Dann werde ich den völlig Quatsch mal ausführen. Darauf gekommen bin ich beim hören einiger GS+ Podcasts. Da ging es um den Amiga als Spielmaschine und die Dinosaurier Markus Schwertel und Manuel Fritsch philosophierten über die alten Klassiker, welche sie darauf gespielt hatten. Der nicht so viel ältere Michael Graf war der Dritte im Bunde. Von den meisten Spielen kannte er den Namen sagte aber oft, kein Ahnung, bin auf dem PC, 10 Jahre später aufgewachsen. Im Laufe des Gespräches kam man kurz auf den den Punkt, das die wirklichen „Jungredakteure“, Anfang bis Mitte Zwanzig, auch von den meisten Spielen nur den Namen kennen würden. Sie hätten zwar Interesse die mal „nachzuholen“, das wäre aber quasi unmöglich neben der täglichen Arbeit und dem persönlichen Pile of Shame an aktuellen Spielen. Wenn also eine der interessiertesten Gruppen sich nicht mehr in der Lage sieht, „die Klassiker“ nachzuholen, halte ich es für sehr unwahrscheinlich, das dass in Zukunft eine nennenswerte Gruppe von jungen „Retrogamern“ machen wird. Klar wird es immer ein paar Promille geben, die bei Pong anfangen, aber ich denke das „moderene Retro“ wird in Zukunft für die meisten bei der Erfahrung beginnen, wo sie angefangen haben. Wenn sie mit 15 City Skylines gespielt haben, ist halt das die Basis, nicht Sim City. Wenn es Xcom 2 war, dann das und nicht das Xcom aus den 1994 Jahren. Der Vergleich mit Musik, Filmen und Büchern ist auch nicht das gleiche. Musik kann ich nebenzu hören, Filme sind bald durch, selbst die dicksten Schwarten Faust 1 & 2 innerhalb von 8 Stunden durchlesen. Games kosten in vielen Genres einfach so viel mehr Zeit, so ein uraltes Bards Tales sagt HLTB 14 Stunden (also ungefähr zweimal den Faust). Sprich kein Medium „verschlingt“ schon bei den alten Klassikern so viel Zeit wie Games. Zudem hat die Literatur den Vorteil, das man mit Goethe, ob man will oder nicht, im Deutschunterricht konfrontiert wird. Die Klassik hat den Vorteil, das sie ebenfalls Teil des Musikunterrichtes ist. Ein Vorteil den Games nicht haben und in Deutschland, frühestens 2900 bekommen
. Vielleicht werden die Interessierten ja gerne etwas von Sim City erfahren wollen, aber das maximal durch hören eines Podcast, aber nur im ganzen kleinen im selber spielen nachholen werden. Weil aktuelle Spiele und die eigenen „Retrospiele“ wollen ja schließlich auch noch gespielt werden. Im Buchbereich gibt es ungefähre Zahlen, wie viele Titel ein guter Leser innerhalb seiner Lebenszeit lesen kann, im Gamesbereich könnte man wahrscheinlich mit dem jährlichen Spielen des aktuellen COD diesen Bereich sofort um den Faktor X überflügeln. Quatsch ende.
Oida. Niemand hat behauptet die Spiele nachspielen zu wollen.
Ich zitiere:
Ach nee, warte, haste ja gar nicht drauf geantwortet. Meine Schuld.
Ich zitiere also:
Sag mal hast du ein persönlich Problem mit mir? Dann versuch das doch bitte zivilisiert lösen, ohne Oida und so, klar?
Das “Oida” bedeutet auch einfach soviel wie “hedenei”. Das sag ich auch, wenn ich mich nach dem Joggen erstmal hinsetze, damit wollte ich niemanden ansprechen.
Natürlich habe ich kein persönliches Problem mit dir, ich kenne dich ja von ein paar Forenbeiträgen mit sehr engem Bezug abgesehen nicht. Ich habe innerhalb dieses engen Bezugs jetzt allerdings schon deutlich oft Posts mit, im Endeffekt, der Aussage “ihr dürft das gar nicht interessant/gut/schön finden, weil das ja gar nicht dem Mainstream entspricht” wahrgenommen, und da kommt bei mir ähnlich Unmut auf, wie bei dir dem Schein nach Unmut aufkommt, wenn wir eben jene diese Dinge interessant/gut/schön finden (den du ja auch äußerst).
In diesem Beispiel haben lediglich zwei Menschen knapp gesagt, welchen Podcast sie interessant fanden, und quittiert wurde es mit seitenweiser Widerlegung von… was eigentlich? Unserem Geschmack? Unseren Interessen?
Ich ziehe mich jetzt allerdings zurück, bevor man mir hier (zurecht!) die Ohren langzieht, denn bei einer Sache gehe ich mit, nämlich dass das jetzt schon sehr weit unter der Sachlichkeitsebene ist, auf der ich normalerweise hier kommunizieren will.
Ich würde dir da in der Sache recht geben, alte Spiele nachzuholen ist tatsächlich oft anstrengend und ernüchternd, zumal es von den richtig großen Klassikern in der Regel modernere Remakes gibt, siehe z.B. Resident Evil, System Shock, Bard’s Tale oder aktuell Heroes of Might & Magic: Olden Era (spiele ich gerade im Early Access, ist halt genau wie die alten Spiele). Wenn man nur die ungefähre Erfahrung machen will, ist man damit schon gut bedient. Aber es gibt natürlich auch die zeitlosen Ausnahmen - Tetris ist klar, aber mein 8jähriger spielt mit Begeisterung Super Mario World und das erste Mario Kart auf dem SNES Mini - die funktionieren heute noch so gut wie damals und sind so zugänglich, dass es da auch keine Bedienungshürden gibt.
Ich vergleiche das für mich immer mit Filmen - die Generation vor mir ist mit den Mantel-und-Degen-Filmen, Noir-Krimis und Sci-fi-Flicks der 50er/60er aufgewachsen, und die interessieren mich nicht die Bohne. Das ist für mich einfach veralteter Kram - zu Unrecht natürlich, weil man einiges davon auch heute noch sehr gut schauen kann. Aber das scheint mir einfach eine Generationengrenze zu sein, mir gibt auch die Musik der Beatles oder Stones nicht viel, obwohl die unbestritten grandios ist. Aber war halt vor meiner Zeit.
That said: Wenn mir jemand die Faszination dieser Ära und dieser Werke kompetent und mit Begeisterung erklärt, in einem Podcast zum Beispiel, dann bin ich dabei. Da kann ich dann bequem Wissenslücken schließen.
Was Chris sagt.
Alte Filme, alte Bücher und alte Musik kann man übrigens imo auch nicht so easy nachholen, da gehört schon Wille dazu. Klar, die Emulationsebene fällt ggf weg, aber junge Menschen im Umfeld reagieren schon sehr schlecht auf den dünnen Sound von 80er Pop oder die gespreizte Prosa der 50er oder die laaangen Kameraeinstellungen der 60er.
Und auch im auf Retro-Interesse stark vorselektierten SF-Publikum ist die Bereitschaft, Spiele von Anfang der 80er nachzuspielen (oder auch nur Podcasts dazu anzuhören) nicht wirklich die Mehrheitsbewegung.
Ist doch aber auch ok. Für meine Tochter wird retro mit Minecraft und Peaky Blinders und Billie Eilish beginnen ![]()
Also wenn ich jemand hier Seven Cities of Gold madig gemacht habe, dann tut mir das leid, das war nicht meine Absicht. Ich hatte halt beim Nachspielen auf dem Atari400 Mini keine so tolle Erfahrung. Und das obwohl mir das Genre gefällt und ich auch in der Abstimmung dafür war und das Spiel ja so ein Meilenstein für Strategiespiele war. Der Podcast dazu ist allerdings klasse, der Podcast und das LP Cover von Seven Cities of Gold.
Also eigentlich stimme ich dir voll zu. Aber sind Ältere bei Stay Forever nicht in der Mehrheit?
Am meißten freue ich mich über Stay Forever Podcasts, die Themen aus meiner Kindheit, also den 90ern, behandeln. Ich war schon traurig, als sie bei “Jagged Alliance” tatsächlich nur den ersten Teil besprachen. Ich meine “Hallo?!”: Alleine das Poster zu Teil 2 hing damals in jedem Kinderzimmer:
Es gibt Spiele die vielleicht knapp vor meiner Zeit waren und die mich trotzdem interessieren, dafür müssen sie aber eine bestimmte Eigenschaft haben: Heute auch noch mit Freude für mich spielbar. Da gibt es aus der ersten Hälfte der 90er vielleicht noch 3-4 Beispiele die mir auch heute noch Spass machen (Wing Commander). Aber spätestens bei “BlipBlop-Scheiße” wie Etienne Gardé von GameOne das mal sagte ist bei mir Schluss.
Man merkt aber, dass ich da wohl auch altersmäßig in der Minderheit bin. Wenn Chris und Gunnar bei Patreon Abstimmungen einstellen welches Spiel man denn besprechen soll, wurde ich bis jetzt eigtl. immer enttäuscht. Da steht dann zur Auswahl “Spiel von 1998” und “Spiel von 1982”, und das Ältere gewinnt fast immer.
Also von daher habe ich das Gefühl, das die Stay Forever Hörer eben doch zur Zielgruppe gehören, die lieber SimCity als City Skylines hören um das mal überspitzt zu formulieren.
Vergleich mal die Anzahl der 80er-Spiele in den letzten 2 Jahren und die Anzahl der “1998 oder neuer” im gleichen Zeitraum. Und dann sag das nochmal.![]()
Mag sein dass es in letzter Zeit besser geworden ist. Aber ich hatte damals mein Patreon-Level extra veringert, weil schon wieder ein Spiel gewann bei dessen Release ich noch nichtmal geboren war. Und da lohnt die Abstimmungs-Funktion halt nicht.
Ausserdem sind ja nicht alle Folgen Hörerwahl-Folgen.
EDIT: Ich habe eben gerade mein Patreon wieder auf „GUTAUSSEHENDER MÄZEN!“ hochgestuft nach ~3 Jahren. Mal schauen wann die nächste Abstimmung kommt!
Umgekehrt gibt es Menschen, die ihre Unterstützung verringern, weil beim Hauptpodcast zuviel „Aktuelles“ drankommt.
Die Macher haben es nicht leicht, denn sie können natürlich nicht alle zufrieden stellen. Und wenn die Mehrheit der Hörer eher neuere Releases, aus welchen Gründen auch immer, besprochen haben möchten, dann muss das natürlich akzeptiert werden. Auch das Argument der Zukunftssicherung des Podcasts ist nicht von der Hand zu weisen und trifft auf mein Verständnis.
Aber dass das nicht alle Hörer diese Richtung uneingeschränkt toll finden, dafür möchte ich im Umkehrschluss um ein klein wenig Verständnis werben.
Was Hörerwahl ist, und was nicht, das kann ich natürlich nicht nachvollziehen, aber weil mich das selbst interessiert hat hab ich mal nachgeschaut.
Ich bin zurückgegangen bis Mai 2024. Vielleicht hab ich irgendwie dann die Muße, das noch weiter zu tun. Ich hab alles ausgeklammert, was 1990-1997 ist.
Bis 1989: SF 6 Folgen, SSF 3 Folgen, gesamt 9 Folgen.
Ab 1998: SF 9 Folgen, SSF 10 Folgen, gesamt 19 Folgen.
Ich weiß nicht, in welchem Zeitraum du das Gefühl hattest, dass zu viel zu altes kam, das könnte man sich nochmal anschauen. Ich weiß natürlich auch nicht wann du geboren bist, dass so viele Folgen vor deiner Geburt waren. Aber was dein 1982 Beispiel angeht: Älter als 1983 war in den zwei Jahren kein einziges Spiel.
Gibt es in JA 2 so viele neue Features das sich eine weitere Folge lohnt? Und ich spreche nicht von der bis zur Unkenntlichkeit gemoddeten Fanversion, klar die hat Features ohne Ende, ist aber schon ein eigenständiges Spiel. Wenn tatsächlich beim Abstimmen öfter das „ältere Spiel“ gewinnt, gehe ich davon aus, das in “ Gutaussehnder Mäzen" wahrscheinlich auch die älteste Gruppe von Stayforever steckt, hust bin ja auch da. Forbidden Forest war eine tolle Folge, das Spiel würde ich freiwillig nicht mit der Kneifzange anfassen. Planetfall, Zork genauso, ich spiele einfach keine Textadventures, da könnten die von Joe Abercrombie geschrieben sein. Ging mit aber auch bei der Besprechung von die SIMS das ja von 2000 ist, so, der Podcast total interessant, aber ich sehe mich nicht als SIMs Spieler, das habe ich garn nicht erst ausprobiert. Ich glaube das Gefühl, das bei egal welcher Wahl immer das gewinnt, was man nicht hören will, kennt jeder, muss man halt einfach drüber stehen.
Genau … JETZT! ![]()
Direkt zwei meiner Lieblingsspiele drin,wie gemein. ![]()
Ha perfekt! Na da bin ich mal gespannt. Will nix spoilern aber die Abstimmung geht um Spiele von 1992, 1995 und 2x 2001…Und tatsächlich sind beide Titel von 2001 meine absoluten Favoriten ![]()
Währendessen habe ich von den 92er und 95er Titeln noch nie was gehört.
Boah, wie herzlos! Das grenzt schon an „Welches Deiner drei Kinder hast Du am liebsten“? ![]()
Aber wer da nicht für den Erstgeborenen stimmt, dem entgeht was. ![]()
Schau mal, ich hatte erst vor kurzem Screenshots meiner Retro-Sammlung geposted. Und im Genre „Rollenspiele“ sind „Anachronox“ und „Arcanum“ LITERALLY an erster Stelle ![]()
Aber ist der Erstgeborene nicht immer der bei dem alles schief geht und man schon zufrieden ist wenn sein Konterfei nicht auf einem Steckbrief landet?
Aber wir wissen doch von 10 Jahre klüger, dass die Firmen- und Produktpleiten immer die besten Geschichten liefern. ![]()
![]()
Ich kann nur für Darklands werben, weil es für ein Computerspiel einen wirklich einmaligen Designansatz hatte.

