Mich hat immer irritiert, warum sich jemand, der 120 kg wiegt, schubsen lässt, dann ein paar Meter rückwärts rennt, in die Seile wirft, dort aber nicht festhält, sondern schneller zurückrennt als zuvor, nur um sich dann schlagen oder umtreten zu lassen.
Die Stuntshow-Parallele kam mir auch in den Sinn. Die Miami-Vice-Show in den Universal Studios ist ja auch kein Jetskirennen. Im James Bond-Film gibt es auch kein Sportschießen auf bewegliche Ziele.
Beim Wrestling tun zwei Stuntmen so, als würden sie kämpfen. Videospiele tun dann so, als wäre das echter sportlicher Wettkampf. Ist Wrestling jetzt also Sport? Dagegen wäre noch nichts zu sagen, wenn man beachtet, dass Sport auch ohne Wettkampf möglich ist, etwa Jogging für die eigene Gesundheit. Witzig ist, sich Definitionen zum Sport-Begriff durchzulesen und dann aufs Wrestling anzuwenden. Die AOK hatte da 2023 Folgendes zu veröffentlicht:
„Laut Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG) handelt es sich um eine „nach bestimmten festgesetzten Regeln wettkampfmäßig oder spielerisch durchgeführte körperliche Betätigung, die der Kräftigung und Gesundheit des Menschen dient und seine Leistungsfähigkeit steigert.““
Gesundheit … hust Aber wenn da zwei gesund bei bleiben, ist es Sport, nur eben kein sportlicher Wettkampf, als der es verkauft wird, sondern eine sportliche Stuntshow.
Ich hatte nie einen Draht zum Wrestling, weil das Erste, was ich dazu gehört habe, die Info war, dass das alles nur Show ist und die Sieger vorher feststehen. Dennoch hat ein Wrestlingspiel mein 11-jähriges Ich beeindruckt: Pro Wrestling fürs SMS. Das bot als frühes 8-Bit-Spiel mit zwei Buttons nämlich relativ gesehen enorm viel Gameplay, was das Spiel kurzweilig und motivierend gemacht hat.