sehr ähnlich aus wie moderne Cartoons wie Invincible oder Legend of Vox Machina. Den Actionszenen fehlt zwar etwas Wucht, aber den Rest fand ich gut inszeniert.
Die Handlung zieht zwar erst gegen Ende richtig an, aber davor gibt es einige gute Charaktermomente. Ich mochte die Figuren, und die englische Vertonung ist hervorragend.
Insgesamt also wirklich gute Unterhaltung, und ich kann das Spiel nur empfehlen, wenn man mit Titeln wie Walking Dead etwas anfangen kann und der Superheldenthematik nicht völlig abgeneigt ist.