Ich habe aus irgendeinem Grund darüber nachgedacht, was es in der Vergangenheit zum Teil für skurrile Wege von etablierten Franchises in völlig andere Genres gab oder in denen gleich mehrere zusammen gemixt wurden. Manches davon hat sich als Glücksgriff erwiesen, manch anderes eher als Flop. Zum Teil haben sich ja auch bereits solche Titel in SF-Folgen wiedergefunden.
Ein absoluter Pionier mit überwiegendem Erfolg ist dabei natürlich Nintendo mit den diversen Mario-Titeln, welche sich auch abseits der Jump-‚n‘-Runs ziemlicher Beliebtheit erfreuen. Ob nun im Kart, als Brawler, beim Tennis, Fußball … usw. Daneben gibt es aber dann auch Titel wie „Hotel Mario“ oder „Mario is Missing!“.
Spiele wie die Like a Dragon/Yakuza-Reihe umgehen es einfach, neue Titel zu machen, und packen stattdessen alles in Form von teils sehr umfassenden Minispielen in ihre Haupttitel.
Und Titel wie beispielsweise ActRaiser (SSF 19) haben auch damals schon den Weg gewagt, verschiedene Genres in ein Spiel zu fusionieren.
Ein ansonsten ja eher aktueller „Trend“ ist es noch zusätzlich einen Rogue Modus abseits des Kernspiels mit einzubauen. Teilweise einigermaßen spaßig, teilweise auch recht unnötig.
Für mich interessante Beispiele, die ich selbst gespielt habe und an die ich mich recht gut erinnere, sind zum einen „Giants: Citizen Kabuto“ (2000): Hier schlüpfen wir in 3 verschiedene Charaktere, deren Spielweise von drei unterschiedlichen Third-Person-Actionvarianten bis hin zu einem Teil mit RTS-Parts wechselt. Als Space Marine fliegt man mit seinem Jetpack über die Insel und ballert sich seinen Weg frei, während man diverse Aufgaben erfüllen muss. Das war glaube ich auch meine Lieblingsbeschäftigung, gerade durch den Einsatz des Jetpacks. Dann gab es den RTS-Part, indem man zusätzlich relativ rudimentäre Basen errichten und ein paar der Einheimischen befehligen konnte. Und dann noch der Part, in dem man Kabuto spielt und wie in Rampage einfach alles niedermäht, was zumindest eine Weile ganz witzig war. Das Spiel hatte, zumindest kommerziell, allerdings keinen Erfolg.
Als zweites habe ich „Fallout 3“ (2008): Vielleicht weniger skurril, wenngleich ein ungewöhnlicher Schritt in eine neue Richtung. Und zu Anfang gab es dahingehend auch größere Bedenken, wie man es schaffen soll, ein isometrisches Rundentaktik-RPG in einen Shooter umzuwandeln. Letztlich hat es sich aber ausgezahlt und als großer Erfolg erwiesen. Ich für meinen Teil war, wie wohl viele andere, ab dem Moment, in dem man den Vault verlässt, komplett gefangen.
Dann noch „Brütal Legend“ (2009): Ähnlich wie in Citizen Kabuto haben wir einen Mix aus Action – in dem Fall Adventure – und einem RTS. Während man zunächst in der Open World herumfährt und metzelt, getrieben vom hämmernden Metal-Soundtrack, wechselt das Spiel in Schlachtsequenzen plötzlich in ein RTS-Gewand, in dem man, fliegend und am Boden, seine Einheiten mit Hilfe eines Radialmenüs und der Gitarre über das Schlachtfeld führt. Für viele war der Bruch vom Adventure zum RTS eher negativ, zumal es zuvor auch nie wirklich so angekündigt war. Ich für meinen Teil habe die Kombination aber wirklich sehr geliebt und entsprechend damals großen Spaß mit dem Spiel gehabt.
Fallen euch vielleicht noch besondere bzw. persönliche Beispiele ein?