Retrospiele Musik: Remixe und Coverversionen

Es gibt aktuell bereits zwei Threads, die sich mit Musik beschäftigen. Dort geht es um Retrospielemusik allgemein oder Musik allgemein.

Wieso dann ein weiterer Musik-Thread?

In diesem Thread soll es im Besonderen um Neuinterpretationen bekannter Spielemelodien gehen.

Je weiter man in der Spielegeschichte zurückgeht, desto stärker war die Spielemusik von der Technik des Systems beeinflusst. Hierdurch gelangten viele Systeme zu einem charakteristischen Musiksound (z. B. die SID-Chiptunes des C64 oder der OPL2-Sound einer Soundblaster).
Musikalisch hat das einen nostalgischen oder stilistischen Charme, mitunter bleibt ein Stück aber auch hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Coverversionen oder Remixe können altbekannten Kompositionen ganz neue Facetten entlocken.
Technische Limits existieren heutzutage nicht mehr – jeder Laptop ist ein Musikstudio.

Es existiert eine unüberschaubare Menge an solchen Neuinterpretationen, sowohl von namhaften Künstlern als auch von eher unbekannten YouTubern.

Deswegen sollen hier möglichst schöne oder bemerkenswerte Versionen alter Tracks gesammelt werden.

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Den Anfang macht Oscar-/Grammy-Preisträger Jon Batiste mit „Green Hill Zone“ aus Sonic the Hedgehog (1991) für das Sega Mega Drive.


Im Original:


Jon Batiste – Green Hill Zone (von Hollywood Africans, 2018)


Bei der Recherche stieß ich auf das folgende kurze Video der Washington Post. In diesem spricht Batiste darüber, wie ihn die Videospielmusik beeinflusst hat und es wird dokumentiert, wie er als Bandleader von Colbert’s „Late Show“ immer wieder Spielemusik im Mainstream-TV untergebracht hat.

Als Kontrast zu diesem jazzigen Einstieg folgt die Musik zu World 2 (Muda Kingdom) aus Super Mario Land (1989) für den Gameboy.


Das Original von Hirokazu Tanaka ist eine sehr kurze und simple, aber dafür ungemein eingängige Melodie.


In der Version des Mario Freaks Orchestra (von Super Mario Land, 1989) ist dagegen von Zurückgenommenheit keine Spur.
Hier gibt es alles zusammen und im Zweifel noch etwas mehr obendrauf: Schlagzeug, E-Gitarren, Synthesizer, Klavier, Trompeten, Cowbells … und das ganze mit echten 80s Produktionswerten.

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Link’s Awakening (Tal Tal Heights / Mountain Range)

Tomb Raider (nur die ersten zwei Minuten, danach wird’s monoton)

Tetris / Korobeiniki (eher als Video Erfahrung)

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Und noch etwas Unreal, weil Unreal hat soviel gute Musik

Sunspire (unbedingt Video dazu schauen)

Surfacing / Gateway to Na Pali

Serpent Canyon + Harobed Village

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Und der Huelsbeck darf natürlich auch nicht fehlen. Sein Meisterstück ist bekanntermaßen The Final Fight aus Turrican II (1991) vom Amiga.

Hier das bombastische Amiga-Original:


Und hier in der Unplugged-Variante von Banjoguy Ollie:


Sehr zu empfehlen ist natürlich auch Huelsbecks eigene Neuinterpretation in der Turrican Anthology.

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Blood Tears aus der Castlevania Serie ist ein Lied, das mir in zig Versionen gefällt. Das hier sind meine 3 liebsten:

Das Original vom NES:

Die Chiptune-Metal Version von Master Boot Record:

Das Cover von Tetsuya Fuzuki. Nicht sicher wie man die Richtung nennt. Für mich ist das japanischer Kitsch-Metal:

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Die Beschreibung trifft es perfekt, wie ich finde. :smile:

Falls es noch jemanden wie mich geben sollte, der das Original nicht kennt:

Sind alle stark. Ich würde die Liste gerne noch um diese Version hier ergänzen: Ist unter allen mein Favorit. Leider ist die Soundqualität nicht so gut.

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Danke, ist auch ne schöne Version.

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Diese Acapella-Version von Guile’s Theme aus Street Fighter II:

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Ich finde diese drei Remixes sehr gelungen. :smiling_face: :musical_keyboard: :notes:

Imphenzia - The Great Giana Sisters Theme

Supremacy / Overlord - C64 Remix [LukHash]

Doom (2016) - E1M1/At DOOM’s Gate Ft. Gabriel Leopardi (Guitar Remix)

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Da sind bisher schon ein paar schöne Stücke zusammengekommen. Gerne weiter so!

Heute Abend kommt von mir noch das „Out-Run-Triple“.

Zuerst die beiden Klassiker von Hiroshi Kawaguchi aus der Arcade-Fassung von 1986 („Passing Breeze“ und „Magical Sound Shower“) und last-not-least der Nachzügler aus Out Run für den 3DS 2014 („Camino a Mi Amor“) von Chibi-Tech, der den vorgenannten in nichts nachsteht.



Hier noch die Originale zum Vergleich

Gerade noch im Bilderrätsel, jetzt schon auf der unserer (Musik-)Showbühne.

Reyn Ouwehands grandiose Version des Deflektor-Themes.


Hier das Original von Ben Daglish in der Amiga Version (daher kenne ich es).

Amiga:


Es gibt aber noch etwas frühere Versionen u.a. von C64, ST und CPC (Danke an @rsn8887).
Da hört man, wie schön unterschiedlich damals die Plattformen klingen konnten.


C64:


Atari ST:


CPC:

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Für sich genommen keine Remixe, aber ich mag wie hier Sprachsamples von Gothic I & II benutzt werden:

Lasst auf YouTube ein „Like“ da, hömma! :smile::smile:

Auch für das hier, dass ich heute (nach vielen Jahren Abstand) kaum noch ertragen kann. Und nein, ich war nicht auf Drogen oder so. :smirk:

Hab mich viele Jahre mit der Remixer-Szene beschäftigt, auf amigaremix.com war ich immer Stammgästin und hab deren Werke gefeiert. All die Talente jetzt hier zu empfehlen sprengt einfach den Rahmen. Deswegen nur eine kurze Empfehlung für diesen einen hier. Dessen Remixe ihr dort überall kostenlos herunterladen könnt. Er ist einfach der BESTE von allen. Meiner Meinung nach natürlich nur. :smirk:

DaXX findet ihr aber auch auf YouTube, wenn ihr dem Video zu seiner Quelle folgt, und hat dort eine Menge von seinen Stücken hochgeladen. :+1:

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Was Remixe angeht…da hab ich mir immer gewünscht, dass alte Spiele (wenn sie denn neu veröffentlicht werden, in irgendeinem Download-Store) eine alternativ-zuschaltbare Hintergrundmusik haben. Mit einem frischen, fett produzierten Remix. Und falls der originale Musiker von Anno damals keine Zeit&Lust hat, dann gibt’s halt genug talentierte Jungs&Mädels aus der Szene, die ihre (wie z.B. die hier verlinkten) Tracks ganz sicher für nen Apfel und n Ei zur Verfügung stellen würden.

Also ähnlich der aktuellen „Turrican Anthology“, wo man die neu arrangierten Stücke beim spielen lauschen kann. Leider ist das kein Trend. Ich sehe da nicht, dass sowas in Zukunft öfters mal passieren könnte. Aber…ja. Spielemusik hat bei mir einen so hohen Stellenwert, dass ich dem ein dezentes überarbeiten der Grafik jederzeit vorziehen würde. Bei „Gods“ hatte ich mich auch gefreut, dass sie die Titelmusik neu verarbeitet hatten:

Selbst so eine Demo aus den ganz frühen 90ern wirkt gleich opulenter, wenn die Akustik frisch klingt:

Klar, nicht alles ist gelungen…

…aber so lange man auch immer die originale (Chip-)Musik einstellen kann, wüsste ich nicht, was dagegen spricht.

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Mitch Murder verpasst Lost Patrol (1990, Amiga) das Synthwave-Treatment.



Das phantastische Original:

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Dieser Thread ist richtig und wichtig!
Ich kann gar nicht ausreichend unterstreichen, wie sehr ich es liebe, dass mittlerweile so zahlreiche Interpretationen von Retroklassikern existieren. Wobei „neu“ natürlich nicht zwangsläufig „besser“ bedeuten muss. :wink:

Wo es für mich richtig gut funktioniert hat:
The Legend of Zelda: Ocarina of Time, neu arrangiert vom Komponisten Eric Buchholz und eingespielt vom 64-köpfigen Slovak National Symphony Orchestra.

Das ist einfach so groß. Da wünsche ich mir glatt ein Remake des Spiels mit genau dieser Fassung des Soundtracks.

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