Hatte nach dem Hören die ganze Zeit im Kopf: das Buch musst du noch erwähnen! Spinnen von ganz anderer Seite, jau, das ist gut
Als honorable mention wollte ich unbedingt noch den Crawler nennen, der in allen Teilen von Killing Floor vorkommt (hoffe ich doch, Teil 3 kenne ich noch nicht) Ein Spinne-Mensch-Hybrid, der auf den Karten gern aus unerwarteter Richtung kommt, an der Wand langkraucht und oft schwer zu sehen und präzise zu Treffen ist (die Viecher in KF verlieren nach zerstörung des Kopfes ihre jeweilige Spezialfähigkeit und verbluten)
Anbei ein Bild des putzigen Kerlchens
Wieder eine wahnsinnig gute Folge. Ich bin ein großer Fan der Monster Menagerie und habe mich sehr auf die Spinnenfolge gefreut.
Ich habe mich sehr gefreut, dass ihr das Buch “Die schwarze Spinne” aufgegriffen habe, da mich das seit meiner Jugend begleitet (meine Schwester hätte es für die Schule lesen sollen, konnte es aufgrund ihrer Spinnenphobie nicht und ich habe es für sie gelesen und ihr dann den Inhalt schonend beigebracht). Ich habe das Buch seitdem bestimmt schon ein dutzendmal gelesen. Daher konnte ich hier nicht mit allem mitgehen, was ihr vom Inhalt berichtet habt, aber “Fanboys” kann man ja nie so richtig zufriedenstellen.
Mein bestes Spinnenerlebnis in einem Viedeospiel ist “Farpoint” für die PS VR auf der PS4, wenn man es mit dem Aimcontroller spielt. Das Spiel hat epische Kämpfe gegen Monsterspinnen. Und dadurch, dass es VR ist, ist man mal so richtig drin, wenn die Spinnen auf einen zugelaufen kommen. Ich war schweißgebadet beim Spielen.
Eine wunderbare Folge! Aber als Nerd muss ich mir eine Korrektur erlauben: Der fiktive Holodeck-Held aus “Voyager” heißt natürlich nicht Captain Protheus, sondern Captain Proton.
Bei Spinnen in Videospielen muss ich sofort an den guten alten Klassiker H.E.R.O denken, wie die Spinnen an ihrem Faden immer mitten in einem Gang im Weg hingen
Eine sehr schöne Folge mit sehr viel Kulturhistorie!
Was mich verblüfft hat ist, wie häufig, nicht nur in dieser Folge, Lovecraft und kosmischer Horror erwähnt werden. Ich konnte und kann mit der Thematik nichts anfangen, weil jede Beschreibung worum es dabei geht, mich einfach überhaupt nicht dazu reizt, mich weiter damit zu beschäftigen. Darum habe ich nur die zwei Point and Click Adventures aus den frühen 90ern in denen diese Thematik vorkommt und keinerlei Literatur. Kann es sein, dass Lovecraft für den Horror viel mehr Bedeutung hat als für die Science Fiction? Zur Entwicklung vom letzterem habe ich tatsächlich schon mal ein Buch gelesen und da kam Lovecraft nicht vor.
Lovecraft war vor allem für den Horror relevant; in der Sci-Fi spielt er im Prinzip keine Rolle, auch wenn man seine Kurzgeschichten dort einordnen kann. Aber vor allem geht es bei Lovecraft um kosmischen Horror: Die Erkenntnis, dass wir Menschen viel zu klein und ohnmächtig sind, um den Kosmos je wirklich zu begreifen. Und bei Lovecraft spezifisch eben auch der Gedanke, dass in diesem Kosmos Entitäten existieren, die sich bestenfalls für uns nicht interessieren, schlimmstenfalls uns Böses wollen (Cthulhu, Nyarlathotep, etc).
Selbst wenn Du Lovecraft nicht gelesen hast, wirst Du in der Popkultur irgendwo schonmal „aus Versehen“ mit seinen Ideen in Berührung gekommen sein. Stephen King ist bspw stark von ihm beeinflusst. Aber man findet Lovecraft-ähnliche Ideen auch in den Alien-Filmen oder in Cixin Lius Trisolaris.
Tatsächlich lese ich Horror nicht, bzw. nur, wenn es Science-Fiction mit Horror-Elementen ist.
Danke Dir, mit der Beschreibung kann ich was anfangen! Das erinnert mich sehr an Kosmokraten und an Superintelligenzen aus der Perry Rhodan Serie. Allerdings sind letztere „nahbarer“. Was natürlich daran liegen könnte, das sie aus Bewusstseinen von sehr vielen „normalen“ Lebewesen entstanden sind. Aber sie werden auch als Entitäten beschrieben, die außerhalb menschlicher Vorstellungskraft bzw. außerhalb von Zeit und Raum existieren und sowohl direkt als auch indirekt Einfluss auf den „normalen“ Kosmos nehmen. Zum Guten oder zum Schlechten.
Da ich nur einige Hundert und nicht mehrere Tausend Perry Rhodan Hefte gelesen habe, weiß ich zu wenig über die Kosmokraten, um diese auch noch einzuordnen.
Von Stephen King habe ich in den 90ern nur wenige Bücher gelesen, dafür aber umso mehr Verfilmungen geschaut. Das ist aber beides zu lange her, um jetzt in der Erinnerung Hinweise auf kosmischen Horror zu entdecken. Aber tatsächlich fällt mir noch ein weiteres Computerspiel ein. Achtung Chtulhu Tactics. Auch bei mehreren Brettspielen bin ich damit in Berührung gekommen. Villen des Wahnsinns habe ich sogar mehrere male in der Gruppe gespielt. In den meisten Brettspielen kam das Element vor, dass der eigene Charakter irgendwann „wahnsinnig“ wird. Das Setting der Brett- und Computerspiele ist interessanterweise meistens historisch. Viktorianisches England oder USA bis zweiter Weltkrieg oder bis etwas in die Moderne.
Das ist so ein wiederkehrendes Element bei Lovecraft, dass der menschliche Geist an diesen Schrecken einfach zerbricht. Sei es, weil der Anblick so schrecklich ist oder weil wir Menschen schlichtweg die Erkenntnis, dass wir auf der kosmischen Ebene weniger als Ameisen bedeuten, nicht verkraften können. Ähnliches kommt ja auch in dem eindeutig durch Lovecraft inspirierten Anchorhead vor, wenn man beispielsweise das Buch in der Kapelle liest, wie es auch in der SFS-Folge schön beschrieben wird.
Bei Spielen in diesem Universum (oder einem von ihm inspirierten) kriegt man dann neben der HP-Leiste oft einfach noch die Howard-Philip-Leiste verpasst und kann dann nicht nur durch körperlichen, sondern auch durch geistigen Schaden sterben. Das ist oft etwas mit dem Holzhammer durchgesetzt. Mein Favorit in der Hinsicht bildet Arkham Horror, wo man geistige Gesundheit einbüßt, weil eine ältere Dame am Tresen ihr ganzes Erspartes auf die Bank bringt und zählen lässt…ein Erspartes, welches vollständig aus Centmünzen besteht…
Lovecraft würde ich dir trotzdem ans Herz legen. Der hat schon eine sehr eigene Schreib und Erzählweise. Auch wenn man ihm ganz sicher eine gesunde Portion Antisemitismus und Fremdenhass ankreiden kann. Trotzdem würde ich zumindest Berge des Wahnsinns einmal lesen, oder als Hörbuch (es gibt eine fantastische Lesung von David Nathan) genießen. Von den schwierigen Themen bleibt es weitestgehend verschont und bietet eine tolle Kombi aus Jules Verne’scher Abenteuergeschichte mit kosmischem Horror und „Das Ding aus einer anderen Welt“ im ewigen Eis.
Danke Euch beiden, dass Ihr mir das Thema schmackhaft machen wollt!
@frodo_broemmelkamp „Arkham Horror“ haben Bekannte aus meiner mittlerweile eingeschlafenen Brettspielgruppe gespielt und es wurde sehr gelobt. Das spielten sie aber vor meiner Zeit in der Gruppe.
@Christian80 Was Du über Lovecraft schreibst und auch das Lesen vom Wikipedia Eintrag sorgt bei mir nicht gerade für Sympathie. Vielleicht sollte ich mir die „Die Welt von Lovecraft“ Folge mal anhören. Die ist in dem Loch zwischen „Bis da habe ich die alten Folgen gehört“ und „Ab hier habe ich die aktuellen Folgen gehört“.
Lovecraft ist echt eine schwierige Person. Allerdings muss man sein Werk auch zeitlich einordnen und er hat einfach einen ganz extremen Einfluss (abseits des Rassismus) auf diverse, „gegenwertige“ Werke.
Darum auch mein Vorschlag „Berge des Wahnsinns“. Nagel mich nicht drauf fest, aber das ist weitestgehend frei von kontroversen Themen. „Schatten über Innsmouth“ habe ich extra nicht vorgeschlagen. Obwohl auch da der Rassismus vielleicht dem Gelegenheitsleser gar nicht so offensichtlich ist, wenn man Lovecrafts Hintergrund nicht kennt.
Da hat er in anderen Geschichten viel derbere Hämmer ausgepackt, die ich hier nicht zitieren möchte.
Anders als bei gegenwärtigen Personen, bin ich bei historischen aber bereit, Werk und Person zu trennen und das Werk im Kontext seiner Zeit zu sehen.
Der Kerl ist 25 Jahre nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg geboren und das offizielle Ende der Segregation in den USA war 1968.
Wie Rahel an anderer Stellen betont hat, kann man Lovecrafts Werk nicht so einfach vom Autor trennen. Es ist natürlich auch ein Werk seiner Zeit, aber das macht Dinge zu einfach. Um es ganz deutlich zu betonen: Lovecraft war nicht nur Rassist, er war auch für seine Zeit ein Rassist. Wird in Die Welt von Lovecraft so ab Minute 46 verhandelt.
Man kann das Werk trotzdem lesen, mögen und gut finden. Es aber als komplett entkoppelt von Lovecrafts persönlicher Einstellung zu betrachten und das mit (übertrieben gesagt) „Damals waren die halt so“ zu überbügeln verkennt, was für einen Einfluss sein persönlicher Rassismus auf das Werk hatte.
EDIT: Ich stimme aber grundsätzlich mit dir überein, dass es bei toten Autoren leichter fällt, sie trotz fragwürdiger oder inakzeptabler Ansichten zu lesen und genießen, gerade bei einem gewissen zeitlichen Abstand. Einfach, weil die Einordnung und Trennung besser möglich ist.
Er wurde 1890 geboren, die Behauptung das er für seine Zeit ein großer Rassist war ist abenteuerlich. Wenn du dich erinnerst 1936 war die Welt zu Gast in Deutschenland zu den Olympischen Spielen.Gab damals keinen großen Aufregender unter den wichtigsten Politikern wegen Progromen und KZ. Die Welt war halt eine andere in den USA wurde 1915 der KuKux Clan wiedergegründetet und trat als einheitliche politische Institution bis 1944 in den USA auf. Nochmal es waren andere Zeiten und trotz seiner rassistischen Einstellung war Lovevraft niemals Mitglied im Clan, anders als ein Günter Grass der Teil der SS war und den Literaturnobelpreis abgestaubt hat. Lovecraft war Rassist, aber er hat niemals politisch gewirkt und gegen Ende seines Leben hat er sich von vielen seiner früheren Aussagen in seinen Briefen distanziert, hätte man auch im Podcast erwähnen können.. Wenn man Grass verzeihen kann, kann man auch Lovecraft verzeihen. Beide sind Produkte des Ortes, der Zeit und der Umstände unter denen sie aufwuchsen.
Die Behauptung basiert unter anderem darauf, wie sehr Lovecraft von Freunden und Bekannten für seinen Rassismus gemaßregelt wurde. Denen gingen seine Äußerungen deutlich zu weit (bspw. seine Bewunderung für Hitler und seine Befürwortung von Lynchmobs). D.h. die Aussage, dass Lovecraft selbst für seine Zeit extreme Ansichten hatte, wird in der Amerikanistik und Lovecraft-Forschung als erwiesen angesehen.
Wahr ist allerdings auch, dass Lovecraft - um es platt zu sagen - nie den Arsch hochgekriegt hat (glücklicherweise), um seinen Ansichten beispielsweise im Klan auch Taten folgen zu lassen.
Klar kann man jetzt auch auf andere zeigen (Günter Grass! Pablo Picasso! Martin Luther!) und ja, das sind alles Persönlichkeiten, mit denen man sich auseinandersetzen sollte. Aber hier in der Diskussion ging es jetzt gerade um H. P. Lovecraft und ich finde es nicht verkehrt, da dann auch den Moment zu bleiben, bevor man die Aufmerksamkeit woanders hin lenkt.
Berge des Wahnsinns ist vermutlich mein Lieblingstext von Lovecraft (u.a. weil ich Antarktis-Horror liebe). Aber ich finde auch, dass es das Werk ist, bei dem man seine problematische Weltsicht am besten betrachten kann. Denn ja, er nutzt mal zur Abwechslung nicht seine üblichen rassistischen Ausdrücke (also anders als bspw. Cthulhus Ruf. Und genau deswegen kann man mal in Ruhe auf sich wirken lassen, was für eine Geschichte das eigentlich ist.
Letztlich geht’s in Berge des Wahnsinns um eine Kolonialmacht, die in ihrer Kolonie das fette Leben genießt, bis sie und ihre beachtliche Kultur von einem niederträchtigen Sklavenaufstand getötet werden. Und der Erzähler der Geschichte, der sich zunächst sowohl vor den Old Ones (= Kolonisten) als auch den Sklaven (= Shoggothen) fürchtet, macht ziemlich deutlich, mit wem er letztlich Mitleid verspürt („Poor Old Ones! Scientists to the last – what had they done that we would not have done in their place? God, what intelligence and persistence! What a facing of the incredible, just as those carven kinsmen and forbears had faced things only a little less incredible! Radiates, vegetables, monstrosities, star spawn – whatever they had been, they were men!“)
Hmm mein Problem mit dieser Aussage ist, das sie sich auf eine kleine gesellschaftliche Nische bezieht. Lovecraft Brieffreunde waren Künstler. Deren Einstellungen als Maßstab dafür zu nehmen, was in der damaligen US Gesellschaft als extrem gilt, halte ich halt für gewagt. Wenn man das große Ganze betrachtet also alle gesellschaftlichen Schichten, in den USA damals würde man 100 prozentig zu einem andren Ergebnis kommen.Rassist Ja extremer Rassist Nein. Inhalte seiner Bücher problematisch Ja. Extrem Problematisch nein. Wie gesagt mich und viele anderen seiner heutigen Leser stört dieses „extrem“, nicht die Tatsache des Rassismus.
Der hat sich aber zeitlebens, in einem geheimen Punkt etwas spät, zumindest gerade gemacht. Den würde ich nicht in diese Reihe stellen. Dann eher nen Heinz Rühmann oder Heidegger z.B.
So gesehen hast du natürlich recht. Aber ich finde das ist schon eine ziemliche Transferleistung von Phantasiewesen wieder Rückschlüsse auf reale Situationen zu ziehen. Ähnlich geht es mir persönlich auch mit den Mensch-Fisch Hybriden aus Schatten über Innsmouth. Ja, kennt man Lovecrafts Hintergrund, lässt sich der Zusammenhang erschließen. Das ist aber schon eher eine literaturwissenschaftliche Leistung und ich wage zu behaupten, der Gelegenheitsleser wird das nicht erkennen.
Ähnliches meinte ich auch über die von @frodo_broemmelkamp zitierten Sätze. Wüsste ich nichts über Lovecraft, könnte ich den Zusammenhang nur schwerlich herstellen. Von daher finde ich, Berge des Wahnsinns (übrigens auch mein absolutes Lieblingswerk von Lovecraft) lässt sich gerade ohne Hintergrundwissen sehr unbeschwert lesen.
Leider hab ich auch immer den Hintergedanken, dass der ihm von Zeitgenossen vorgeworfene Rassismus auch ein wenig an seinem Wohnort und Umfeld lag. In Louisiana oder Mississippi wäre er damit vielleicht durchgekommen. Das ist aber echt nur mein Gedanke und soll nichts verharmlosen. Ich find es nur immer total schwierig, gegebene Fakten einfach hinzunehmen, ohne Variablen einzubeziehen.
Bei anderen Kurzgeschichten von ihm hab ich viel größere Bauchschmerzen. Da rufen ja wirklich (Zitat aus dem Kopf) „degenerierte Mulatten“ (jetzt hab ich es doch geschrieben) die großen Alten in unsere Welt.
EDIT: Ich möchte hier aber keine (x-te) Off-Topic Diskussion über Rassismus aufmachen. Also falls es in die Richtung gehen sollte, werde ich den Post löschen. Oder, wenn ich offline bin, würde ich @Christopher darum bitten.
Ja, man sollte Leute, die ihrer Rassenideologie in Gedichten wie On the Creation of Niggers Ausdruck verleihen, wirklich nicht in die falsche Ecke stellen…
When, long ago, the gods created Earth In Jove’s fair image Man was shap’d at birth. The beasts for lesser parts were next design’d; Yet were they too remote from humankind. To fill the gap, and join the rest to Man, Th’Olympian host conceiv’d a clever plan. A beast they wrought, in semi-human figure, Fill’d it with vice, and call’d the thing a Nigger. Quelle
Lovecrafts Xenophobie und Rassismus halte ich für seine Werke - die ich im übrigen sehr gerne lese - elementar: “The oldest and strongest emotion of mankind is fear, and the oldest and strongest kind of fear is fear of the unknown.” In seinen Geschichten ist dies neben der Angst vor fremden Menschen eben auch die Angst vor den kosmischen Schrecken. Im übrigen ein passendes Zitat für die Denkweise der braun-blauen Brut.
Dann lies doch vielleicht mal ein paar kommentierte Werke. Könnte dir die Augen öffnen und vielleicht sogar den Lesegenuss erhöhen.