Schon beim Lesen der ersten (prosaischeren) Kritiken, habe ich mir vorgestellt, wie sich Gunnar in Stellung bringt...
Und ich will ehrlich sein, ich kann einen Teil der Kritik schon verstehen und auch die Gründe, wie es zu gewissen Formulierungen kam. Es passiert mir selbst oft genug, dass ich mich in der Wortwahl vergreife und missverständlich kommuniziere. Wenn das dann auf der anderen Seite Reaktionen auslöst, die wiederum ich persönlich nehme, weil ich mich korrigiert/beschwichtigt fühle, gleicht das einer Löschung eines Fettbrands mit Wasser. Damit meine ich, dass ich (im Eifer der Diskussion) so sehr in einer Rechtfertigungshaltung bin, dass ich nur noch meinen Standpunkt verteidige und nicht mehr auf die andere Seite eingehen kann, die womöglich Recht hat und/oder die ich emotional getroffen habe. In so einem Fall wünsche ich mir (im Nachhinein) oft einen „Time-out“. Also, dass ich stoppen und mit etwas zeitlichem Abstand reflektierter antworten könnte. Bei analogen Briefen war das automatisch der Fall aber die Unmittelbarkeit digitaler Kommunikation verführt mich leider dazu, im Affekt zu antworten.
Aber genug des Meta-Gelabers und zurück zum Thema.
Mir gefällt es, wie sich euer Podcast entwickelt hat und auch wenn die Ruppigkeit (sinngemäß: „Du bist doof“, etc.) ihren Charme hatte, finde ich es inzwischen nicht mehr zeitgemäß und gut, dass ihr selbst im Plauderformat FON sachlicher miteinander umgeht. Zugegeben, ich hatte eine Phase, in der ich das vermisst habe aber inzwischen finde ich es gut, dass ihr in euren Worten achtsamer seid. Das meine ich nicht als Befürwortung einer Selbstzensur, sondern im Sinne eines rücksichtsvollen Umgangs.
Die Splittung der Technik-Folgen hat mich auch irritiert aber nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen habe, finde ich die Idee nicht schlecht, denn „Stay Forever spielt“ funktioniert auch sehr gut für mich und ich kann die Folgen immer noch sammeln und am Stück hören. Es gibt ja genug Material für die Zwischenzeit und wenn die Folgen so designt sind, dass jede für sich einen Aspekt des Themas abschließend behandelt, wirkt es wahrscheinlich auch nicht so fragmentarisch, wie ich im ersten Moment befürchtet habe. Ich stelle es mir eher so vor, wie mehrere Folgen von „Wusstet ihr“, bei denen die Einstiegsfolge gut für sich alleine steht aber die zusätzlichen Infos diese sehr bereichern/vertiefen.
Die Neuigkeiten zu „Die Welt von“ haben mich dagegen rundum begeistert. Die DSA-Folge von Rahel und Mháire gehört mit zu meinen absoluten Favoriten, weil die Chemie zwischen euren Podcasterinnen richtig gut gewirkt hat und es freut mich immens, die beiden nun öfter zusammen hören zu können.
Zu den Kapitelbildern kann ich mich nur den Vorpostenden anschließen: Ich mag sie wirklich sehr und finde es gut, dass sie die jeweiligen Kapitel passend visualisieren. Ob ein „Mehr“ die Sache besser macht, kann ich noch nicht so richtig beurteilen, weil ich jetzt schon merke, wie die FOMO kickt, wenn ich nur die Tonspur konsumieren kann. Insbesondere wenn in der Folge explizit auf Bilder hingewiesen wird.
Zur Übersetzung, der Interviews, habe ich mir nie Gedanken gemacht, weil die für mich nur im Originalton interessant sind aber die Diskussionen hier haben mir bewusst gemacht, dass ich (durch mein Abo) die Übersetzungen mitfinanziere und das gibt mir irgendwie ein solidarisches Gefühl.
Bei der Auswahl der Spiele habe ich überhaupt keine Präferenz. Hier nehme ich einfach, was ich bekomme und höre mir alles an, unabhängig davon, ob ich die Spiele kenne oder wie alt sie sind. Bei mir bekannten Spielen bekomme ich zusätzliche Details und bei obskuren Titeln werde ich mit Infos überrascht, die ich mir nicht vorstellen konnte. Beides hat seinen Reiz für mich und auch wenn ihr neuere Werke besprechen würdet, käme mir das nicht falsch vor, weil ihr die immer noch mit einem Retro-Kontext versehen könnt, wie „10 Jahre klüger“ eindrucksvoll beweist.
Die Musikfolgen gehören übrigens zu denen, die ich am meisten höre. Das merkt ihr nicht, weil ich die in heruntergeladener Form bei sämtlichen Gelegenheiten laufen lasse, wo ich Ambiente möchte, ohne durch zu viel Gleichförmigkeit eingelullt zu werden. Insbesondere Gunnars wohlkuratierte Pieps-Orgien helfen mir grandios dabei, meine Aufmerksamkeit wieder zu fokussieren.
Das Quiz ist auch eine Sache, von der ich nicht genug bekommen kann, weil euer Quizmaster so exorbitant großartig ist und euer Geplänkel so wunderbar rahmt, das es jedes Mal eine wahre Freude ist, dem zu lauschen. Und genau das ist auch die Crux an der Sache, ich kann nicht genug davon bekommen, weil es so gut ist und die Frage ist, ob es so hochwertig bleiben kann, wenn es mehr davon gibt. Daher wäre ich (entgegen meiner Abstimmung) eher der Meinung, dass sich mein Wunsch vielleicht doch nicht erfüllen sollte und mir Qualität noch wichtiger ist als Quantität.
Zuletzt noch der Punkt über der Menge eures Contents. Hier habe ich gemerkt, dass ich inzwischen angefangen habe, zu selektieren. Wo ich früher anderen Retro-Podcasts meine Aufmerksamkeit entzogen habe, ging es nun so weit, dass ich auch bei euch kürzer treten muss, ob meiner begrenzten Zeit. Allem voran hat das Pixelkino getroffen und auch die Ausgefragt-Folgen lese ich nur noch stichpunktartig im Transkript, für dessen Angebot ich mich sehr bedanken möchte.
Alles in allem bin ich mit dem Podcast rundum zufrieden und finde eure Transparenz gigantisch. Damit vermittelt ihr mir, dass eure Entscheidungen nicht aus einer spontanen Gefühlslage sondern fundiert getroffen werden. Dass damit einher geht, dass ihr euch immer wieder orientiert, liegt in der Natur der Sache, ebenso wie, dass mir nicht jede Entscheidung gefällt aber dafür gibt es die Umfragen, die ich in dem Umfang von keinem anderen Angebot kenne, das ich nutze. Diese Mitbestimmungsmöglichkeit, gibt mir die Hoffnung, dass auch Absetzungen - nicht so gut laufender Formate - nicht auf Dauer sein müssen und diese möglicherweise (in einer passenderen Form) neu aufgelegt werden.
In diesem Sinne, auf noch viele Jahre bester Unterhaltung und bleibt euch auch weiterhin so treu, wie ihr das bis jetzt gemacht habt, denn das zeichnet euch aus.