Hollow Knight: Silksong
Der lang erwartete Nachfolger zu Hollow Knight und wie zu erwarten war ist es wieder ein grandioses 2D-Metroidvania.
Wie im Genre üblich durchreist man eine große Karte, erringt neue Fähigkeiten und Werkzeuge und schaltet so nach und nach neue Wege und Herausforderungen frei.
Was Silksong wie auch den Vorgänger aber so auszeichnet ist, dass es einfach extrem gut gemacht ist. Das fängt bei der präzisen Steuerung an, geht weiter über die sehr hübschen und abwechslungsreichen 2D-Grafiken und einen schönen atmosphärischen und auch melancholischen Soundtrack.
Darüber hinaus belohnt die Spielwelt Entdeckungsdrang mit zusätzlichen Items, Herausforderungen und mehr Hintergründen über die Geschichte und die Spielwelt.
Was das Spiel aber ebenso auszeichnet ist sein Schwierigkeitsgrad und der ist hoch und grenzt teilweise schon fast ans Unfaire, aber auf eine Weise, die einen trotzdem immer motiviert.
Das Ding ist nämlich, man kämpft gegen sehr viele Bosse, insgesamt über 40 Stück, aber jeder Boss telegrafiert seine Angriffe sehr deutlich und sie sind dadurch meist gut lesbar, sodass man ausweichen und die Öffnung für einen Angriff finden kann. Das Problem hierbei ist aber, dass diese Angriffe teilweise in einer sehr hohen Geschwindigkeit kommen und es so recht hektisch werden kann, was zu Fehlern führt, die dann im Tod enden. Teilweise ist aber auch der Weg oder das Vorgeplänkel bei den Bossen eine gewisse Herausforderung, weil es Bosse gibt, bei denen man erst eine Reihe von kleineren Gegnern erledigen muss, bevor sich der Boss überhaupt zeigt.
Auch normale Gegner können hart sein und fiese Angriffsmuster haben und dazu kommt, dass einen das Spiel etwas zu oft in eine Arena sperrt, wo man erst eine Reihe von Gegnern besiegen muss. Das kann manchmal anstrengend und etwas zu langgezogen sein.
Natürlich dürfen auch Plattforming-Herausforderungen nicht fehlen und auch hier muss man ein paar fiese Sequenzen und Sprünge meistern, aber die fand ich alle noch gut beherrschbar.
Bei der Steuerung muss noch erwähnt werden, dass sich Angriffsmuster und die sehr wichtige Attacke nach unten, die man in diversen Plattforming-Sequenzen benötigt, um von bestimmten Sachen abzuprallen, um höher zu kommen, verändern je nachdem, welches der sogenannten Wappen man benutzt. Das Anfangswappen bietet bei diesen nach unten gerichteten Angriffen nur einen 45 Grad Winkel an, was sehr gewöhnungsbedürftig ist und die frühen Sprungsequenzen stark erschwert. Man findet zwar relativ früh auch andere Wappen mit einem etwas verzeihenden Angriff nach unten, aber ich habe das Spiel fast ausschließlich mit dem Anfangswappen durchgespielt, weil mir die Bewegungen sehr ins Blut übergegangen sind.
Diese Wappen bestimmen auch, welche und wie viele der sogenannten Werkzeuge man ausrüsten kann. Die gibt es in drei verschiedenen Kategorien und sie können entweder zusätzliche Waffen sein oder Dinge, die gewisse Vorteile bieten oder neue Möglichkeiten eröffnen. Dazu kommt, dass bestimmte Werkzeuge noch Synergien untereinander haben und man so einen Build machen kann, der zum eigenen Spielstil passt oder bestimmte Situationen extrem erleichtert.
Die Spielwelt ist wie schon erwähnt einfach faszinierend und belohnt Entdeckerdrang. Man findet geheime Passagen, aber auch komplett optionale Gebiete und Bosse, auf die es nur vage Hinweise gibt. Selbst den dritten und finalen Akt des Spiels schaltet man nur frei, wenn man zuvor alle bis dahin verfügbaren Nebenquests erledigt.
Das Spiel ist auch sehr lang. Laut Steam habe ich über 120 Stunden damit verbracht, aber ich habe nicht alles entdeckt, zumindest aber das wahre Ende freigeschaltet. Mir fehlen nur noch ein paar Items, aber die werde ich eventuell sammeln, wenn der DLC draußen ist.
Die Story des Spiels fand ich gelungen und sie gibt einem immer ein klares Ziel vor, aber die wahre Tiefe in der Handlung steckt in der Lore, wo man viel finden kann durch diverse Dialoge, Itembeschreibungen und einfach durch das Anschauen der Spielwelt.
Insgesamt also ein richtig toller Titel, den ich nur empfehlen kann, wenn man 2D-Metroidvanias mag.




