Saros
Ich bin grosser Returnal-Fan und wurde jetzt von Saros nicht enttäuscht, aber auch irgendwie auch nicht überrascht. Saros ist ein gewohnt guter Bullet-Hell-Shooter, der ziemlich gut flutscht. Das Gameplay ist gegenüber Returnal gestrafft - z.B. gibt es kein Waffen-Grinding mehr.
Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass sie das Balancing und das Build-Crafting verbacken haben. Returnal war bockschwer und nach 2 Stunden nen Run zu verlieren war hart. Trotzdem liess sich relativ gut auf bestimmte Dinge hinarbeiten. Dadurch, dass die Progression meist im Run stattfand, muss man mit dem Geld haushalten, weil eventuell ist das Item (evenutell ein Extraleben), das man noch braucht, am nächsten Verkaufsstand. Das ist anstrenged, aber erwartbar.
Saros ersetzt das dadurch, dass man im Run nur noch Gegenstände angeboten bekommt, die man nimmt oder nicht, die Attribute ändern - das Extraleben wird zur Metaprogression. Probleme von Returnal - dass man z.B. manche Nachteile niemals nimmt - gibt es in Saros immernoch. Ein Klassiker ist hier, dass man nie mehr Dash-Cooldown nehmen sollte.
Dazu wird das Spiel über lange Strecken trivialisiert, wenn man bereit ist, einfach alle Biome hintereinander zu spielen. Man kann zwar in der Mitte einsteigen, aber wenn man das erste Biom vor dem zweiten spielt, kann man leicht so mächtig werden, dass man alle Bosse danach einfach wegfegt. Das Spiel verhindert das etwas, indem nach jedem Boss die Story unterbricht und man erst dann ins nächste Biom kann - sonst könnte man in einem Rutsch durch.
Der neue Fähigkeitenbaum ist nicht so besonders gut. +1 auf dies, +1 auf das, am Ende hat man +100 auf dies, +100 auf das. Das ist ein Grind. Und in der Kombo: man kann in einem vollen Run durch die Level schnell soviel Geld verdienen, dass man das Ding komplett durchkauft.
Das führt dann dazu, dass das letzte Biom nur einzeln und mit signifakten Mali gespielt werden kann um das wohl nochmal einzuhegen.
Die Story versucht mehr als Returnal und hat mehr Charaktere - das macht aber leider das Mysterium kaputt. Selene im ersten ist alleine und rafft nicht, was passiert. Arjun ist in Saros mit einem Team da, das darum aber gar keine Dynamik ausbaut. Ich finde auch den emotionalen Twist nicht ganz so stark wie den Returnal. Dazu basiert sie auf einem inzwischen leider populären Horror-Trope und tut zu sehr so als sei das neu.
Genug beschwert: das Gameplay ist super und das Schild führt einen guten neuen Aspekt ein. Die neue Superwaffe, die absorbierte Energie von Kugeln braucht ist auch super. Die Idee, das ein Level zwischendurch auf die harte Version (mit neuen Mechanken) wechselt, wird variantenreich eingesetzt - es gibt Level, in denen man 50:50 das Level so spielen muss, es gibt level, in den man das sofort aktivieren kann, aber garnicht muss, dann Level, in denen es Grundvorraussetzung ist, um den ersten Raum zu betreten und so. Das läuft alles super.
Die Grafik knallt und man kriegt mal wieder richtig gute Sachen zu sehen. Die Bosse sind klasse und kommen in unterschiedlichen Varianten - man sollte sie als mehrfach spielen. Framerate ist selbst auf der normalen PS5 unproblematisch.
Die Bullet-Hell ist einzigartig. Was sich da auf dem Bildschirm bewegt, schlägt Returnal nochmal um einiges.
Alles in allem: gute Fortsetzung. Aber nicht wie erhofft brilliant, leider wegen der Story und dem etwas misslungenen Versuch, es zugänglicher zu machen.