In 14 Jahren nur ein Spiel aus den 70ern! Was bedeutet denn ein paar weniger aus den 70ern? Nur ein Spiel in 28 Jahren vielleicht? Es bedeutet effektiv doch, dass dieser Zeitraum komplett verschwindet.
Absolut, den Gedanken hatte ich auch schon, wusste ihn aber noch nicht so in Worte zu verpacken.
Es ist ja unwahrscheinlich, dass in Kürze eine Folge zu Witcher 3 erscheint - Witcher 1 wiederum schon eher. Hier bietet sich schließlich auch ein interessanter Blick auf das Studio oder die osteuropäische Spieleindustrie.
Ich habe weiter oben auch schon Zuspruch zu jüngeren Spielen gegeben. Vor allem, wenn diese heute eben auch schon 20 Jahre auf dem Buckel haben und sich eine interessante Besprechung anbietet.
Bedenkt man auch Handheld-Spiele der frühen 2000er, finden sich hier noch Perlen, die sich aufgrund technischer Limitierung noch mehr retro anfühlen.
Und so etwas wie Minecraft … ist etwas einmaliges und besprechungswürdiges für sich, weil es den minimalistischen und Sandbox-Gedanken von damals wie nichts anderes auslebt.
Und es hat immerhin auch schon 16 Jahre auf dem Buckel
Vielleicht habe ich das auch falsch interpretiert. Möglicherweise war die Frage auch mit dem Hintergrund gestellt, dass als „Kernzeitraum“ auf 1985-2000 angenommen wird (SSF etwas nach oben) und einfach mal abgeklopft wird, ob der brennende Wunsch besteht, diesen deutlich auszudehnen. Und dem scheint nicht so zu sein.
Ich hoffe schon, dass noch hier und da ein paar Goldstücke aus den 70ern gehoben werden, aber ich will auch ehrlich sein: Bei denen mag die Entwicklungsgeschichte ja hier und da interessant sein, die Spiele an sich finde ich aber fix auserklärt. Da ist viel aus den 80ern deutlich interessanter. Aber ich lass mich da gerne überraschen.
Es gibt vielleicht auch den Faktor, dass diese Zeiträume durchaus interessant sind, aber man die Besprechungen eventuell einfach woanders sucht.
Ich schätze Stay Forever sehr für seine Besprechungen alter Spiele, die ich zu einem guten Teil gar nicht miterlebt habe, sowie für Spiele, die ich eher über Zuschauen oder „Nachholen“ erlebt habe. Bei der Besprechung von Titeln meiner Jugend (ob ich sie nur gespielt habe oder die einfach nur in den Zeitraum fallen) gibt es aber ehrlicherweise bereits eine Fülle von Podcasts oder Videos, die ich genausogut konsumieren kann (oder schon tu). Caddicarus, NitroRad, Josh Strife Hayes oder Mandalore Gaming, um nur eine Handvoll zu nennen.
Werde ich mir die Podcasts von Stay Forever trotzdem anhören? Klaro, insbesondere weil dort auch die Hintergrundgeschichte noch etwas genauer unter die Lupe genommen wird.
Aber die Besprechung zu neueren Spielen an sich kann ich eben auch an vielen anderen Orten erhalten. Besprechungen zu Rayman 2, Mass Effect oder Crash Bandicoot kann ich eben an vielen Orten halten. Nicht unbedingt in der Qualität und Tiefe von Stay Forever, aber auch nicht besonders schlecht. Aber ein Secret Weapons of the Luftwaffe, Star Control 2 oder Ultima Underworld? Da wird es schon deutlich dünner in der weiten YouTube-Welt da draußen - nicht zuletzt, weil viele YouTuber und Podcaster im Retro-Bereich aus den USA oder Kanada kommen und dort der Konsolenfokus natürlich spürbar ist.
Wie schon in meiner Antwort an frodo_broemmelkamp ersichtlich, noch weniger 70er bedeutet gar keine 70er mehr. Das macht mich traurig. Mit der Erweiterung des Zeitraums bis 2005 dagegen kann ich leben.
Bei Zäsur und Kippeffekt ging es mir um etwas anderes und da war der Zeitraum nur als Beispiel gedacht. Schleichende Änderungen bekommt man häufig nicht mit. Groß angekündigte Änderungen sehr wohl und können der Trigger sein, der einen Kippeffekt einleitet. Für mich persönlich wäre beim Thema Zeitraum eine Zäsur mit Kippeffekt, wenn nur noch Spiele von 1995 bis 2015 vorkommen.
Ironie müsste doch eine deutliche Übertreibung sein, aber das sind ja Aussagen von Usern, die ungefähr so gefallen sind. Ich hab mir das nicht als Scherz ausgedacht, dass wir bestimmt behaupten würden, wir hätten mit der SFT-Aufteilung zusätzlichen Content geschaffen, das hat man mir vorgeworfen.
Ja, aber das ist ein sehr spezifischer Blick eines kleinen Teils der Hörer(innen), den du exemplarisch vertrittst. Ich freue mich, wenn wir Lücken im Markt schließen oder einen vernünftigen Take auf bisher mittelgut erzählte Sachen geben können, aber das kann nicht das primäre Ziel sein.
Wenn man jemand ist, der zu einem Thema 4 Youtube-Videos, 3 Artikel und 2 Podcasts in anderen Sprachen gehört hat und dann nicht noch den Take von SF hören muss, fair enough. Aber wir können ja nicht postulieren, dass jeder da draußen alles kennt.
Wir haben, wie du richtig sagst, in 14 Jahren ein Spiel aus den 70ern intensiv besprochen. Wenn diese Zeit dein primäres Interesse ist, ist SF leider der total falsche Podcast. Wir haben schon immer die 80er und 90er im Fokus gehabt. Unser Kernzeitraum war immer 1985-2000, auch wenn wir in der ersten Zeit auch ein paar neuere Titel besprochen haben.
Aber in den ersten 30 Folgen haben wir den Zeitraum nur 2x verlassen, einmal mit Vampire (2004) in die neuere Epoche und einmal mit Zork (1980) in die ältere. Wobei man Zork sogar den 70ern zuordnen hätte können
Aber richtige 70er machen wir ja nicht, kein Arcade-Zeug vor allem. Entwicklungen und Games aus den 70ern werden immer mal angesprochen in Herleitungen und so, das ist aber nicht der Fokus. Und man muss nicht auf Umfragen hören, klar, aber mal abgesehen von den Downloadzahlen der Folgen: Wann immer wir die Hörer/innen gefragt haben, sind die entsprechenden Sachen durchgefallen, auch mein angedachtes eigenes Patreon-Format mit der Joust-Testfolge. Und eben hier in der Umfrage nochmal: Die Leute wollen nicht mehr Spiele aus der Zeit, auch die Unterstützer nicht, JEDENFALLS NICHT ALS HAUPTFOLGE. Ich will nicht ausschließen, dass uns nochmal was einfällt, um älteren Spielen einen Raum zu geben, ich hab noch so viel Sachen aus der Zeit, die mich persönlich interessieren.
Wo wir von den 70ern reden, vielleicht wäre ja mal ein ausführlicher Podcast zu den Uni-Rechnern, vor allem in Amerika (auch schon 60er) spannend, wo die allerersten Spiele entstanden. Freund des Hauses Bob Bates war da mW ja auch sehr aktiv. Fällt vielleicht eher ins SFT-Metier?
Groß angekündigt ist ein bisschen Overkill, imho. Wir haben in einer Folge, die ein Teil der Hörer überhaupt hört, angekündigt, dass wir auch mal neuere Spiele machen - hauptsächlich, weil wir damit ja eh schon begonnen haben und es nun nicht mehr nur durch die verbesserten Abrufzahlen, sondern auch durch das Umfrageergebnis bestätigt wurde. Das ist ja weiterhin keine komische Entscheidung, die aus dem Nichts kommt, es sind einfach mehr als zehn Jahre vergangen, es wäre ja irre, dem nicht ein bisschen Rechnung zu tragen.
Ich verstehe deinen Punkt, aber mir kommt es, sorry, ein bisschen so vor, als müsstest du, um aus der vergleichsweise trivialen Sache überhaupt was Besprechenswertes zu machen, das immer noch zuspitzen: aus einer kleinen Ankündigung wird ein möglicher Kipppunkt, aus der Ablehnung der Hörer, den Zeitraum vor 1985 aufzuwerten, wird eine Reduktion auf Spiele nach 1995 etc.
So schlimm ist das nicht. Wird weiter Spiele aus meiner Jugend geben.
Ich halte es für eine völlig logische und richtige Konsequenz die fortgeschrittene Zeit bei der Spieleauswahl zu berücksichtigen. Auch wenn meine eigene große Zeit als „Gamer“ in der Zeit zwischen 1985 und 2000 war, gibt es einige moderne(re) Spiele, bei denen ich gerne eine Aufarbeitung in der gewohnten Stay Forever-Qualität hören würde.
Jetzt schreibe ich doch meine Gedanken zu den 70ern. Diese sind abgesehen von Arcade und Atari 2600 auch eine komplizierte Zeit. Der Spielemarkt für die Homecomputer Apple 2, Atari 400 und Commodore PET war noch nicht kommerzialisiert und es gab noch gar keine Spielezeitschriften. Hinzu kommt, dass die Entwicklerszene sehr USA und Uni zentriert war. Die Suche nach den damaligen Hobbyentwicklern und Studenten dürfte ebenfalls schwierig sein.
Die komplexeren Spiele auf Großrechnern und Homecomputern sind nach heutigen Maßstäben schwer zugänglich. Die sind von Mathematikern und Physikern geschrieben worden. Das spiegelt sich häufig auch in der Komplexität wirder. Das betrifft aber auch die Bedienung der Spiele selbst und die Bedienung eines etwaigen Emulators bis hin zu den damaligen (Großrechner-) Betriebssystemen. Ich habe mal im Studium mit dem Emulator simh experimentiert, der viele Großrechner der 60er und 70er Jahre emuliert und deren Betriebssysteme vorinstalliert mitbringt. Ich kam wirklich nur mit dem originalen Unix auf den DEC PDPs klar, weil es sich anfühlt wie Linux, was mein heutiges Betriebssystem ist. Aber die Spiele zum laufen zu kriegen ist eine Qual. Egal ob Rogue, Empire oder Zork.
Dann gibt es Systeme, wo es gar keinen lokalen Emulator gibt. Zum Beispiel das vernetzte PLATO System, auf dem es mehre bedeutende frühe Rollenspiele gab. Matt Barton und CRPGAddict haben sich online auf einem Emulator eingeloggt, der irgendwo in der Cloud betrieben wird, um diese Spiele noch zu spielen.
Das alles macht diese Spiele kompliziert. Natürlich waren auch viele BASIC Spiele zum Abtippen in der frühen Homecomputer-Ära verbreitet. Die waren aufgrund des geringen Speichers häufig sehr simpel oder es waren einfache Karten- und Brettspiel-Konvertierungen.
Nichtsdestotrotz gibt es aber doch einige Perlen, die Spiel-historisch für Ihre Genres wichtig waren. Wenn Ihr diese Spiele bei den Besprechungen ihrer Moderne Abkömmlinge nicht außer acht lasst, bin ich schon zufrieden, denn ich weiß doch aus der Umfrage, dass sich die Mehrheit diese Meisterwerke nicht als Hauptfolge wünscht
Ich finde, dass eine Folge mit Ankündigungen zu diversen Änderungen im regulären Feed von sehr vielen gehört wird, auch wenn das Pull und nicht Push ist.
Noch mal zu meinem persönlichen Standpunkt: Ich bedauere, dass der Zeitraum von 1970 bis 1985 in der Umfrage so wenig gewünscht wird. Dass Ihr aus diesem Umfrageergebnis Konsequenzen zieht, kann ich nachvollziehen. Und wie ich weiter oben schon schrieb, habe ich dieses Ergebnis schon beim Ausfüllen der Umfrage erwartet. Und bei mir habt ihr noch keinen Kipppunkt erreicht
Und wie ich gerade dmoeller81 schrieb, war das mit dem 1995-2015 Kippeffekt ein Beispiel. Ich hätte dieses nicht anhand des Retro-Zeitraums machen sollen. Worauf ich allgemein hinaus will ist, dass die Transparenz von Konsequenzen aus einer Umfrage in Communities starke Reaktionen auslösen kann. Und in diesem Fall sieht man das glaube ich schon an der Anzahl der Beiträge in diesem Thread und den heftigen Reaktionen mancher Teilnehmer bis hin zu gemeldeten Beiträgen.
Um wieder allgemeiner zu werden. Da reicht schon eine Veränderung wie ein Redesign einer Webseite oder eines Forums, das Kommentare wie „Jetzt sind sie zu weit gegangen!“ auslöst bis hin zu Godwin’s law. Es ist wie mit Semantic Versioning bei Versionsnummern von Programmen und Programm-Bibliotheken. Bug-Fixes und neue Features mögen alle gern. Aber eine inkompatible Version, die alte Features rausschmeißt, löst gerne mal einen Forenkrieg aus
Entschuldigung, aber das ist eine ziemliche Misinterpretation von Semantic Versioning. Wichtig bei SemVer ist gerade, dass Leute (und vor allem auch Computer!) bewerten können, ob das Upgrade einer Version zu Problemen führt, die eventuell manuelle Intervention benötigt.
Es ist mehr ein sozialer Kontrakt als ein Diskussionspunkt.
Dass weggang von Features gerne Kriege auslöst, ist unabhängig von Semantic Versioning.