Gehypte/beliebte Games, die ihr nicht mochtet

Bei Sonic bin ich zu 100% bei dir. Das ist so eine eigenartige Spielmechanik. Ich hatte nie die Kontrolle über Sonic. Es hat sich gedreht, dann war das Level zu Ende. Was dazwischen passierte hab ich nie gerafft.

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Final Fantasy 7. Hat bei mir einfach nie Klick gemacht. Angefangen habe ich vor langer Zeit mit FF9, und fand das Spiel einfach nur klasse (ohne zu wissen, dass FF9 quasi ein Best-Of der ersten 6 Teile war.)
Auch FF6 habe ich nochmal später… ich glaube irgendwann um 2008 rum, geliebt. Für Importspiele war ich 1995 noch viel zu jung, daher habe ich den Teil erst so spät nachgeholt.

FF7 hätte ich auch spielen können, da die Konsole meiner Schwester gehörte. Hat mich einfach nie einfangen können. Keine Ahnung warum. Das gilt auch für FF8, aber der Teil wird ja heute auch nicht mehr groß erwähnt.

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Ich liebe Turrican 1 und 2 auf dem C64. Dessen Nachfolger auf dem Amiga und Konsolen kommen bei weitem nicht an das tolle Spielgefühl der Teile 1und 2 heran, die genau meinen Geschmack treffen. Contra, ich kenne es als Gryzor, ist zwar gut, aber genau wegen dessen Linearität kein Lieblingsspiel. Das hat also überhaupt nichts mit einer „wir hatten ja nichts“-Situation zu tun sondern nur mit Geschmack.

Ohne Nostalgie wird es immer schwierig. In meinem Umfeld hatte, abgesehen von einem Freund mit seinem Atari 2600 und einem Cousin mit seinem Interton VC 4000, von 1986 bis 1996 kein einziger irgendeine Konsole. Es gab C64, Amiga, und PC (häufig zeitversetzt in der Reihenfolge) und einen ST. In einer „wir hatten ja nichts“-Situation fühle ich mich definitiv nicht. Nicht mal bei den BASIC Spielen aus den 70ern, die ich auf dem VC 20 abgetippt habe. Damals, als ich nur den VC 20 hatte, hatte ich auch keinen Neid auf C64 Besitzer. Es war alles neu und interessant. Egal ob die aktuellste Schulhofkopie auf dem C64 eines Freundes, ein altes Atari 2600 oder VC 4000 Spiel, oder ein BASIC Spiel aus den 70ern. Erst als ein Freund auf dem PC seines Vaters Wing Commander spielte, kam bei mir wirklich Neid auf.

Irgendwann Ende der 90er und Anfang der 2000er, wo ich schon alle meine C64 Disketten mit X1541 Kabel auf meinen PC überspielt hatte und damit begann die Vorzüge der Emulation zu nutzen, blühte auf den Flohmärkten auch das Geschäft mit Emulator CDs samt ROMs für NES, NeoGeo, etc. Da habe ich mich bei vielen Nintendo Klassikern gefragt, was die Leute an den Spielen toll finden. Und mein Fehler war sicher, dass ich mich vor allem nicht auf die für mich neuen Spiele eingelassen habe. Viel leichter war es, einfach die Spiele zu spielen, deren C64 Versionen ich schon kannte. Die waren mir vertraut. Es heißt heutzutage häufig, man solle seine Retro-Brille absetzen, wenn jemand ein Retro-Spiel für sehr gut bewertet. Aber viel schwieriger ist es sich auf Retro-Spiele wirklich einzulassen, die man nicht von früher kennt. Und noch schwieriger ist es sich auf Retro-Homecomputer-Spiele mit ihren Betriebssystemen, Konfigurationen, Tastenlayouts, etc. einzulassen, auch wenn viele Emulatoren da gute Hilfe leisten.

Worauf ich hinaus will ist, dass es ein großer Unterschied ist, ob man gehypte und beliebte Spiele in der Zeit, in der sie aktuell waren, schon nicht mochte, ober ob man sie erst mit dem Retro-Blick nicht mag.

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Was sagst Du denn zu Mega Turrican auf dem Mega Drive? Das ist ziemlich genial finde ich. Ich habe es mehrmals durchgespielt. Leider ist die Amiga Portierung nicht so toll, sie hat langweilige Hintergründe und zum Teil sehr farblose Level verglichen mit der Mega Drive Version.

Mir gefällt eigentlich Turrican 1 und 2 auch sehr gut, genau wegen dem „Balancing durch Extraleben“. Das Finden von Dutzenden von Extraleben macht mir total Spass :slight_smile:

Aber Teil 3 hat mMn besseres Balancing.

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Turrican 1+2 war auch nie meins. Man hat es halt fürs Angeben mal 10 Minuten geladen und gelangweilt wieder abgebrochen. Alien Breed 1-2 &SE war da eher mein Geschmack. Diese Spiele waren halt verbindlicher, die Ressourcen knapper. Giana Sisters fand ich auch nie toll. Da war ich dann mehr für Rick Dangerous oder P.P. Hammer zu haben.

Ich führe diese Diskussion mit (hardcore) Turrican-Fans alle paar Jahre mal in unterschiedlichen Foren, das vielleicht als Einstieg. Ich selber kenne Teil 2 + 3 vom Amiga meines besten Kumpels, hatte irgendwann selbst mal T2 in der PC Fassung zum Geburtstag bekommen, mir im örtlichen An- und Verkauf dann auch nochmal aufm Grabbeltisch ein Amiga T3 geholt, Mega Turrican (welches ich heute auch noch 1CCed kriege wenn ich ausgeschlafen bin) und beide ST hatte ich jahrelang in der Sammlung und auf irgendwelchen C64 Emu-CDs dann auch den Erstling mal nachgeholt. Will sagen, zumindest T2 und T3 habe ich nicht „after the fact“ kennen gelernt, sondern als die noch einigermaßen aktuell waren.

Wenn du schreibst „das tolle Spielgefühl“ - was meinst Du damit genau? Für mich wäre das ein bescheidenes (und von einem anderen Spiel ja auch „geklautes“) Sprungverhalten und eine gruselige Kollisionsabfrage, Errungenschaften des Genres wie I-Frames oder Hitstun die die Spielbarkeit erhöhen kennt die Reihe erst ab Teil 3. Dazu ein Sammelsurium an Waffensystemen die einfach da sind, die aber wahllos und beliebig wirken.
Ich denke, korrigiere mich bitte falls ich falsch liege, das dir eher die Spielidee liegt? Also die actionreiche Erkundung eines Labyrinths, Einsacken von Schätzen/1 UPs, verschiedene Wege?

Was das „wir hatten ja nichts“ betrifft, damit meine ich das Turrican (wie viele andere Spiele zu der Zeit) ein mehr schlecht als rechter Megamix bekannter Spielhallenideen ist und die eben so gut das möglich war auf die Heimcomputer gebracht wurden. Am ehesten nachzuvollziehen ist das beim Sprungverhalten, welches ja bekannterweise eine 1:1 Kopie von DATA Easts Psycho-Nics Oscar ist - aber auch das „Wheel“ erinnnert an Metroid, natürlich neben der Labyrinthstruktur der Levels. Gibt noch andere Elemente wo MT sich stark hat inspirieren lassen hat, nicht zuletzt auch bei Grafikassets („The Machine“ in der NES Fassung ist bspw. eine leicht verfremdete Nachahmung einer Grafik aus einem PC Engine Shmup). Plattformer-Actionspiele sind ja spätestens Ende der 80er ziemlich klar die Steckenpferde von Heimkonsolen und Spielhalle, und aufgrund ihrer Qualitäten sehr beliebt - auf den Heimcomputern tut sich da aber nicht mehr viel und viele Portierungen sind grauslich (habe letzte Woche erst die Amiga-Fassung von Shinobi gezockt, dagegen ist die Master System Fassung quasi Arcade-perfect). Da gibt es also durchaus Bedarf und das bedienen MT und später Factor 5 dann ja auch.

Technisch ist das für die Kisten ja auch alles nett, besonders das Scrolling. T1 ist für mich zwar eher ein Despawn-Spiel wo ganze Gegnerwellen per Screenverschiebung einfach aus dem Speicher fliegen - aber passt schon. Woran ich mich eher störe, es wirkt halt für mich immer wie ein Nachbau. Je nachdem wie man es auslegen will, hat es eigentlich kein originelles Element sondern schmeißt nur alles zusammen was die Konsolen damals schon liefern. Es ist kein Giana Sisters, das ist ja noch einmal eine Ecke dreister (ohne dabei die Qualitäten des offensichtlichen Vorbilds zu erreichen) - aber das zieht sich mMn so durch die Rainbow Arts / Factor 5 Geschichte - die wollten eigentlich unbedingt Spielautomaten/Konsolenspiele machen (Apidya hat dann ja sogar japanische Schriftzeichen im Logo und sie übernehmen dann ja auch so einen trashigen Euro-Manga Look).

Bei den für mich wichtigen Punkte in Sachen Gamefeel, fehlte aber immer etwas um diese angestrebte Konsolenqualität zu erreichen. In erster Linie Kollisionsabfrage / Trefferfeedback und Möglichkeiten der Recovery. Wer in T1 in einem Gegner stehen bleibt, verliert komplett seine gesamte Lebensenergie - für mich verrückt wie sie das so einbauen konnten. Da waren (japanische) Actionspiele einfach schon viel weiter und besser spielbar. Dann haste halt die Labyrinth-Welten, nett - aber letztlich ja nicht frei erkundbar weil Zeitdruck, also doch auch irgendwie linear weil nicht genug Zeit mehrere Routen abzugehen und außer Leben findest ja auch nix. Und die Leben sind ja auch nur ein Zugeständnis das man das Spiel als reines Actionspiel nicht so spielen kannst wie ein Contra, weil es random ist, Bullshitstellen en masse hat und nicht so on point durchdesignt ist - du wirst auch als Profi Energie/Leben verlieren, das ist gar nicht anders möglich.

Die Idee mag nett sein, die Ausführung ist objektiv betrachtet hemdsärmelig bis krude, wenn man als Maßstab anlegt das man in faire Spielsituationen gerät und ausreichend Zeit zum reagieren hat. Genau das erwarte ich aber von einem gut spielbaren, zeitlosen Klassiker. Dabei will ich die Leistung der Macher nicht schmälern, ich finde aber nicht das es gute oder gar zeitlose Spiele sind und mit wenigen Kniffen hätten sie deutlich bessere Spiele sein können. Trotzdem auf den ursprünglichen Plattformen natürlich konkurrenzlos - letztlich ist das aber immer mit diesem Sternchen versehen und dem Beisatz, weil auf Heimcomputern die meisten Actionspiele und Ports eben noch kruder waren.

Ab T3 und sicherlich bedingt durch die erdrückende Konkurrenz anderer Platform/Actiontitel auf Konsole wird es ja auch schlagartig besser was die Spielbarkeit angeht (die Macher selber haben also gecheckt das sie das gamefeel von T1+2 so nicht bringen können, was imo auch nochmal viel aussagt), leider fährt es die Exploration weiter zurück anstatt sich mehr in ein Action-Adventure a’la Mega Man X oder gar in Richtung Super Metroid zu verwandeln. Ich finde ST2 dann später zwar noch einen Achtungs-Erfolg was die Technik angeht, aber gegen das was Japaner seinerzeit in Sachen 2D-Action veranstalten macht das auch nur noch wenig Schnitte.

Letztlich konnte der Turrican-Mix von straightem Geballer und Exploration ohne Mehrwert ja dann auch nie zu irgendwas Substanziellen ausgebaut werden und hat verpasst sich irgendwo als Subkategorie von Metroidvania zu positionieren. Wahrscheinlich auch weil es zur Zeit von Playstation 1 und Co. ja dann eh Usus wurde Welten zu erkunden, auch in eher tumben Action / Ballerspielen.

Ich konnte hoffentlich darstellen das mein Urteil zu T1&T2 IMO über eine reine Geschmacksfrage hinausgeht.

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Ist aber ein gutes Spiel. :slight_smile:

Ist mein Lieblingsturrican. Wenn ich eines nehmen müsste, dann das. Hat in Teilen noch die Labyrinthe (Alien Lair auf Mega Drive auch mit genialem Soundtrack!) und man kann die Vorgänger noch drin sehen, holt aber einfach viel über die rundum Modernisierung von Trefferabfragen, Recovery und Feedback raus.

Ich finde das Balancing in Teil 1&2 insofern halt fragwürdig, weil es ja ein deutliches Zugeständnis daran ist das ihr Spiel nicht so super ist. Dadurch kann man halt bei der Levelgestaltung, Bosskämpfen usw. schludern - das macht es IMO einfach beliebig und entwertet die Herausforderung, letztlich kann man ja dann auch durch die letzten Screens einfach durchrennen wenn man noch genug Leben aufm Tacho hat - finde ich nicht so befriedigend.

Extras finden ist per se natürlich ne feine Sache und das funktioniert insgesamt in T1+T2 schon, es hat für mich nur eben diesen Beigeschmack weil ich weiß warum das so ist (es schwirrt auch irgendwo ein Interview rum afair, wo gesagt wird das das 1UP Placement insgesamt nur ein Nachgedanke war, weil das Spiel raus sollte).

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Das geht mir auch so. Mega Turrican auf dem Mega Drive ist mein liebstes.

Durch das von Dir meiner Meinung nach zu Recht kritisierte schluderige Gamedesign sind die frühen Turrican Spiele zugänglicher, mehr Casual, als zum Beispiel die frühen Contra oder Metroid Spiele. Ich denke, das führt auch dazu, dass Leute Turrican so mögen: Man kommt ziemlich weit, auch wenn man kein Hardcore Spieler ist.

Das Zeitlimit ist wirklich völlig dumm, da sind sich wahrscheinlich alle einig. Man findet auch durch langwieriges Erforschen viel mehr Extraleben, als man durch das Zeitlimit verliert. Von daher ist es ein Nettogewinn, das Zeitlimit einfach zu ignorieren.

Ich habe so eine Meinung, dass damals in Japan Gameplay schon sehr professionell von Teams in den grossen Firmen wie Nintendo designed wurde und gut getestet. In Europa wurden Spiele eher so semi-professionell von Teenagern bei Mutti in ihren Schlafzimmern gecodet. Die wollten zeigen, was sie technisch drauf hatten. Das Gameplay war dann Glücksache, weil hauptsächlich nur die Programmierer selber Ihre eigenen Spiele testeten. Das ist aber nur so ein Gefühl, was ich durch Lesen von Zeitschriften damals absorbiert habe. Ich weiss nicht, in wie weit es wirklich der Realität entspricht.

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Rollenspiele.
Es gibt schon welche die ich mag, aber wenn man Diablo 1 und 2 nicht zählt, dann sind die drei Shadowrun Teile von Hairbrained Schemes die einzigen, die ich je durchgespielt habe (okay und Secret of Mana fast, aber da war ich in der Grundschule). Irgendwie sind die mir immer zu lang, zu viel Gelaber, Storys meistens belanglos (oho, ich bin schon wieder der Auserwählte…) und Gameplay dafür zu dröge. Dabei habe ich echt viele versucht. Alle Witcher Teile, Cyberpunk 2077, Morrowind, Oblivion, Skyrim, Baldurs Gate 1 oder 2 (weiß nicht mehr), Icewind Dale, Neverwinter Nights, Divinity 1 und 2, Baldurs Gate 3, die alten DSA Teile.
Ich weiß nicht warum, aber die halten mich alle maximal 15-20 Stunden bei der Stange (wenn überhaupt) und dann reicht es auch. Okay, Skyrim hab ich deutlich länger gespielt, aber auch so ziemlich alles andere als die Hauptquest gemacht. Da spiel ich dann eher das Xte Far Cry durch, obwohl das nun wirklich immer das selbe ist.

Das komische dabei ist, ich LIEBE Pen & Paper Rollenspiele. Hatte/habe eine ziemlich große Sammlung und spiele schon seit bald 30 Jahren. Also an der Thematik an sich kann es nicht liegen.

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Vielleicht liegt es daran, auch wenn du ein großes Faible an Rollenspielen hast, du am Computer/Konsole lieber schnelle Actiontitel bevorzugst.
Grad bei modernen Rollenspielen habe ich ein großes Problem mit den endlosen und belanglosen Nebenquests, die ich aus Gründen von inneren Zwängen auch nicht einfach so ignorieren kann. Die allerdings nach einer Weile mir rapide den Spielspaß runterbrechen.
Glaub das hat man so bei Pen & Paper nicht, korrigieren mich wenn ich falsch liege.
Ich würde mir wünschen das man die Nebenquests massiv reduziert und daraus einige wenige Qualitativ höherwertige Quests macht.
Das ist so das Problem was ich bei aktuellen Rollenspielen habe. Diese Schnitzeljagd um einfach die Spielzeit zu strecken nervt.

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@Fischonkel
Tut mir leid, dass Du Dich direkt angesprochen gefühlt hast, dabei waren es Avantenor und zeratul2099, die Turrican 1 und 2 nicht zur damaligen Zeit gespielt haben. Und es ging mir, wie Du an meinem Beispiel mit den NES Spielen sehen kannst, nicht um Turrican im speziellen, sondern allgemein um die unterschiedlichen Sichtweisen, die man bekommt, wenn man ein Spiel schon zu seiner Zeit oder erst als Retro-Spiel betrachtet und bewertet.

Ich führe diese Diskussion mit (hardcore) Turrican-Fans alle paar Jahre mal in unterschiedlichen Foren, das vielleicht als Einstieg.

Die Diskussionen kenne ich auch :wink:
Sie führen meist zu nichts, denn es ist und bleibt subjektiv, ob man die Manfred Trenz Turricans oder die Factor 5 Nachfolger, die C64 oder Amiga Version, etc. besser oder schlechter findet!

Wenn du schreibst „das tolle Spielgefühl“ - was meinst Du damit genau? […] Ich denke, korrigiere mich bitte falls ich falsch liege, das dir eher die Spielidee liegt? Also die actionreiche Erkundung eines Labyrinths, Einsacken von Schätzen/1 UPs, verschiedene Wege?

Das trifft es recht gut :smiley:

Was das „wir hatten ja nichts“ betrifft, damit meine ich das Turrican (wie viele andere Spiele zu der Zeit) ein mehr schlecht als rechter Megamix bekannter Spielhallenideen ist und die eben so gut das möglich war auf die Heimcomputer gebracht wurden. Am ehesten nachzuvollziehen ist das beim Sprungverhalten, welches ja bekannterweise eine 1:1 Kopie von DATA Easts Psycho-Nics Oscar ist - aber auch das „Wheel“ erinnnert an Metroid, natürlich neben der Labyrinthstruktur der Levels. Gibt noch andere Elemente wo MT sich stark hat inspirieren lassen hat, nicht zuletzt auch bei Grafikassets („The Machine“ in der NES Fassung ist bspw. eine leicht verfremdete Nachahmung einer Grafik aus einem PC Engine Shmup). Plattformer-Actionspiele sind ja spätestens Ende der 80er ziemlich klar die Steckenpferde von Heimkonsolen und Spielhalle, und aufgrund ihrer Qualitäten sehr beliebt - auf den Heimcomputern tut sich da aber nicht mehr viel und viele Portierungen sind grauslich (habe letzte Woche erst die Amiga-Fassung von Shinobi gezockt, dagegen ist die Master System Fassung quasi Arcade-perfect). Da gibt es also durchaus Bedarf und das bedienen MT und später Factor 5 dann ja auch.

Gut analysiert :+1: Ich streiche aber mal den Satzteil mehr schlecht im ersten Satz :wink:

Arcade-artige Spiele auf Homecomputern und Konsolen waren neben der offiziellen Konvertierungen meist Klone und Mixe. Bei den Klonen und Mixen war vielleicht selten etwas wirklich neues dabei. Und nicht jeder Mix war gut. Dafür erlebte man aber manchmal das Wunder der Komposition - eines guten Mixes - der Turrican 1 und 2 für mich ist :smiley:

Ich konnte hoffentlich darstellen das mein Urteil zu T1&T2 IMO über eine reine Geschmacksfrage hinausgeht.

Du hast viel Erfahrung in der Historie der Spiele dieses Genres und konntest technisch und spielmechanisch begründen, warum Dir Teil 1 und 2 nicht gefallen! Spielspaß ist aber eine rein persönliche Erfahrung!

Um aus dem speziellen wieder zum Allgemeinen zu kommen. Den Satz „wir hatten ja nichts“ kann meiner Meinung nach nur selbst aussprechen und keinen anderen in den Mund legen. Es gibt Spiele, wo ich den Satz selbst in den Mund nehme. Manchmal ist das Spiel heute betrachtet einfach schlecht. Manchmal ist das Spiel einfach aus dem für mich falschen Genre und ich habe es in der Zeit gespielt, wo ich noch alles ausprobiert habe. Und manchmal ist es wirklich so, dass ich die guten Spiele eines Genres noch nicht kannte, wodurch die schlechteren, die ich zuerst gespielt habe, selbst mit der Retro-Brille verblassen.

Anderen sollte man den Satz „wir hatten ja nichts“ allerdings nicht in den Mund zu legen. Das kommt leicht als „Wenn Du dieses Spiel auf diesem System damals schon gespielt hättest, hättest jenes Spiel auf jenem System damals nicht für gut befunden“ an. Ob das so gewesen wäre, kann man eben ohne Zeitmaschine nicht mehr feststellen.

Da kommt man unschuldig hier in den Thread und dann gibt’s Turrican-Bashing. Mein Profilbild weint bitterlich :sweat_smile:

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Man muss aber schon sagen, dass gute Spiele es nicht nötig haben sie durch eine „Nostalgie-Retro-Brille“ zu betrachten. Daher sollte es relativ egal sein, ob man was damals spielte oder erst heute. Und das „Wir hatten ja nichts“ kann ich schon aus eigener Erfahrung gut nachvollziehen. Damals dachte ich auch, Raptor - Call of the Shadows sei ein gutes Spiel.

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Raptor ist bei mir definitiv verblasst. Das habe ich gemerkt, als es mal bei GOG im Sale war.

Ja, ich glaube da ist durchaus was dran. Ich bin eigentlich Genre-mäßig recht weit gestreut, aber bei vielen Sachen habe ich auch den Eindruck, dass ich sie mögen will, sie mir aber eigentlich gar nicht wirklich viel Spaß machen, oder zumindest nicht lange oder nur manche Vertreter eines Genres.
Ich glaube, eine Sache ist auch, dass die Freizeit nun mal begrenzt ist und ich im Zweifel dann doch zu den Spielen greife, die auf schnellstem Wege am meisten Spaß versprechen. Das sind bei mir „leider“ kompetitive Shooter (Counter Strike, Valorant, Rainbow Six Siege etc.). Leider, weil die oft auch irgendwie in Arbeit oder genervt sein ausarten.

Pen & Paper mit Video-Rollenspielen zu vergleichen ist natürlich auch irgendwie Äpfel mit Birnen vergleichen. Beim P&P geht es ja (zumindest für mich) auch darum, sich mit Freunden zu treffen und um soziale Interaktion. Aber ja, es fühlt sich deutlich seltener danach an, dass man irgendwas abarbeiten muss und es geht (zumindest für mich) auch weniger ums Looten & Leveln. Nicht, dass ich was dagegen hätte, dass mein Charakter sich entwickelt oder auch mal was tolles zu finden, aber das passiert halt beim P&P im Schnitt vielleicht alle 6-20 Stunden und dann ist es halt auch ein tolles Event. Wenn ich ein Video-Rollenspiel spiele, dann nervt mich das ganze Inventar managen total und wenn ich einen neuen Gegenstand finde, dann hab ich einfach keine Lust zu schauen, ob der jetzt besser ist oder nicht und stundenlang zu vergleichen. Beim Leveln geht es mir so ähnlich, das macht auch nur Spaß, wenn wirklich ein neues Feature dabei ist und nicht nur ein paar Zahlen hochgehen, vor allem wenn die Gegner entsprechend mitleveln.

Was mich bei Video-Rollenspielen auch oft nervt ist, dass die Auswahlmöglichkeiten begrenzt sind und/oder vorher nicht wirklich klar, welche Konsequenzen eine Entscheidung hat. Dadurch fühle ich mich vom Spiel öfter mal „übers Ohr gehauen“, während ich beim P&P leichter noch mal nachfragen oder einfach noch einen völlig eigenen Weg vorschlagen kann.

P&P kenne ich nicht, daher kann ich es auch nicht vergleichen.
Was ich von einem Rollenspiel erwarte, ist eine Handlung die mich fesselt, Charaktere die überzeugen und eine Spielmechanik die wohl näher an P&P dran ist als an ein Managmentsimulator.
Ich mag die Charakter Entwicklung im Laufe der Zeit. Mir gefällt auch ein Inventarsystem. Was ich allerdings überhaupt nicht mag sind die zahllosen Items oder Dinge die man aufsammeln kann. Das hat mich so bei Skrym genervt. Ich konnte an nichts vorbeigehen ohne es aufzuheben. Keine Ahnung wieviele Pilze ich aufgepickt habe, die Wälder waren jedenfalls frei von diesen.
Ebenso bei Cyberpunk2077, das war mir alles zuviel. Diese ganzen Augmentationen haben mich wahnsinnig gemacht. Als ich dann bemerkt habe wie ich Hand Augmentationen ins Auge zu stecken versuchte, habe ich das Spiel sein gelassen. Es hat kein Sinn mehr gehabt weiter zu spielen.

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Erinnert sich noch jemand an das Domark Spiel Skull & Crossbones? Das war um 1991/1992 rum ein Werbe-Hype. Erst die Anzeigen vom Publisher in diversen Magazinen. Und so viele habe ich damals gar nicht gekauft. Danach Anzeigen von Versandhändlern, die in kleinerer Aufmachung mit dem gleichen Covermotiv warben. Bei Magic Disk und Game On war regelmäßig ein kleiner Bestell-Prospekt dabei, wo das Spiel auch häufiger vorkam. Zusammen mit Spielen, die heute Kultspiele sind. Von Skull & Crossbones habe ich aber noch von niemanden gehört, dass es ein Kultspiel sei. Vielleicht wurde es von den Versandhändlern auch so stark beworben, weil sie es nicht los wurden :wink:

Bei den Bewertungen ist übrigens von 17% bis 85% so ziemlich alles gut verteilt mit dabei.

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Das werbemotiv kenne ich. Das Spiel nicht. Aber es gab damals einige Titel mit großem Budget, da haben sich einige Motive bei mir eingebrannt. Mit Tengen/ Domark verbinde ich einige nette Titel am Amiga.

Auch wenn der Hatetrain schon weiter gerauscht ist, ich möchte hier doch noch auf zwei-drei Punkte antworten.

Zu allererst, Ich fühlte mich in erster Linie angesprochen weil du direkt auf mich geantwortet hast, inkl. Zitat und auch im weiteren Text noch Punkte aufgreifst.

Zu deinem ersten Punkt, selbst wenn wir das global sehen wollen und uns nicht mehr auf Turrican beziehen erscheint es mir nur logisch das Spiele einem Alterungsprozess unterliegen. Letztlich liegt es am Design(er) dem entgegenzuwirken. Wer gutes Design abliefert, erhöht die Chancen ungemein das sein Spiel auch später noch funktioniert. Bestes Beispiel ist M.U.LE. - das sieht aus wie Erbrochenes aber ist so on point designt, das funktioniert heute und wird auch in Zukunft funktionieren.

Es ist mir übrigens vollkommen egal ob und welches T du gut findest, noch wollte ich dir oder sonst wem vorschreiben welche Spiele er gut zu finden hat. Also, falls das so rüber kam war das nicht beabsichtigt.
Stattdessen wollte ich darauf hinaus (und mit Beispielen belegen) warum nach heutigen Standards ein MT als Actionspiel (nicht als Turrican, die Distinktion ist wichtig) für Frischlinge besser funktioniert weil es sich an Regeln hält die bei so gearteten Spielen mehr oder weniger noch heute gelten. Oder anders gesagt: ich kann sehr gut verstehen das @zeratul2099 und @Avantenor daran abprallen.

Ich gehe nicht mit das Spielspaß eine rein persönliche Sache ist und ich glaube das viele Spieldesigner mir da zustimmen würden. Letztlich wäre die Industrie ja nicht da wo sie ist wenn sie nicht ihr möglichstes getan hätte das (immer mehr) Leute möglichst maximalen Spaß haben. Natürlich kann dir das am Ende trotzdem nicht gefallen aus Gründen, aber es ist auch nicht so das gute Spiele einfach aus dem Nichts entstehen, da gibt es schon ein paar Grundregeln und Kniffe die sich über die Jahrzehnte rauskristalisiert haben. Das heißt übrigens auch nicht das man nicht auch Spiele die an verschiedenen Punkten kaputt sind gut finden kann, solange da nur genügend Gutes vorhanden ist um das auszugleichen.

Ansonsten möchte ich gerne den International Ninja Rabbits Superfan kennenlernen der das Spiel unironisch liebt.

Was „wir hatten ja nichts“ angeht, ich glaube da hast du mich falsch verstanden bzw. interpretierst da irgendein Überlegenheitsding rein was nicht da bzw. von meiner Seite nicht beabsichtigt ist. Aufm C64 wurde es nicht besser als T1+2, darauf können wir uns wohl einigen. Wenn man verschiedene Plattformen vergleicht sieht es logischerweise anders aus und ich bin mir sicher das gutes Spieldesign/barkeit überzeugt, ohne Brille, ohne Vorbildung. Welche Spiele das für jeden Einzelnen sind kann und muß jeder selbst rausfinden - zum Glück ist das ja heute deutlich einfacher als damals.

Und fürs Protokoll: ich trauere den beschissenen CGA/EGA Spielen mit Düdelsound mit denen ich angefangen habe keine Träne nach. Habe die damals trotzdem geliebt - aber die halten keinem kritischen Blick mehr Stand. Finde ich aber okay und auch normal.

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