Der Amiga (SFT 19.3)

Ich Fand die Folgen super. Insbesondere hat es mir vor Augen geführt, wieso der Atari ST überhaupt eine Präsenz hatte, weil man sich ja schnell denkt „Der Amiga war doch schon 85 da, wieso kam Dungeon Master zuerst auf dem ST“. Auch war mir zuvor nicht bewusst wie spät der 1200 und damit AGA kam.

Gewünscht hätte ich mir ähnlich wie @Fischonkel auch eine Bestenliste, die… „andersherum“ ist. Quasi „Was soll ich heute auf dem Amiga spielen“? Denn Ein Lemmings… ja wieso soll ich das nicht einfach auf dem PC spielen?
Das müssten jetzt nicht exclusives sein wie Ambermoon, Crystal Dragon oder Black Crypt um einfach mal nur 3 Crawler zu nennen. zB, es gibt auch zahlreiche Spiele, wo der Amiga die bessere Version oder eine Version mit Vorteilen hat.
Und ich bleib mal auf dem Gebiet der Crawler:
Eye of the Beholder 1, wo es ein Outro gibt (dafür gibt es keinen Teil 3 in das man Charakter übernehmen könnte)
Dragon Wars: Bessere Grafik und Sound
Spirit of Adventure (DSA Vorgänger von Guido Henkel): Hat auf dem Amiga ein Intro
Spacewrecked: Hat beste Grafik und Sound
Fate: Gates of Dawn: Bessere Grafik auf dem Atari ST, gibt es nicht auf DOS

und zuguterletzt auch noch Legend of Faerghail, ein Spiel, bei dem es mich überrascht hat, wie viele das kennen. Auf dem Amiga klar am besten.

Bezüglich Petro Tyschtschenko @Zeratul
Hätte man vermutlich genausogut andersherum sagen können David Pleasance wird oftmals als extrem Profitgesteuert gezeichnet und ist von vielen „verhasst“. Zuletzt auch wieder gesehen bei dem Commodore Kauf, wo sein Name aufgetaucht ist und von ein paar Seiten ein „Ohje…“ aufgetaucht ist.
Petro ist übrigens in Folge 001 Interview Partner beim Retrokompott gewesen und ich glaub auch in späteren Folgen ist er immer mal wieder aufgetaucht.
Tyschtschenko ist jedenfalls ein krasser Gegenpol zu Pleasance und die können sich gegenseitig nicht riechen. Ich kann natürlich schwer beurteilen wer da Recht hat, aber sagen kann ich klar, dass der Petro deutlich sympathischer rüberkommt und näher an der Materie ist, während Pleasance vor allem als Redenschwinger rüberkommt.

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Deswegen war es mir auch wichtig zu erwähnen, dass das aus Pleasances eingener Autobiographie kommt und damit natürlich hochgradig Subjektiv ist. Wahrscheinlich haben beide Seiten irgendwo recht.

Letztendlich war Pleasance ja auch Geschäftsmann und Verkäufer, kein Techniker. Aber er schien das Potential des Amigas besser verstanden zu haben als das Management über ihm. Zumindest laut subjektiver Selbstaussage :smiley:

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Petro geistert übrigens auf der Gamescom rum. Solltest du da sein, lässt sich der sicher treffen :smiley:

Ist ja grundsätzlich sehr umtriebig, mit zahlreichen Conventions wo er auftaucht. Mir ist dann auch eingefallen, dass er bei der Retrokompottfolge vor ein paar Wochen einen Überblick gegeben hat, nachdem er zunächst noch über eine Reihe von anderen Dingen plaudert. Falls es dich interessiert, hab ich mal den Timestamp rausgesucht:

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Hab grad mal reigehört, der kommt ja richtig sympatisch rüber :slight_smile: Den Rest höre ich mir die Tage auch mal an.

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So klang die Amiga Version:

So die PC Version:

Die Amiga Version enthält außerdem kultige Level, welche die PC Version nicht besitzt. Hinzu kommt der 2-Player-Mode. Soweit ich weiß, auch nur in der Originalversion enthalten.

Ich besitze außerdem Lemmings for Windows. Diese Version enthält leider einen Bug in einem Level, das dadurch eigentlich nicht mehr lösbar ist.

Deswegen auf Jeden die Amiga, die originale Version, spielen. Übrigens das PC-Lied in obigem Beispiel besitzt die Amigaversion ebenso. In der PC Version sind die Melodien, warum auch immer, zwischen den Levels anders verteilt.

Übrigens ist das auch bei Elvira so. Optisch identisch ist die PC-Version klanglich ein Trauerspiel.

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Ah, danke. War mir der Extra Level auf dem Amiga nicht bewusst. Wobei ich die Musik klar auf dem PC besser finde. Gibt ja eine ganze Menge Spiele die auf dem Amiga besser sind. Aber das war ja mein Punkt. Wäre interessant gewesen von Spielen zu hören, die man eben am besten auf dem Amiga spielt oder nur dort spielen kann.

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Falls Du das Lied meinst, das hat der Amiga auch. Die PC-Version hat die Stücke den Levels anders zugeordnet. Habe ich oben ergänzt. Und dieselben Lieder klingen auf dem Amiga klar besser.

Hier mal das Intro von Elvira:

Hier die Dos-Version

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Also ich find auch beim gleichen Track den PC Sound besser.
Also bei Lemmings. Bei Elvira ists auf dem PC wie du schon meintest echt ein Trauerspiel im Vergleich :smiley:
Kommt natürlich dann beim PC auch immer bischen auf Soundkarte an. Teilweise sogar auf das Modell.

In diesem Fall unterstützt Elvira zB auch MT-32 und damit siehts dann wieder ganz anders aus.

Hatte natürlich kaum einer, aber das ist ja bei der Betrachung heute egal (und an meinem Retro-PC ist auch ein CM-32L angeschlossen, der die MT-32 Sounds kann)

Edit: Dazu muss man sagen (und ich weiss nicht wie das bei Elvira ist), dass der MT-32 anders als der CM-32L eben nur Musik kann, keine Sounds. Wenn das Spiel dann zwischen MT-32 und SB wählen lässt, aber nicht beides (MT-32 für Musik und SB für Sounds) dann kann es zwar sein, dass die Musik auf dem PC besser klingt, man dann aber keine Effekte hat. Wie gesagt weiss ich nicht ob das bei Elvira der Fall ist.

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Den MT-32 konntest du an jedes System anschließen, auch an den Amiga. Es hing nur davon ab, ob der Port den Miditreiber mitlieferte. Z.B. die Sierraspiele unterstützen das und klingen exakt so wie auf dem PC mit MT-32. Für das Teil musstest du 2000 Mark hinblättern. Dafür bekommst Du 2 Amigas. Es macht nur auf dem Amiga keinen Sinn, da dieser doch schon ein Quasi-Synth ist. Und dir fehlen die Soundeffekte auf dem PC!

Beispiel 2

Lotus III

PC:

AMIGA:

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Hatte ich als Edit ergänzt :wink:
Aber Support scheint beim Amiga dahingehend auch extremst begrenzt zu sein. Vor allem eben die Sierra Spiele. Sonst ist da nicht viel.

Aber ich will hier auch nicht über Sinnhaftigkeit, und erst recht nicht Kosten/Nutzen sprechen. Es ging einzig um die best mögliche Spielerfahrung und wo/wie man die bekommt. Und ja, natürlich gibt es da auch Präferenzen.
Ich mag auch zB den “dreckigen” C64 deutlich lieber als das NES Gepiepse.
PC und Amiga ist aber da in der Regel vergleichbarer.

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Das machte auf dem Amiga keinen Sinn. Der konnte das halt von Haus aus. Sierra deshalb, weil Sierra den Roland vertrieben hat.

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Aber das ist ja irrelevant ob es generell “Sinn” macht oder nicht. Wenn ein Amiga Spiel von Haus aus schlecht klingt, und eben kein MT-32 Support anbietet, und der PC eben schon, und damit super klingt, dann hat der PC als Resultat die Nase bei dem Spiel vorn. Dann ist es auch egal, dass der Amiga das ja hätte auch hätte machen können, wenn die Entwickler es denn implementiert hätten.

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Hier ein Nur-Amiga-Spiel.

Noch eins:

Alien Breed sollte man nur auf dem Amiga spielen,

sonst bekommt man sowas:

Und ich weiß nicht ob die SE 92 auch auf dem PC erschienen ist:

Alien Breed 2:

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Die MT-32 hatte auch kein PC Spieler den ich kannte. Den hatten nur Spieleredaktionen und Musiker. Dank dem MisterFPGA MT32 kam ich 2022 in den Genuss.

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Jetzt muss ich doch nochmal einen Widerspruch zu Elvira in der MT32 Version einlegen.
Habe zugegeben in der Nacht einfach unkritisch vertraut, dass die MT-32 Sounds geil sind, ohne das zu prüfen.

Jetzt habe ich mir die wirklich mal angehört. Sorry, auch hier wischt der Amiga mit den uninspirierten MT-32-Fahrstuhlsounds (Bei denen dann auch noch die ganzen Samples fehlen) den Boden. Bei Elvira wurde aus dem Roland nichts rausgeholt.
Mich erinnert das an das Hintergrundpornogedudel von Larry 3. Zu Larry passt das, aber nicht zu Elvira.
Da schläft man ja beim Spielen ein.

Es gibt wirklich geile Beispiele für MT-32-Umsetzungen wie Quest for Glory 2 oder auch Space Quest III, aber Elvira gehört für mich nicht dazu.

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Bin heute zufällig auf der Gamescom drüber gestolpert aber es gibt einen offiziell lizenzierten Port von Siedler 2 für den Amiga.

Ich konnte kurz mit dem Initiator quatschen, der mir auch seinen gemoddeten Amiga gezeigt hat.

Sehr passioniertes Projekt, welches einiges an Vorarbeit besonders zur Lizenzierung benötigte.

Ich wollte das hier etwas bekannter machen, da es zurzeit auch vorbestellbar ist.

Die Siedler 2 Gold Edition für Amiga

Man konnte es schon anspielen und es läuft. :slight_smile:

LG

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Bei den vielen unterschiedlichen Soundchips kann man nicht generalisieren. Letzten Endes ist es sowieso persönlicher Geschmack, ob einem die Musik, der Klang des Chips, etc. gefällt oder nicht.

Ich habe sowohl fantastische General MIDI Musik auf einer Roland GM/GS kompatiblen Soundkarte gehört als auch schlimmstes Gedudel, wo irgend wer ungelenk was auf dem Keyboard eingespielt hat.

Besonders Adlib Musik leidet häufig darunter, dass da häufig ein MIDI Stück für Roland GM/GS, Roland MT32/LAPC 1 oder Soundblaster AWE/Live mit der „Fat Man“ Adlib Routine abgespielt wird, die einfach nur versucht, für jedes General Midi Instrument einen FM Ton abzuspielen. Das klingt meistens grottig. Wenn dagegen der Adlib Chip mit all seinen Features ausgenutzt wird, kann das fantastisch klingen. Nicht nur in Demos, sondern auch in Spielen.

Es gibt geniale MOD Musik auf dem Amiga und auf dem PC, wo die MODs ab dem Soundblaster Zeitalter erst in der Demo-Szene und dann auch in Spielen Einzug gehalten haben. Aber es gibt auch auch nerviges und dumpfes Gekärchze mit völlig uninspirierten Samples, die nicht „in tune“ sind.

Ich trau mich gar nicht zu schreiben, welches Spiel auf Adlib besser klingt als auf dem Amiga, weil ich dafür schon blöd angemacht wurde. Aber ich liebe „Computermusik“ seit dem SID auf dem C64 und habe da schon mit diversen Programmen eigene Musikexperimente gemacht. Ich habe Massen von MOD CDs und mit Trackern auf dem PC experimentiert und dabei viele Amiga MODs gehört. Überall gab es sowohl geniale Musik als auch Gurken.

CD-Audio und komprimierte Audiodateien (WAV, MP3, etc.) sind für mich persönlich das Ende der „Computermusik“. Das kann trotzdem wunderbare Musik sein. Ein Orchester. Eine Rockband. Alle Möglichkeiten. Aber sie hat keinen Bezug mehr zum Gerät. Mein Herz schlägt heute für SID, Adlib und all die Audio Chips, die noch keine Samples wiedergeben können. Samples in MODs sind für mich retrospektiv betrachtet schon ein Zwischenschritt auf dem Weg zu komprimierten Audiodateien.

P.S.
Ich habe damals auch niemanden gekannt, der eine Roland MT32 oder LAPC 1 hatte!

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Im Jubiläumsjahr lässt es die Community wirklich krachen

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Hallo zusammen. Mein erster Beitrag und ein spätes Feedback. Ich hatte mich sehr auf die Amiga Folgen gefreut, da ich mit diesem Computer groß geworden bin und ihn bis heute liebe. Vielleicht haben mich die Folgen deshalb auch ein bisschen ernüchtert zurück gelassen. Zum einen erwähnte Henner für mein Empfinden zu oft, dass es sich ja eigentlich um eine Atari Folge handelt. Und ja, ich erkenne absolut alle Errungenschaften von Atari an und dass es den Amiga ohne Atari so nicht gegeben hätte. Aber Henner, den ich sonst sehr schätze, hat mir da zu sehr den Atari Fanboy gemacht. Des Weiteren wurde zu oft das Ende des Amiga angekündigt. Im Grunde war dies der Ton des ganzen Podcasts: Der Niedergang des Amiga. Und auch hier gibt es ja nichts an der Realität zu rütteln. Aber ich hätte mir mehr Fokus auf die wahrlich glorreichen Jahre gewünscht, die Spiele, die Szene, die Demos, die Cracking Probleme. Aber vor allem auf die Spiele und Programme, die den Amiga einzigartig gemacht haben. Stattdessen wurde die besten Spiele in den letzten 20 Minuten aufgezählt. Mag sein, dass auch ich da ein wenig biased bin, aber ich hatte mehr Begeisterung erwartet für eine Maschine, die derart wegweisend und maßgebend für eine Generation war.

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Willkommen im Forum! :slight_smile:

Hmm, ich habe das dreimal erwähnt in weit über viereinhalb Stunden. War das wirklich schon zu oft? Die personellen Ursprünge des Amigas bei Atari und die vielfältigen technischen und wirtschaftlichen Parallelen sind nun mal sehr augenfällig und wichtig für die historische Einordnung, die kann man nicht verschweigen. Der Amiga ist eine direkte Fortsetzung der Atari-8-Bit-Systeme, nicht des C64. Deshalb (und natürlich wegen der wichtigen Rolle im Übernahmepoker) haben wir Atari so oft erwähnt, mit “Fanboy”-Gehabe hat das überhaupt nichts zu tun. Was man auch daran erkennt, wie deutlich wir Atari immer wieder kritisieren.

Die Cracking-Szene haben wir im C64-Kontext schon ausführlich behandelt; die Unterschiede sind nicht so groß, daher haben wir das Thema nicht noch einmal besprochen. Die Demo-Szene hätte ich gern ausführlicher behandelt, es fehlte aber die Zeit - ein bisschen was zu dem Thema kommt noch. Und für die wichtigsten Amiga-Spiele gibt es ja nach und nach eigene Stay-Forever-Folgen, die diesen hochkarätigen Titeln viel besser gerecht werden, als eine Technik-Folge es könnte.

Schade, wenn unsere Begeisterung für die Amiga-Computer nicht rüberkam. Denn es gibt sie.

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