So, endlich kann ich hier auch etwas posten… Oder doch nicht? Egal, ich mach’s einfach.
Ich habe gerade frisch Alan Wake 2 incl. DLCs beendet. (zum ersten Mal)
Was soll ich sagen, ich hasse Horrorspiele. Ich liebe Alan Wake 2, einfach meisterhaft.
Gebraucht habe ich gut 39h, wobei mindestens 5h auf Backtracking für fehlende Gegenstände bzw. neu zugängliche Wege draufgingen. Ich bin kein Completionist, aber für die Kisten und Kinderreime gibt es hilfreiche Belohnungen. Die Hirsche habe ich dann nicht mehr verfolgt.
Wirkliche Resourcenknappheit kann ich auch nicht beklagen, aber man wird z.T. an der kurzen Leine gehalten.
Schon der erste Teil hat mich damals bei einem Kumpel sehr gefesselt und wir haben es an 3 Abenden durchgesuchtet. Leider dann nicht mehr die DLCs, aber ich werde das Remastered nochmal angehen. Zu lange ist es her, sich an alles zu erinnern.
Von Teil 2 haben mich bisher maßgeblich EPIC und der alte Rechner abgehalten, wobei sich Ersteres nicht ändern ließ.
Eine Installation auf einer SSD ist zwingend nötig, darauf läuft es dann aber auch sehr angenehm mit kurzen Ladezeiten, die z.T. gut kaschiert werden. Grafisch ist es top, nur die Lippen Synchronität ist nicht immer optimal.
Ich habe die Schocker in den Einstellungen reduziert und auch die (gruselige) Musik (wie ich es immer mache), was hier doppelt ärgerlich ist. Zum einen werden dann auch die Radios gedrosselt, zum anderen ist die Musik super. Die Schocker waren immer noch genug für mich. Anfangs hat mich sogar der Achievement Sound erschreckt, es geht aber durchaus schlimmer.
Im Vorhinein habe ich mich absichtlich wenig informiert. So versuche ich auch hier Spoiler zu vermeiden, denn das Story-Erlebnis macht das Spiel aus. (wie m.E. in allen Remedy spielen, hier sind die Kämpfe weiter zurückgefahren und doch gar nicht so schlimm)
Es gibt zwei Hauptfiguren: Saga Anderson und Alan Wake, die man bis Punkt X mehr oder weniger nach Belieben spielen kann. (Am Rande habe ich die Woke Debatte um eine weibliche, schwarze Hauptfigur im Internet mitbekommen – einfach nur daneben und kein Thema das man weiter ausbreiten muss)
Das Konzept mit Sagas Gedankenraum, um hier im FBI Profiling-Manier die Fälle zu lösen, fand ich anfangs etwas aufgesetzt, aber es ergibt alles einen Sinn und der Ursprung und Zweck wird im Spiel gut erklärt. Ich möchte nicht behaupten alles vom Plott lückenlos verstanden zu haben, aber viele Storyelemente kann man sich vorab erschließen, so bleiben wenige unvorhersehbare Plott-Twiste. Die WTF-Momente bleiben trotzdem, weil die Inszenierung einfach grandios ist.
Sam Lake (Creative Director) hat sich hier ausgetobt und zu Genüge selbst verewigt. So spielt er den FBI Agenten Casey, der gleichzeitig eine Inspiration für eine Wake Roman-Figur ist und damit an allen Ecken und Enden auftaucht.
Die Old Gods of Asgard rocken ebenfalls wieder und haben einen Teil vom Story-Kuchen abbekommen - es gibt einen ähnlich memorablen Moment wie in Teil 1. Außerdem gibt es viele Verknüpfung zu Control, aber Vorwissen ist m.E. in keinem Fall nötig, macht es aber cooler.
Technisch finde ich die größte Stärke, gleichzeitig auch die größte Schwäche vom Spiel. Die Locations sind sehr wandlungsfähig. D.h. sie verändert sich z.b. mit Licht-an, Licht-aus sofort oder Alan kann die Szene umschreiben und das Level ist sofort anders. Deutlich anders im Sinne von Elementen, Gegenständen, Deko. Aber es endet auch in viel Wiederholungen (was im Grunde ein Thema der Story ist). Insbesondere im Night Springs DLC besucht man die gleichen Orte, die inhaltlich anders sind. Schwer zu beschreiben, es scheint, als müsse die Levelstruktur gleichbleiben z.b. ein Haus, aber der Inhalt kann anders sein.
Beide DLCs sind direkt ins Spiel integriert, wovon ich kein großer Fan bin. „Night Springs“ reißt einen etwas aus der angespannten Alan Wake Situation und dem Flow. (Man kann die Missionen auch später getrennt spielen) Die erste Folge ist eher lustig und man kann sich ordentlich austoben ohne den bisherigen Munitionsmangel. In der zweiten Folge spielt man Jessy aus Control. So gern ich Kaffee mag, aber das Thema wird schon sehr strapaziert. In der dritten Folge taucht Sam Lake als Regisseur auf und man spielt einen Schauspieler. Diese Mission ist echt abgefahren, sie dreht sich um das Multiversum. Dadurch endet man sogar in einem Textadventure , Control wird referenziert usw.
Der zweite DLC „Das Haus am See“ ist kein Recycling sondern neu gebaut und passt wunderbar direkt in die Story. Control lässt grüßen und es gibt eine kleine Vorschau auf Control 2.
Ansonsten hält sich die Kritik auf hohem Niveau. Die erwähnte Lippensyncho, gegen Ende war eine Zwischensequenz nicht übersetzt. An wenigen Stellen waren die Texturen nicht optimal, was in dem sonst perfekten Setting auffällt. Es dreht sich etwas viel um Kaffee.
Tja und das Ende, das zum NG+ einläd und kurzer Recherche lohnenswert und nötig ist, um das wahre Ende zu sehen und weitere Hintergründe zu verstehen.
Das hatte ich eigentlich nicht vor. (Aus zeitlichen Gründen, spiele ich keine Spiele mehrmals) So hadere ich noch, ob ich es auf Normal oder nur im Geschichtsmodus angehe und die DLCs auslasse. Mit frischer Erinnerung sollte es deutlich schneller gehen.
Schade, dass diese Spielereihe so untergegangen zu sein scheint. Ich finde es ein absolutes Juwel und Teil 1 sollte spätestens zum SSF Jubiläum (war doch ein Xbox 360 Exclusive?!) incl. einer “Welt von” Folge erscheinen
. @Rahel kann dort bestimmt viele Referenzen ziehen.
Ach habe ich schon gesagt, wie genial das Spiel ist? In den letzten 2 Monaten, habe ich wirklich jede freie Minute genutzt.